Ketchup ist eine beliebte Würzsauce, die in vielen Haushalten zu finden ist. Allerdings ist vielen Konsumenten nicht bewusst, wie viel Zucker in Ketchup enthalten sein kann. Dieser Artikel beleuchtet den Zuckergehalt verschiedener Ketchup-Sorten, vergleicht diese und diskutiert die gesundheitlichen Auswirkungen eines hohen Zuckerkonsums. Zudem werden Tipps gegeben, wie man Zuckerfallen im Alltag vermeiden und gesündere Alternativen finden kann.
Unglaublich: So viel Zucker steckt tatsächlich in Ketchup!
Zuckergehalt im Ketchup: Ein Vergleich verschiedener Marken
Ein Test von 15 Ketchups zeigte, dass viele Produkte wenig Tomaten, aber viel Zucker enthalten. Ein unabhängiges Labor in der Schweiz analysierte zwölf Ketchups und ermittelte den Zuckergehalt. Hier einige Beispiele für den Zuckergehalt in verschiedenen Ketchup-Sorten:
- Heinz Ketchup: 22 g Zucker auf 100 g
- M-Classic Ketchup: 21 g Zucker auf 100 g
- Tomaten Ketchup, Lidl: 23,5 g Zucker auf 100 g
- M-Budget Tomaten Ketchup: 5 g Zucker auf 100 g
Es gibt jedoch auch Ketchups mit deutlich weniger Zucker. Analysen zeigen, dass der Zuckergehalt im Coop-Bio-Ketchup und im Migros-Tomato-Ketchup bei rund 13 Gramm liegt. Noch weniger Zucker steckt im M-Budget-Produkt, das allerdings zusätzlich künstliche Süssstoffe enthält.
Einige Anbieter werben mit «30 Prozent weniger Zucker» bei Kinder-Ketchups. Allerdings enthalten die getesteten Kinder-Ketchups ebenso viel Zucker wie der Grossteil der anderen Produkte.
Der K-Tipp kritisierte käufliche Ketchups und wies darauf hin, dass das Heinz-Ketchup eine echte Zuckerbombe ist: 23,3 g Zucker auf 100 g - das sind mehr als sechs Würfelzucker. Die zwei teuersten Produkte im Test heben sich mit überdurchschnittlich vielen gesunden Inhaltsstoffen deutlich ab.

Vergleich des Zuckergehalts in verschiedenen Ketchup-Sorten.
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Zucker in Ketchup
Ein hoher Zuckerkonsum kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen. Zucker kann zu Bluthochdruck, Karies, Fettleibigkeit und Diabetes führen. Zu viel Zucker ist schädlich, weil er zu einer schnellen Blutzuckererhöhung führt, was langfristig Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes begünstigen kann. Er liefert leere Kalorien, die zu Übergewicht und Fettleibigkeit beitragen, was wiederum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Zudem fördert Zucker Karies und kann indirekt die Leber belasten. Ein übermässiger Zuckerkonsum steht auch im Verdacht, Entzündungsprozesse im Körper zu verstärken.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die Aufnahme von freiem Zucker auf maximal 5% des täglichen Kalorienbedarfs zu begrenzen. Bei einer durchschnittlichen Kalorienzufuhr von 2000 kcal pro Tag entsprechen 10 Prozent etwa 50 Gramm freiem Zucker. Da ein Würfelzucker etwa 3,5 Gramm wiegt, wären 50 Gramm etwa 14 Würfelzucker pro Tag.
Alternativen und Tipps zur Reduzierung des Zuckerkonsums
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Zuckerkonsum zu reduzieren und gesündere Alternativen zu finden:
- Selber kochen: Selbstgemachtes Ketchup schmeckt besser als gekauftes, enthält weniger Zucker und ist leicht zuzubereiten.
- Bio-Ketchup wählen: Bio-Ketchups enthalten oft mehr Tomaten und weniger Zucker.
- Zutatenliste beachten: Zucker verbirgt sich hinter verschiedenen Bezeichnungen wie Glukosesirup, Fruktosesirup oder Maltodextrin.
- Unverarbeitete Produkte bevorzugen: Kaufen Sie möglichst unverarbeitete Produkte und kochen Sie selbst.
- Weniger Fertigprodukte: Möglichst keine Fertigprodukte verwenden. So können Sie selbst entscheiden, wo Sie Zucker «drin» haben wollen und wo nicht.
- Saftschorlen trinken: Anstelle von purem Saft trinkt man besser Saftschorlen aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser.
Einige Hersteller bieten auch Ketchup-Sorten ohne Zuckerzusatz an. Connie’s Kitchen nutzt beispielsweise Datteln, Äpfel und Kürbis anstelle von Zucker.
Die Rolle von Tomaten und Lycopin
Tomaten sind gesund und enthalten Lycopin, einen Pflanzenstoff, der Zellen schützen kann. Ketchups aus reifen Tomaten sind am besten für das Immunsystem. Beim Lycopin schnitten die Bio-Ketchups am besten ab: Jene von Naturaplan und Don Antonio enthielten im Test zwischen 220 und 230 Milligramm des Pflanzenstoffs pro Kilogramm. In den konventionellen Ketchups von Heinz, Denner und Coops Prix-Garantie-Linie war laut «Saldo» nur knapp halb so viel Lycopin drin.

Hausgemachtes Ketchup: Eine gesunde Alternative.
Fazit
Der Zuckergehalt in Ketchup kann erheblich variieren. Es ist wichtig, die Zutatenliste und Nährwertangaben zu beachten und bewusste Entscheidungen zu treffen. Selbstgemachtes Ketchup und Bio-Ketchups können eine gesündere Alternative sein. Durch die Reduzierung des Zuckerkonsums und die Wahl gesünderer Alternativen können Sie Ihre Gesundheit fördern und das Risiko von ernährungsbedingten Krankheiten verringern.
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