Süßigkeiten und Psychiatrie: Was erlaubt ist und welche Auswirkungen Zucker auf die psychische Gesundheit hat

Die Frage, welche Rolle Süßigkeiten in der Psychiatrie spielen, ist komplex. Einerseits können sie kurzfristig Glücksgefühle auslösen, andererseits gibt es Hinweise darauf, dass ein erhöhter Zuckerkonsum negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben kann. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte und gibt Einblicke in Behandlungsansätze in psychiatrischen Einrichtungen.

Die Auswirkungen von Zucker auf die Psyche

Es scheint paradox: Zucker ist der Brennstoff unseres Gehirns. Trotzdem schadet Süßes der Hirngesundheit und fördert die Entstehung von psychischen Krankheiten und Demenz.

Neue Forschungen zeigen, dass ein erhöhter Zuckerkonsum schlecht für die Hirngesundheit ist und psychische Krankheiten begünstigt. Dass zu viel Zucker zu Übergewicht und Diabetes führen kann, ist bekannt. Die negativen Folgen auf die Gesundheit des Gehirns rücken jedoch erst langsam in den Fokus.

Eine Forschungsgruppe an der Universität Basel beschäftigt sich als erste in der Schweiz mit den Auswirkungen von zu viel Zucker auf die psychische Gesundheit.

Unser Gehirn braucht Glukose, also Zucker, um zu funktionieren. Am schnellsten kommt es an diese Glukose, wenn man sie mit der Nahrung in Form von zugesetztem Zucker zu sich nimmt. Doch wegen der positiven kurzfristigen Wirkung verlangt unser Gehirn schnell nach immer mehr. Dabei kommen wir vollkommen ohne zugesetzten Zucker in der Nahrung aus.

Wenn das Verdauungssystem länger arbeiten muss, steigt der Blutzucker langsamer an und fällt anschliessend auch langsamer wieder ab. Dass das für die Gesundheit ein Vorteil ist, hat mit dem körpereigenen Haushalt des Botenstoffs Insulin zu tun. Um die Aufnahme des Zuckers in den Zellen zu steuern, setzt unser Körper Insulin ein. Je häufiger die Zellen jedoch mit Zucker geflutet werden, umso träger reagieren sie mit der Zeit auf dieses Insulin.

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«Genauso wie im Körper richten Insulinresistenz, erhöhte Zuckerspiegel und chronisch-niederschwellige Entzündungen auch in den Gefässen des Gehirns Schaden an», sagt Timur Liwinski, Leiter der Forschungsgruppe «Darm und Psyche» an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Und diese Schäden können psychischen Krankheiten Vorschub leisten.

Dass die Ernährung Einfluss auf das Gehirn hat, verrät auch die besondere Verbindung dieser Organe über die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Der Vagusnerv sendet Signale aus dem Darm ans Gehirn und umgekehrt. Auch die Darmflora ist bei den häufigen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörung oftmals verändert.

Ernährungsempfehlungen in der Psychiatrie

«Es gibt noch viel zu wenig Forschung zu diesen Zusammenhängen», sagt Liwinski, «die Ernährung sollte in psychiatrischen Behandlungen häufiger Thema sein.» An der Universität Basel laufen zu diesem Thema Studien.

«Internationale Untersuchungen geben deutliche Hinweise, dass die ketogene Ernährungsweise Potenzial hat, um sogar schwere psychische Störungen zu behandeln», sagt Liwinski. So zeigte beispielsweise eine Studie der US-Universität Stanford im letzten Jahr, dass sich die Symptome einer Schizophrenie-Erkrankung bei Testpersonen mit der ketogenen Ernährungsweise besserten.

Bei der ketogenen Ernährungsweise verzichtet man praktisch vollständig auf Kohlenhydrate und ernährt sich von Eiweissen, Fetten und stärkearmen Gemüsesorten. Zu Therapiezwecken wird diese Ernährungsform bereits erfolgreich bei gewissen Formen von Epilepsie eingesetzt.

Wem das zu weit geht, der kann es zuerst mit der mediterranen Ernährungsweise versuchen, die ebenfalls günstige Wirkungen auf die Gehirngesundheit hat. Erlaubt sind dabei komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, viel Gemüse, Fisch, mageres Fleisch, Nüsse und Früchte. Für die mediterrane Ernährungsweise liegen laut Liwinski Daten vor, die sowohl auf einen Nutzen für die Prävention als auch für die Therapie psychischer Störungen hinweisen. Ausserdem gilt sie als allgemein gesunde Ernährungsweise.

Täglich empfohlene Zuckermenge ist sehr schnell erreicht. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, nicht mehr als 50 Gramm zugesetzten Zucker pro Tag zu sich zu nehmen. Viele Experten raten heute sogar zu einem noch tieferen Wert von lediglich 25 Gramm. Das ist sehr schnell erreicht. Vor allem weil in sehr vielen Fertigprodukten Zucker vorhanden ist.

