Gelbe Rüben Eintopf: Ein herzhaftes Rezept für kalte Tage

Die Nebeldecke hängt tief, die Bise kühlt die Finger. Wer möchte sich an solchen Tagen nicht zu Hause verkriechen? Mit einem Kochbuch auf dem Sofa sitzen, eine Tasse dampfenden Tee vor sich und so dem Herbstblues trotzen. Diese typischen Tage im Spätherbst sind nicht mein Lieblingswetter. Dennoch kann ich dem feucht-kalten Wetter, das einem instinktiv die Schultern zusammenziehen lässt, etwas abgewinnen. Denn endlich ist Zeit für eine deftige Suppe.

Suppen begleiten mich schon mein ganzes Leben lang. Eine Suppe vorneweg gehörte früher zum Sonntagmenü. Vielleicht war vom Siedfleisch am Samstag noch etwas übrig geblieben. Wenn es schnell gehen musste, gab man ein zerklopftes Ei hinein. Mehr Aufwand, wenn auch in bescheidenem Rahmen, bedeutete, Eierküchlein zu backen und zu Flädli zu schneiden. Die Garnitur mit frischem Schnittlauch gab beiden Varianten das gewisse Etwas.

Mit ein bisschen Arbeit, aber ohne grosses Können, lässt sich aus vielen Gemüsesorten eine Suppe herstellen. Fein gehackte Zwiebel und Knoblauch in ein bisschen Öl oder Butter andämpfen, das gerüstete Gemüse und Bouillon dazu geben und köcheln lassen. Wenn das Gemüse weich ist, wird es püriert und die Suppe anschliessend gewürzt.

Es braucht nur wenig, um die Suppe raffinierter zu machen. Wenige Tropfen Öl, leicht oder fest geschlagenen Rahm, ein besonderes Gewürz oder eine Einlage mit Brotcroutons, gehackten Nüssen oder Speckwürfeli - schon bekommt die einfache Gemüsesuppe einen Glanzpunkt. So etwas mag man nicht nur als Vorspeise vor dem Sonntagsbraten, sondern auch einmal als Abendessen.

Suppen - wenn sie weniger Flüssigkeit aufweisen nennt man sie Eintöpfe - können auch als Mahlzeit gesehen werden. Besonders bekannt, und bei weitem nicht nur bei Wintersportlern beliebt, sind die Bündner Gerstensuppe und die Gulaschsuppe.

Will man bei Eintöpfen neue Wege gehen, kann man zu dem greifen, was das Herz und der Gaumen begehrt. Die Idee für meinen Favoriten habe ich in Norddeutschland gefunden. Dort wird häufig das in der Küche verwendet, was einem der Acker gibt: Kartoffeln, Karotten, Sellerie und anderes Wurzelgemüse. Für diesen Eintopf ist es die Steckrübe, die das Gericht zu etwas Besonderem macht.

Auf dem Markt und in den Läden ist derzeit viel Wurzelgemüse zu kaufen. Von den Rüben gibt es zwei Sorten: Die Steckrübe, auch Bodenkohlrabi genannt, und die Herbstrübe. Diese kennt man bei uns auch als Räbe, die für den Räbeliechtliumzug geschnitzt wird.

Gemäss Beschreibung hat die Steckrübe eine fast runde Form. Ihre Schale ist grün-gelblich, manchmal auch rötlich. Das Fleisch ist weisslich bis gelb, hat einen herbsüssen Geschmack, der an Kohl oder Kohlrabi erinnert. Die bis zu 1,5 Kilogramm schweren Knollen werden in der Küche Norddeutschlands und Skandinaviens vor allem für Eintöpfe oder als Rübenmus gebraucht.

Die Herbstrübe oder Speiserübe gibt es in verschiedenen Formen, von abgeplattet rundlich bis zu lang kegelförmig. Auch die Farbe ist unterschiedlich, aussen kann sie schwarz, grau, weiss oder gelb sein, im oberen Teil der Rübe auch grün oder violett. Das Fleisch ist weiss oder gelblich. Die weisse Herbstrübe wird hierzulande zu Sauerrüben verarbeitet und ist so ein beliebtes und gesundes Wintergericht.

