Festkochende Kartoffeln mit Schale kochen: Eine detaillierte Anleitung

Kartoffeln sind vielseitig und schmecken heiß, warm oder kalt. Je nachdem, wofür Sie sie verwenden, können Sie aus gekochten Kartoffeln viele feine Gerichte zaubern, wie Rösti, Kartoffeln mit Käse, Gratin oder Dip. Es lohnt sich, den Dampfkochtopf auszunutzen und ihn gleich zu drei Viertel zu füllen, da Sie die Reste vielfältig einsetzen können.

Wenn Sie die Kartoffeln vor dem Kochen mit einer Bürste und Wasser ganz sauber waschen, können Sie auch die Schale bedenkenlos mitessen. Bei kleinen Raclette- oder Frühkartoffeln ist die Schale sogar so dünn, dass sie kaum spürbar ist.

Zutaten und Vorbereitung

Für die Zubereitung benötigen Sie:

  • Festkochende Kartoffeln (achten Sie auf die Kochtypenbezeichnung "Festkochend" auf der Verpackung, oft mit grüner Farbe unterlegt)

Nehmen Sie so viele Kartoffeln, dass der Dampfkochtopf bis zu drei Viertel gefüllt ist. Diese Kartoffeln waschen Sie unter oder in kaltem Wasser und mit Hilfe einer Gemüsebürste gut ab, so dass keine Erdrückstände mehr zu finden sind.

So kochst du Kartoffeln RICHTIG!

Zubereitung im Dampfkochtopf

So bereiten Sie die Kartoffeln im Dampfkochtopf vor:

  1. Legen Sie das zum Dampfkochtopf mitgelieferte Dämpfsieb rein.
  2. Füllen Sie kaltes Wasser bis an den Siebeinsatz und schichten Sie dann die Kartoffeln ein.
  3. Kontrollieren Sie das Ventil und die Gummidichtung des Deckels und legen Sie diesen fachgerecht auf den Kochtopf.
  4. Verschliessen Sie den Griff und stellen Sie den Topf auf die passende Herdplatte.
  5. Erhitzen Sie auf höchster Stufe, bis der erste rote Strich beim Ventil erscheint.
  6. Nun stellen Sie den Herd auf mittlere Stufe und stellen den Timer auf sechs bis zehn Minuten. Wenn Sie grosse Kartoffeln im Topf haben, dann brauchen sie etwas mehr Zeit zum Durchgaren. Kleine Raclettekartoffeln brauchen nur sechs Minuten.
  7. Während der Kochzeit sollte der zweite rote Strich stets ersichtlich sein. Sollte ein Überdruck entstehen und das Ventil zu pfeifen beginnen, stellen Sie den Kochtopf kurz auf eine kalte Herdplatte und warten, bis das Ventil wieder zum zweiten roten Strich gesunken ist.
  8. Nach der Kochzeit stellen Sie die Herdplatte aus, ziehen den Dampfkochtopf zur Seite und lassen den Druck ab.

Wenn Sie genügend Zeit bis zum Essen eingeplant haben, dann lassen Sie den Druck langsam durch Abkühlen des Topfes an der Luft ab. Wenn es schnell gehen muss, halten Sie den vorderen Dampfkochtopfteil unter kaltes, fliessendes Wasser. Erst wenn das Ventil völlig entspannt ist, hat es keinen Überdruck mehr im Topf und Sie können den Deckel getrost öffnen.

Weitere Zubereitungsmethoden

Im Steamer/Dampfgarer

Gschwellti lassen sich ganz praktisch im Steamer oder Dampfgarer zubereiten. Dazu mittelgrosse Kartoffeln in eine gelochte Steamerschale geben, im Steamer 15 bis 20 Minuten bei 120 Grad oder im Dampfgarer 35 Minuten bei 100 Grad weich garen.

In der Mikrowelle

Im Mikrowellengerät sind kleinere Portionen ebenfalls gut aufgehoben und vor allem schnell zubereitet: Zwei fest kochende Kartoffeln und wenig Wasser in einen mikrowellengeeigneten Plastikbeutel geben, verknoten, mit einer Gabel einstechen. Garen in der Mikrowelle: ca. 7 Minuten bei 600 Watt. Für kleine Kartoffelmengen eignet sich auch das Dämpfkörbchen. Das gart genauso schonend.

