Glühwein, in der Schweiz auch als Heisswein oder umgangssprachlich als „Warme Wii“ bekannt, ist ein beliebtes Getränk, um sich an kalten Tagen aufzuwärmen. Dieses traditionelle Heissgetränk ist in ganz Mitteleuropa verbreitet, wobei je nach Region unterschiedliche Weine und Gewürze zum Einsatz kommen. In Deutschland wird zumeist Rotwein gewählt, in Norditalien dagegen häufiger auch Weisswein.
Auch in Österreich sind beide Varianten verbreitet. Aus Unterfranken und Hessen sind sogar Varianten mit Apfelwein bekannt. Nürnberg stellt in Deutschland eine Ausnahme dar - hier wird gerne weisser Glühwein getrunken, da Weisswein in Franken sehr verbreitet ist.
Glühweinrezepte aus der Schweiz gibt es sowohl mit Weisswein als auch mit Rotwein. Auch in Sachen Gewürze richtet man sich in der Schweiz nicht unbedingt nach dem deutschen Vorbild, sondern orientiert sich gerne auch an dem immer beliebter werdenden Glögg, der auch als Schwedenwein bekannt ist, und mit Mandeln und Rosinen verfeinert wird.
Sobald in dem Glühweinrezept Branntweine wie Weinbrand oder Rum beziehungsweise Liköre wie Amaretto verwendet werden, handelt es sich genau genommen um einen Punsch und nicht mehr um Glühwein. Glühwein ohne Alkohol, der auf Märkten häufig als Kinderglühwein angeboten wird, besteht nicht aus erhitztem Wein, sondern aromatisiertem und erwärmtem Fruchtsaft.
Besonders in der kalten Zeit ist der gewürzte Heisswein sehr beliebt. Glühwein selber machen mit einem Set aus gutem Wein und feinen Gewürzen ist aber überhaupt nicht schwer. Der selbstgemachte Warme Wii kann entweder ein klassischer roter Glühwein sein oder auch ein etwas exotischer weisser Glühwein.
Natürlich kannst du auch fertigen Glühwein kaufen und nach Belieben nachwürzen. Sowohl bei klassischem Glühwein als auch bei Glühwein alkoholfrei solltest du es mit den Gewürzen dabei jedoch nicht übertreiben - weniger ist hier häufig mehr! Es geht darum, die feinen Aromen des Weines mit ein paar ausgesuchten Gewürzen zu unterstreichen und nicht zu übertünchen.
Glühwein selber machen | Weihnachtsmarkt-Klassiker mit Granatapfelsirup & Orange | EDEKA
Was gibt es beim Selbermachen von Glühwein zu beachten?
In beiden Fällen solltest du dich für einen guten Wein als Grundlage entscheiden und unbedingt auf diese Punkte achten:
- Der Wein darf niemals kochen
- Der Wein sollte vor dem Trinken durchziehen
Die wichtigsten Glühweingewürze sind:
- Gewürznelken
- Ceylon-Zimt
- Sternanis
- Kardamom
Du kannst deine eigene Glühweinkreation auch noch mit weiteren Gewürzen aufpeppen. Sei kreativ und verwende für dein persönliches Glühweinrezept diese Gewürze:
- Zitronenschalen
- Orangenschalen
- Anis
- Ingwer
- Piment
- Bourbon-Vanillezucker
- Muskat
In vielen Glühweinrezepten aus der Schweiz finden sich zudem frische Orangen- und Zitronenscheiben. Diese geben dem heissen Wein eine fruchtig-frische Note. Achte bei der Verwendung frischer Zitrusfrüchte allerdings unbedingt auf Bio-Qualität - behandelte Früchte dürfen auf keinen Fall in den Wein gegeben werden!
5 einfache Glühweinrezepte - von klassisch bis alkoholfrei
Im folgenden Abschnitt wollen wir dir ein paar Glühweinrezepte aus der Schweiz vorstellen - von klassischem rotem Glühwein bis hin zu Glühwein alkoholfrei.
Glühweinrezept klassisch - der Rote
Roter Glühwein ist der Klassiker unter den Heissgetränken. Damit dein roter Glühwein perfekt wird, nimmst du einen guten Rotwein, zum Beispiel einen Pinot noir, gibst ihn in einen Topf und erwärmst diesen vorsichtig zusammen mit Orangenscheiben, Zimtstangen und Sternanis. Nach Belieben ein wenig Zucker hinzugeben - fertig ist der rote Glühwein.
