Getrocknetes Gemüse zubereiten: Eine umfassende Anleitung

Für alle, die wenig Zeit haben, ist getrocknetes Gemüse eine praktische Alternative. Es ermöglicht, die Vielfalt und den Geschmack von Gemüse das ganze Jahr über zu genießen. Das Dörren ist eine uralte Tradition, um Lebensmittel haltbar zu machen, und erlebt heute eine Renaissance.

Warum getrocknetes Gemüse?

  • Zeitersparnis: Keine aufwendige Vorbereitung notwendig.
  • Lange Haltbarkeit: Bis zu drei Jahre bei idealen Lagerbedingungen.
  • Intensiver Geschmack: Das Aroma wird beim Dörren versiegelt.
  • Vielseitigkeit: Einsetzbar als Snack, Suppeneinlage oder Zutat für verschiedene Gerichte.

Traditionelle Methoden des Dörrens

Schon die alten Römer, Chinesen und Inka nutzten das Trocknen zur Konservierung. In Europa trockneten Hausfrauen Obst und Gemüse auf warmen Dachböden oder über dem Herd. Bis in die 1950er-Jahre gab es in der Schweiz öffentliche «Dörrhüsli». Heute sind Dörrautomaten für den Hausgebrauch eine einfache und unkomplizierte Lösung.

Moderne Dörrgeräte

Dörrautomaten gibt es für kleine und grosse Haushalte. Sie ermöglichen eine kontrollierte und gleichmässige Trocknung von Gemüse, Früchten und Kräutern.

Gemüse richtig vorbereiten

Die richtige Vorbereitung ist entscheidend für ein gutes Ergebnis:

  • Gemüse waschen und gegebenenfalls schälen.
  • In gleichmässig grosse Stücke schneiden oder hobeln. Ein Gemüsehobel ist hier sehr hilfreich.
  • Bestimmte Gemüsesorten, wie z.B. Bohnen, vorher blanchieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Dörren im Ofen

Auch ohne Dörrautomat können Sie Gemüse im Backofen trocknen:

  1. Zwiebeln, Rüebli, Sellerie und Lauch auf dem Gemüsehobel in feine Scheiben schneiden.
  2. Tomaten vom Stielansatz befreien und ebenfalls in Scheiben schneiden.
  3. Champignons rüsten und fein hobeln.
  4. Gemüse auf mit Backpapier belegten Blechen verteilen, mit Abstand zueinander.
  5. Im vorgeheizten Ofen bei 90 Grad Umluft 4-6 Stunden trocknen. Die Ofentür einen Spalt offen halten.
  6. Getrocknetes Gemüse im Cutter fein zermahlen, mit Kräutern und Salz mischen.

Beispiele für getrocknete Gemüsemischungen

Lunderland Gemüsemix

  • Zusammensetzung: Karotte, Pastinake, Rote Beete, Erbse, Spinat, Luzerne, Brennessel, Löwenzahn
  • Etwas grobstückiger als der Rübenmix
  • Enthält keine Kartoffel

Lunderland Rübenmix

  • Zusammensetzung: Kartoffel, Pastinake, Gehaltsrübe, Mohrrübe, Steckrübe, Zucchini, Kürbis, Sellerie
  • Feinere Stücke als im Gemüsemix
  • Basiert auf Kartoffelflocken
  • Gut geeignet für zu dünne Tiere

Verwendung von getrocknetem Gemüse in der Tierernährung

Getrocknetes Gemüse eignet sich auch hervorragend für die Tierernährung. Hier einige Tipps zur Zubereitung für Hunde und Katzen:

  • Mischen Sie die Flocken mit warmem bis heißem Wasser und lassen Sie die Flocken 15 bis 30 Minuten einweichen.
  • Um die Verdaulichkeit zu erhöhen besteht die Möglichkeit, die trockenen Flocken zu schroten bzw. die feuchten Flocken zu pürieren.
  • Füttern Sie nur frisch zubereitete Flocken.
  • Um 100 g eingeweichte Flocke zu erhalten, benötigen Sie ca. 25 g Lunderland-Gemüsemix und ca. 75 g warmes bis heißes Wasser.

Fütterungsempfehlungen:

  • Hunde: Welpen und erwachsene Hunde: ca. 80 % Fleisch und 20 % Flocke
  • Katzen: Jungkatzen und erwachsene Katzen: ca. Lunderland Gemüsemix

Rezepte mit getrocknetem Gemüse

Getrocknetes Gemüse ist vielseitig einsetzbar. Hier einige Ideen:

  • Suppen: Für eine Gemüsesuppe 4 Esslöffel Gemüsemischung in 0,8 l Bouillon geben und 10 Minuten köcheln lassen.
  • Risotto: Getrocknete Auberginen oder Zucchetti mit dem Reis mitkochen.
  • Kartoffelgerichte: Als Zugabe oder Farbtupfer.
  • Saucen: Für einen intensiven Gemüsegeschmack.
  • Snacks: Getrocknete Gemüsechips als gesunde Alternative zu herkömmlichen Chips.

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Lagerung von getrocknetem Gemüse

Die richtige Lagerung ist entscheidend für die Haltbarkeit:

  • Dörrgut muss absolut trocken und ausgekühlt sein.
  • In luftdichten Gläsern, Kunststoff- oder Edelstahldosen aufbewahren.
  • Der Lagerort muss dunkel, kühl, luftig und trocken sein.
  • Die relative Luftfeuchtigkeit darf maximal 60 bis 65 Prozent betragen.
  • Bei idealen Lagerbedingungen sind Dörrprodukte bis zu drei Jahre haltbar.

Kreative Ideen mit Dörrgut

Neben den Klassikern gibt es viele Möglichkeiten, mit Dörrgut zu experimentieren:

  • Getrocknete Erdbeeren: Als fruchtige Nascherei oder Zugabe zum Müesli.
  • Bunte Chips: Aus Randen, Süsskartoffeln und Sellerie als Einlage in Suppen oder Salat.
  • Früchte-Bricelets: Als Beilage zum Dessert.
  • Randensalz: Passt gut zu Fisch, Ei und Salat.
  • Randenpulver: Zum Verfeinern von Spätzliteig, Kartoffelstock oder Smoothies.

Trocken fermentieren

Eine weitere interessante Methode zur Konservierung von Gemüse ist das Trockenfermentieren, auch Direktsalzen genannt. Hierbei wird klein geschnittenes oder geraspeltes Gemüse mit Salz vermischt und fermentiert.


Mit getrocknetem Gemüse holen Sie sich den Geschmack des Sommers in Ihre Küche - das ganze Jahr über!

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