Biersorten ohne Hefe: Eine Übersicht

Bier ist ein weltweit beliebtes Getränk mit einer langen Tradition. Die Zutatenliste ist kurz: Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. Das vergorene und klassischerweise alkoholhaltige Getränk wurde bereits vor tausenden von Jahren gebraut und geniesst heute weltweite Beliebtheit. Symbolisch dafür findet jedes Jahr der internationale Tag des Bieres statt. Doch was passiert, wenn die Hefe fehlt oder nur eine untergeordnete Rolle spielt? Dieser Artikel gibt einen Einblick in die Welt der Biersorten, bei denen die Hefe nicht im Vordergrund steht.

«Der Brauer macht die Würze, die Hefe macht das Bier», lautet eine Brauweisheit. Hefe ist die Grundzutat, über die am wenigsten gesprochen wird, doch sie hat einen wichtigen Einfluss. Nicht nur ist Lagerbier, wie wir es heute kennen, gar nicht möglich ohne die kontrollierte Hefezucht. Auch kann eine Brauerei mit der Wahl der Hefe dem Bier einen ganz spezifischen Geschmack geben. Denn bei der von der Hefe verursachten Vergärung der zuvor alkoholfreien, zuckrigen «Würze» entstehen viele - und je nach Hefe unterschiedliche - Aromen.

Biersorten und ihre Eigenschaften

Im Folgenden werden einige Biersorten vorgestellt, bei denen die Hefe eine weniger dominante Rolle spielt oder gänzlich fehlt:

1. Alkoholfreies Bier

Bisweilen ein Nischenprodukt, entwickelt sich ausgerechnet alkoholfreies Bier zum neuen Trendgetränk. Jahr für Jahr nimmt allerdings die Beliebtheit von Bier ohne Alkohol zu. Die neusten Schweizer Zahlen aus 2020 bestätigen diesen Trend:

  • Um 15 % nahm der Konsum von alkoholfreiem Bier zu.
  • 4,4 % von allen verkauften und ausgeschenkten Bieren waren alkoholfrei.
  • Dies entspricht einer Menge von knapp 15 Mio. Liter Bier (100 % = ca. 340 Mio. Liter).
  • Alkoholfreies Bier legte zu, obwohl der gesamte Pro-Kopf-Konsum von Bier (also auch solchem mit Alkohol) aufgrund der Corona-Pandemie um 5,4 % zurückging.

Alkoholfreie Biere sind längst nicht mehr «nur» klassische Lager-Biere. Auch Weizenbier, IPA und trinkfertige Panaché sind dabei.

Wer früher ein alkoholfreies Bier haben wollte, musste sich in die Niederungen des Trinkgenusses begeben: Clausthaler hiess die Losung und schmeckte ein bisschen schal wie abgestandenes Bier. Mittlerweile hat der deutsche Marktführer seine Palette erweitert und die Herstellungsverfahren verfeinert - Alkoholfreies ist seither immer beliebter geworden, der Absatz steigt Jahr für Jahr.

Marktanteil von alkoholfreiem Bier verdoppelt Auch in der Schweiz: Im Land mit der grössten Brauereidichte weltweit - 2021 führt die Eidgenössische Zollverwaltung im «Verzeichnis der steuerpflichtigen Inlandbrauereien» 1278 Betriebe - wollen immer mehr ein Gebräu ohne Promille. Lag 2010 der Marktanteil alkoholfreier Biere in der Schweiz noch bei 2,34 Prozent, so hat er sich binnen zehn Jahren auf 4,2 Prozent nahezu verdoppelt. Und gemäss Schweizer Brauerei-Verband ist der Konsum 2021 weiter gestiegen und liegt nun bei der 5-Prozent-Marke.

Mit der höheren Nachfrage hat sich auch das Angebot vergrössert: Viele Brauereien, die am Trend mitverdienen wollen, haben ein alkoholfreies Bier im Sortiment - entweder ein helles Lager oder ein hopfenbetonteres Indian Pale Ale (IPA), welcher Stil bei den alkoholhaltigen seit ein paar Jahren en vogue ist.