Zutaten für vier Personen:
- 1 L Rotwein
- Orangenscheiben
- Zimtstangen
- Sternanis
- Nach Bedarf: ein wenig Zucker

Glühweinrezept weiss
Weisser Glühwein ist ein fruchtiges Heissgetränk für die kalte Jahreszeit und lässt sich ganz einfach selber machen: Einen Liter Weisswein zusammen mit 250 ml Apfelsaft, Nelken, einer Zimtstange und Sternanis bis unter den Siedepunkt erwärmen. Achte dabei darauf, dass der Wein nicht kocht! Zum Schluss die Gewürze abseihen und den Glühwein mit einer Orangenscheibe im Glas servieren.
Zutaten für vier Personen:
- 1 Liter Weisswein
- 250 ml Apfelsaft
- 4-5 Nelken
- 1 Zimtstange
- 3-4 Sternanis
- Orangenscheiben
Glühweinrezept mit Rum
Zwei Esslöffel Rohrzucker in einem Topf erhitzen, bis sich der Zucker verflüssigt. Mit 750 ml Rotwein ablöschen und anschliessend die Hitze reduzieren. Das Gemisch vorsichtig erwärmen, Sternanis hinzugeben und zum Schluss mit einem Schuss braunem Rum verfeinern.
Zutaten für vier Personen:
- 2 EL Rohrzucker
- 750 ml Rotwein
- Ein Schuss brauner Rum
- 3-4 Sternanis
Glühweinrezept alkoholfrei
750 ml frisch gebrühten roten Früchtetee zusammen mit 750 ml Johannisbeersaft und 250 ml frisch gepresstem Orangensaft in einen Topf geben. Anschliessend Zimt, Gewürznelken und ein wenig Honig hinzugeben. Die Mischung bis zum Siedepunkt erwärmen und bei reduzierter Hitze noch weitere 10 Minuten köcheln lassen - fertig ist der Glühwein ohne Alkohol!
Zutaten für vier Personen:
- 750 ml roter Früchtetee
- 750 ml Johannisbeersaft
- 250 ml frisch gepresster Orangensaft
- 1 Zimtstange
- 3-4 Gewürznelken
- Ein wenig Honig

Glühweinrezept alkoholfrei mit Apfelsaft
Glühwein ohne Alkohol lässt sich auch mit Apfelsaft herstellen: Die Schale einer unbehandelten Zitrone mit einem scharfen Messer in dünnen Streifen von der Frucht schneiden und die Zitrone anschliessend auspressen. Die Streifen der Zitronenschale dann mit 1 Liter Apfelsaft, 100 g Zucker, 2 Päckchen Vanillinzucker, 5 Nelken und 1 Zimtstange kurz aufkochen. Den Apfelglühwein alkoholfrei gut durchseihen, um die Gewürze zu entfernen, Zitronensaft hinzugiessen und heiss servieren.
Zutaten für vier Personen:
- 1 Liter Apfelsaft
- Zitronenschale
- 100 g Zucker
- 2 Päckchen Vanillinzucker
- 5 Nelken
- 1 Zimtstange
- Zitronensaft
Glühwein aufpeppen
Findest du Glühwein inzwischen ein wenig langweilig? Mit ein paar zusätzlichen Zutaten, die du vermutlich ohnehin im Vorratsschrank hast, lässt sich ganz einfach Abhilfe schaffen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, um fertigen Glühwein aufzupeppen. Ein Glühwein-Set zum Selbermachen, beispielsweise von Veinard, bietet dir dazu eine ausgezeichnete Basis.
Um dir eine Vorstellung davon zu geben, was alles möglich ist, haben wir hier ein paar Ideen für dich zusammengestellt, wie du den klassischen Geschmack von Fertig-Glühwein sinnvoll ergänzen kannst.
- Zitronen und Orangen: Zitronen oder Orangen in Scheiben schneiden und dem fertigen Glühwein beim Erhitzen beimischen. Ein wenig ziehen lassen, damit der Wein das fruchtige Aroma aufnehmen kann.
- Frische Beeren: Du kannst deinen fertigen Glühwein mit Blaubeeren, Himbeeren oder anderen Beeren aufpeppen. Anstatt frischer Beeren kannst du dazu auch gefrorene verwenden. So verleihst du dem Heisswein eine fruchtige Süsse.
