Big Mac: 50 Jahre Burger-Geschichte, Zutaten und globaler Einfluss

Für die einen ist der Big Mac ein Sinnbild des amerikanischen Imperialismus. Für andere bedeutet er Stabilität in einer schnelllebigen Zeit.

Vor 50 Jahren wurde der Big Mac zum ersten Mal serviert. Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte. Mit ihm hat McDonalds ein Stück Amerika in die Welt getragen. Dank seiner weltweiten Verbreitung ist der Burger gar zum Währungsmass geworden.

Heute feiert der meist servierte Burger überhaupt seinen 50. Geburtstag.

Ein klassischer Big Mac.

Die Entstehung des Big Mac

Seine Kunden hatten sich einen grösseren Burger gewünscht, also dachte sich Jim Delligatti eben einen grösseren Burger aus. Gönnerhaft sicherte die Zentrale der damals noch jungen Fast-Food-Kette McDonald's seinem Franchisenehmer aus Uniontown in Pennsylvania zu, er könne eine neue Eigenkreation entwickeln. Er durfte aber ausschliesslich auf Zutaten zurückgreifen, die McDonald's bereits nutzt. Gesagt, getan.

Aus Brötchenscheiben, Rindfleisch, Käse und ein bisschen Grünzeug setzte Delligatti eine Mahlzeit zusammen, die notfalls jedem irgendwie schmeckt: der Big Mac. 50 Jahre ist das jetzt her, der berühmteste Burger der Welt feiert einen runden Geburtstag. Heute vertreibt McDonald's seinen Burger in 36'000 Schnellrestaurants in 119 Ländern. Einzig in Indien ist die Grundrezeptur verändert und das Rind durch Huhn ersetzt worden.

Die Zutaten des Big Mac

Die Zutaten des Doppelstöckers sind überall genau die gleichen: 100 Gramm Hackfleisch, drei Brötchen und eine Scheibe Schmelzkäse. Dazu kommen Zwiebeln, Salatblätter, Salzgurken und eine spezielle Big-Mac-Sauce.

BIG MAC Sauce REZEPT 𝒆𝒊𝒏𝒇𝒂𝒄𝒉 𝒔𝒆𝒍𝒃𝒆𝒓 𝒎𝒂𝒄𝒉𝒆𝒏 | Pommes Män

Der Big-Mac-Index

Das Fleischmonstrum stillt aber nicht nur den Heisshunger, es verfolgt auch manchen Studenten bis in den Hörsaal. Seit Jahren zeigt er vielen Volkswirtschaft-Erstsemestrigen auf anschauliche Weise, wie die Kaufkraftparität funktioniert. Weil es kaum ein Produkt gibt, das in so vielen Staaten über die Ladentische geht und sich überall so sehr ähnelt, gilt der Big-Mac-Index als grober Indikator, um zu vergleichen, wie sich die Preise eines Produkts weltweit unterscheiden.

Und weil der kultige Burger auf der ganzen Welt verkauft wird, eignet er sich auch als Mass für die Kaufkraft einer Währung. Das britische Wirtschaftsmagazin Economist erhebt seit 1986 den sogenannten Big-Mac-Index.

Bei Kaufkraftparität zwei verschiedener Währungen kostet ein Produkt in beiden Währungsräumen nach Umrechnung gleich viel. Doch Kaufkraftparität ist ein theoretisches Konzept. Der Big-Mac-Index zeigt, wie sehr sich die Kaufkraft in der Realität von Land zu Land unterscheidet. Als Basis für den Index dient der US-Dollar, in den die Big Mac-Preise anderer Länder umgerechnet werden. Nun lassen sich Abweichungen von der Kaufkraft-Parität feststellen. Bei positiver Abweichung gilt eine Währung als überbewertet, bei negativer Abweichung als unterbewertet.

Big-Mac-Index im Januar 2017.

Nicht alle Länder der Welt tauchen im Big-Mac-Index auf, so global er auch ist. Die Isländer zum Beispiel können zu Hause keinen Big Mac kaufen: Dort schloss die letzte McDonald's-Filiale während der Wirtschaftskrise vor acht Jahren. In Nordkorea, in Kuba oder im Iran gibt es aus politischen Gründen nirgends das gelbe M.

Denn der Big Mac stillt nicht nur den Hunger, er steht als eines der berühmtesten Produkte der Fast-Food-Kette auch sinnbildlich für den amerikanischen Kapitalismus - so sehr, wie es sonst vielleicht nur Coca-Cola tut. Als Ende der Neunzigerjahre eine Filiale in Teheran hätte eröffnet werden sollen, protestierten die Konservativen. Für sie war und ist McDonald's mit seinem Big Mac «das Symbol des Imperialismus» schlechthin.

Ernährungswerte und Variationen

Um kritisch auf den Big Mac zu blicken, kann man durchaus Kapitalist sein. 503 Kalorien, 25 Gramm Fett und 42 Gramm Kohlenhydrate lassen so manchen Cholesterinspiegel schon vom Hinschauen in ungeahnte Höhen steigen.

Obwohl: Auch beim Big Mac versucht sich McDonald's an Variationen. So pries McDonald's in der Schweiz vor rund drei Jahren den Grand Big Mac an. Wie es dessen Namen erwarten lässt, war der grösser als das Original, statt 90 Gramm Rindfleisch lagen über 130 Gramm zwischen den Brötchen. Und die Kalorienzahl war auch entsprechend höher.