Grundsätzlich gibt es zwei gebräuchliche Verfahren, um alkoholfreies Bier herzustellen. Bei der ersten Variante entfernt der Brauer die Hefe im Gärprozess oder verwendet solche, die keinen Malzzucker vergärt und die Gärung so von alleine stoppt. Solche Biere enthalten die vom BAG für alkoholfreie Getränke maximal zulässigen 0,5 Promille.

Bei der zweiten Variante stellt der Brauer normales Bier her und entzieht ihm mittels thermischer Vakuumdestillation den gesamten Alkohol.

Alkoholfreies Bier passt zum zunehmenden Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. Es hat nicht einmal die Hälfte der Kalorien (75 kcal statt 185 kcal bei einer 500ml-Dose) und Konsumierende müssen sich keine Gedanken über negative Wirkungen des Alkohols machen. Alkoholfreies Bier ist also auch im Interesse des Jugendschutzes.

2. Belgische Sauerbiere

Belgien wurde, unbeeindruckt von den restriktiven Anforderungen des deutschen Reinheitsgebots, in den letzten Jahrhunderten zum kreativsten Bierproduzenten der Welt. Kein Land hat mehr Biere pro Kopf der Bevölkerung als Belgien, nämlich mehr dann Eintausend- Sechshundert.

Die belgischen Sauerbiere unterscheiden sich von anderen Sauerbieren, die Sie in Amerika, Großbritannien und Deutschland finden, wo vor allem viel Hopfen verwendet wird um die Malzsüße auszugleichen. Die belgischen Sauerbiere tendieren mehr zum Herben als zum Bitteren. Diese Ales werden hauptsächlich aus Weizen und nicht aus Gerste gebraut und mit wilder Hefe und sauren Bakterien fermentiert.

Hier sind einige Beispiele für belgische Sauerbiere:

  • Gueuze: Eine Mischung aus 1, 2 und 3 Jahre alten Lambics, die in grossen Eichenfässern sogenannten Foedern gereift werden Gueuze ist schlank, stark kohlensäurehaltig und hat einen säuerlichen Finish.
  • Faro: Als Faro bezeichnet man ein spontan obergäriges Lambic Bier aus Brüssel, bei dem nach dem Verschneiden verschiedener Lambics zu Geuze zur weiteren Flaschengärung Kandiszucker hinzugegeben wird. Also eine Kombination von Zwei verschiedenen Biersorten. Aufgrund dieser Zutat hat das säuerliche Faro auch einen süßlichen Geschmack.
  • Flandern Rot: Ein bekannter Vertreter dieses Biersorte ist Rodenbach. Der „Burgunder von Belgien“ ähnelt eher Wein als Bier und fällt durch seine tiefrote Farbe auf.
  • Oud Bruin: Oud Bruin, flämisch für „Old Brown“, stammt aus Ostflandern und teilt die Eigenschaften mit Flaams Rood, weist jedoch ebenso viele Unterschiede auf.

3. Trappistenbiere und Abteibiere

Biere im Trappistenstil existieren als verschiedene Bierstile von Weissbier, über hell bis ganz dunkel. Die Biere welche nach ehemaligen Klosterbrau-Rezepten aber in “weltlichen” Brauereien hergestellt werden, dürfen sich nach einer Zertifizierung “Abtijbiere” nennen. Diese Brauereien haben aber keine direkte klösterliche Verbindung, können aber im klösterlichen Stil vermarktet werden.

Beispiele für Abteijbiere sind Affligem, Averbode oder St. Feuillien.

4. Belgisches Blond

Das belgische Blond ist nicht wie andere Blond Biere nur einfach leicht, sondern die Belgier mögen auch da etwas stärkere und charaktervollere “Blondinen”. Es kann durchaus einen Alkoholgehalt von 6,5 bis 7% aufweisen. Diese goldene Ales zeigen oft subtile fruchtige und würzige Hefenoten, der Nachtrunk ist rein und trocken, fast wie ein Lager. Das belgische Blond ist dank seinen vielfältigen Aromen und exotischen Düften das beliebteste der belgischen Biere.

Eine typische Vertreterin dieser Biersorte ist das Achel Blond oder der berühmte Brugse Zot.