- Nachwürzen: Wenn du willst, kannst du ein wenig mit Gewürzen nachhelfen, um den Geschmack des Glühweins zu verfeinern. Typische Glühweingewürze sind beispielsweise Kardamom, Zimt und Sternanis. Selbstverständlich kannst du dazu auch auf ein Glühwein-selber-machen-Set zurückgreifen.
- Schokolade: Schokolade im Glühwein ist zwar etwas ungewöhnlich, doch passen beide Geschmacksrichtungen wunderbar in die Weihnachtszeit. Warum also nicht beide Aromen miteinander vereinen? Du kannst beispielsweise etwas Schokolade im Topf zum Schmelzen bringen und anschliessend den Glühwein beimengen. Alternativ kannst du dem fertigen Glühwein auch Kakaopulver hinzufügen.
- Nachsüssen: Wenn du deinen fertigen Glühwein etwas süsser magst, kannst du zusätzlich Zucker, Honig oder Apfelsaft hinzugeben. Gib aber Acht bei der Dosierung: Lieber in kleinen Mengen nachsüssen und zwischendurch immer wieder abschmecken.
Fertiger Glühwein - die schnelle Alternative
Fertiger Glühwein ist die schnelle Alternative zum Selbermachen. Wenn du dich für diese Variante entscheidest, musst du dich nicht um die Besorgung der verschiedenen Zutaten kümmern und kannst dich darauf verlassen, immer dieselbe Qualität zu haben.
Eine gute Wahl sind der rote und weisse Glühwein Punch von Veinard. Diese werden mit ausgewähltem Wein und natürlichen Aromen in Willisau in der Schweiz hergestellt und abgefüllt. Die Marke Veinard ist eine der meistverkauften Glühwein-Marken in der Schweiz.
Du findest diesen Glühwein an verschiedenen Märkten und Orten, wo Glühwein getrunken wird. Einfach 4 cl Veinard Glühwein Punch in ein Kaffeeglas oder eine Porzellantasse geben, mit 14 cl heissem Wasser auffüllen und schon hast du einen fertigen Glühwein. So läufst du auch nicht Gefahr, den Wein zu stark zu erhitzen. Zum Garnieren verwendest du beim weissen Glühwein Punch von Veinard eine Apfelscheibe und beim roten Glühwein Punch von Veinard eine Orangenscheibe.
Kannst du dich nicht entscheiden, ob du lieber weissen oder roten Glühwein magst? Dann wähle einfach ein grosses Glühwein-selber-machen-Set von Veinard. Damit liegst du garantiert richtig und hast jederzeit im Handumdrehen einen hochwertigen fertigen Glühwein.
Mythen über Glühwein
Alle Jahre wieder ist Glühwein ein Thema: Zu teuer, zu süss und ein Garant für den Kater am nächsten Morgen. Stimmt alles nicht, wenn du ein paar Dinge beachtest.
Ohne Glühwein läuft gar nichts. An den Weihnachtsmärkten ist er das meistverkaufte Getränk. Zeit, mit ein paar Mythen aufzuräumen.
Mythos 1: Glühwein wurde für Weihnachtsmärkte erfunden
Gewürzten Wein tranken schon die Römer. Je exotischer, desto besser. Weil damals die Weinqualität oft nicht gut war, überdeckten die Gewürze die schlechten Aromen. Wurde der Wein mit Honig gesüsst, hiess er Mulsum. Und ja, die Römer wärmten auch ihren Gewürzwein. Besonders im Winter nördlich der Alpen.
Mythos 2: Glühwein schmeckt nur mit viel Zucker
Die meisten Glühweinrezepte verwenden Zucker sparsam. Vier Esslöffel auf einen Liter Wein ist nicht besonders viel. Gewürze wie Zimt, Sternanis, Vanille oder Tonkabohne lassen das Getränk süsser erscheinen, als es wirklich ist.
Mythos 3: Glühwein muss man aufkochen
Nicht doch. Glühwein darf nur erhitzt werden. Wird er gekocht, verflüchtigten sich der Alkohol und die feinen Aromen der Gewürze.
Mythos 4: In Glühwein gehören Zitrusfrüchte
Muss nicht sein, denn wenn der Glühwein dann in der Tasse abkühlt, schmeckt er wie eine zu warme Sangria. Grenadine oder Aronia-Saft passen auch sehr gut und machen den heissen Wein fruchtiger.
Mythos 5: Glühwein muss aus Rotwein gemacht werden
Weisser Glühwein und selbst Glühwein aus Rosé gewinnen jedes Jahr an Marktanteilen. Wer Glühwein mit Gügs, also einem Schuss zusätzlichen Alkohol mag, ist mit der weissen Variante besser bedient, weil Orangenlikör, Rum oder Amaretto ihr Aroma besser entfalten.
