Ein warmer Sommerabend, der Duft von Gegrilltem liegt in der Luft. Grillieren ist angesagt! Doch wo anstatt Holz und Holzkohle auch Abfälle verbrannt werden, entstehen Schadstoffe. Dieser Artikel beleuchtet, was beim Grillen mit offenem Feuer erlaubt ist und worauf geachtet werden muss, um die Umwelt zu schonen und die Sicherheit zu gewährleisten.

Rechtliche Grundlagen in Deutschland
In Deutschland ist offenes Feuer und offenes Licht (Kerzen, Fackeln, Laternen) im Wald und bis in 100 Metern Abstand vom Waldrand verboten. Normalerweise gilt zwischen dem 1. März und dem 30. Oktober auch ein Rauchverbot, und selbstverständlich ist es verboten, glühende Kippen wegzuwerfen. Der regulierende Rahmen wird durch das Bundeswald- und das Bundesnaturschutzgesetz gesetzt, aber vieles ist auch länderspezifisch geregelt oder unterscheidet sich sogar von Gemeinde zu Gemeinde.
Im Zweifel gilt die länderspezifische Regelung. Selbst eine Genehmigung des Grundbesitzers ist nicht immer ein sicherer Freifahrtschein, da auch für Privatgrundstücke Einschränkungen gelten - vor allem, wenn sie in Waldnähe liegen.
Wichtig: Ist Feuer erlaubt, bedeutet das nicht, dass einfach alles brennbare Material in die Flammen geworfen werden darf. Normalerweise sollten ausschließlich trockenes, unbehandeltes Holz oder Holzkohle verbrannt werden.
Rechtliche Grundlagen in der Schweiz
«Es gibt auf Bundesebene kein Gesetz, das Feuermachen in der Natur grundsätzlich verbieten würde», erklärt Rebekka Reichlin vom Bundesamt für Umwelt gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1. «Es gibt in der eidgenössischen Wald-, Jagd- bzw. Naturschutzgesetzgebung keine expliziten Feuerverbote.
Allerdings heisst das nicht, dass überall wild drauflosgezündelt werden darf, denn es gibt sehr wohl regionale und temporäre Verbote, die in den meisten Fällen durch die Waldbrandgefahr begründet sind. Kantone und Gemeinden dürfen das Picknick-Feuer an einem beliebigen Platz verbieten, wenn es sich beim Gebiet zum Beispiel um ein Naturschutzgebiet handelt. Häufig stellen Gemeinden aber eigens dafür vorgesehene Feuerstellen zur Verfügung.
Achtung: Sollte in einem Gebiet Waldbrandgefahr herrschen, ist das Feuermachen selbstverständlich untersagt. Es empfiehlt sich daher, sich vorher auf der Internetseite des Bundesamtes für Umwelt über die aktuelle Lage zu informieren.
Regelungen in verschiedenen Kantonen
- Aargau: Feuermachen grundsätzlich überall erlaubt, trockenes Holz aus dem Wald benützen, um starke Rauchentwicklung zu verhindern.
- Zürich: Grundsätzlich erlaubt «…im ortsüblichen Umfang.»
- Bern: Handhabt das Thema ebenso.
- Graubünden: Feuermachen grundsätzlich erlaubt, allerdings in den Südtälern wie im Puschlav verboten.
- Glarus: Feuermachen nur an offiziellen Grillplätzen erlaubt.
- Wallis: Feuermachen nur an offiziellen Grillplätzen erlaubt.
- Tessin: Bei trockenem Wetter überall verboten, sonst oberhalb von 600 Metern erlaubt.
Eine offizielle Grillstelle erkennt man an einer gewissen Infrastruktur: Ein Rost, Holz auf einer gedeckten Beige oder gar Stühle und Tische. Oder wenn es sich um eine Feuerstelle der «Schweizer Familie» handelt. Davon gibt es in der Schweiz über 500.
Sicherheitsvorkehrungen beim Grillen mit offenem Feuer
Der Umgang mit offenem Feuer ist naturgemäss nicht ungefährlich. Zu denken ist in erster Linie an Unfälle, die beim Grillieren passieren können, aber auch an ein Übergreifen des Feuers von der Grillstelle auf die Umgebung. Zudem kann der Rauch des Grills die Nachbarschaft belästigen.