Dieses leicht süsslich und doch erdig-scharf schmeckende Wurzelgemüse, das geschmacklich an Kohlrabi erinnert, sollte den Hauptbestandteil des Eintopfs ausmachen. Ergänzen kann man es mit weiteren Gemüsesorten: Kartoffel, Rüebli, Kürbis oder Lauch. Deftig wird es durch Kochspeck, Saucisson bringt einen feineren Geschmack hinein. Wer eine vegetarische Variante bevorzugt, kann anstelle des Specks und der Wurst beispielsweise dicke Bohnen oder Linsen hinzugeben. Selbstverständlich gehören auch Zwiebel und Knoblauch in den Topf.

Wenn das Gemüse gerüstet ist, ist der grösste Teil der Arbeit schon erledigt. Das Gemüse in nicht zu heissem Öl kurz andämpfen, die Bouillon und das Fleisch hinzugeben - und schon ist der Eintopf fertig.

Oder fast. Denn nun muss er auf kleinem Feuer kochen. Wie lange? Sicher eine Stunde, besser zwei. Und noch ein Tipp: Es lohnt sich, wenn man eine grosse Menge vom Eintopf zubereitet. Nicht nur, wenn er in netter grosser Runde genossen wird. Sondern auch, weil er aufgewärmt noch viel besser schmeckt. Wie bei allen Eintöpfen verbinden sich durch das mehrfache Garen die Zutaten, so wird der Geschmack intensiver. Zu beachten ist, dass der Eintopf schonend aufgewärmt und nicht zu heiss wird, so bleiben möglichst viele Vitamine und Nährstoffe erhalten.

Rezept: Gelbe Rüben Eintopf mit Wurzelgemüse

Hier ist ein leckeres Rezept für einen herzhaften Gelbe Rüben Eintopf, der Leib und Seele wärmt.

Zutaten für vier Personen:

  • 2 Kilogramm Wurzelgemüse (z.B. Steckrüben, Kartoffeln, Karotten)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 800 g Fleisch (z. B. Kochspeck, Saucisson, Schüblig)
  • 1 l Gemüsebouillon
  • je 1 Zweig Majoran und Thymian
  • Einige Wacholderbeeren, etwas Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Die Zwiebeln und den Knoblauch nicht allzu klein hacken, in Öl andünsten.
  2. Das Gemüse in mittelgrosse Würfel schneiden, zu den Zwiebeln geben, kurz mitdämpfen.
  3. Mit der Bouillon ablöschen.
  4. Majoran, Thymian und Wacholderbeeren hinzugeben, mit geriebener Muskatnuss würzen.
  5. Das Fleisch darüberlegen.
  6. Topf zudecken und mindestens eine Stunde bei kleiner Hitze schmoren lassen.
  7. Vor dem Servieren nach Belieben mit Salz und Pfeffer würzen.

Varianten:

  • Weitere Gemüsesorten wie Lauch und Pilze (Champignons, Kräuterseitlinge) verwenden.
  • Anderes Fleisch oder Wurstsorten (zum Beispiel Käsewürstchen) zur Suppe geben.
  • Vegetarische Variante: Dicke Bohnen oder Linsen mit dem Gemüse kochen. In diesem Fall fehlt aber ein Geschmacksträger und der Eintopf bekommt nicht den typischen Geschmack.

Für diejenigen, die eine vegetarische Option bevorzugen, gibt es auch ein Rezept für einen vegetarischen, sämigen Eintopf mit Lauch und Rahm:

Vegetarischer Gelbe Rüben Eintopf mit Lauch und Rahm

Dieser Eintopf ist in 40 Minuten zubereitet.

Zutaten:

  • Zwiebel
  • Kartoffeln
  • Steckrübe
  • Lauch
  • Butter
  • Peterli
  • Salz, Pfeffer, Senf, Sojasauce, Rahm

Zubereitung:

  1. Zwiebel fein hacken.
  2. Kartoffeln und Steckrübe schälen und in ca. 2cm grosse Würfel schneiden.
  3. Beides mit der Zwiebel in Butter glasig dünsten.
  4. Lauch in Ringe schneiden und waschen.
  5. Zum Eintopf geben und alles 10 weitere Minuten garen.
  6. Peterli fein hacken.
  7. Den fertigen Eintopf mit Salz, Pfeffer, Senf, Sojasauce und Rahm würzen und vor dem Servieren mit Petersilie bestreuen.

