Aus den Früchten der Saison kannst du Konfitüre selber machen. Die Aufstriche sind lange haltbar und passen zu Süssem wie Herzhaftem. Mit einer selbst gemachten Konfitüre oder einem Fruchtgelee kannst du die Früchte des Sommers haltbar machen. So erfreuen sie dich auch in der kalten Jahreszeit auf dem Zmorgebrötli oder im Dessert.
Eine Konfitüre ist einfach selber gemacht. Fruchtgelee ist ein glatter Aufstrich ohne Kerne, Konfitüren enthalten Fruchtstücke. Für Gelee siebt man die Fruchtmasse durch ein feinmaschiges Tuch ab. Und Konfitüre ist auch für herzhafte Gerichte ein Hit: Feigenkonfitüre beispielsweise passt zu einem Käse-Apéroplättli. Fisch und Fleisch lassen sich wunderbar mit Aprikosenkonfi glasieren.
Für selbstgemachte Konfitüre und Fruchtgelee braucht es nicht viel mehr als gute Zutaten. Das beste Ergebnis erreichst du mit reifen Früchten der Saison. Selbst gemachte Konfitüre kannst du mit einer einfachen Methode haltbar machen: dem Heisseinfüllen. Prima für Konfi sind Gläser mit Schraubdeckel und Einmachgläser mit einer intakten Gummidichtung. Bei den Schraubdeckeln solltest du besonders darauf achten, dass diese noch einwandfrei sind und luftdicht schliessen. Die Gläser sollten vor dem Befüllen steril, also keimfrei, sein. So ist die Konfitüre haltbar.
Der Zucker in der Konfitüre lässt die Fruchtmasse gelieren und macht sie lange haltbar. Eine klassische Konfitüre enthält deshalb immer Zucker. Konfitüre kannst du mit normalem Zucker oder Gelierzucker zubereiten. Gelierzucker enthält auch Apfelpektin und Zitronensäure. Möchtest du Konfitüre mit weniger Zucker zubereiten? Dann solltest du ein Rezept mit Gelierzucker 2:1 wählen, wie zum Beispiel unsere Zwetschgen-Vanille-Konfitüre.
Fruchtkonfitüre ist einfacher und schneller gemacht, als man oft denkt. Nicht alle Früchte gelieren gleich stark. Damit deine fertige Konfitüre auf jeden Fall die richtige Konsistenz hat, solltest du vor dem Einfüllen in die Gläser eine Gelierprobe machen. Für die Probe einen Teller kühl stellen, wenig heisse Konfitüre darauf geben. Dunkel und kühl gelagert ist deine selbstgemachte Konfitüre mindestens sechs Monate haltbar. Wenn sich auf der Konfitüre Schimmel gebildet hat, solltest du sie nicht mehr essen und entsorgen.
Die Einmachsaison hat begonnen und viele Obstsorten können nun in leckere Marmeladen verwandelt werden. Selbstgemachte Marmeladen schmecken viel besser, sie sind ein nettes kleines Geschenk und können sooo hübsch verpackt werden.
Es fängt schon mal damit an zu klären, welche Unterschiede es überhaupt zwischen Marmelade und Konfitüre gibt…Hierzu gibt es sogar eine EU-Richtlinie: Alles was aus Zitrusfrüchten eingemacht ist, wird als Marmelade bezeichnet. Konfitüre ist dann aus den restlichen Obstsorten hergestellt. Falls ihr eure eingemachten Gläser beschriften wollt, wisst ihr nun die amtlich korrekte Bezeichnung. Nur den Geschmack wird das wohl nicht weiter beeinflussen…
Das Extra in der „extra Konfitüre“ macht allerdings schon einen geschmacklichen Unterschied aus. Es gibt extra mehr Frucht und zwar mindesten 45g auf 100g Konfitüre. Die einfache Variante hat hingegen 35g Fruchtfleisch auf 100g Konfitüre. Auch der Zuckergehalt ist mehr bei der extra Konfitüre.Bei Gelee ist noch Fruchtsaft beigemengt. Der Zuckergehalt sollte mehr als 50% beinhalten. Für Fruchtaufstriche gibt es keine klare Richtlinie. Das kann irgendwie alles sein. Hauptsache Frucht und Zucker ist drin. Somit hätten wir dann alle wichtigen Einmachklassiker gedeckelt.
