Dessert bei Histaminintoleranz: Rezepte für unbeschwerten Genuss

Willkommen! Schön, dass Sie da sind! Viele Naschereien sind bei Histaminintoleranz verboten, doch Alternativen erlauben weiterhin das Naschen. Bei Histaminintoleranz sind viele gängige Süßigkeiten und Backwaren tabu, da sie Histamin freisetzen oder unverträgliche Zusatzstoffe enthalten.

Schokolade, Pralinen, Riegel mit Kakao, Gummibärchen, Marshmallows, Lakritze, Kekse oder Bonbons mit Farbstoffen, Emulgatoren oder Citronensäure sind häufig problematisch. Auch Rosinen und Datteln sind oft geschwefelt und damit ungeeignet.

Dennoch existieren Alternativen wie histaminarme Süßigkeiten mit Nüssen, getrockneten Bio-Früchten ohne Schwefel, Aufstrichen, Nussmus oder bestimmten Süßungsmitteln. Selbstgemachte Rezepte für Desserts, Kuchen, Muffins, Aufstriche und Riegel bieten Möglichkeiten, Naschereien zu genießen. Diese basieren auf verträglichen Zutaten und berücksichtigen individuelle Verträglichkeiten.

In der Weihnachtszeit, wenn Leckereien wie Glühwein, Lebkuchen oder Dominosteine verfügbar sind, gewinnen histaminarme Plätzchen an Bedeutung. Rezepte mit Dinkelmehl, jungen Käsesorten oder frischen Früchten ermöglichen das Backen ohne Symptome.

Was ist Histaminintoleranz?

Hautrötungen, Schwindel, Herzrasen, chronischer Schnupfen: die Symptome einer Histaminintoleranz sind unspezifisch und äusserst vielfältig. In der Schweiz leidet schätzungsweise ein Prozent der Bevölkerung an einer Histaminintoleranz. Bei Betroffenen reagiert der Körper mit verschiedenen Symptomen auf den Botenstoff Histamin.

Auch wenn angenommen werden könnte, dass es sich bei einer Histaminintoleranz um eine Allergie handeln könnte, stimmt dies nicht. Die genaue Ursache der Unverträglichkeit konnte bis heute nicht gefunden werden. Es wird angenommen, dass eine Histaminintoleranz unter anderem durch ein Missverhältnis zwischen dem Angebot an Histamin und der eingeschränkten Aktivität von Diaminoxidasen (DAO) und Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) entsteht.

Die Symptome einer Histaminintoleranz sind sehr individuell und unspezifisch. Meistens treten die Symptome bereits während oder kurz nach dem Essen auf.

Für Personen mit einer Histaminintoleranz sind drei verschiedene Kategorien von Lebensmitteln problematisch:

  • Histaminreiche Lebensmittel, die von Natur aus viel Histamin enthalten. Zum Beispiel Wurstwaren, Hartkäse und Tomaten.
  • Histaminfreisetzende Lebensmittel, die dazu führen, dass im Körper Histamin freigesetzt wird. Zum Beispiel Erdbeeren, Zitrusfrüchte und Schokolade.
  • Lebensmittel, die den Abbau von Histamin im Körper verzögern.

Diagnose und Behandlung

Leider gibt es kein eindeutiges Testverfahren wie beispielsweise einen Bluttest, um eine Histaminintoleranz zu diagnostizieren. Deshalb müssen in einem ersten Schritt andere Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten - zum Beispiel auf Gluten oder Laktose - sowie mögliche Magen-Darm-Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Die Behandlung einer Histaminintoleranz erfolgt in einer dreistufigen Diätphase:

  1. Karenzphase: streng histaminarme Ernährung während 10 bis 14 Tagen
  2. Testphase: gezielte Wiedereinführung histaminreicher Lebensmittel zur Ermittlung der individuellen Verträglichkeit während bis zu 6 Wochen
  3. Dauerernährung: Anpassung der Ernährung an die individuelle Verträglichkeit

Es wird nicht empfohlen, sich langfristig histaminarm zu ernähren und die Lebensmittelauswahl zu stark einzuschränken. Dies kann zu Mangelerscheinungen führen. Deshalb werden histaminreiche Lebensmittel nach der Karenzphase vorzu wieder in den Speiseplan aufgenommen.

Es gibt zwei Arten von Hilfsmitteln, welche bei einer Histaminintoleranz Linderung verschaffen können. Es ist jedoch nicht sinnvoll, die Beschwerden ständig medikamentös zu behandeln. Stattdessen sollte die Ernährung entsprechend angepasst und Medikamente nur in Einzelfällen eingenommen werden - am besten nach Absprache mit einer medizinischen Fachperson.

  • Antihistaminika können akute Symptome lindern. Sie machen das Histamin unwirksam, indem sie die Histamin-Rezeptoren blockieren.
  • Diaminoxidase-Tabletten (DAO) sorgen dafür, dass Histamin im Dünndarm verwertet werden kann. Werden die Tabletten regelmässig eingenommen, kann dies jedoch dazu führen, dass die Histaminverträglichkeit noch weiter sinkt.

Gut zu wissen: Es gibt noch wenige Studien zu DAO und die Wirkung ist teils umstritten. In der Praxis zeigen sich jedoch Erfolge.

