Fasnachtschüechli im Test: Ein Überblick über Geschmack und Qualität

Luftig und leicht lassen Fasnachtschüechli vergessen, dass sie - schwimmend gebacken - ziemlich schwer im Magen liegen. Beliebt sind sie trotzdem. Die Chneublätze erfreuen seit über fünfhundert Jahren zur Fasnachtszeit.

Fünf Redaktorinnen und Redaktoren testeten das Gebäck aus verschiedenen Läden auf Aussehen, Geschmack, ob und wie es knackt, wenn man in eines der süssen Dinger beisst, und auf die Qualität der Brösmeli. Letztere bleiben nämlich selten am Boden von Fasnachtschüechlipackungen liegen, sondern werden zum Schluss noch ausgelöffelt.

Fasnachtschüechli sind ein traditionelles Gebäck zur Fasnachtszeit.

So unterschiedlich Fasnachtschüechli schmecken, so viele Namen tragen sie: Chneublätze, Chilbiblätz, Ohrli, Verhabni. In der Romandie heissen sie nebst Beignets de carnaval auch Merveilles - was frei übersetzt so viel heisst wie «Wunderwerke».

Wundersam liest sich auch die Geschichte der Fasnachtschüechli, deren Herstellung und Verzehr eng mit der Fastenzeit verknüpft ist. In der Schweiz wird das Gebäck erstmals im Jahr 1445 in Budgetschriften des Klosters Klingental in Basel erwähnt. Schon damals waren die Chüechli ein Hit, auch in der Deutschschweiz, im Wallis und anderswo.

Der Legende nach holten junge Männer das süsse Gebäck nächtens bei Mädchen ab, die den Teig zuvor über ihren nackten Knie in Form gebracht hatten. Offenbar war dieser Brauch der Kirche ein Dorn im Auge - mancherorts soll die Tradition des Chüechlischenkens teilweise verboten worden sein.

Wie Pommes Chips bergen solche Chneublätze ein enormes Suchtpotenzial. Das mag mit den Ingredienzen Eier, Mehl, Rahm und manchmal einem bisschen Kirsch - sicheren Werte - zusammenhängen. Beliebt ist auch ihre Luftigkeit, die manch einen zum Gedanken verleitet, man esse etwas Leichtes. Was bei Chüechli, die im Fett schwimmend gebacken werden, nicht der Fall ist.

Fett war zeitweise ein rares Gut, und so ist das Gebäck früher wie heute vor allem vor und an Festtagen zu finden. Auch dass Bäckereien heute meist auf die Herstellung von Fasnachtschüechli verzichten, hat mit Fett zu tun: Die Herstellung der süssen Scheiben ist sehr aufwendig, und das Öl, in dem sie schwimmend gebacken werden, muss zu oft ausgewechselt werden. Deshalb müssen wir der einzigen Stadtbäckerei, in der wir fündig wurden, ein Kränzchen winden.

Testergebnisse im Detail

Beat Mathys

«Meine guten alten Chüechli», seufzt Tester Born. Da stecke Kindheit drin, findet er. Ausser Testerin Machac («Gut, aber kein Fasnachtsbrüller») sind alle voll des Lobes. «Neutral, angenehm, kein übertriebener Fettgeschmack», so Tester Wüest, und Testerin Lutz findet: «Auch wenn sie mittelprächtig aussehen, schmecken sie gut. Mein Favorit.» Testerin Messerli bedauert zwar, dass sie keine «Bläterli» haben, und mag sie nicht in Brösmeliform, gibt aber trotzdem gute Noten. Der grösste Fan - Tester Born - erklärt, was sie so gut macht: «Sie zerbröckeln so schön zwischen den Zähnen.»

Punkte: 44,5

Coop

Bei den Fasnachtschüechli aus dem Coop sind die vielen Blasen ein Thema: Während Testerin Machac sie als «zauberhaft» beschreibt, findet Tester Wüest: «Das sieht aus wie ein Pockennarbengesicht.» Auch Tester Born ist nicht zufrieden: «Leicht asymmetrisch, das soll wohl wie selbst gemacht aussehen.» Testerin Messerli allerdings attestiert den Chüechli ein «Sieht perfekt aus» und vergibt die Höchstpunktzahl beim Geschmack. Wie andere auch: «Im Abgang etwas süss, aber sonst hält der Geschmack, was das Aussehen verspricht», so Machac. Und auch wenn die Chüechli mit den vielen Blasen noch ein «Zu teigig» und ein «Fettig» einstecken müssen, erhalten sie Bestnoten - auch weil selbst die Brösmeli noch fein schmecken.