Auf dem Grill

Möchten Sie Ihre Kartoffeln auf dem Grill zubereiten, brauchen Sie keine lange Vorbereitungszeit. Waschen Sie die Kartoffeln mit Wasser ab und bürsten auch die Schale gründlich. Die bleibt bei Folienkartoffeln nämlich dran. Stechen Sie die Kartoffel abschliessend mehrmals mit einer Gabel ein - so wird sie im Inneren schneller gar. Dann packen Sie sie gut in Alufolie ein und ab geht‘s auf den Grill.

Festkochende Kartoffeln brauchen auf dem Grill - je nach Grösse - bis zu einer Stunde oder länger. Sind Sie sehr hungrig, können Sie die Zeit mit einem Trick verkürzen: Kochen Sie die Ofenkartoffeln etwa 15-20 Minuten vor, nehmen Sie sie dann aus dem Topf und legen Sie sie auf einen Bogen Alufolie. Auf die Ofenkartoffeln in Folie legen Sie ein bis zwei Scheiben selbst gemachte Kräuterbutter. Verschliessen Sie das Kartoffelpäckchen gut und erwärmen Sie es ca. im Prinzip können Sie alle Kartoffelsorten nehmen, die Sie gerade zu Hause haben. Zum Füllen sollten es jedoch schöne, grosse Exemplare sein.

Die richtige Kartoffelsorte

Je nach Verwendungszweck werden Kartoffeln in verschiedene Kategorien eingeteilt:

  • Festkochend: Sehr feuchtes und schnittfestes Fruchtfleisch, geeignet für Salate oder Gratins. Zu den meistverkauften Sorten gehören Allians, Annabelle, Belana, Goldmarie, Princess und die rotschalige Ramona.
  • Vorwiegend festkochend: Etwas weicher, behalten aber dennoch ihre Form, geeignet für Pommes oder Eintöpfe. Hier liegen Gala, Marabel, Milva, Toscana und die rotschaligen Varianten Birgit, Laura und Red Lady vorne.
  • Mehlig kochend: Eignen sich gut für Kartoffelpüree. Beliebte Sorten sind Adretta, Gunda, Lilly und Lucilla.

Geeignete Kartoffelsorten für Gschwellti sind Raclette-Kartoffeln und fest kochende Sorten wie Nicola, Stella, Charlotte, Granola oder Ostara. Sie platzen nicht beim Kochen und behalten die nötige Feuchtigkeit.

Hier eine Tabelle mit den Eigenschaften verschiedener Kartoffelsorten:

Kartoffelsorte Kocheigenschaft Verwendung
Allians Festkochend Salate, Gratins
Annabelle Festkochend Salate, Bratkartoffeln
Belana Festkochend Salate, Pellkartoffeln
Gala Vorwiegend festkochend Pommes, Eintöpfe
Marabel Vorwiegend festkochend Pommes, Eintöpfe
Adretta Mehlig kochend Kartoffelpüree, Knödel

Tipps und Tricks

  • Garprobe: Mit einem Messer in eine Kartoffel stechen. Rutscht die Kartoffel ohne Widerstand vom Messer, ist sie gar.
  • Schälen: Damit sich die Kartoffeln nach dem Kochen besser schälen lassen, kann man sie vorher leicht einschneiden. Dazu kreisförmig um die Kartoffel herum mit einem Messer die Schale einritzen.
  • Rösti: Am Vortag oder noch besser 2 bis 3 Tage im voraus Kartoffeln gut waschen, mit der Schale in reichlich Wasser ca. 30 Minuten knapp weich kochen. Sie sollten in der Mitte noch leicht knackig sein. Auskühlen lassen. So schält man die Kartoffeln erst, wenn sie abgekühlt sind. An der Röstiraffel reiben.
  • Lagerung: Als Nachtschattengewächs liebt es die Kartoffel schön dunkel. Bei zu viel Licht verfärbt sie sich grün und produziert das Gift Solanin. Schmeißen Sie grüne Kartoffen weg oder schneiden Sie grüne Stellen großzügig ab. Außerdem mag es die Kartoffel schön luftig. Ideale Aufbewahrungsmittel sind daher Beutel aus Leinen oder Jute.

Passende Beilagen

Hart-, Halbhart-, Weichkäse und Kräuterquark passen immer zu Gschwellti. Hobelfleisch, Rauchlachs, Essiggurken und Silberzwiebeln ergänzen den Kartoffelschmaus. Auch Guacamole, Hüttenkäse und Ziegenfrischkäse sind gute Partner.

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