Es beginnt alles mit der Auswahl der Frucht…Und hier entscheidet sich maßgeblich, ob himmlischer Genuss oder geschmacklicher Rauswurf aus dem Paradies. Müsst ihr das Obst zum Einmachen kaufen, achtet auf frische Ware, die dann zum Verarbeiten sehr reif sein sollte. Dafür immer die Saison der Früchte beachten. Nur dann ist es wirklich von guter Qualität. Das Obst sollte auch möglichst keine Druckstellen haben. Um den besten Geschmack aus den Früchten zu holen, diese vor dem Zerkleinern nur kurz waschen. Beeren wie z.B. Himbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren nur behutsam mit einem Tuch abreiben. Dadurch behält das Obst sein volles Aroma.
Im Groben ist das Prozedere des Einmachens tatsächlich immer gleich. Hier eine Kurzanleitung zur Übersicht:
- Vorbereitungszeit: Die Früchte waschen, schälen und kleinschneiden. Wie klein ist abhängig davon wie fein ihr die Marmelade haben wollt. Kerne und Steine verursachen Zahnarztbesuche. Also raus damit! Danach die Früchte erst wiegen, um das Zuckerverhältnis richtig einzuschätzen. Dann die Früchte mit Zucker mischen und ruhen lassen. Das dauert je nach Rezept zwischen zwei bis zwölf Stunden.
- Zeit fürs Kochen: Die fruchtig-süße Mischung in einen großen Topf geben. Alles aufkochen lassen und nur manchmal etwas umrühren. Zwischendurch könnt ihr schon mal die Marmeladengläser vorbereiten. Sie sollten steril sein und deswegen ausgekocht werden.
- Zeit zum Einfüllen: Gläser auf ein warmes Tuch stellen und mit einem Trichter die heiße Marmelade einfüllen. Noch ungefähr einen Zentimeter unterhalb des Glasrandes Platz lassen. Danach den Deckel gut verschließen. Jetzt wird das Glas für fünf bis zehn Minuten auf den Kopf gestellt. Die Luft kann dadurch aus dem Hohlraum entweichen. Ob alles gut verlaufen ist, erkennt ihr daran, wenn der Deckel leicht gewölbt ist.
Wichtig ist, dass die Gläser Luftdicht verschließen. Hier gibt es verschieden Arten von Einmachgläsern in die ihr eure selbstgemachte Marmelade füllen könnt. Ein klassisches Einmachglas oder Einkochglas hat Gummiringe, damit die Marmelade luftdicht verschlossen ist und vor dem Wasserbad des Einkochens geschützt ist. Für eine längere Lagerung von Eingemachten ist es allerdings besser Twist-Off-Gläser zu verwenden. Das sind die herkömmlichen Schraubverschluss-Gläser, in denen auch die Marmeladen aus dem Supermarkt angeboten werden.
Statt also diese Gläser nach Gebrauch zum Altglascontainer zu bringen, lieber aufbewahren für die nächste Einmachsaison. Dafür das Glas sterilisieren. Bei den Gläsern mit Schraubverschluss müsst ihr diese randvoll mit Marmelade füllen und sofort gut verschließen. Das Glas für einige Minuten auf den Kopf stellen und zum Abkühlen mit einem Handtuch bedecken. Während der Abkühlungszeit entsteht nämlich ein Unterdruck unter dem Deckel. Das könnt ihr dann sogar an der Wölbung des Deckels erkennen.