Punkte: 44,5

Denner/Loeb

«Die sehen elegant aus», finden die einen beim Anblick der Fasnachtschüechli, die sowohl im Denner als auch im Loeb verkauft werden, und der Puderzucker sei «geschmeidig verteilt». «Zu blass» und «Mit zu wenig Puderzucker versehen», meinen die anderen. Auch dass das Gebäck recht dünn ist, wird einerseits honoriert, andererseits kritisiert. Nach der Degustation ist eine gewisse Ratlosigkeit zu spüren. «Krusten ohne Inhalt», gibt Tester Born zu Protokoll, «Wenig knackig, aber die Brösmeli sind okay», so Tester Wüest. Testerin Lutz tut sich schwer mit einer Entscheidung: «Sie schmecken beim ersten Biss etwas nach altem Fett, sind dann aber doch recht gut.» Fazit: Diese Chüechli sind Mittelmass, nicht mehr, nicht weniger.

Punkte: 39

Globus

Globus verkauft Buggie Piemontesi als Fasnachtschüechli. «Sie sehen erfrischend anders aus, das soll belohnt werden», freut sich Tester Born. Auch Testerin Lutz findet: «Das sieht hübsch aus.» Testerin Messerli allerdings fragt: «Sind das als Fasnachtschüechli verkleidete Fischknusperli?». Tester Wüest vermutet das Handwerk des 1.-Jahr-Stiftes. Beim ersten Bissen ists dann ganz vorbei mit Lob, obwohl Testerin Messerli «Papier mit Vanillenote» auszumachen glaubt: «Zu ölig», heisst es. Jemand fragt sich, ob sie aus der McDonald's-Friteuse kommen, das Wort «langweilig» fällt öfters. Und überhaupt, so Testerin Lutz, «die schmecken überraschend fad». Fazit: teure Chüechli für den Notfall.

Punkte: 28

Rosenküchlein

«Nummer fünf klebt!» Testerin Messerlis schonungsloses Verdikt über die einzigen nicht industriell hergestellten Fasnachtschüechli ist hart, aber allgegenwärtig: «Als Schnecke verkleidetes Fasnachtschüechli», gibt Testerin Machac zu bedenken, Tester Wüest fragt sich, ob genügend Puderzucker gestreut wurde. Dann gehts richtig bergab mit den Rosenküchlein, die im Test die Nummer fünf trugen und deren Zutaten mit denjenigen von Fasnachtschüechli identisch sind. «Am Gaumen bildet sich ein Ölfilm», ist zu hören, und ein Kommentar zerstört die letzte Freude über die schöne Form: «Man könnte genauso gut Päcklifüllmaterial in Öl tunken und dann essen.» Wir raten ab von den Chüechli «mit dem Labello-Effekt».

Punkte: 26

Migros

Die von der Migros, natürlich! Der Ruf als beste Fasnachtschüechli im Land aus dem Grossverteiler eilte dem Testessen voraus. Die Chüechli aus der Migros schnitten am besten ab, zusammen mit jenen aus dem anderen Grossverteiler Coop.

Deshalb müssen wir der einzigen Stadtbäckerei, in der wir fündig wurden, ein Kränzchen winden. Auch wenn die Rosenküchlein aus dem Breitenrain schlecht abschnitten, haben sie Erwähnung verdient.

Fasnachtschüechli - Fasnachtsküchlein Schweizer Fasnachts Gebäck

Zusammenfassung der Testergebnisse

Die Testergebnisse zeigen eine deutliche Präferenz für die Fasnachtschüechli von Migros und Coop. Diese überzeugten sowohl im Geschmack als auch im Aussehen. Die Produkte von Denner/Loeb wurden als durchschnittlich bewertet, während die Fasnachtschüechli von Globus und die Rosenküchlein deutlich schlechter abschnitten.

Hier eine tabellarische Übersicht der Testergebnisse:

AnbieterPunkteBewertung
Migros44,5Sehr gut
Coop44,5Sehr gut
Beat Mathys44,5Sehr gut
Denner/Loeb39Mittelmass
Globus28Schlecht
Rosenküchlein26Sehr schlecht

Es gibt viele Variationen von Fasnachtschüechli, aber der Geschmackstest zeigt klare Favoriten.

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