Immer mehr Katzen gelten als zu dick oder sogar als hochgradig adipös (fettleibig), was schwerwiegende Folgen für ihre Gesundheit und Lebenserwartung hat. Übergewicht kommt gerade bei Wohnungskatzen recht häufig vor. Doch dürfen Katzen Schinken essen? Dieser Frage gehen wir in diesem Artikel nach.

Woran erkenne ich, dass meine Katze zu dick ist?
Neben dem regelmässigen Wiegen gibt es einige Kriterien, an denen Sie sich orientieren können:
- Legen Sie dazu Ihre Hände an die Rippen Ihrer Katze. Bei Übergewicht sind diese nur schwer tastbar.
- Auch die Taille ist bei einem Blick von oben auf die Katze nicht mehr erkennbar.
- Die Bauchlinie verläuft parallel zum Boden.
Wenn Sie erkannt haben, dass Ihre Katze zu dick ist, müssen Sie auf jeden Fall Massnahmen gegen die Kilos ergreifen. Denn Übergewicht belastet den gesamten Körper und kann zu weiteren Erkrankungen führen. Zum Glück können Sie aber einiges dagegen unternehmen. Wichtig ist dabei, diese Massnahmen konsequent und langfristig durchzuhalten.
Erster Schritt bei übergewichtigen Katzen: Der Tierarztbesuch
Bevor Sie aber mit einer Ernährungsumstellung oder einem Fitnessprogramm beginnen, sollten Sie zuerst beim Tierarzt vorstellig werden. Ein Tierarzt kann am besten feststellen, ob und inwieweit Ihre Katze zu dick ist. Vor allem aber kann er mögliche gesundheitliche Ursachen für das Übergewicht ausschliessen. Danach wird er Ihnen eine gesunde Methode empfehlen, die Ihrer Katze dabei hilft, schonend an Gewicht zu verlieren.
Zunächst legt der Tierarzt mit Ihnen das individuelle Zielgewicht für Ihre Katze und die passende Tagesration fest. Die empfohlene Futtermenge basiert auf dem Idealgewicht des Tieres. Die Tagesration zu Beginn der Diät muss bei den nachfolgenden Kontrollen in Abhängigkeit von den Fortschritten und dem Gewichtsverlust angepasst werden. Das Ziel sollte sein, das Gewicht Ihrer Katze um 0,5 bis maximal ein Prozent des Körpergewichts pro Woche zu verringern.
Bei Katzen ist aber Vorsicht angesagt, wenn es ums Abnehmen geht: Fellnasen reagieren sehr sensibel auf spontan freigesetzte Fettreserven! Durch einen radikalen Fettabbau kann es zu einer Hepatischen Lipidose (Fettleber) kommen. Unbehandelt führt diese zum Tod der Katze. Es ist also wichtig, ihr Gewicht langsam und gleichmässig zu reduzieren.
Katze zu dick: Wie füttere ich sie richtig?
Die Hauptgründe, weshalb Katzen zu dick werden, sind eine zu große Futtermenge zusammen mit sehr nahrhaften Futtermitteln. Daher ist es erforderlich, dass Sie sich für eine Gewichtsreduktion (Gewichtsabnahme) an die vorgegebenen Futtermengen halten. Gerade wenn Sie für die Abmessung des Trockenfutters nur einen Messbecher verwenden, ist die Futtermenge schnell zu hoch. Doch schon zehn Körner Trockenfutter zu viel können dazu führen, dass die Katze nicht abnimmt, sondern vielleicht sogar zunimmt. Wiegen Sie deshalb unbedingt das Futter mit Hilfe einer Küchenwaage ab.
Begrenzen Sie auch die Anzahl der täglichen Leckerlis für Ihre Katze, da sie meist sehr viel Kalorien enthalten. Falls Sie doch welche geben, müssen Sie diese unbedingt von der täglichen Futterportion abziehen. Trockenfutter hat durch den geringen Feuchtigkeitsgehalt übrigens eine höhere Energiedichte pro hundert Gramm als Nassfutter. Ist Ihre Katze nur leicht übergewichtig, erreichen Sie einiges, wenn Sie einen Teil der Trockenfutterration durch Nassfutter ersetzen.