Ein leichtes, vegetarisches Rezept, das mit roten Bohnen, Mais und Frühlingszwiebeln ein tolles Gericht ergibt und super zu Reis passt. Wenns schnell gehen muss, ist dieser feine Eintopf genau das Richtige.

Oder wie wäre es mit einem würzigen Rübeneintopf mit frischem Kalette-Slaw? Kalette ist eine Kreuzung zwischen Grünkohl und Rosenkohl und zählt zu den spannendsten Food-Trends. In einem aromatischen Krautsalat schmeckt das gesunde Gemüse besonders lecker.

Rezept: Würziger Rübeneintopf mit Kalette-Slaw

Zutaten:

  • 2 g Gewürzmischung „Gulaschgewürz“
  • 150 g Sauerrahm (Beinhaltet: Milch (einschließlich Laktose).)

Nährwertangaben/ pro Mahlzeit:

  • Energie (kJ) 2214 kJ
  • Energie (kcal) 539 kcal
  • Fett 25 g
  • davon gesättigt 19 g
  • Kohlenhydrate 56 g
  • davon Zucker 5 g
  • Ballaststoffe 8 g
  • Eiweiss 10 g
  • Salz 4 g

Zubereitung:

  1. Obst, Gemüse und Kräuter waschen. Alle Zutaten und Utensilien bereitstellen.
  2. Karotten, Pastinaken und Kartoffeln schälen und in 2 cm große Würfel schneiden.
  3. Zwiebel und Knoblauch abziehen, Zwiebel fein würfeln.
  4. Blätter von der Petersilie abzupfen und fein hacken, Schnittlauch in feine Röllchen schneiden.
  5. 500 ml heiße Gemüsebrühe vorbereiten.
  6. In einem großen Topf 1 EL Öl erhitzen, Zwiebelwürfel darin 1 - 2 Min. andünsten.
  7. Gemüsewürfel zugeben, Knoblauch dazu pressen, Gewürzmischung zufügen und alles ca. 1 Min. anschwitzen.
  8. Gemüsebrühe zugeben. Eintopf 15 - 20 Min bei mittlerer Hitze weiterköcheln lassen.
  9. In der Zwischenzeit: In einem kleinen Topf reichlich Salzwasser aufkochen, Kalette darin 5 - 6 Min. blanchieren.
  10. In ein Sieb abgießen und mit etwas kaltem Wasser abschrecken. Zitrone halbieren.
  11. In einer großen Schüssel 1/2 Schmand, 1 EL Zitronensaft, etwas Salz und Pfeffer zu einem Dressing verrühren, blanchierten Kalette darin marinieren.
  12. Rübeneintopf auf tiefe Teller verteilen, je 1 EL Schmand darauf geben, mit Schnittlauchröllchen und gehackter Petersilie bestreuen.

Ein weiteres interessantes Rezept ist das Rüben-Korma:

Rezept: Rüben-Korma

Zubereitung:

  1. Cashew-Kerne mit heissem Wasser übergiessen und 10 Min. ziehen lassen. Zwiebeln schälen, grob hacken.
  2. Currypulver und alle Gewürze bis und mit Kurkuma dazu geben und weiter dünsten.
  3. Knoblauch und Ingwer schälen, fein hacken. Dazugeben, mitdünsten.
  4. Kokosmilch und Wasser dazu giessen. Ca. 10 Min. köcheln lassen.
  5. Räben und Karotten schälen, in Würfel schneiden. Zur Sauce geben und ohne Deckel bei mittlerer Hitze ca. 30 Min.
  6. Kokosraspel und Erbsen dazugeben, Joghurt daruntermischen und ziehen lassen.

Tipp: Korma mit Blattspinat und weiterem Gemüse ergänzen.

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