Das Kesselgulasch ist ein Gericht mit langen Wurzeln in der ungarischen und osteuropäischen Küche. Es hat sich über die Jahrzehnte nicht nur in den kulinarischen Traditionen verankert, sondern auch in der Erinnerung an Omas Kochkunst. In diesem Artikel werden die klassischen Rezepte und Zubereitungsmethoden für Kesselgulasch im Stil von Oma vorgestellt, ergänzt um wertvolle Tipps und Tricks, die das Kochen dieses herzhaften Schmorgerichtes noch lebendiger und authentischer gestalten können.

Was ist Kesselgulasch?
Kesselgulasch ist eine Variante des Gulasch, die sich durch die Verwendung eines großen, meist eisernen Kessels und der Schmorung über offener Flamme oder im Ofen auszeichnet. Es ist ein typisches Beispiel für langsame, sorgfältige Kochkunst, bei der das Fleisch über mehrere Stunden zart wird und die Gewürze sowie die Soße intensiv in das Gericht einziehen. Die Zutaten und Zubereitungsweisen können regional variieren, doch einige Grundelemente bleiben stets gleich: Rindfleisch als Hauptbestandteil, Zwiebeln als Aromabasis, Rotwein als Aromaverstärker und eine Mischung aus süßem und scharfem Paprikapulver. In einigen Varianten kommen auch Kartoffeln, Karotten oder Tomaten hinzu.
Das klassische Rezept für Kesselgulasch
Ein klassisches Rezept für Kesselgulasch folgt dem Prinzip der Schmortechnik, bei der das Fleisch über mehrere Stunden in einer aromatischen Soße zart und saftig wird.
Zutaten:
- Rindfleisch aus dem Schenkel oder der Wade
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Kartoffeln, Karotten oder Sellerie (optional)
- Pflanzenöl
- Tomatenmark
- Rotwein
- Rinderbrühe
- Süßes und scharfes Paprikapulver
- Salz, Pfeffer
Zubereitung:
- Das Rindfleisch in mundgerechte Würfel schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln. Falls Kartoffeln, Karotten oder Sellerie verwendet werden, diese ebenfalls schälen und in mundgerechte Stücke schneiden.
- In einem großen Bräter oder Kessel (ideal ist ein Gusseisenkessel mit Deckel) das Pflanzenöl erhitzen. Das Rindfleisch in Portionen anbraten, bis es eine goldbraune Farbe annimmt.
- Im gleichen Bräter die Zwiebeln und Knoblauch in dem angebratenen Fett glasig dünsten. Das Tomatenmark hinzufügen und kurz mit anschwitzen, damit es seine Aromen entfaltet.
- Den Rotwein in den Bräter geben und leicht einkochen lassen. Dies hilft, die Aromen zu intensivieren. Danach die Rinderbrühe hinzufügen, um die Flüssigkeit abzurunden.
- Das vorher angebratene Rindfleisch zurück in den Bräter geben. Bei Bedarf auch die Kartoffeln, Karotten, Sellerie und/oder rote Paprika hinzufügen.
- Den Bräter mit einem Deckel versehen und das Gericht für ca. 1 bis 1,5 Stunden bei niedriger Hitze garen. Es ist wichtig, dass das Gericht langsam köchelt, damit das Fleisch besonders zart wird.
Tipps und Tricks für das perfekte Kesselgulasch:
- Fleisch auswählen: Rindfleisch aus dem Schenkel oder der Wade eignet sich besonders gut, da es bei der Schmorung zart wird.
- Gewürze sorgfältig einarbeiten: Paprikapulver sollte nicht zu lange mitgebraten werden, da es sonst leicht bitter wird.
- Flüssigkeit kontrollieren: Während der Garzeit kann die Flüssigkeit verdunsten.
- Kessel oder Bräter verwenden: Ein Kessel oder Bräter mit Deckel ist ideal, da er die Hitze gut speichert und die Soße gleichmäßig aufwärmt.
- Kochzeit anpassen: Je nach Geschmack kann die Garzeit angepasst werden.
Kesselgulasch passt zu einer Vielzahl von Beilagen, die das Gericht optisch und geschmacklich abrunden.