Dreissig Gramm Schinken beispielsweise decken zu fast hundert Prozent den Tageskalorienbedarf einer vier Kilogramm schweren Katze. Daher sollte Schinken nur in sehr geringen Mengen oder gar nicht gefüttert werden.
Tipp: Gewöhnen Sie sich am besten eine passende Fütterungsroutine an. Das hilft Ihrer Katze, ein gesundes Gewicht zu erlangen und beizubehalten. Hat sich erst ein leichtes Übergewicht bei der Katze eingestellt, bleibt es oft bestehen oder es erfolgt eine weitere Gewichtszunahme. Unterstützen Sie deshalb Ihre Katze mit der passenden Ernährung, um dem entgegenzuwirken.

Wie man eine Katze richtig diszipliniert 🐱✅ (Katzenerziehung)
Ernährung für dicke Katzen: Welches Futter eignet sich?
Um das Gewicht Ihrer Katze nachhaltig zu senken, sind normale Futtermittel leider nicht geeignet. Wird von diesen einfach nur weniger gefüttert, ist die bedarfsdeckende Versorgung mit essenziellen Nährstoffen nicht mehr gewährleistet und es kommt zu Mangelerscheinungen. Besser sind Lightprodukte oder spezielle Abnehmdiäten.
Lightfutter vs. Light-Futtermittel bezeichnet in der Regel das Futter einer Serie eines Herstellers, dass die geringste Kalorienmenge hat. Diese sind sehr gut zur Gewichtskontrolle geeignet, aber meistens nicht ausreichend zum Abnehmen. Spezielle Reduktionsdiäten, die als solche eindeutig gekennzeichnet sein müssen, haben nochmal einen deutlich geringeren Kaloriengehalt. Trotzdem sind diese Diäten auf die Bedürfnisse der zu dicken Katzen gut abgestimmt und enthalten alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente.
Bei der Zusammensetzung eines geeigneten Futters für dicke Katzen ist vor allem ein hoher Gehalt an Protein wichtig. Ein Rohproteingehalt in der Trockensubstanz von dreissig bis vierzig Prozent im Trockenfutter und neun bis zwölf Prozent im Nassfutter hat sich bewährt. Ein hoher Proteingehalt steigert zudem das Sättigungsgefühl und erhöht den postprandialen Energieverbrauch - also den Energieverbrauch nach dem Essen. Gleichzeitig wird der Erhalt der Muskelmasse unterstützt.
Fett ist natürlich der grösste Kalorienlieferant und sollte deshalb nur in sehr geringen Mengen im Futter enthalten sein. Dennoch darf der Fettgehalt nicht zu niedrig ausfallen, da die reduzierte Schmackhaftigkeit sonst die Akzeptanz der Katzen senkt. Gleichzeitig gefährdet ein zu niedriger Fettgehalt auch die Versorgung mit essenziellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen. Gut geeignet ist ein Futter mit acht bis zehn Prozent Rohfettanteil beim Trockenfutter und ein Prozent beim Nassfutter.
Ein weiteres wichtiges Kriterium für ein Futter, mit dem zu dicke Katzen gut abnehmen können, ist ein erhöhter Rohfaseranteil. Denn Ballaststoffe sorgen für ein schnelleres Sättigungsgefühl bei der Katze. Ein Anteil von fünf bis zehn Prozent im Trockenfutter und circa 1,5 Prozent im Nassfutter sind empfehlenswert. Auch Zusatzstoffe wie die Aminosäure L-Carnitin können den Erhalt des Gewichts positiv beeinflussen. Denn L-Carnitin regt die Fettverbrennung im Körper an. Entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren im Diätfutter sorgen zudem dafür, dass der Blutzuckerspiegel stabil bleibt.
Zwar ist Schinken nicht giftig für Katzen, aber er gehört definitiv nicht zu ihrem täglichen Speiseplan. Laut der Association of American Feline Practitioners benötigen unsere samtpfotigen Freunde vor allem Proteine für ein glückliches und gesundes Leben.
Wie viel Schinken verträgt eine Katze?
