Bärlauchstrudel mit Frischkäse: Ein Frühlingsrezept

Wenn die ersten Bärlauch-Blätter erscheinen, ist der Frühling nicht mehr weit! Das würzige Kraut lockt mit seinem knoblauchigen Duft in den Wald und löst eine grosse Sammelfreude aus. Bärlauch lässt den Frühling so richtig aufleben! Jedes Jahr feiern wir die ersten Blättchen der Wildpflanze und verarbeiten sie in unterschiedlichster Form.

Der Bärlauch stammt aus der Pflanzenfamilie der Amaryllisgewächse und ist mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch verwandt. Die früh im Jahr austreibende Pflanzenart ist in Europa und Teilen Asiens vor allem in Wäldern verbreitet. Während vor allem die Blätter der Wildpflanze bekannt sind, lassen sich alle Teile der Pflanze verwerten.

Hier kommen 15 Ideen, wie du Bärlauch verarbeiten kannst und was es alles für Möglichkeiten mit dem Frühlingskraut gibt.

Ein frühlingshafter Bärlauchstrudel mit Bärlauch, Linsen und Kartoffeln. So einfach und unglaublich gut! Teil 3 der April-Challenge von Foodblogs Schweiz ist nun auch endlich noch online. Denn meine deftige Interpretation bestand aus zwei Teilen. Zum einen das Rhabarber Chutney und die zweite Zutat Bärlauch wurde in Forme einer Feta-Frischkäse-Creme im Strudel verarbeitet.

Pssst - übrigens.. Strudel konnte ich eigentlich noch nie. Natürlich ist er mir beim Testen auch gleich geplatzt und ich musste das Rezept etwas anpassen. Zudem habe ich zu satt gewickelt, also immer acht geben beim Rollen des Strudels. Die Füllung war aber dennoch 1A und landet deshalb auch auf dem Blog.

Bärlauch ist eine Zutat die den Geschmack des Frühlings in die Küche bringt. Er ist vielseitig verwendbar, egal ob "natur", als Pesto, oder gekocht: Beispielsweise als Bärlauchsuppe, Bärlauchstrudel oder Pasta mit Bärlauch. Wie sein Name sagt, ist er eine Lauch-Pflanze und als solche verwandt mit Schnittlauch, Knoblauch und der Zwiebel.

Ein Seelenwärmer für kalte Frühlingstage.

Ein frühlingshafter Bärlauchstrudel mit Bärlauch, Linsen und Kartoffeln. So einfach und unglaublich gut!

Bärlauch sammeln und verarbeiten

Bärlauch sammeln gehört zu unseren Highlights im Frühling! Bärlauch findest du ab ungefähr Mitte April bis Mai. Je nach Region und Jahr unterscheidet sich die Sammelzeit jeweils. Der Bärlauch kann im phänologischen Vorfrühling gesammelt werden.

Das ist der Zeitpunkt, wo der Winter langsam in den Frühling übergeht. Zu dieser Zeit beginnen die Kornelkirschen zu blühen, die Forsythie öffnet langsam ihre Knospen und die Haselkätzchen blühen in voller Pracht. Je nach Region ist dieser Zeitpunkt unterschiedlich: Bei uns in Bern finden wir Bärlauch bereits ab März.

Dabei kommt es auch stark auf den Standort an. An schattigen Hängen brauchen die Zwiebel länger. Allgemein ist wichtig, dass in der Nacht keine starken Minustemperaturen mehr herrschen. Bärlauch mag besonders feuchte Stellen. Mehr spannende Infos erzählen wir dir in unserem Beitrag über Bärlauch.

Um den Bärlauch möglichst wenig zu verletzen und die Ernte auch in künftigen Jahren nicht zu gefährden, wird mit Schere oder Messer 1-2 Blätter pro Pflanze vorsichtig entfernt. Die Bärlauch-Ernte wird in einem luftdurchlässigen Beutel, möglichst locker, nach Hause transportiert. Dort wird der Bärlauch gewaschen und vorsichtig trockengetupft.

Achtung: Verwechslungsgefahr!

Im Frühling wachsen auch die Blätter des Maiglöckchens. Diese sind giftig und dürfen keinesfalls mit dem Bärlauch verwechselt werden. Neben dem Bärlauchgeruch sind die Bärlauchblätter langgestielt, die Stiele von Maiglöckchenblättern sind kürzer.

Beim Sammeln von Bärlauch ist Vorsicht geboten, da er leicht mit giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und Aronstab verwechselt werden kann. Maiglöckchen lösen Übelkeit und Erbrechen aus, während Herbstzeitlose und Aronstab Colchicin enthalten, dessen Verzehr tödlich sein kann. Zur Unterscheidung sollte man die Blätter zerreiben und auf den charakteristischen Knoblauchduft achten. Allerdings ist diese Methode nicht immer zuverlässig, da der Geruch an den Fingern haften bleiben kann.

