Bananen-Fakten: Mehr als nur eine krumme Frucht

Die Banane, eine gelbe Frucht mit ihrer charakteristischen Krümmung, ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Doch was steckt wirklich hinter dieser beliebten Frucht? Dieser Artikel beleuchtet einige überraschende Fakten rund um die Banane.

Verschiedene Bananensorten.

Botanische Einordnung: Ist die Banane eine Beere?

Die Banane, die botanisch zu den Beeren zählt, gelangt meist aus Ländern in Zentral- und Südamerika zu uns. Die ursprüngliche Heimat der Bananengewächse (Musaceae) ist jedoch Südostasien, von wo sie über Indien in den arabischen Raum gelangte. Europäische Seefahrer brachten sie dann nach Amerika, wo die Nutzpflanze ideale Bedingungen vorfand - ein gleichmässiges, feuchtwarmes Tropenklima.

Warum sind Bananen krumm?

Der Grund für die Krümmung der Banane hat damit zu tun, dass die Früchte in Büscheln aus einem Fruchtstand (Knospe) wachsen, der sich mit zunehmendem Gewicht nach unten biegt. Die kleinen Früchte wachsen zunächst seitlich aus dem Stängel heraus. Im Laufe der Zeit wachsen sie aber immer mehr dem Sonnenlicht entgegen, da das Licht das Wachstum auf der oberen Seite der Banane stimuliert, was zu einer Krümmung weg vom Boden führt. Dieses Phänomen wird negative Geotropie (auch Gravitropismus) genannt.

Farbenprächtige Bananenknospe.

Bananen wachsen nicht auf Bäumen

Die Früchte dieser immergrünen krautigen Pflanzen wachsen an Stauden, deren Stamm nicht aus Holz besteht, sondern aus massiven aufgerollten, verhärteten Blattscheiden - ein sogenannter Scheinstamm. Die Bananenstaude kann zwischen drei und neun Meter hoch werden. Unterirdisch bildet die Pflanze einen Wurzelstock (Rhizom), aus dem horizontale Ausläufer treiben.

Eva verführte Adam mit einer Banane

In Sri Lanka hingegen besagt eine uralte Legende, dass es sich bei der verbotenen Frucht im Paradies um eine Banane handelte. Ältere Bezeichnungen für die Banane im deutschen Sprachraum - «Paradiesfeige» oder «Adamsfeige» - verweisen wohl ebenfalls auf die verbotene Frucht in der Geschichte vom Sündenfall.

Spätgotische Darstellung des Sündenfalls.

Ein Bündel Bananen wird «Hand» genannt

Eine Bananenknospe besteht aus etwa 14 Bananenbüscheln. Diese Bündel nennt man «Hand», und eine Hand hat rund 20 einzelne Bananen, die «Finger» genannt werden.

Bananen machen glücklich ...

Bananen enthalten viel Tryptophan: 18 Milligramm pro 100 Gramm. Der Körper benötigt Tryptophan, um Serotonin zu bilden. Dieser oft als «Glückshormon» apostrophierte Botenstoff beeinflusst unter anderem die Stimmung, die Schmerzwahrnehmung und den Schlaf-Wach-Rhythmus.

... und sie sind radioaktiv

Tatsächlich strahlen die gelben Früchte ein kleines bisschen: Da Bananen reich an Kalium sind - sie enthalten 468 Milligramm pro 100 Gramm -, sind sie eine natürliche Strahlungsquelle. Allerdings ist die Strahlung so gering, dass sie komplett vernachlässigbar ist: Der Verzehr einer Banane belastet den Körper mit einer Dosis von ungefähr 0,1 Mikrosievert (μSv). Um an einer durch Bananen verursachten Strahlenbelastung zu sterben, müsste man also mehrere Millionen Bananen auf einmal essen.

Das radioaktive Isotop Kalium-40 kommt in winzigen Mengen in Bananen vor.

Die meisten Bananen enthalten keine Samen

Bananen aus dem Supermarkt enthalten manchmal kleine schwarze Punkte, die wie Samen aussehen. Diese «Samen» sind jedoch unfruchtbar, und es ist vergebliche Liebesmüh, sie einzupflanzen - es wird keine neue Bananenstaude aus ihnen wachsen. Die meisten Bananen, die kommerziell vertrieben werden, sind von nur einer Sorte: Cavendish. Sie entwickelt die Samenanlagen in der Regel nicht; diese sind nur als leichte Verfärbungen im Querschnitt der Frucht zu sehen.