Viele Wege führen hier zum sterilen Glas. Sauberkeit ist beim Einmachen das A und O. Die Gläser können im Backofen bei 120º Grad für mindestens zehn Minuten keimfrei gebacken werden. Für Umluftbacköfen reichen 100º Grad aus. Mit dem Geschirrspüler ist ein steriler Zustand der Einmachgläser auch möglich. Dann muss nur mit reichlich heißem Wasser nachgespült werden. Der Deckel der Marmeladengläser benötigt eine extra Behandlung. Dieser kann in Essigwasser ausgekocht werden und muss mit heißem Wasser mehrmals ausgespült werden. Bei Einmachgummis übrigens genauso vorgehen. Abschließend auf einem sauberen Küchentuch mit offenen Deckeln alles abtropfen lassen.
Da die Twist-Off-Gläser gebraucht ja häufig nicht so dekorative Deckel haben, kann man diese selber liebevoll gestalten. Den Einmachgläsern mit Gummiringen steht eine individuelle Dekoration ebenfalls gut. Eine klassische Variante der Marmeladenglas-Deko ist ein Stück Stoff um den Deckel mit einem Band oder Gummi zu spannen. Ansonsten eignen sich auch Stoffe oder Stoffreste gut. Einfach mit einer Zackenschere ausschneiden und mit Dekoband an das Einmachglas binden. Alternativ können die Deckel der Twist-Off-Gläser mit Tafelfarbe angemalt und mit Kreidestiften beschriftet werden. Was drin ist, muss ja drauf stehen. Darum gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten zum Gestalten: Etiketten, Tags, Anhänger, Stempel, Sticker und vieles mehr.
Ein schattiges Plätzchen ist Marmeladen ganz recht. Kühl, trocken und dunkel genug ist es zum Beispiel in einem Vorratskeller oder in einer Abstellkammer. Offene selbstgemachte Marmelade am besten im Kühlschrank aufbewahren und das nicht zu lange. Deshalb eignen sich unsere kleinen Einmachgläser sehr gut für alle, die nicht täglich Marmeladenbrote essen. Ich habe mir übrigens angewöhnt grundsätzlich meine Marmelade mit einem Löffel aus dem Glas zu befördern, statt mit dem Buttermesser hinein zu langen. Dadurch kommen keine „Fremdkörper“ in die Marmelade und sie schimmelt nicht so rasch.
Nicht nur im Garten, sondern auch in der freien Natur wächst so Manches, das man gut nutzen kann. Es gibt einige Schätze, die uns manchmal am Wegesrand, auf einer Lichtung oder in einer einsamen Ecke des Waldes entgegen strahlen: Leckere Wildfrüchte oder Wildobst. Die bekanntesten Wildfrüchte sind wohl Brombeeren, Himbeeren und Walderdbeeren, die mancherorts völlig alleine gelassen vor sich hin wuchern. Aber es gibt auch noch einige andere Wildfrüchte und Wildobstsorten, die man sammeln kann.
Dabei gibt es grundsätzlich nur wenige Regeln: Nicht alles komplett absammeln, da sich auch so manches Tier darüber freut. Und nur das ernten, was man auch wirklich kennt. Es gibt nämlich auch viele giftige Wildfrüchte, die den ungiftigen teilweise stark ähneln. Will man das Gesammelte direkt vom Strauch roh essen, sollte man sich zudem bei der bestimmten Wildfrucht erkundigen, ob dies gesundheitsschädlich sein kann. Ansonsten besser gleich alles vor dem Essen abkochen, was Sie in Wäldern und auf Wiesen sammeln.
Den Anfang im Frühsommer machen bereits die Blüten einer Wildfrucht, nämlich die des Holunders. Sie eignen sich wunderbar für die Herstellung von Sirup, der mit Wasser oder Alkoholischem, Stichwort «Hugo», ein frischer Genuss ist. Auch hier gilt: Nicht alles absammeln, denn zahlreiche Nektarliebhaber unter den Insekten fliegen auf die intensiv duftenden Blüten. Werden die Blüten dieser Wildfrüchte gänzlich entfernt, gibt es im Herbst zudem keine Holunderbeeren, die als Saft oder Gelee eingekocht genauso lecker schmecken.
