Fertigsalat im Test: Keimbelastung und Pestizide – Eine Übersicht

Abgepackte Salate sind eine bequeme Möglichkeit, um schnell an Vitamine zu gelangen. Allerdings zeigen Studien, dass viele dieser Salate bereits vor Ablauf des Verbrauchsdatums mit einer hohen Anzahl von Keimen belastet sein können. Eine Untersuchung des Konsumentenmagazins «K-Tipp» ergab, dass nur ein kleiner Teil der im Einzelhandel erhältlichen abgepackten Salate hygienisch unbedenklich ist und keine Pestizidrückstände aufweist.

In Deutschland wurde eine Studie von Stiftung Warentest durchgeführt, die ergab, dass viele abgepackte Salate eine hohe Keimbelastung aufweisen. Die Stiftung Warentest nahm in Deutschland Beutelsalate unter die Lupe und fand jede Menge Keime.

Ergebnisse der Stiftung Warentest

Das Fazit von Stiftung Warentest war deutlich: «Im Test war kein Produkt am Verbrauchsdatum von guter mikrobiologischer Qualität».

  • 9 von 19 küchenfertigen Salaten enthielten zu viele Hefen oder Schimmelpilze.
  • Diese können bei empfindlichen Personen zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Auch in der Schweiz wurden ähnliche Ergebnisse erzielt. Ein Test von «Saldo» aus dem Jahr 2008 zeigte, dass jeder fünfte getestete Beutel mit zu vielen Keimen belastet war. Drei von sieben Migros-Proben überschritten die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM).

Es ist bei jedem Lebensmittel so, dass es durchs Aufschneiden problematisch werden kann. Die Oberfläche vergrössert sich, es entsteht Saft und durch die Schnittflächen können Keime eintreten. In den Salaten wurden unter anderem Hefen oder Schimmelpilze, aber auch Enterobakterien und Pseudomonaden gefunden.

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Stichproben-Test in Schweizer Läden

Eine aktuelle Stichprobe des Konsumentenmagazins «K-Tipp» zeigt, dass die Situation weiterhin problematisch ist:

  • Vier von fünf Fertigsalaten sind hygienisch bedenklich.
  • Nur jeder fünfte Salat ist hygienisch einwandfrei.

Insbesondere Mischsalate fielen negativ auf. Einige Salate waren mit über zwei Millionen Enterobakterien pro Gramm kontaminiert - ein klarer Indikator für mangelnde Frische und unzureichende Hygienestandards. Darunter fallen der «Kunterbunt mit Kräuter Vinaigrette» von Select & go von Lidl und der «Bio Saison Salat» von Coop Naturaplan.

Reaktionen der Detailhändler

Einige Detailhändler haben auf die Ergebnisse der Tests reagiert:

  • Coop: Betonte, dass Enterobakterien natürlich in Salaten vorkommen und die Anzahl nicht unbedingt aussagekräftig sei.
  • Alnatura: Entfernte vorläufig zwei belastete Produkte der Marke «Bio Kraftstoff» aus dem Sortiment, nachdem Rückstände des Insektenvernichtungsmittels Acetamiprid gefunden wurden.
  • Aldi: Beteuerte, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt seien, trotz des Fundes von zwei Pestiziden in ihren Hörnlisalaten.
  • Denner: Sah sich mit dem Nachweis des Unkrautvernichters Glyphosat konfrontiert, gab jedoch keine Stellungnahme ab.

Belastungen und ihre Gefahren

In den Salaten wurden verschiedene Arten von Keimen gefunden, darunter:

  • Hefen und Schimmelpilze: Können bei empfindlichen Personen Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
  • Enterobakterien: Ein Indikator für mangelnde Frische und unzureichende Hygienestandards.
  • Pestizide: Rückstände von Insektenvernichtungsmitteln wie Acetamiprid oder Unkrautvernichtern wie Glyphosat.

Obwohl Schimmelpilze in vielen naturbelassenen Lebensmitteln vorkommen, können bestimmte Arten in höheren Konzentrationen gesundheitsgefährdend sein. Glyphosat wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft.

Massnahmen zur Qualitätssicherung

Einige Detailhändler haben Massnahmen ergriffen, um die Qualität ihrer Salate zu verbessern. Die Migros erklärte, dass sie ihre Qualitätssicherheitsmassnahmen seither verbessert habe. «Im letzten Jahr lagen die Werte unserer Untersuchungen durch Swiss Quality Testing Services etwa bei den aeroben mesophilen Keimen alle unterhalb des von der DGHM empfohlenen Richtwerts», so Mediensprecherin Christine Gaillet.

Tipps für Konsumenten

Um das Risiko einer Kontamination zu minimieren, sollten Konsumenten folgende Tipps beachten:

  1. Den Salat vor dem Essen immer waschen, auch wenn auf der Verpackung «fixfertig» steht.
  2. Mischsalat möglichst rasch verzehren.
  3. Eine essighaltige Sauce verwenden, da die Säure Bakterien abtötet.

Positive Beispiele

Es gab auch positive Ergebnisse in den Tests: Einzelgemüsesalate schnitten tendenziell besser ab. Eine saubere Weste behielten unter anderem der Linsen- und Randensalat von Migros Bio sowie ein Rüeblisalat von Denner.

Reaktionen der Grossverteiler

Unter den in Deutschland getesteten Grossverteilern waren mit Aldi und Lidl auch zwei in der Schweiz vertretene Lebensmittelhändler. Beide distanzierten sich von den deutschen Ergebnissen:

  • Aldi: «Aldi Suisse bezieht die Fertigsalate von einem Schweizer Lieferanten. Die Produktionsmethode in der Schweiz unterscheidet sich von jener in Deutschland.»
  • Lidl: «Den von der Stiftung Warentest getestete Artikel gibt es bei Lidl Schweiz nicht. Wir verfügen über eine eigene, unabhängig arbeitende Qualitätskontrolle.»

Zusammenfassung der Testergebnisse

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse der verschiedenen Tests zusammen:

Test Ergebnis Bemerkungen
Stiftung Warentest (Deutschland) Hohe Keimbelastung Kein Produkt von guter mikrobiologischer Qualität am Verbrauchsdatum
Saldo (Schweiz, 2008) Jeder fünfte Beutel zu stark belastet Drei von sieben Migros-Proben überschritten DGHM-Richtwerte
K-Tipp (Schweiz, aktuell) Vier von fünf Fertigsalaten bedenklich Hohe Belastung mit Enterobakterien und Pestizidrückständen

tags: #aldi #fertig #salat