Tipps für den Alltag

  • Ein Ernährungstagebuch kann dir dabei helfen, deine Symptome besser zu verstehen und deine Ernährung entsprechend zu planen.
  • Du bist unsicher, ob ein Lebensmittel viel oder wenig Histamin enthält? Apps wie «Histamin, Fructose & Co.» zeigen dir auf einen Blick den Histamingehalt verschiedenster Lebensmittel an.
  • Achte bei deiner Ernährung darauf, möglichst viele frische und unverarbeitete Lebensmittel zu dir zu nehmen.
  • Vitamin C kann den Abbau von Histamin beschleunigen. Histaminarmes Obst und Gemüse mit hohem Vitamin C-Gehalt sollte deshalb regelmässig auf deinem Speiseplan stehen.
  • Auch Stress kann dazu führen, dass der Körper vermehrt Histamin ausschüttet. Achte darauf, dass du genügend Pausen und Zeit für Entspannung einplanen.

Histaminarme Dessert-Rezepte

Selbstgemachte Varianten sind empfehlenswert, da sie Zusatzstoffe vermeiden. In Rezeptlisten finden sich Desserts, Kuchen, Muffins, Aufstriche und Riegel, die für Histaminintoleranz geeignet sind. Ein Brotaufstrich kann glutenfrei sein und sich für Histaminintolerante sowie Nussallergiker eignen. Eine gesunde Alternative zu Milchreis ist ballaststoffreich, histaminarm und fructosefrei.

Milchfreie, laktosefreie und weizenfreie Waffeln dienen als Kaffeebegleitung oder Babymahlzeit. Ein histaminarmes Frühstück oder Dessert kann glutenfrei zubereitet werden. Die Verträglichkeit von Lebensmitteln ist individuell.

Zutaten, die bei den meisten Betroffenen vertragen werden, umfassen junge Käsesorten wie Gouda oder Butterkäse, Dinkelmehl, Kürbiskerne oder Leinsamen. Hefefreie Teige, wie Quark-Öl-Teig, ersetzen Hefeteige. Komplette Eier werden vermieden; stattdessen kann Eigelb zum Bestreichen verwendet werden, das histaminarm ist und bei Unverträglichkeit weggelassen werden kann.

Beispiele für histaminarme Desserts

  • Heidelbeeren-Eis - antientzündlich & zuckerfrei: Wilde Heidelbeeren gelten in der antientzündlichen Ernährung als das Lebensmittel, das einen hohen Anteil an Antioxidantien aufweist - deshalb also nun ein Heidelbeeren-Eis.
  • Heidelbeer-Chia-Marmelade: Die Heidelbeer-Chia-Marmelade passt wunderbar aufs Frühstücksbrötchen, kann aber auch zum Abendessen gegessen werden.
  • Apfelmuffins: Apfelmuffins sind histaminarm und ohne zusätzlichen Zucker; die Süße stammt aus Äpfeln und Apfelsaft. Zitronensaft kann weggelassen werden, falls nicht verträglich.
  • Käsestangen: Käsestangen werden eifrei und zuckerfrei hergestellt, mit Dinkelmehl und jungem Gouda oder Butterkäse. Verträglichkeiten Kräuter können hinzugefügt werden.
  • Knäckebrot: Knäckebrot dient als Knabberei, mit Dinkelmehl im Teig und Belag aus jungem Gouda, Butterkäse, Kürbiskernen oder Leinsamen. Es lässt sich glutenfrei mit glutenfreiem Hafervollkornmehl backen.
  • Mandel-Butter-Plätzchen: Diese Plätzchen sind histaminarm und haltbar für zwei bis drei Wochen. Dekoration mit weißer Schokolade ist möglich, da sie besser verträglich ist.

Weitere Gebäcke nutzen Quark-Öl-Teig für Hefefreiheit. Hefefreie Brote und Brötchen sind bei Histaminintoleranz wichtig. Schnelles Brot mit Backpulver aus Dinkelvollkornmehl mit Variationen durch Kerne und Saaten ist eine Alternative.

Rezept: Histaminarme Kürbisblondies

Diese histaminarme Kürbisblondies passen perfekt als Dessert für allerlei Gäste und vor allem dann, wenn diese auch noch eine Histaminintoleranz haben.

Zutaten:

  • 100g Vollkornreismehl
  • 50g Kokosmehl
  • 50g Hafermehl glutenfrei
  • 100g Vollrohrzucker
  • 1 TL Weinstein Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 250g Kürbis (Butternuss)
  • 50g pflanzl. Öl
  • 50g Tahini
  • 2-3 EL Haferdrink glutenfrei

Zubereitung:

  1. Kürbis kochen und zu Püree verarbeiten, abkühlen lassen.
  2. Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und vermischen.
  3. Die flüssigen Zutaten sowie das abgekühlte Kürbispüree hinzufügen.
  4. Falls die Masse zu trocken ist etwas Haferdrink hinzufügen.
  5. Masse in eine 20cm x 20cm Backform geben und bei 180 Grad für ca.

Weitere Rezeptideen

Hier sind einige weitere Rezeptideen, die für eine histaminarme Ernährung geeignet sind:

  • Haferkleie-Porridge
  • Kokoschips-Granola
  • Histaminarme Fake-Tomatensauce (eignet sich hervorragend für Pasta, kann aber auch mit Reis gegessen werden)
  • Süss-saure Zwetschen
  • Glutenfreier Beeren-Crumble

Mit diesen Rezepten und Tipps können Sie trotz Histaminintoleranz genussvoll schlemmen und Ihre süßen Gelüste befriedigen. Achten Sie stets auf Ihre individuellen Verträglichkeiten und passen Sie die Rezepte bei Bedarf an.

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