Eine andere geniessbare Wildrucht ist der Speierling. Früher war die wildbirnenähnliche Frucht hauptsächlich in der Saftzubereitung sehr wichtig, da sie einen hohen Gerbsäureanteil besitzt und damit pur nahezu ungeniessbar ist. Hierfür kann man sie auch noch immer nutzen, ebenso wie für Mus oder im Auflauf.
Die orangenen Früchte der Eberesche, auch Vogelbeere genannt, gelten hartnäckig aber fälschlicherweise als giftige Wildfrüchte. Nur roh trifft das zu, gekocht können sie ohne Weiteres genossen werden. Sie enthalten die so genannte Parasorbinsäure, die zwar Magenbeschwerden auslöst, sich durch Kochen allerdings zu unschädlicher Sorbinsäure wandelt. Im Tirol oder in der Steiermark ist ein Schnaps aus den Beeren ein traditionelles Getränk und auch als Konfitüre lassen sich die sehr Vitamin C-haltigen Vogelbeeren sehr gut verarbeiten. Vor der Verwendung sollten sie allerdings Frost abbekommen haben.
Ähnlich der Vogelbeeren sollten die blau- violetten Schlehen, die auch Schwarzdorn genannt werden, einmal Frost abbekommen. Diese Wildfrucht enthält ebenfalls viel Vitamin C und ist gut für Konfitüre-Rezepte geeignet. Die etwas an Hagebutten oder Quitten erinnernden Früchte der Mispeln können wie Quitten verarbeitet werden und der orangefarbene Sanddorn ist beispielsweise in Norddeutschland eine Delikatesse, die zu Schnaps, Likör oder Marmelade gemacht wird. Getrocknet ist Sanddorn beliebt als Gewürz oder in Kräutertees.
Neben vielen anderen Wildobst-Sorten wohl mit am beliebtesten sind die Hagebutten für Gelees, Marmeladen oder andere Rezepte. Die Wildfrüchte einiger Rosensorten wie der Hundsrose sind vielfältig zu verarbeiten. Und wohl die beste Marmelade aus Wildfrüchten, aber auch Edelbrände oder Kompott, können Sammler von der roten Kornelkirsche zubereiten. Die Pflanzen der auch als Tierlibaum bekannten Wildfrüchte-Art gibt es heute zudem als Kultursorten in gut sortierten Baumschulen.
Sind einige geniessbare Wildfrüchte roh zumindest nicht besonders lecker oder bereiten Magenprobleme, gibt es auch einige richtig giftige Wildfrüchte. Hierzu zählen der Liguster, Wilder Wein oder Eibe. Wohl die giftigste Wildfrucht ist die Tollkirsche. Wer Wildfrüchte sammeln gehen möchte, sollte sich daher auf jeden Fall auskennen. Und da so manches Wildobst einen zumindest ungeniessbaren Verwandten hat, kann ein Fachmann oder unter Umständen ein Bestimmungsbuch beim Wildfrüchte sammeln auf keinen Fall schaden. Ein Beispiel: Während der gängige Wacholder ein Gewürz ist, ist der zierende Kriechwachholder für den Garten giftig.
Viele Wildfrüchte lassen sich auch im eigenen Garten anbauen. Was wir von Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren und Heidelbeeren kennen, gilt auch für viele der hier genannten Wildfrüchte. Sie wachsen im überwiegenden Teil als Hecken bis etwa zweieinhalb Metern Höhe und sind als solche eine attraktive Pflanze, über die sich auch viele Insekten und Vögel freuen. Manche Wildfrüchte wie die Heidelbeere, die einen sauren pH-Wert der Erde mag, stellen zwar besondere Bedingungen an den Boden. Aber das ist eher die Ausnahme.