Der wichtigsten Bananensorte droht das Aus

Die Bananen der Sorte Cavendish sind seit den 1950er-Jahren die mit Abstand wichtigste Handelssorte weltweit. Doch diese erfolgreiche Banane hat ein Problem: Sie ist anfällig für die sogenannte Panamakrankheit, den Befall durch den Pilz Fusarium oxysporum TR4, der ihre Stauden absterben lässt.

Vom Pilz befallene Bananenstaude.

Aus Bananen macht man auch Ketchup und Bier

Auf den Philippinen ist beispielsweise eine Ketchup-Variante beliebt, die aus Bananen hergestellt wird. Orosa verwendete für das Bananenketchup Zutaten, wie sie für dessen aus Tomaten hergestellten Verwandten üblich sind: Essig, Zucker und Gewürze. Bananenketchup, das etwas süsser als Tomatenketchup schmeckt, ist allerdings von bräunlicher Farbe, weshalb oft noch rote Lebensmittelfarbe hinzugefügt wird.

In einigen Ländern Ostafrikas ist Pombe populär. Es handelt sich um Biersorten, von denen einige aus eigens dafür angebauten grossen Bananen mit dicker Schale hergestellt werden. Aber auch in Europa wird Bananenbier nach afrikanischer Rezeptur gebraut: Die belgische Brouwerij Huyghe stellt das Mongozo Banana Bier her.

Das Bananenbier der belgischen Brouwerij Huyghe wird oft aus einem exotischen Glas oder aus einer Kokosnuss getrunken.

Bananenschalen sind für vieles gut ...

Bananen kommen in einer praktischen Verpackung: Ihre Schale ist ein natürlicher Schutz für das weiche Fruchtfleisch. Die Schale ist obendrein auch noch essbar: Sie enthält viel Vitamin C sowie Vitamin B6, Vitamin K, Folsäure und - besonders interessant für Veganer - sogar Vitamin B12, das sonst fast nur in Lebensmitteln tierischer Herkunft vorkommt. Daneben enthält sie Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Phosphor und ist reich an Ballaststoffen.

Erstaunlich vielseitig verwendbar: Bananenschalen.

Daneben soll sich die Bananenschale auch für einige Lifehacks eignen: So kann man etwa Lederschuhe mit der Innenseite der Schale einreiben und dann mit einem weichen Tuch polieren. Und Enzyme vom Inneren der Schalen sollen den Juckreiz lindern, der nach Insektenstichen auftritt. Auch als natürliches Wundpflaster kann die Schale dienen - so wird sie zumindest in einigen Länder des Globalen Südens verwendet.

... aber wie sieht es mit dem Ausrutschen aus?

Die Sendung «Mythbusters» nahm sich des Phänomens 2009 an und kam zum Schluss, dass eine einzelne Bananenschale nicht zu einem Ausrutscher führt. Auf einer mit unzähligen Schalen bedeckten Betonfläche hingegen kam es zu mehreren Stürzen.

Bananen und Histaminintoleranz

Bei der Histaminintoleranz besteht wahrscheinlich ein Missverhältnis zwischen dem Angebot und dem Abbau von Histamin. Dieses Ungleichgewicht ruft eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome hervor, die in erster Linie durch histaminarme Ernährung therapiert werden. Im Allgemeinen sind Lebensmittel zu meiden, die Gärungs-, Reifungs- oder Fermentationsprozesse durchgemacht haben.

Bananen gegen Lebensmittelverschwendung

Eine braune Banane und ein Apfel mit eingedrückten Stellen, die man so vielleicht nicht mehr essen mag, sind super zum Backen oder zerdrückt ein tolles Geschmackserlebnis in einem Naturjoghurt oder Müesli. Ebenso gut lassen sich Früchte zu Smoothies verarbeiten.

Zahlen und Fakten

Der Pro-Kopf-Konsum schwankte von 2010 bis 2022 von 10,1 Kilogramm bis 11,8 Kilogramm. In Österreich liegt der jährliche Bananenkonsum pro Kopf bei ca. 12 kg.

Nährwerte pro 100g Banane:

NährstoffMenge
Kalium468 mg
Tryptophan18 mg

Bananen für Senioren: Gesund oder gefährlich? Die Wahrheit enthüllt! | SeniorenVital

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