Man sagt, dass Feigen gesund, ja sogar ein echtes Superfood seien. Nicht umsonst wurden sie bereits in der Antike als ein Wundermittel angesehen und besassen dort einen hohen Stellenwert auf dem Speiseplan. Doch ist der Hype um die kleinen Früchte berechtigt? Oder werden ihnen Eigenschaften angedichtet, die eher ins Reich der Märchen gehören? Betrachten wir die Ficus mal näher und schauen uns an, was sie uns so zu bieten haben.

Feigenmarmelade
Sind getrocknete Feigen gesund?
Ballaststoffe sind ungemein wichtig für eine gesunde Verdauung. Feigen besitzen davon jede Menge und sorgen dadurch dafür, dass unser Darm auf eine angenehme Weise arbeitet. Vitamine wiederum sind essenziell für unseren gesamten Organismus. In den leckeren Feigen stecken neben Vitamin A auch B-Vitamine, Biotin und Folsäure. So eine Feige ist eine wunderbare Nährstoffquelle, die zudem noch gut sättigt. Nicht zu vergessen ihre leicht abführende Wirkung. Wer unter Verstopfung oder allgemein hartem Stuhlgang leidet, sollte täglich zwei bis drei Feigen in seinen Speiseplan einbauen.
Schaden Feigen der Bikinifigur?
Dass Feigen gesund sind, haben wir ja nun hinreichend geklärt. Doch eignen sie sich auch für eine kalorienarme Ernährung? Eher nicht: 100 g Feigen bringen circa 60 kcal mit sich, also in etwa so viel wie Birnen und Kiwis. Damit gehören sie zwar nicht zu den «Kalorienbomben» unter den Früchten wie beispielsweise Datteln, Rosinen oder Avocados, jedoch gibt es durchaus kalorienärmere Alternativen. Noch kalorienreicher sind die Feigen in getrockneter Form: etwa 285 kcal pro 100 g bringen sie mit sich.
Dennoch: wer Feigen in seinen Speiseplan einbaut, tut seinem Körper und seiner Gesundheit etwas richtig Gutes, so dass er sich um ein paar Kalorien keine Sorgen machen sollte. Zudem kommen die Früchte mit derart vielen Ballaststoffen daher, dass nach ihrem Verzehr erst einmal kein Hungergefühl auftreten kann - der Darm ist hinreichend beschäftigt.
Manch einer behauptet, Feigen seien süss; andere wiederum finden die Früchte eher geschmacklos. Wer hat nun recht? Beide, denn wie Feigen schmecken, hängt von ihrem Erntezeitpunkt ab: kann man es kaum erwarten, die Früchte zu pflücken, so wird man tatsächlich von ihrem Geschmack enttäuscht sein: in nicht ausgereiftem Zustand sind sie ein wenig fad und alles andere als aromatisch. Wartet man jedoch wiederum zu lange, ist eine Enttäuschung ebenfalls vorprogrammiert, da die Früchte schnell verfaulen.
Doch es gibt noch weitere Unterschiede im Geschmack, und zwar sortenabhängige, welche sich nach der Trocknung zeigen. Die grossen Trockenfeigen schmecken wie Karamell; auch ihre Konsistenz lässt eine Verwechslung mit dieser Süssspeise durchaus zu.
Wer frische Feigen essen möchte, kann diese im gut sortierten Supermarkt oder Fachhandel erwerben. Doch es geht auch noch frischer: Feigen im eigenen Garten anbauen. Dies ist auch in unseren Breitengraden gut möglich, da es inzwischen winterharte beziehungsweise bedingt winterharte Sorten gibt. Diese können auch in einem Kübel kultiviert werden, so dass selbst in rauen Lagen einem Anbau nichts im Wege steht.

Der Feigenbaum Negronne trägt schwarzblaue Herbstfeigen mit hellem Stiel.
Feigen Anbau
Der Feigen Anbau beginnt mit der Wahl des idealen Standorts. Dieser muss unbedingt weitläufig sein: Feigenbäume bekommen eine ausladende Krone und müssen demzufolge in alle Richtungen hin frei wachsen können. Zudem muss das gewählte Plätzchen sonnig sein; sehr sonnig sogar. Nur in voller Sonne werden sich die Früchte optimal entwickeln können. Dies werden sie besonders gerne tun, wenn sie etwas geschützt aufwachsen können: starke Winde können den Feigenbäumen etwas zu schaffen machen. Der Boden muss locker und durchlässig sein. Da Feigen keine Staunässe mögen. Auch im Inneren des Pflanzlochs muss die Erde aufgelockert sein, um den Wurzeln die Möglichkeit der Entwicklung zu geben. Gepflanzt wird im Frühjahr oder Herbst.