Eine weitere Möglichkeit, Obst haltbar zu machen, ist das Einmachen. Für das Herstellen von Konfitüren oder Gelées eignen sich sehr viele Früchte. Bei der Herstellung von Konfitüren und Gelées kannst du dich kreativ austoben. Durch die Zugabe von verschiedenen Gewürzen wie Chili, Ingwer, Vanille, Lavendel, Zimt u.v.m. verleihst du deiner Konfitüre ein ganz besonderes Aroma. Auch frische Kräuter wie Rosmarin und Thymian können gut verwendet werden. Ob Cognac, Rum, Grand Marnier oder Likör - Alkohol hinterlässt im Abgang einen feinen Geschmack. Konfitüren müssen auch nicht nur aus einer Sorte Frucht bestehen - mische doch einfach mal unterschiedliche Früchte und erlebe neue Aromen.
Damit die Konfitüre lange haltbar ist, sollten nur einwandfreie Früchte verwendet werden. Ebenfalls ist sauberes Arbeiten das A und O. Je mehr Pektin die Früchte von Natur aus enthalten, desto besser geliert die Masse. Früchte, die von Natur aus wenig Pektin enthalten, werden oft zusammen mit gut gelierenden Früchten verarbeitet. Das Pektin braucht zum Gelieren genügend Säure. Sind die Früchte nach einem sonnigem Sommer sehr süss, sollte auf 1 kg Früchte etwa 1 dl Zitronensaft oder 1 Beutel Zitronensäure beigegeben werden, damit sie besser gelieren.
Für ein sicheres Gelingen hilft Gelierzucker oder Dr. Oetker Gelfix. Die Produkte ergänzen das natürliche Pektin der Frucht. Konfitüre kann auch mit gefrorenen Früchten und Beeren hergestellt werden. Die Früchte oder Beeren sollten dafür in tiefgekühltem Zustand abgewogen und in einer Schüssel aufgetaut werden. Der entstandene Saft kann aufgefangen und bei der Zubereitung mitverwendet werden.
Das Verhältnis zwischen Frucht und Zucker muss stimmen, damit die Konfitüre schön fest wird. Mit Dr. Oetker Gelfix ist es möglich, den Zuckeranteil stark zu reduzieren. Je grösser der Zuckeranteil in der Konfitüre ist, desto länger kann sie aufbewahrt werden.
Ob mit oder ohne Gelierhilfen, es ist wichtig, dass du jeweils eine Gelierprobe machst, damit du beim Öffnen der Gläser deiner selbst gemachten Konfitüre keine böse Überraschung erlebst. Für die Gelierprobe 1 bis 2 TL vom heissen Kochgut auf einen kalten Teller geben. Wird die Gelierprobe nicht gleich fest, einen Beutel Zitronensäure einrühren und noch etwas länger kochen lassen.
Am besten eignen sich Gläser mit Schraubdeckel und Einmachgläser. Die Gläser und Deckel müssen sauber sein, sonst kann sich bei der Lagerung Schimmel bilden. Am besten werden die Gläser und Deckel für etwa 5 Minuten ausgekocht. Danach an der Luft trocknen lassen und nicht mit einem Geschirrtuch trocknen, da dies Bakterien übertragen kann, welche Schimmel fördern.
Selbst gemachte Konfitüren sollten immer kühl und dunkel gelagert werden. Je weniger Licht an die Gläser gelangt, desto schöner bleibt die Farbe. Die Nächte sind wieder kühler; der Herbst ist da, mit seiner ganzen Pracht an Farben. Die Sträucher hängen voller Früchte, und in früheren Zeiten gingen die Menschen raus zum Sammeln. Heute besinnt man sich wieder auf dieses alte Wissen, und man findet überall Rezepte und Tipps mit Exotischem aus der heimischen Natur.