5. Tripel

Das Tripel ist eine Namenskonvention, die traditionell von belgischen Trappistenbrauereien verwendet wird um das stärkste Bier in ihrem Sortiment zu beschreiben. Das Tripel geht auf ein Ale zurück, das 1934 in der Abtei Westmalle erstmals gebraut wurde. Achel Blond, Westmalle Tripel, La Trappe Tripel und Chimay White/Cinq Cents sind allesamt Beispiele für Trappisten-Tripel.

Tripel sind stark, golden und überraschend gut trinkbar, wenn man bedenkt, dass die meisten 8-10% Alkohol enthalten. Es braucht viel helles Gerstenmalz, um ein vollmundiges Bier zu machen. Aber Tripels sind gut fermentiert und haben einen trockenen Abgang, der die fruchtigen und würzigen Aromen der Hefe hervorhebt.

Das bekannteste und vielleicht beliebteste aus dieser Biersorte ist das Affligem Tripel.

6. Belgisches Strong Blond

Eine Erfahrung, ja sogar eine Wucht ist das belgische Strong Blond das häufig einen Alkoholgehalt von 9% und mehr aufweist. Es hat jedoch eine weltliche Abstammung und keine klösterliche. Das Belgian Golden Strong ist ein komplexer Tanz aus blumiger Hopfenbitterkeit, fruchtigem und würzigem Hefecharakter, hohem Alkoholgehalt und dem Duft heller Pilsener Malze. Es ist stark kohlensäurehaltig und hat einen leichten Körper, den es sehr verlockend und leicht geniessbar macht.

7. Belgisches IPA

Mit dem Begriff IPA verbinden auch wir dass belgische IPA’s bitter sind. Und sie sind es auch im Vergleich zu anderen belgischen Bieren. Sie sind jedoch nicht sehr bitter wie viele amerikanische oder europäische IPA’s. Der Hopfen ist zwar klar präsent aber sehr ausgewogen und der belgische Hefecharakter des Bieres ist noch gut spürbar.

Ein Klassiker dieser Biersorte ist das Martins IPA welches seine Wurzeln in England hat.

8. Witbier

Der Schlüssel zu allen Aromen im Witbier ist das Gleichgewicht, kein Aroma sollte das andere dominieren. Dieser Stil ist schon ca. 400 Jahre alt und war in Belgien in Vergessenheit geraten, bevor Pierre Celis ihn in den 1950er Jahren wieder belebte. Es gibt kein anderes belgisches Bier das so erfrischend und leicht zu trinken ist. Sie können sogar mehr davon geniessen, da die meisten «Wit» 5% oder weniger Alkohol enthalten.

Eine typische Vertreterin dieser Biersorte welches aus der Trappisten Brauerei stammt ist das leichte La Trappe Wit.

9. Belgisches Pale Ale

Das belgische Pale Ale ist nicht so blass (pale) wie es klingt und hat meist eine wunderschöne Kupfer- oder Amberfarbe. Es ähnelt der britischen Biersorte Pale Ale, aber mit belgischem Flair. Dieses Malzbier zeigt Aromen von Nüssen, Keksen, Toast, Honig und Karamell. Die Hefe trägt mehr fruchtige Fermentationsaromen bei, als man in Großbritannien finden würde.

Mit einem Alkoholgehalt von rund 5% darf Man oder Frau auch ein zweites oder drittes Glas in Folge genießen. Ein Amber mit dem ganz besonderen “Extra” ist das Piraat Rum Barrel Aged.

10. Dubbel

Dubbels sind eine der ältesten Biersorten in Belgien, ein Bier, dessen Geschichte in den Klöstern des Mittelalters zu finden ist. Die Bezeichnung Dubbel ist verbunden mit den Trappistenbrauereien. Unter Dubbels versteht man ein ziemlich starkes (6-8 % ABV) Brown Ale mit dezenter Bitterkeit, ziemlich schwerem Körper und einem ausgeprägten Frucht- und Getreidecharakter.

Was sofort an einem Dubbel auffällt ist, ist die tiefbraune Farbe. Der belgische Kandis Zucker verleiht dem Bier seine dunkle Farbe sowie Aromen von Karamell, Rosinen und getrocknete Feigen.

Ein wunderbares Dubbel ist das Ter Dolen Donker!