Nach der Pflanzung wird das Bäumchen regelmässig gegossen; später ist dies nur in langen Trockenperioden notwendig. Es ist nicht unbedingt notwendig, einen Feigenbaum zu düngen. Ebenfalls ratsam ist ein regelmässiger Feigenbaum Schnitt, bei dem abgestorbene Triebe entfernt werden.
Im Herbst ist es so weit: die gesunden Feigen sind reif - oft genug so viele auf einmal, dass man sie unmöglich alle essen kann. Um die Haltbarkeit der gesunden Früchte zu verlängern, bietet es sich an, sie zu trocknen. Nach etwa 36 Stunden sind die Früchte getrocknet. Dass der Vorgang abgeschlossen ist, lässt sich daran erkennen, dass sie sich lederartig anfühlen und nur ganz leicht biegen lassen. Danach zerbrechen sie. Wem dies Procedere zu lange dauert, der kann die Feigen auch halbieren, vierteln oder in Scheiben schneiden. Achtung: wenn die Früchte zerschnitten worden sind, sollte unbedingt Backpapier auf den Rost gelegt werden.
Feigen einfrieren: Kurz und knackig erklärt
Gelegentlich wird empfohlen, Feigen in der Microwelle zu trocknen.
Feigen Trocknung
Es klingt sehr verlockend, Feigen auf natürliche Weise zu trocknen, nämlich in der Sonne. Dieser Verlockung erliegen allerdings auch Insekten: sie fühlen sich von dem süssen Duft der Früchte magisch angezogen, was natürlich nicht im Sinne des Hobbygärtners ist. Wer sich für diese Methode der Feigen Trocknung entscheidet, muss sein Obst unbedingt vor den kleinen Besuchern schützen, und zwar mit einem Fliegennetz. Nach 2-3 Tagen sind die Früchte komplett getrocknet. Sollten nachts die Temperaturen unter 20° C fallen, sollten die Feigen ins Haus geholt und am Folgetag wieder ins Freie gebracht werden.
Ob beim Wandern, beim Sport oder während der Arbeit: eine getrocknete Feige ist ein beliebter kleiner Snack für Zwischendurch. Durch den Trocknungsprozess verlieren sie Wasser, was dazu führt, dass der Fruchtzuckergehalt auf circa 60 % ansteigt.
Feigen in der Küche
Um die delikaten Feigen zu verarbeiten, muss man kein Chefkoch sein: es gibt schier unendlich viele Rezepte für leckere Speisen. Sie lassen sich backen, kochen, grillen oder roh verzehren. Eine Marmelade ist ebenso köstlich wie ein Chutney; eine Feige als Salatbeilage verleiht dem grünen Gemüse ein besonderes Aroma. Ein ganz besonders einfaches Rezept sind Feigen mit Joghurt. Diese aussergewöhnliche Kombination der Zutaten ergibt ein fantastisches Dessert, welches erfrischend und vor allem nicht zu mächtig ist.
Das Geheimnis der Feigenwespe
Eine frische, saftige Feige betört uns geradezu, in sie hineinzubeissen. Leider kann es dabei passieren, dass wir ungewollt die sterblichen Überreste einer Feigenwespe mitverzehren. Klingt schlimmer, als es ist: zum einen ist das kleine Insekt bereits vor längerer Zeit verstorben, zum anderen sind Feigenwespen für Menschen weder giftig noch in irgendeiner Form gesundheitsschädlich. Und Sie können sich sicher sein, dass niemand es mehr bereut, in einer Feige zu stecken, als besagte Wespe. Sie tut es nicht freiwillig; genauer gesagt handelt es sich um ein Versehen, welches sie mit dem Leben bezahlen muss. Aber wie kommt sie da hinein?
Nun, das ist kein grosses Kunststück: jede Feige hat in ihrem Inneren ein kleines Löchlein, durch welches eine weibliche Feigenwespe hineinschlüpft. Sie quält sich durch den sehr engen Durchlass, wobei sie häufig Flügel, Beine und Fühler verliert. Ärgerlich für das maximal 3 mm grosse Insekt, jedoch hat es seine Schuldigkeit getan: Pollen aus jener Feige angeschleppt, in der es geboren worden ist. Dank diesen wird die Frucht nun bestäubt. Doch die Feigenwespe hat noch etwas anderes mitgebracht: Eier. Aus diesen entwickeln sich neue Wespen, die sich als erstes paaren. Im Anschluss daran graben sich die Weibchen vorsichtig aus den Feigen heraus; die Männchen verenden in der Regel.
Doch keine Angst: es befinden sich nicht in jeder Feige die sterblichen Überreste der traurigen Feigenwespen.