Tierärzte empfehlen generell, dass Leckerlis ausserhalb einer ausgewogenen Katzenernährung nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Kalorienaufnahme ausmachen sollten. Das ist gar nicht so viel: Eine Scheibe Schinken hat 35 bis 45 Kalorien, und das entspricht bereits 20 Prozent der durchschnittlichen täglichen Kalorienaufnahme einer Katze. Zu viel Schinken kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Grössere Mengen, insbesondere auf täglicher Basis, stellen ein Risiko für den Verdauungstrakt und Pankreatitis dar.
Schinkenknochen - eine unterschätzte Gefahr
Katzenbesitzer sollten ihre Vierbeiner nicht mit Knochen füttern. Sie stellen eine Erstickungsgefahr dar. Schinkenknochen sind im Allgemeinen brüchiger als andere Knochen und können leichter splittern. Dies kann zu Verletzungen des Ösophagus, Magens oder Darmtrakts Ihrer Katze führen.
Gesunde Alternativen und Tabus
Nicht alle Lebensmittel für Menschen sind gefährlich für Katzen. Äpfel, Bananen, Blaubeeren, Erdbeeren und Wassermelone dürfen auch Miezen hin und wieder geniessen. Auch xylitolfreie Erdnussbutter, gekochte Eier, gebackenes Brot und Brokkoli dürfen manchmal auf dem Speiseplan stehen.
Halten Sie bestimmte toxischen Lebensmittel von Ihren Katzen fern: Dazu gehören Schokolade, Zitrusfrüchte, Kokosfleisch oder -wasser und Kaffee.

Bewegungstherapie für zu dicke Katzen
Mit der richtigen Ernährung ist schon ein grosser Schritt geschafft, um einer zu dicken Katze wieder zu ihrem Idealgewicht zu verhelfen. Sie sollten ein Diätprogramm aber immer auch mit einer passenden Bewegungstherapie ergänzen. So verbraucht Ihre Katze mehr Kalorien, baut Muskeln auf und verbessert ihre Kondition. Weitere Möglichkeiten sind neue Katzenspielzeuge, Jagdspiele mit einer Katzenangel oder andere Sportarten für Katzen.
Hilfsmittel zum Abnehmen: Was können Sie noch tun?
Für die Fütterung mit Nassfutter haben sich Futtermatten mit Noppen bewährt. Die Katzen sind dadurch gezwungen, langsamer zu fressen. Dabei setzt das Sättigungsgefühl früher ein und hält auch besser an. Gleichzeitig sind die Katzen länger beschäftigt und damit langfristig zufriedener. Haben Sie einen Mehrkatzenhaushalt, in dem nicht alle Katzen auf Diät gesetzt werden müssen, könnten Futterautomaten mit Chiperkennung eine Unterstützung für Sie darstellen. Diese werden auf die entsprechenden Chipnummern derjenigen Katzen programmiert, die das darin enthaltene Futter haben dürfen. Alle anderen gehen leer aus.
Darüber hinaus können Sie auch die Zufriedenheit Ihrer Katze mittels Katzen-Fummelbrettern oder anderen Intelligenzspielzeugen erhöhen. Diese lassen sich alle mit einem Teil der abgewogenen Tagesration befüllen und beschäftigen so die Katze.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein kleines Stück Schinken hin und wieder wird Ihrer Katze wahrscheinlich keinen Schaden zufügen. Tatsächlich kann es sogar hilfreich sein, um eine widerwillige Katze dazu zu bringen, ihre Medizin einzunehmen. Vermeide aber verarbeitete Fleischsorten wie Schinken wegen des hohen Salzgehalts.
| Lebensmittel | Geeignet für Katzen? | Hinweise |
|---|---|---|
| Schinken | Eingeschränkt | Nur in kleinen Mengen, wegen hohem Fett- und Salzgehalt |
| Äpfel, Bananen, Blaubeeren, Erdbeeren, Wassermelone | Ja | Gesunde Alternativen |
| Xylitolfreie Erdnussbutter, gekochte Eier, gebackenes Brot und Brokkoli | Ja | Gesunde Alternativen |
| Schokolade, Zitrusfrüchte, Kokosfleisch oder -wasser und Kaffee | Nein | Giftig für Katzen |