Wichtige äußere Merkmale sind die mattgrüne Unterseite der Bärlauchblätter, der dünne Blattstiel und das einzelne Wachstum aus dem Boden. Maiglöckchen wachsen paarweise am Stängel und ihre Blätter glänzen an der Unterseite.

Bärlauch haltbar machen

Die Saison ist kurz, aber Bärlauch lässt sich wunderbar haltbar machen - perfekt, um auch später all die Rezepte zu geniessen, zu dennen wir noch nicht gekommen sind!

  • Bärlauch-Pesto: Mixe Bärlauch mit Rapsöl und Baumnüssen oder Sonnenblumenkernen - fertig ist ein Pesto, das zu Pasta, auf Brot oder sogar als Topping für Ofengemüse passt. Und es hält sich im Kühlschrank eine Weile, wenn du es gut mit Öl bedeckst.
  • Bärlauch-Salz: Man kann frischen, gehackten Bärlauch einfach mit Salz mischen und das ganze trocknen lassen. In einem hübschen Glas abgefüllt, macht es sich auch gut als kleines Geschenk. Wir finden das zwar ganz süss, das Salz hält sich aber nicht allzulange frisch.
  • Bärlauch-Butter: Dazu weiche Butter (oder Margarine) mit gehacktem Bärlauch und einer Prise Salz vermengen.
  • Bärlauch-Essig: Eine Flasche Apfelessig, eine handvoll Bärlauchblätter - das mischen wir und lassen es ein paar Wochen im Dunkeln ziehen. Das gibt einen wunderbaren, aromatischen und knoblauchigen Essig für Salatsaucen. Hier findest du ein gutes Rezept dafür.
  • Bärlauch einfrieren: Bärlauch verarbeiten geht auch einfach mit einfrieren: Waschen, trocknen, hacken - und ab damit ins Gefrierfach. Du kannst ihn auch pürieren und in Eiswürfelformen* einfrieren.
  • Bärlauch-Öl: Die schnelle Variante für aromatisches Öl: Frische Bärlauchbläter in eine Flasche mit hochwertigem Öl geben und einige Tage ziehen lassen. So hast du ein Würzöl, das perfekt für Salate oder zum Beträufeln von Suppen ist.
  • Eingelegte Bärlauchknospen: Die allerfeinste Köstlichkeit aus der Bärlauchzeit! Wir legen die noch geschlossenen Blütenknospen in einen süss-sauren Sud ein und geniessen sie als „falsche“ Kapern.

Rezept für Bärlauchstrudel mit Frischkäse

Zutaten für die Füllung

  • 150g Bärlauch
  • 80g Feta
  • 1 EL Frischkäse
  • Salz & Pfeffer
  • 4 TL Rhabarber Chutney (optional)

Zutaten für den Teig

  • Filoteigblätter
  • Flüssige Butter

Spezialität aus Hefeteig: Butternudeln in Ruhpolding | Zwischen Spessart und Karwendel | BR

Zubereitung

  1. Füllung vorbereiten: Den Bärlauch waschen, grob hacken und in einem Foodprozessor verarbeiten. Den Feta in groben Stücken dazugeben und nochmals vermengen. Zum Schluss den Frischkäse dazugeben und verrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
  2. Teig vorbereiten: Ein nasses Küchentuch auslegen. Die einzelnen Blätter Filoteig mit flüssiger Butter einstreichen und nach und nach aufeinander schichten.
  3. Füllen und Rollen: Die Creme auf die Hälfte der Teig-Fläche dünn aufstreichen, dabei jeweils einen Rand von 4 Zentimetern übrig lassen. Optional darüber 4 TL Rhabarber Chutney auftragen. Nun die Seiten und den Anfang einklappen und den Strudel mit dem Tuch locker aufrollen.
  4. Backen: Den Strudel mit der Naht nach unten auf ein Backblech legen und mit flüssiger Butter bepinseln. Bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) für 20-25 Minuten im Ofen backen.
  5. Servieren: Lauwarm servieren, dazu passt ein Feldsalat.

Weitere Bärlauch-Rezeptideen

Bärlauch ist nicht nur im Strudel ein Genuss. Hier sind einige weitere Ideen, wie du Bärlauch in deiner Küche verwenden kannst:

  • Bärlauch-Pesto: Ein Klassiker, der zu Pasta, Brot oder als Dip passt.
  • Bärlauchsuppe: Cremig und wärmend, ideal für kalte Frühlingstage.
  • Bärlauch-Dip: Perfekt zu Gemüse, Crackern oder als Aufstrich für Sandwiches.
  • Bärlauch-Pizza: Anstelle von Tomatensauce Bärlauch mit Crème fraîche mixen und die Pizza damit bestreichen.
  • Bärlauchbrot: Ein aromatisches Brot mit frischem Bärlauch, ideal zum Grillen oder als Beilage.

Mit diesen Rezepten und Tipps kannst du die Bärlauch-Saison voll auskosten und den Geschmack des Frühlings in deine Küche bringen!

tags: #barlauchstrudel #mit #frischkase