Die Früchte werden erst durch die richtige Verarbeitung zum Genuss. Aus Sanddorn kann man Tee, Nektar oder Marmelade zubereiten. Schlehe und Kornelkirsche eignen sich für Konfitüre, Kompott, Saft oder zur Weiterverarbeitung für Liköre oder Schnäpse. Und wer kennt nicht den leckeren Holunderblütensirup? Die Früchte des Schwarzen Holunders eignen sich hervorragend für Gelee oder Saft.
Im Frühjahr ist der Chinesische Blütenhartriegel eine wahre Augenweide. Im Herbst locken die an Erdbeeren erinnernden Früchte. Wenn die Früchte weich sind und man sich durch die ledrige Schale gekämpft hat, kann man den süssen, an Mango oder Melone erinnernden Geschmack geniessen. Auch die Blutpflaume kennt man in erster Linie als Zierstrauch. Im März/April leuchten die zuerst hellrosa und im aufgeblühten Zustand weissen Blüten am ganzen Strauch oder kleinen Baum. Ab September sind die grossen süss-saftigen Früchte reif.
Der Strauch oder kleine Baum bezaubert im Mai/Juni durch seine sternförmigen weissen Hochblätter, welche die unscheinbaren Blüten umgeben. Im Herbst entwickeln sich rote Früchte, und das Laub färbt sich scharlachrot. Der Chinesische Blütenhartriegel benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Der mehrstämmige Strauch mit locker überhängenden Zweigen oder kleinkronige Baum bildet von April bis Juni unzählige Büschel mit weissen Sternblüten. Die Felsenbirne hat nichts mit Birnen zu tun. Der Strauch bildet süsse, saftige Früchte, die an Heidelbeeren erinnern. Die Reifezeit ist von Juli bis August.
Der einheimische Strauch trägt vor dem Blattaustrieb unscheinbare Blüten, belohnt aber im Herbst mit reichem orangefarbigem Fruchtbehang bis tief in den Winter hinein. Männliche und weibliche Blüten sitzen auf verschiedenen Pflanzen, daher ist für die Befruchtung mindestens eine männliche nötig. Die Gewöhnliche Schlehe ist im März/April übersät mit einer Fülle kleiner weisser Blüten. Im Herbst trägt der einheimische Strauch dekorative blaubereifte schwarze Früchte, die nach dem ersten Frost nutzbar sind. Mit dem rotbraunen Blattaustrieb, den weissen Doldenrispen im Mai, den schwarzen Früchten und der roten Blattfärbung im Herbst ist dieser Strauch durchs ganze Jahr interessant.
Der einheimische langsam breit aufrecht wachsende Strauch oder Baum blüht von März bis April, vor dem Laubaustrieb. Er bildet sehr zahlreiche grosse kugelige Dolden mit goldgelben sternförmigen Einzelblütchen, die leicht duften. Die länglichen glänzendroten herb-säuerlichen Früchte reifen von September bis Oktober. Der Schwarze Holunder trägt im Mai/Juni crèmeweisse stark duftende Blütendolden und im Herbst grosse hängende Fruchtstände mit unzähligen kleinen kugeligen glänzend schwarzen Beeren.
Die Grundzutaten einer Konfitüre sind simpel: Früchte und Zucker. Diese werden im Verhältnis 1:1 miteinander verkocht, also zum Beispiel 1 Kilogramm Aprikosen und 1 Kilogramm Zucker. Das ist die Faustregel. Es ist aber auch möglich, Konfitüre mit weniger Zucker herzustellen. Normaler Haushaltszucker funktioniert in jedem Fall. Gelierzucker enthält zusätzliches Pektin und meist auch Zitronensäure. Beides hilft, dass die Konfitüre geliert, also fest wird - auch mit weniger Zucker. Für Anfänger*innen ist Gelierzucker ein sicherer Wert, auf der Verpackung steht jeweils in welchem Verhältnis man ihn verwendet. Achtung: Der Zuckergehalt wirkt sich auf die Haltbarkeit einer Konfitüre aus.