Wie kann man es trotzdem schaffen, seinen Zuckerkonsum zu reduzieren, wenn das Gehirn immer schnell nach mehr verlangt? «Ich würde nicht zu radikalem Verzicht raten», sagt Liwinski, «besser ist es, den Zuckerkonsum langsam zu senken.» So hat der Körper Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. Sonst kommt es zu Stressreaktionen, und der Verzicht wird noch schwerer. Wer nicht auf Süsses verzichten kann, dem empfiehlt Liwinski Früchte als Alternative.

Auch Menschen, die nicht unter psychischen Krankheiten leiden, können ihrem Gehirn mit einem reduzierten Zuckerkonsum Gutes tun. Der Verdacht, dass ein zu hoher Zuckerkonsum auch bei der Entstehung von Demenz eine Rolle spielt, erhärtet sich.

Zusammenfassende Tabelle der Ernährungsempfehlungen

Ernährungsweise Empfohlene Lebensmittel Wirkung
Ketogene Ernährung Eiweisse, Fette, stärkearme Gemüsesorten Potenzial zur Behandlung schwerer psychischer Störungen
Mediterrane Ernährung Vollkornprodukte, Gemüse, Fisch, mageres Fleisch, Nüsse, Früchte Nutzen für Prävention und Therapie psychischer Störungen

Behandlungsansätze in psychiatrischen Einrichtungen

Die Clienia Klinik in Oetwil am See legt grossen Wert auf eine saisonale, marktfrische und qualitativ hochwertige Küche. Das täglich wechselnde Angebot besteht aus einem Fleisch- oder Fischmenu und einem vegetarischen Gericht. Zudem servieren wir auf Verordnung des Arztes verschiedene Diätmenüs und Kostformen.

Am Standort Rheinau organisieren wir unter anderem Konzerte, Lotto- und Spieleabende.

Reformierte, katholische und muslimische Seelsorger organisieren Gottesdienste, machen Besuche auf den Stationen und stehen für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Die Station A2 der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich hat sich auf die Behandlung von Patienten mit Stressfolgeerkrankungen sowie mit Störungen der Emotionsregulation spezialisiert. Zu diesen vielfältigen Krankheitsbildern gehören Symptome wie Erschöpfung, ausgeprägte Gefühlsschwankungen, Selbstverletzungen, impulsives und/oder dissoziatives Verhalten sowie Suizidalität.

Als Basis dient die DBT, die individuell durch andere Therapieformen (kognitive Verhaltenstherapie, Schematherapie) ergänzt werden kann.

Ergotherapie fördert die Patienten durch themenzentrierte und/oder interaktionelle gestalterische Tätigkeiten in Eigenwahrnehmung, Ausdrucksvermögen und der Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt. Gespräche reflektieren den Prozess und stellen Bezüge zum Alltag her.

Wichtige Hinweise für Patienten und Besucher

Das Mitbringen und der Konsum von Alkohol oder anderen Suchtmitteln während des Klinikaufenthalts ist mit unseren Behandlungszielen nicht vereinbar und deshalb verboten.

Wir empfehlen Ihnen, dem Pflegepersonal Ihr Bargeld und Ihre Wertsachen möglichst rasch gegen Quittung zur Aufbewahrung zu übergeben.

Ihre Angehörigen, Freunde und Bekannten können Sie während Ihres Aufenthaltes bei uns gerne besuchen. Informationen zu Besuchs- und Telefonzeiten sowie Verpflegungsmöglichkeiten und Anreise entnehmen Sie der jeweiligen Klinik.

Bitte beachten Sie, dass in allen Innenräumen der Klinik St. Urban und im Restaurant ausser Therapie- und Blindenhunde keine Hunde erlaubt sind.

Mineralwasser und Tee bieten wir unseren Patientinnen und Patienten auf der Abteilung kostenlos an.

Auf Nachfrage gibt es auf bestimmten Stationen die Möglichkeit, ein Einzelzimmer gegen Aufpreis zu beziehen.

Unseren Patienten und Patientinnen stehen auf den Stationen Waschmaschinen und Tumbler zur freien Verfügung. Gerne waschen und bügeln wir persönliche Wäsche aber auch in unserer Wäscherei.

Im Empfangsbereich finden Sie Heiss- und Kaltgetränke-, Verpflegungs- und Zigarettenautomaten sowie einen Kiosk mit Tageszeitungen, ausgewählten Zeitschriften, Büchern, Süssigkeiten und Geschenken. Auch Hygieneartikel können gekauft werden.

In der Nähe des Empfangsbereichs befindet sich die 24 Stunden verfügbare Computerecke mit ADSL-Internetanschluss und Drucker.

Die Umgebung von Oetwil am See birgt eine grosse und attraktive Auswahl an Freizeit- und Unterhaltungsangeboten.

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