Mythos 6: Zu Glühwein kann man alles essen
Über manche Kombinationen lässt sich streiten. An der Küste sind Fischbrötchen und Glühwein eine geschätzte Kombination. Im Süden isst man gerne eine Bratwurst dazu. Aber Achtung: Je dunkler gegrillt die Wurst, desto weniger passt sie zum heissen, aromatischen Wein. Was hingegen fantastisch passt, sind Momos - allerdings ohne die scharfe Sauce. Wenn es Süsses sein soll: Mit Brunsli, Zimtsterne und Vanillekipferl könnt ihr nichts falsch machen.
Mythos 7: Glühwein eignet sich nicht zum Kochen
Glühweinreste verfeinern Rotkraut, geben deiner Marroni-Suppe einen würzigen Touch und der Sosse für den Rehrücken den letzten Schliff, wenn du ihn sparsam verwendest.
Tipps zur Zubereitung
- Weinwahl: Im Prinzip eignet sich jede Weinsorte für Glühwein. Je nach Art des Weins sollte man die Gewürze entsprechend anpassen.
- Nicht zu stark erhitzen: Der Glühwein sollte auf 65 bis 70 Grad Celsius erhitzt werden. Aromastoffe verdampfen während des Kochens und es können gleichzeitig Bitterstoffe entstehen.
- Süsse: Weniger ist mehr. Auch Fruchtsäfte können bei Punsch und Glühwein eine Lösung sein, um eine gute Süss-Säure-Balance herzustellen.
Die Geschichte des Glühweins
Das Getränk, das seine Wurzeln in der Antike hat, hat sich seither gewandelt. Im ältesten (erhaltenen) Kochbuch, dem römischen Kochbuch des Apicius «De re coquinaria» (Über das Kochen), wurde das, was wir heute als Glühwein kennen als «Conditum Paradoxum» festgehalten: ein Gewürzwein mit Zutaten wie Honig, Lorbeerblätter, Mastix (Harz einer wilden Pistazienart), Safran und Datteln.
Manche behaupten, dieser Zusatz von Gewürzen sei lediglich erfolgt, da der Wein in der Antike teils unerträglich gewesen sei. So wurde damals minderwertiger Wein geniessbar gemacht.
5L Wein, 1L Honig, 30 Sternanis, 3 Stangen Zimt, Lorbeer, Nelken, Koriander und Thymian. Was sich heute eher wie aussergewöhnliche Zusätze für Wein anhört, ist eines der ersten bekannten Rezepte für Gewürzwein - und zwar von den alten Römern aus dem 1. Jahrhundert vor Christus.
Die ersten Rezepte mit Zimt und Anis, die unserem heutigen Glühwein schon ähnlicher sind, tauchen zum ersten Mal in der Mitte des 19. Jahrhundert auf.
| Zutat | Wirkung |
|---|---|
| Zimt | Das Gewürz, welches wohl die meisten Menschen mit Weihnachten in Verbindung bringen. |
| Orangenschale | Sorgt für eine fruchtige Note und verleiht nochmals ein bisschen Süsse. |
| Sternanis | Passt mit seinem lakritz-artigen, tiefen Geschmack in den Glühwein und harmoniert wunderbar mit Nelken. |
| Nelken | Sorgen für einen belebenden Kick im Glühwein. Mit Ihrer geschmacklichen Tiefe und Schärfe sind sie der perfekte Partner zum eher süssen Glühwein. |
Alkoholgehalt und Haltbarkeit
Glühwein hat es in sich - trotz des Vergleichsweise geringen Alkoholgehalts. Denn warme Getränke regen den Magen-Darm-Trakt an, was wiederum dafür sorgt das der Alkohol schneller ins Blut wandert. Auch der viele Zucker, der typischerweise im Glühwein ist, beschleunigt die Alkoholaufnahme. So kann ein Becher Glühwein bei einer erwachsenen Person bereits zu einem Alkoholpegel von bis zu 0,3 Promille führen.
Trotz des Alkoholgehalts hält ein selbstgemachter Glühwein im Kühlschrank nur ca. eine Woche. Gekaufter Glühwein in Flaschen hält sich länger, ungeöffnet bis zu 5 Jahren. Glühwein kann man problemlos wieder ein zweites Mal wieder aufwärmen.