Die Bedeutung der Zutaten im Detail
In den Rezepten, die von Omas Kochkunst inspiriert sind, betont sie oft, wie wichtig die Qualität der Zutaten ist. Insbesondere das Fleisch spielt eine entscheidende Rolle. Es sollte nicht nur frisch sein, sondern auch ausreichend gereift haben, um zart und aromatisch zu werden. Rindfleisch, das mindestens 14 Tage gereift ist, ist optimal.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Auswahl des Rotweins. Ein trockener Tafelwein eignet sich gut, da er nicht zu stark den Geschmack überlagert. Die Zwiebeln sollten ebenfalls sorgfältig ausgewählt werden. Klassische Speisezwiebeln sind ideal, da sie eine gute Grundlage für die Soße bilden. In einigen Rezepten wird empfohlen, die Menge der Zwiebeln an die Fleischmenge anzupassen.
Ein weiterer essentieller Bestandteil des Kesselgulaschs ist das Paprikapulver. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil der ungarischen Küche und verleiht dem Gericht seine typische Würze. In den Rezepten wird oft zwischen süßem und scharfem Paprikapulver unterschieden. Die rote Paprika, die in einigen Rezepten auch frisch verwendet wird, ist eine weitere Aromaverstärkerin. Sie verleiht dem Gericht nicht nur eine schöne Farbe, sondern auch eine leichte Süße, die das Aroma des Gulaschs harmonisch abrundet. In einigen Rezepten wird empfohlen, die rote Paprika vorzufrieren, um sie für Schmorgerichte aufzubewahren.
Varianten des Kesselgulaschs
Nicht immer hat man die Zeit, ein traditionelles Kesselgulasch über mehrere Stunden zu schmoren. In solchen Fällen bietet sich ein Wurstgulasch als schnelle Alternative an. Dieses Gericht ist besonders in Ostdeutschland bekannt und eignet sich gut, wenn die Zeit begrenzt ist. Ein Wurstgulasch wird in einer gulaschtypischen Soße aus Zwiebeln, Paprikapulver, Rotwein und Gewürzen zubereitet und ist innerhalb von 30 Minuten servierbereit.
Im Rezeptteil der Quellen wird auch erwähnt, dass es zahlreiche Gulaschvarianten gibt, die sich durch unterschiedliche Zutaten und Zubereitungsweisen voneinander unterscheiden. Alle diese Varianten haben gemeinsam, dass sie auf der Kombination aus Fleisch, Zwiebeln, Paprikapulver und Rotwein basieren.
Weitere Gulasch Rezepte
Szegediner Gulasch
Heute gehen wir auf eine kulinarische Entdeckungsreise mit Sonja und Mauro Lustenberger. Denn sie präsentieren uns ihr Szegediner Gulasch. Dessen Ursprung stammt nämlich aus Ungarn.
Diese besondere Goulaschrezept wird mit Schweinsvoressen, Paprika, Kümmel und Sauerkraut zubereitet. Traditionell werden oft Knödel als Beilage dazugegeben. Für dieses Goulaschrezept werden allerdings Salzkartoffeln oder Frühlingsbratkartoffeln verwendet. Auch frisches Brot eignet sich hervorragend zum Szegediner Goulasch.
Sollten Sie dieses leckere Gericht zum ersten Mal machen, brauchen Sie etwas Geduld. Denn das Schweinsvoressen und das Sauerkraut werden etwa eine Stunde lang, zugedeckt, gedünstet.
Bleibt noch etwas vom Szegediner Goulasch übrig, lässt es sich im Kühlschrank etwa drei Tage lang aufbewahren.
Zutaten und Zubereitung:
- Schritt 1: Klein schneiden Die Zwiebeln klein schneiden und den Knoblauch hacken.
- Schritt 2: Vermengen Die Hälfte vom Saurer Halbrahm mit dem Maizena vermengen.
- Schritt 3: Andünsten Nun das Voressen im Sonnenblumenöl andünsten.
- Schritt 4: Beigeben Zwiebeln und Knoblauch beigeben und mit dünsten, bis die Flüssigkeit sirupartig einreduziert ist.
- Schritt 5: Bestäuben Danach mit dem Paprika bestäuben.
- Schritt 6: Würzen Mit Salz und Pfeffer dem Kümmel und dem Lorbeerblatt würzen.
- Schritt 7: Beigeben Danach das Sauerkraut beigeben und mit der Bouillon auffüllen.