11. Quadrupel und Bière Grand Cru

Das sind unterschiedliche Namen für dasselbe Bier. Und unabhängig davon, wie Sie den Stil nennen, ist es ein dunkles, starkes, komplexes Ale mit reichhaltigem Malz, dem Duft von dunklen Früchten und einem Hauch von Gewürzen. Diese Biersorte teilt viele Eigenschaften mit dem Dubbel, ist aber in fast jeder Hinsicht intensiver.

Bière Grand Cru, auch „Barley Wine“ genannt, sind sehr starke, aromatische und lagerfähige Biere. Sie haben ihren Ursprung in Belgien, wo um 1900 der Schnaps verboten wurde und die Menschen in sehr stark vergorenen Bieren eine Alternative suchten.

12. Champagner-Biere

Die sogenannten Champagner-Biere sind ein eher neuerer Trend aber er wird immer beliebter! Die Biere reifen längere Zeit in Fässern, dann werden sie in Flaschen abgefüllt und nach der Methode Champagnoise gelagert. Diesese belgischen Biere werden zunehmend auch in anderen Ländern hergestellt und als Premium-Biere insbesondere in der gehobenen Gastronomie ausgeschenkt.

Machen Sie eine neue Entdeckung! Es sieht aus wie Champagner ist aber keiner….

13. Frucht Lambic

Während es als Frucht Lambic bezeichnet wird, kann das Basisbier entweder Lambic oder Gueuze sein. Dem Fass werden Früchte hinzugefügt, um das Bier mit zusätzlichen Aromen zu verfeinern und um zusätzlichen fermentierbaren Zucker beizutragen. Am häufigsten wird Kriek (Kirsche), Framboise (Himbeere), Cassis (Schwarze Johannisbeere), Peche (Pfirsich) oder Aprikose verwendet.

Lassen Sie sich durch das La Chouffe Cherry oder das Delirium verführen, ein Traum!

Kaloriengehalt verschiedener Biersorten

Viele Menschen fragen sich, wie sich der Bierkonsum auf die Figur auswirkt. Hier eine Übersicht über den Kaloriengehalt verschiedener Biersorten:

Biersorte Kalorien pro 100 ml Kalorien pro 0,5 Liter
Hefeweizen 52 kcal 260 kcal
Spezialbier (Pilsener) 42 kcal 210 kcal
Malzbier 41 kcal 205 kcal
Ale 39 kcal 195 kcal (alkoholärmere Varianten)
Starkbier 61 kcal 305 kcal
Alkoholfreies Bier ca. 20 kcal 100-125 kcal

Je höher der Alkoholgehalt eines Biers, umso höher der Nährwert. Auch Zucker und Malz sorgen nicht nur für Geschmack, sondern auch für mehr Kohlenhydrate im Getränk.

Das Spezial gilt als besonders appetitanregend, geniessen Sie es also am besten in Massen und nach dem Essen.

Angesichts seines hohen Alkoholgehalts (mindestens 6,5 Prozent) verwundert es kaum, dass Starkbier 61 kcal pro 100 ml enthält. Ein halber Liter des vorwiegend dunklen Bieres hat mit 305 kcal mehr Kalorien als ein kleines Stück Schwarzwälder Kirschtorte.

100-125 kcal enthält ein halber Liter alkoholfreies Bier, 100 Milliliter haben circa 20 kcal. Der gesunde Durstlöscher ist reich an Mineralstoffen und Kohlensäure, jedoch nicht ganz so geschmacksintensiv wie seine alkoholhaltigen Vorbilder.

Der Bierbauch - ein hauptsächlich männliches Phänomen. Doch woher kommt er eigentlich und was kann man dagegen tun? Ein Personal Trainer klärt auf.

Das Ale ist ein meist bernsteinfarbenes, englisches Bier, dessen Alkoholgehalt je nach Brauart zwischen 4,5 und 6,5 Prozent liegt. Es ist relativ arm an Kohlensäure und leicht bitter im Geschmack. Die alkoholärmeren Varianten sind mit 195 kcal relativ leicht. 100 Milliliter Ale enthalten im Durchschnitt 39 kcal und damit weniger als die gleiche Menge fettarmer Milch.

Herstellung von alkoholfreiem Bier

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