Wer durch ein Feuer einen Personen- oder Sachschaden verursacht und dabei die notwendige Sorgfalt vermissen lässt, macht sich strafbar. Hinzu kommt, dass Sie bei Pflichtwidrigkeit auch die Kosten für die Feuerwehr und den Schadenersatz übernehmen müssen.
Wichtige Sicherheitsmassnahmen
- Mindestens 3 Meter Abstand zu brennbaren Materialien einhalten.
- Die Unterlage sollte unbrennbares Material sein und ein genügend grosses Auffangbecken benützt werden.
- Keinen Brennsprit verwenden, um das Feuer schneller zu entfachen.
- Kinder beim Grillieren instruieren und überwachen.
Brandschutzvorschriften: Infolge Wärmestrahlung oder Funkenflug darf keine Brandgefahr entstehen. Feuer darf mit brennbaren Flüssigkeiten nur angefacht werden, wenn jede Brand- und Explosionsgefahr ausgeschlossen ist.
Auch als Mieter:in muss man auf den Grillspass nicht verzichten. Der Mietvertrag kann jedoch direkt oder durch Verweis auf die Hausordnung die Benutzung von z.B. Holzkohlegrills verbieten oder beschränken, soweit dafür sachliche Gründe bestehen. Ein sachlicher Grund ist z.B. die mit Holzkohlegrills verbundene starke Rauchentwicklung und die so entstehenden Immissionen.
Feuer im Garten - Fünf Grundregeln
Bevor wir auf die verschiedenen Möglichkeiten eingehen, wie du Feuer im Garten machen kannst, ist es wichtig, die folgenden fünf Grundregeln zu kennen:
- Feuer im Garten niemals unbeaufsichtigt lassen.
- Wahre ausreichend Abstand zu anderen Objekten und beachte die Windrichtung.
- Sei besonders vorsichtig, wenn Kinder und/oder Tiere in der Nähe sind.
- Wasser zum Löschen stets griffbereit halten.
- Verwende niemals Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin. Explosionsgefahr!
Alternativen zum offenen Feuer
Elektrogrills sind eine gute Alternative zu Gas- oder Holzkohlegrills auf Balkonen. Sie verursachen weniger Rauch und sind somit weniger belästigend für die Nachbarn.
Abstand zur Feuerschale
Die Platzierung einer Feuerstelle im Garten in Bezug auf das Nachbargrundstück ist ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt. Hier müssen sowohl rechtliche als auch höflichkeitsbedingte Überlegungen berücksichtigt werden. Dies hilft zudem, Konflikte zu vermeiden und sorgt dafür, dass Rauch und Glut nicht auf benachbarte Bereiche übergreifen. Ein Mindestabstand von 3 m zu Gebäuden bzw. zum Haus wird empfohlen, um das Risiko von Brandschäden durch Strahlungswärme oder Funkenflug zu minimieren.
Die richtige Feuerstelle wählen
Es gibt verschiedene Arten von Feuerstellen, die sich für den Garten eignen:
- Feuerkorb: Bedarf weniger freie Fläche als die Feuerschale, kann durch die halb offenen Seiten schneller entzündet werden.
- Feuerschale: Hat eine grössere Fläche für Feuerholz, kann dadurch auch eine grössere Runde wärmen.
- Feuerstelle: Für Liebhaber von „echten“ Lagerfeuern lohnt es sich, im Garten eine festinstallierte Feuerstelle zu bauen.
Hier eine tabellarische Übersicht der Vor- und Nachteile von Feuerkorb und Feuerschale:
| Merkmal | Feuerkorb | Feuerschale |
|---|---|---|
| Flächenbedarf | Weniger freie Fläche | Mehr Platz |
| Entzündung | Schneller entzündet | Braucht mehr Zeit |
| Sicherheit | Glutbrocken können herausfallen | Glut und Asche bleiben in der Schale |
| Sauerstoffzufuhr | Höhere Sauerstoffzufuhr | - |
| Wärmeabgabe | Wärmt nur in einer kleinen Runde | Kann auch eine grössere Runde wärmen |

Das richtige Holz wählen
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Hartholz und Weichholz. Hartholz weist eine höhere Dichte auf, verbrennt dadurch langsamer und ist somit ergiebiger. Auch bildet diese Gruppe mehr Glut als die Weichhölzer. Als Harthölzer gelten Buche, Esche, Birke oder Eiche. Weichholz hingegen wird gerne zum Anzünden verwendet, da es leicht entflammbar ist und gut die Flamme auf das Hartholz übertragen kann. Weichhölzer sind beispielsweise Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Lärche oder Kiefer, aber auch Laubhölzer wie Pappel oder Linde.