Rezept: Orangenmarmelade mit einem Hauch von Sardinien
Zunächst die Orangen großzügig von der Schale befreien, sodass die weiße Haut ebenfalls komplett entfernt wird. Die Filets herauslösen, entkernen und den Saft dabei auffangen. Das Fruchtfleisch fein würfeln, mit dem Gelierzucker mischen und bei geschlossenem Deckel eine Nacht lang ziehen lassen.
Meine Version: Orangenfilets klein geschnitten, Orangensaft, Orangenzesten. Dafür kein Orangenlikör und kein Zitronensaft (der fehlt bei den Zutaten) - Einkochzeit ist bei mir deutlich länger. Bei den Orangen habe ich Orangen direkt aus Sardinien genommen, die frisch vom Baum kommen und besonders aromatisch sind.
Den Zitronensaft hinzufügen und 4 Minuten sprudelnd kochen.
Aprikosenmarmelade aus getrockneten Aprikosen
Aprikosenmarmelade ist ein köstlicher Genuss, der schnell und einfach zubereitet werden kann. Mit diesem Rezept gelingt dir eine aromatische Konfitüre aus Trockenaprikosen, die den Geschmack des Sommers das ganze Jahr über bewahrt. Mit diesem Rezept kannst Du in kürzester Zeit Deine eigene aromatische Marmelade herstellen und Dir und Deinen Liebsten eine Freude bereiten.
Zutaten
- 250 g getrocknete Aprikosen
- 500 ml Wasser
- 250 g Gelierzucker (2:1)
- Saft einer halben Zitrone
- Optional: Ein Hauch Vanille oder Zimt für besondere Würze
Zubereitung
- Die getrockneten Aprikosen in eine Schüssel geben, mit Wasser bedecken und über Nacht abgedeckt einweichen lassen.
- Die eingeweichten Aprikosen mit dem Einweichwasser in einen Hochleistungsmixer geben oder mit einem Püreestab auf die gewünschte Konsistenz mixen.
- Die Aprikosenmasse in einen Topf geben, mit Gelierzucker und Zitronensaft vermengen und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.
- Bei schwacher Hitze ca. 5-10 Minuten einkochen lassen, bis die Masse dickflüssig wird.
- Die heiße Marmelade in sterilisierte Gläser füllen, sofort fest verschließen und auf den Kopf stellen.
- Abkühlen lassen und an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren.
Tipp: Ein Hauch Vanille oder Zimt kann der Marmelade eine besondere Note verleihen.
Variationen und Tipps
- Statt getrockneter Aprikosen können auch andere Trockenfrüchte wie Feigen oder Datteln verwendet werden.
- Perfekt als Brotaufstrich, zum Verfeinern von Joghurt oder als Füllung für Kuchen und Gebäck.
- Aprikosen über Nacht in Wasser einweichen.
- Aprikosen mit dem Wasser mit einem Zauberstarb oder in einem Hochleistungsmixer auf die gewünschte Konsistenz pürieren.
- Die Fruchtmasse mit Gelierzucker und dem Zitronensaft in einen Topf geben, aufkochen und offen bei schwacher Hitze ca. 5-10 Min. einkochen lassen, bis ein dickflüssiges Fruchtmus entstanden ist. Dabei hin und wieder umrühren.
- Die Marmelade noch heiß in das sauber ausgespülte Schraubglas füllen, dieses fest verschließen.
- Erkalten lassen und genießen.
- An einem dunklen kühlen Ort hält die Aprikosen-Marmelade ca.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich auch frische Aprikosen verwenden? Ja, allerdings muss die Wassermenge angepasst werden, da frische Aprikosen mehr Feuchtigkeit enthalten.
Wie lange hält sich die Marmelade? Ungeöffnet an einem kühlen, dunklen Ort ca. 3 Monate. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Wochen verbrauchen.
Kann ich normalen Zucker verwenden?
Aprikosenmarmelade aus getrockneten Aprikosen ist ein köstlicher Genuss, der einfach zuzubereiten ist und perfekt auf frischem Brot, Croissants oder als süße Note in Joghurt oder Desserts passt.
Hier ist eine Tabelle, die die Nährwerte von frischen und getrockneten Feigen vergleicht:
| Nährwert | Frische Feigen (pro 100g) | Getrocknete Feigen (pro 100g) |
|---|---|---|
| Kalorien | 74 kcal | 249 kcal |
| Kohlenhydrate | 19.2 g | 63.9 g |
| Zucker | 16.3 g | 47.9 g |
| Ballaststoffe | 2.9 g | 9.8 g |
| Fett | 0.3 g | 0.9 g |
| Protein | 0.8 g | 3.3 g |
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