- Schritt 8: Dünsten Ca.1 Stunde zugedeckt dünsten bis das Fleisch und Sauerkraut gar ist.
- Schritt 9: Umrühren Immer wieder umrühren und schauen das es nicht ansetzt ansonsten noch ein wenig Bouillon beigeben.
- Schritt 10: Abschmecken Zum Schluss das angerührte Maizena beigeben und somit leicht binden und abschmecken danach das Lorbeerblatt entfernen.
- Schritt 11: Beigeben Nun den Resten des Rahms beigeben und anrichten.
Wiener Saftgulasch
Nach über drei Stunden Garzeit im Backofen, ist das Fleisch bei diesem klassischen Wiener-Saftgulasch so zart, dass es praktisch zerfällt.
Zutaten und Zubereitung:
- Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
- Die Zwiebel schälen und klein würfeln.
- In einem Bräter oder Schmortopf die Bratbutter erhitzen. Die Zwiebeln beifügen und bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten golden schmoren; dabei hin und wieder umrühren, damit sie nicht anbrennen.
- Inzwischen die Majoranblätter von den Zweigen zupfen und fein hacken. Etwa ½ des Majorans für die Garnitur beiseitestellen.
- Die Knoblauchzehe schälen und zusammen mit dem Kümmel fein hacken.
- Das Rindsragout mit Salz und Pfeffer würzen. Mit der Knoblauch-Kümmel-Mischung zu den Zwiebeln geben und die Farbe verlieren lassen; entsteht dabei Fleischsaft, diesen vollständig verkochen lassen.
- In einer kleinen Pfanne die Bouillon aufkochen. Die beiden Paprikasorten, das Tomatenpüree und 2 dl heisse Bouillon verrühren und mit der einen Hälfte des Majorans zum Ragout geben. Aufkochen und etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen. sowie die am Rand entlang eingeschnittenen Lorbeerblätter beifügen und alles nochmals gut aufkochen. Den Bräter oder Schmortopf mit einem Deckel verschliessen.
- Das Saftgulasch im 180 Grad heissen Ofen auf der untersten Rille 3-3½ Stunden garen, bis es so zart ist, dass es praktisch zerfällt.
Das klassische ungarische Gulasch (Pörkölt) besteht aus vielen Zwiebeln und Voressenstücke, die angedämpft und nicht gebraten werden. Das Schmorgericht schmeckt am nächsten Tag aufgewärmt noch besser.
Kesselgulasch wie in Ungarn über Feuer - Bogrács Gulyás - Gulaschsuppe
Nährwerte verschiedener Gulasch-Varianten
Hier ist eine Tabelle mit den Nährwerten pro Portion für verschiedene Gulasch-Varianten:
| Gulasch-Variante | Eiweiss | Fett | Kohlenhydrate | Kalorien |
|---|---|---|---|---|
| Szegediner Gulasch | 56 g | 17 g | 15 g | 443 |
| Ungarisches Gulasch (Pörkölt) | 415 kcal pro Portion (1/4) | |||
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- Bigos: Aktiv 20min, Gesamt 2h20min
Fazit
Das Kesselgulasch ist ein Gericht mit tiefer Tradition, das in der ungarischen und osteuropäischen Küche eine große Rolle spielt. Es ist ein Schmorgericht, das Zeit, Geduld und Sorgfalt erfordert, um das optimale Ergebnis zu erzielen. Omas Kochkunst hat dieses Gericht in die kulinarischen Erinnerungen vieler Familien eingepflanzt und ist bis heute ein Klassiker an kalten Tagen oder zu besonderen Anlässen. Durch die Kombination von Rindfleisch, Zwiebeln, Paprikapulver und Rotwein entsteht eine aromatische Soße, in der das Fleisch zart und saftig wird. Die Zubereitung im Kessel oder Bräter mit Deckel ist ideal, um die Hitze gleichmäßig zu verteilen und das Gericht langsam garen zu lassen. Zusätzlich zu den traditionellen Rezepten gibt es auch Varianten wie das Wurstgulasch oder die Gulaschsuppe, die den Geschmack des Kesselgulaschs in einer anderen Form abrunden. Saftiges Rindfleisch, Zwiebeln und Paprika kreieren ein herzhaftes Gericht, das durch langsames Schmoren sein volles Aroma entwickelt.
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