Blutblase: Ursachen, Entstehung und Behandlung

Eine Blutblase ist im Grunde eine gewöhnliche Blase, bei der die darunterliegenden Blutgefäße beschädigt wurden. Dies kann verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Reaktionen des Körpers hervorrufen.

Eine Blutblase am Zeh.

Wie entstehen Blutblasen?

Durch die Beschädigung der Blutgefäße unter der Haut kann der Körper das Signal erhalten, das Immunsystem zu aktivieren, was wiederum eine Entzündung an dieser Stelle hervorruft.

Wo treten Blutblasen auf?

Blutblasen betreffen normalerweise die Oberseite der Zehen, vor allem der kleinen Zehen, können aber auch an der Unterseite des großen Zehs und am Fußballen auftreten. Laut Khosroabadi neigen beispielsweise Füße mit hohem Spann eher zu Blasen am Ballen als Plattfüße.

Weitere Ursachen und Unterscheidungen

Es ist wichtig, Blutblasen von anderen ähnlichen Erscheinungen zu unterscheiden, wie zum Beispiel:

  • Schwielen: Eine Verdickung der Haut, die durch Mikroverletzungen entsteht. Der Körper versucht, sich zu schützen, indem er mehr Haut bildet.
  • Serom: Eine Ansammlung von Wundflüssigkeit, die in Körpergewebe vordringt und dort einen selbst erzeugten Hohlraum ausfüllt.
  • Zyste: Ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, der mit einer bestimmten Zellschicht (einem Epithel) ausgekleidet ist.

Ein Serom unter der Haut.

Serome im Detail

Die geruchlose Flüssigkeit des Seroms ist farblos oder leicht gelblich gefärbt. Dabei kann es sich um Wundsekret (Exsudat) handeln - eine Wundflüssigkeit, die der Körper aus dem Blut herausfiltert. Oder die Flüssigkeit besteht aus Blutserum, also um den flüssigen Anteil des Blutes, ohne rote und weisse Blutkörperchen oder andere feste Bestandteile.

Kleine Serome können vollkommen unbemerkt entstehen und sich ebenso nach einiger Zeit wieder auflösen, ohne dass die Betroffenen davon etwas merken. Oft bildet sich ein Serom aber in den weichen Bereichen nahe der Hautoberfläche. Hier zeigt es sich als deutlich sichtbare Schwellung oder Beule unter der Haut. Sie kann als optischer Makel empfunden werden, seelisch belastende Schamgefühle erzeugen und die Lebensqualität einschränken.

Die eigentliche Schwellung des Seroms ist zwar nicht druckempfindlich - doch Serome können unangenehme Spannungsgefühle und Schmerzen im umliegenden Gewebe hervorrufen. Oft ist mit Seromen auch eine gestörte Wundheilung verbunden. Da die in einem Serom enthaltene Flüssigkeit zum Nährboden für Krankheitserreger werden kann, bildet sich in der Wunde leicht eine Entzündung (Infektion). Typische Anzeichen hierfür sind gerötete Haut und Fieber. Wenn die Infektion länger andauert, kann sich Eiter bilden. Auch ein Austreten der Wundflüssigkeit aus der Wunde ist möglich.

Ursachen von Seromen

Serome treten häufig als Begleiterscheinung von Operationen auf. Ein weiteres Risiko für Serome entsteht durch die operative Entfernung von Lymphgefässen, zum Beispiel in der Achselhöhle. Bei anderen Operationen kann es passieren, dass Lymphgefässe ungewollt verletzt werden.

Warum es im konkreten Einzelfall zur Bildung eines Seroms kommt (oder nicht), lässt sich meist nicht feststellen. Die Ursachen sind nur selten eindeutig erkennbar.

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Diagnose von Seromen

Die meisten Serome bilden sich unter der Hautoberfläche. Tiefer liegende Serome lassen sich meist nicht ertasten. In diesem Fall hilft bei der Diagnose die Sonographie, also eine Untersuchung mithilfe von Ultraschall.

Behandlung von Seromen

Damit sich ein Serom möglichst schnell zurückbilden kann, muss man es entlasten und von der in ihm enthaltenen Flüssigkeit befreien. Das geschieht meist, indem das Wundsekret abgesaugt („abpunktiert“) wird. Anschliessend wird die durch die Punktion entstandene Öffnung mit einem Druckverband verschlossen. Bei einer erneuten Flüssigkeitsbildung oder bei grösseren Wunden wird häufig eine Drainage eingesetzt: Nachdem die Wunde interventionell punktiert wurde, fliesst die Wundflüssigkeit durch einen dünnen Schlauch in einen Behälter. Dieses wird in der regel mit einer Sklerosierungstherapie kombinieret, um die Wundhöhle zu veröden.

Die Drainage hat im Vergleich zur Punktion den Vorteil, dass das Wundsekret stetig und über einen längeren Zeitraum abfliessen kann. Im Idealfall zieht sich die entleerte Wunde durch den zusammen, so dass sich ihre Ränder annähern und miteinander verwachsen.

Manche Serome müssen operativ behandelt werden - vor allem dann, wenn sich die Neubildung von Flüssigkeit auf andere Weise nicht verhindern lässt. Das OP-Team des Spitals braucht auch hierbei viel Erfahrung: So werden zum Beispiel bei der Operation durchtrennte Lymphgefässe aufgespürt, die so fein sind, dass man sie unter dem Mikroskop behandeln muss. Nach der Operation kann ein Druckverband den Heilungsprozess unterstützen.

Eine neue Methode um Serome nach der Operation zu verringern und die Entstehung von Lymphödemen zu reduzieren ist den Lymphabfluss am Ende einer Operation direkt wieder mikrochirurgisch zu rekonstruieren. Diese ist vor allem sinnvoll, wenn viele Lymphknoten entfernt und entsprechend viele Lymphgefässe durchtrennt werden mussten, z.B.

Ein Serom entsteht meist etwa sieben bis zehn Tage nach einer Operation. Kleinere Serome bilden sich in manchen Fällen von allein zurück. Das ist aber nur möglich, wenn keine neue Flüssigkeit produziert wird und wenn das Körpergewebe die vorhandene Flüssigkeit allmählich aufnimmt (absorbiert).

Überblick über Serome
Merkmal Beschreibung
Entstehung Ansammlung von Wundflüssigkeit im Gewebe
Ursachen Operationen, Verletzungen der Lymphgefäße
Diagnose Sonographie (Ultraschall)
Behandlung Punktion, Drainage, Sklerosierungstherapie, Operation

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