Wenn immer möglich, reife Früchte der Saison verwenden. Gut zu wissen: Gewisse Früchte haben einen hohen Pektingehalt und gelieren darum sehr leicht. Das sind zum Beispiel Pflaumen, Stachelbeeren, Äpfel, Quitten, Zitrusfrüchte, Johannisbeeren oder Rhabarber. Andere Früchte wie Erdbeeren, Kirschen und Holunder gelieren schlecht. Mittelmässig gut sind Aprikosen, Himbeeren oder Brombeeren. Der Trick besteht darin, dass man schlecht gelierende Früchte mit gut gelierenden kombiniert. Bewährte Kombinationen sind etwa Erdbeer-Rhabarber oder Kirschen-Johannisbeeren. Der Pektingehalt ist auch ein Grund, wieso in vielen Rezepten Zitronensaft in die Konfitüre gegeben wird.
Mit reifen, saisonalen Früchten wird Konfitüre besonders fein. Wenn eine Konfitüre schimmlig wird, war der Deckel zu wenig dicht - oder bei beim Abfüllen sind irgendwelche Bakterien ins Glas gekommen. Darum: Sauberes Arbeiten ist Pflicht beim Konfitüre kochen! Die Gläser werden vor dem Einfüllen sterilisiert.
Gelierverhalten verschiedener Früchte
Hier ist eine Übersicht über das Gelierverhalten verschiedener Früchte, um die perfekte Kombination für Ihre Konfitüre zu finden:
| Gut gelierend | Mittelmässig gelierend | Schlecht gelierend |
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Der Juli ist der Beeren-Monat. Viele der leckeren Früchte sind jetzt reif. Bis in den Herbst hinein kann man noch diverse Sorten ernten, dann bleiben nur noch die Vorräte. Dazu gehören seit Jahrhunderten traditionell gefertigte Marmeladen.
Nach EU-Regeln dürfen nur noch Fruchtaufstriche aus Zucker und Zitrusfrüchten als Marmelade bezeichnet werden. Fruchtstücke sind dabei auch tabu. Da mit EU-Regeln aber keine Traditionen gebrochen werden können, ist diese Regelung offiziell nur für den innergemeinschaftlichen Handel von Bedeutung.
Eine traditionelle Marmelade ist schon immer das Gelee. Es wird nicht aus dem Fruchtfleich, sondern aus dem Fruchtsaft hergestellt. Dabei lassen sich Beeren hervorragend verwenden.
Erdbeermarmelade selbst machen für Anfänger - mit Tipps und Tricks! 🍓😃
Im Folgenden ein Rezept zum Marmelade selber machen. Zunächs die Gläser und die Deckel langsam mit kochendem Wasser ausspülen und auf einem Tuch zum Trocknen abstellen. Danach die Himbeeren gut auslesen, anschließend in stehendem Wasser vorsichtig waschen und dann gut abtropfen lassen. Dann die Himbeeren in einen Topf mit 200 ml Wasser geben und zum Kochen bringen. Anschließend mit aufgelegtem Deckel ca. Anschließend das Ganze durch ein mit einem Leinentuch abgedecktes Sieb gießen und darunter in einer passenden Schüssel auffangen. Um den vollständigen Saft der Beeren zu erhalten, leichten Druck auf die Früchte im Sieb geben, mit einer Kelle, Schaumlöffel o.ä. Vom aufgefangenen Saft der Beeren 1 Liter in einen Topf geben und mit dem Gelierzucker gut verrühren. Hiernach diese Masse zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren etwa 4 Minuten kochen lassen.
Dann die obligatorische Gelier-Probe durchführen: Dazu 2 Teelöffel der Fruchtmasse auf einen kleinen Teller geben, kurz abkühlen lassen und schräg halten. Am besten verwendet man hierzu einen Trichter. Die Schöpfkelle ist aber auch gut geeignet. Gläser gut verschließen und für einige Minuten auf den Kopf stellen. Damit wird der nötige Druck auf den Deckel erzeugt, um die Dichtheit bei der Lagerung zu sichern.