Aktuell wirbt die Fast-Food-Kette hierzulande nun für den Big Mac mit Speck. Ob die Kreation Big Mac Bacon aber wirklich eine gute Idee ist, ist man sich offensichtlich selbst in der Marketingabteilung von McDonald's nicht sicher. Auf Plakaten und im Internet werden die Kunden nämlich gefragt, ob «ein Big Mac mit Bacon immer noch ein Big Mac» sei. Die Antwort auf die Frage fällt nicht eindeutig aus: Unter denjenigen, die bis gestern Abend abgestimmt haben, waren 37 Prozent der Meinung, dass eine Specktranche das Wesen eines Big Macs verfälsche.

Innovation und Anpassung

Große Burgerketten wie McDonald’s sind erfolgreich, weil sie dafür sorgen, dass ihre Burger überall gleich schmecken, von London bis Tokio. So kommen die Kunden immer wieder zurück. Innovation hält diese Ketten frisch und aufregend. Sie fügen neue Produkte wie pflanzliche Burger hinzu und nutzen Technologien, um die Bestellung zu vereinfachen.

Ketten wie McDonald’s müssen auf diesem schmalen Grat balancieren und neben ihren klassischen Burgern und Pommes frites auch Salate und Obst anbieten. Und dann ist da noch die technische Seite der Dinge. Also müssen diese Giganten mithalten und Apps entwickeln, die das Bestellen zum Kinderspiel machen. Es geht darum, im Spiel zu bleiben und sicherzustellen, dass sie der erste Name sind, an den du denkst, wenn dich der Hunger packt.

Sie bringen ab und zu neue Gerichte auf den Tisch, ohne dabei an den Klassikern zu rütteln, die wir alle lieben.

Glutenfreie Optionen

Im Sommer 2017 führte McDonald’s in seinen rund 170 Schweizer Restaurants einen glutenfreien Cheeseburger ein. Aufgrund der Rückmeldung einiger Zöliakie-Betroffener Personen wurde der Burger in gewissen Restaurants testweise aus dem Sortiment genommen. Während dieser Testphase hat McDonald’s festgestellt, dass der glutenfreie Burger zwar ein Bedürfnis ist, der Geschmack aber verbessert werden soll. Das Gastronomieunternehmen hört seinen Gästen genau zu und will sein Angebot immer genussvoller machen.

Ab dem 18. März können Zöliakie-Betroffene nun zwischen drei klassischen Burgern mit glutenfreiem Brot wählen: dem Hamburger, dem Cheeseburger und dem Double Cheeseburger. Im Restaurant werden die Brötchen im üblichen Prozess von den Mitarbeitenden getoastet und dann sorgfältig mit grillierten Hackfleisch-Patties aus Schweizer Rindfleisch, Zwiebeln, Essiggurke, Senf, Ketchup und Käse belegt. Serviert werden die Burger in den traditionellen Verpackungen aus Papier und zusätzlich mit dem Aufkleber «Glutenfree» gekennzeichnet.

Diese Varianten mit glutenfreiem Brot gibt es für einen Aufpreis von 50 Rappen: Der Hamburger und Cheeseburger kosten je 3 Franken; der Double Cheeseburger 5 Franken. Der bisherige glutenfreie Cheeseburger wird ab dem 18. Weiterhin besteht in den McDonald’s-Restaurants die Möglichkeit, alle Burgers auch ohne Brot zu bestellen und dann am Tisch selbst auf mitgebrachtem Brot zu garnieren.

Im McDonald’s-Sortiment stehen auch weitere glutenfreie Produkte zur Verfügung: Pommes frites, kleiner grüner Salat, Caesar und Grilled Chicken Caesar Salad, Hash Brown und Ham & Eggs.

Beständigkeit und globaler Erfolg

Doch so fettig und kapitalistisch der Big Mac ist - in dieser schnelllebigen Zeit steht er für Stabilität. Seit fünf Jahrzehnten gilt bei ihm die Formel Brötchen - Käse - Fleisch - Brötchen - Gurke - Sauce - Zwiebeln - Fleisch - Brötchen mit ein paar Salatblättchen fürs gute Gewissen dazwischen. Im harten Wettbewerb mit Döner-Kebabs, Pizza-Slices und Wraps um die Gunst hungriger Passanten hält er sich wacker. Und widersetzt sich damit tapfer allen schnöseligen Avocado-, Ziegenkäse- und Pulled-Pork-Trends, die derzeit die Speisekarte vieler Burger-Lokale beeinflussen.

Beständigkeit ist wichtig - sie sorgt dafür, dass treue Kunden wiederkommen. Innovation sorgt für Aufregung und lockt neue Fans an den Tisch. McDonald’s, ein Gigant der Fast-Food-Branche, hat diese Kunst gemeistert. Dieses Bekenntnis zur Einheitlichkeit spielt eine große Rolle für den weltweiten Erfolg des Unternehmens. Das Geheimnis liegt nicht nur in der Rezeptur, sondern auch darin, dass jeder Kunde das gleiche Geschmackserlebnis hat, egal wo er ist.

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