Tipp: Um dein Feuer möglichst umweltschonend zu entzünden, nutzt du am besten Kaminanzünder aus Holzwolle - sogenannte Anzündwolle.
Vor dem Anzünden des Feuers sollte neben reichlich Zunder auch möglichst viel (und in verschiedenen Größen) Nachschub zum Anfeuern und Brennen griffbereit sein. Dieses kurz vor dem Erlöschen der Flammen hektisch zusammenzusuchen ist eher kontraproduktiv. Welchen Zweck hat das Feuer? Soll es schnell und heiß brennen, um eine Suppe oder einen Tee aufzukochen? Oder soll es länger anhaltend und gleichmäßig brennen, um zu grillen und zu schmoren? Vielleicht braucht es auch ein großes Heizfeuer?
Wie baue ich das perfekte Lagerfeuer?
Die klassische Pyramidenform:
- Lege einige Rollen deiner Anzündwolle in die Mitte deiner Feuerstelle und umschliesse sie locker mit kleinen Ästen, Spänen oder dünnen Holzscheiten aus Weichholz.
- Nun folgt eine pyramidenartige Schicht etwas dickerer Weichholzäste.
- Zünde die Pyramide im Inneren an. Die Flamme sollte auf das Weichholz übergehen.
- Ist das Feuer angebrannt, lege nach und nach weitere grössere Scheite aus Weich- oder Hartholz dazu.
Die stufige Pyramidenform:
- Lege Scheite aus Weichholz im Abstand von einigen Zentimetern parallel zueinander in die Feuerstelle.
- Nun folgt die zweite Reihe, die du im 90° Winkel gedreht auf die erste legst, sodass eine Art Gitter entsteht.
- Wiederhole diese Schichtung mit immer kleineren Holzscheiten, bis eine Art Tempel-Pyramide entsteht.
- Verteile nun die Anzündwolle oben auf dem Holz.
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Mithilfe der verschiedenen Materialgrößen wird das Feuer nach und nach «hochgezüchtet». Zuerst brennen nur die kleinsten Pflanzenteile und Holzstücke. Das kann man mit sehr vielen verschiedenen Methoden und Techniken erreichen. Stattdessen muss man zuerst kleine Stücke aus feinem, lockerem und trockenem Brennmaterial entflammen. jegliches trockene und abgestorbene Pflanzenmaterial eignet sich als Zunder. Sogar wenn sie nass ist, lässt sie sich nach kurzem trockenwischen leicht entzünden. Wenn möglich sollte nur abgestorbene Rinde eingesammelt werden, notfalls kann man aber auch dünne kleine Stücke der Rinde abziehen, ohne dem Baum damit zu schaden.
Den Zunder kann man auf vielerlei Arten zum Brennen bringen. Klassischerweise wird er zu einer Pyramide aufgeschichtet, die etwa 10-20 cm hoch sein sollte. Über die Zunderpyramide werden dann ein paar kleine Zweige und Holzstücke in Form eines Tipis aufgeschichtet. Unabhängig von der Methode gilt: wenn sich kaum eine Flamme bildet, dafür aber umso mehr Qualm, muss die Sauerstoffzufuhr durch vorsichtiges oder auch kräftiges Pusten erhöht werden. Da sich Hitze und Feuer bekanntlich von unten nach oben ausbreiten, hält man das Feuerzeug/Streichholz an die Unterseite des Zunderhaufens - nicht an die Oberseite. Auch den Zündfunken richtet man auf die Unterseite. Das Anzünden muss immer von der Windseite her erfolgen. Dabei kann eine schützende Hand über der Flamme als Windschutz dienen.