Selbstgebackenes, frisches Brot ist unübertrefflich. Auch wenn ich gerne schnelle Brote backe, so haben doch Brote mit etwas längerer Gare durchaus sehr viele Vorzüge. Dabei müssen diese Brote nicht zwingend komplizierter in der Zubereitung sein. Sie brauchen ganz einfach ein wenig mehr Zeit, das ist alles.
Hier stellen wir Ihnen ein Rezept für ein Hirse-UrDinkel-Brot vor, das nicht nur lecker, sondern auch leicht verdaulich ist. Dieses Brot wird am Abend vorbereitet und geht über Nacht auf, wodurch es seinen vollen Geschmack entfalten kann.

Die Vorteile der langen Gare
Die lange Gare bringt mehr Geschmack ins Brot und verringert auch die Phytinsäure im Brot, was das Brot verträglicher macht. Ein Phytinsäure-Überschuss sollte vermieden werden, damit wir das Eisen aus den eisenhaltigen Lebensmitteln bestmöglich verwerten können.
Das Brühstück: Geheimnis saftiger Brote
Wenn trockene Zutaten wie Samen, Getreidekörner, Flocken oder Nüsse dem Brot zugefügt werden, empfiehlt es sich ein Brüh- oder Quellstück anzufertigen. Dies macht man, damit die Zutaten besser verträglich sind und das Brot am Schluss nicht zu trocken wird. Ich habe mich bei der Hirse für ein Brühstück entschieden, habe dabei aber etwas weniger Wasser als „normal“ verwendet, damit die Hirse im Brot noch spürbar ist.
Für das Brühstück habe ich die Hirse mit kochendem Wasser übergossen und so lange quellen lassen, bis die Hirse alles Wasser aufgesaugt hat.
Rezept für Hirse-UrDinkel-Brot
Dieses Rezept ergibt ein wohlschmeckendes und bekömmliches Brot, das sich ideal als Beilage oder einfach pur genießen lässt.
Zutaten für das Brühstück:
- Hirse
- Kochendes Wasser
Zutaten für den Hauptteig:
- Brühstück
- Mehl
- Salz
- Hefe (1 Gramm frische Hefe)
- Wasser
- Hirseflocken zum Bestreuen
Zubereitung:
- Brühstück vorbereiten: Für das Brühstück die Hirse mit kochendem Wasser übergiessen, nach dem Abkühlen zugedeckt in den Kühlschrank stellen und einige Stunden quellen lassen.
- Hauptteig zubereiten: Das Brühstück mit dem Mehl, Salz, Hefe und Wasser zu einem Teig zusammenfügen und für 4 Minuten von der Haushaltsmaschine kneten lassen.
- Teigruhe: Den Teig zugedeckt über Nacht (12-14 Stunden) aufgehen lassen.
- Formen und Bestreuen: Das Brot auf etwas Mehl zu einem Brot formen und mit den Hirseflocken bestreuen.
- Gärkorb vorbereiten: Ein Garkörbchen mit Mehl bestäuben und den Teig mit dem Verschluss nach unten in das Garkörbchen legen. Mit Hirseflocken bestreuen und zugedeckt für 30 Minuten aufgehen lassen.
- Backen: In der Zwischenzeit einen Gusseisentopf (bitte Herstellerhinweise beachten) im Backofen auf 240 Grad aufheizen. Das Brot in den Topf geben und zugedeckt für 30 Minuten backen. Den Deckel vom Topf nehmen und die Temperatur auf 200 Grad senken.
Mit UrDinkel zu backen ist nicht schwierig. Man sollte dabei aber beachten, dass der Teig weniger lange geknetet wird und das der Teig gerne „fliesst“. Von daher empfiehlt es sich, das Brot in einem Garkörbchen oder in einer, mit einem bemelten Küchentuch ausgelegten, Schüssel aufgehen zu lassen.
Dieses Hirsebrot ist herrlich rustikal und überzeugt dank feinem Aroma und toller Kruste.
Goldhirse Brot mit Goldknusper Kruste
Weitere Varianten und Tipps
Es geht nichts über selber gebackenes, frisches Brot. Dieses Dinkelbrot mit einem Hauch von Maroni passt perfekt in einen goldenen Herbsttag.
Rezept für Dinkelbrot mit Maroni
Zutaten:
- 130 g Vollkorn Dinkelmehl & Melh für die Arbeitsfläche
- 130 g Dinkelmehl, hell
- 100 g Kanstanienmehl
- ca. 15 TK-Maroni - auftauen und grob hacken
- 10 g Hefe, frisch
- 200 ml lauwarmes Wasser
- 1 TL Kokosblütenzucker
- 1 Msp. Kardamompulver
- 1 TL Salz
Zubereitung:
- Die Hefe mit Kokosblütenzucker und einem Schuss von dem lauwarmen Wasser in einem Gefäss verrühren und mit einem Tuch abgedeckt 10 Minuten stehen lassen.
- Alle drei Mehle zusammen mit Salz und Kardamom in eine Schüssel geben und vermengen.
- Mit der Faust mittig eine Mulde eindrücken und die Hefe-Wassermischung sowie das restliche Wasser nach und nach hinzufügen.
- Mit den Händen alles miteinander vermengen und anschliessend auf der bemehlten Arbeitsfläche ca. 10 Minuten lang kneten, sodass ein geschmeidiger Teig entsteht. Wer mag, kann auch eine Küchenmaschine verwenden.
- Nach dem Kneten die Maronistücke in den Teig einarbeiten, mit einem feuchten Tuch abdecken und an einem warmen Ort 30 Minuten aufgehen lassen.
- Anschliessend den Teig erneut durchkneten und wenn vorhanden den Teig in ein Gärkörbchen* legen und nochmals 30 Minuten gehen lassen.
- Den Ofen auf 195 °C Ober/Unterhitze aufheizen und eine feuerfeste Schüssel mit Wasser hineinstellen. Ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech bereitstellen.
Wenn ein Gärkörbchen verwendet wurde, kann der Teig direkt auf das Blech gestürzt werden.
