Das Truthuhn, auch bekannt als Pute oder Trute, ist ein faszinierendes Tier mit einer reichen Geschichte und vielfältigen kulturellen Bedeutung. Seine Ursprünge liegen in Nord- und Mittelamerika, doch im Laufe der Jahrhunderte hat es seinen Weg in Küchen und Traditionen auf der ganzen Welt gefunden. Dieser Artikel beleuchtet die Herkunft des Truthahns, seine Rolle in verschiedenen Kulturen und einige interessante Fakten rund um diesen bemerkenswerten Vogel.
Ursprung und Domestizierung
Das Truthuhn (auch Pute oder Trute genannt) ist in Mexiko und Nordamerika beheimatet und zählt zu den grössten Hühnervögeln.

Verbreitungsgebiet des Truthahns in Nordamerika
Domestiziert wurde es vor rund 2.500 Jahren, mit den spanischen Seefahrern gelangte es gegen Ende des 15. Jahrhunderts nach Europa.
Nach der Entdeckung Amerikas kamen bereits um 1520 herum durch spanische Seeleute Truthühner nach Europa. Vorerst wurden die neuen Vögel von begüterten Familien und Adeligen auf grossen Gutshöfen gehalten.
Truthahn in der Landwirtschaft
Seit je her werden Puten wegen ihres fett- und kalorienarmen Fleisches gehalten. In den vergangenen 40 Jahren wurde die Putenmast aber hochgradig intensiviert. Infolge moderner Selektionsmethoden wurden die Tiere auf einen raschen und zugleich hohen Fleischzuwachs (v.a. Brust) gezüchtet.

Putenmast in der modernen Landwirtschaft
Man geht davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der „Mastputen“ an Erkrankungen leidet, die durch diese Zucht verursacht sind. Besonders gravierend sind Deformationen des Skeletts, welches das schnell wachsende Muskelgewicht nicht mehr tragen kann.
Hinzu kommen Probleme bei der Haltung. In konventionellen Mästereien dürfen 7 bis 8 Tiere pro m2 gehalten werden. In der Regel handelt es sich dabei um gigantische, unstrukturierte Hallen, die bloss von Futterbahnen und Tränkelinien durchzogen sind.
Seit 2004 züchten wir die Cröllwitzer Truten (Puten). Sie gehören zu den kleineren Truten. Der Hahn wird ca. 7-8 kg, die Henne 4-5 kg schwer.
Truten brauchen einen grossen Stall und viel grünen Auslauf. Pro Tier ca. 25 Quadratmeter Auslauf. Ausgewachsene Truten fressen vor allem Gras, als Beikost Insekten und Früchte dazu Legehennen Mehl.
Besonders lieben Truten auch die Brennnesseln welche sie überall sofort abpicken, sehr zur Freude von uns.
Truten brüten gerne und sind im allgemeinen gute Mütter. Oft hilft auch der Puter bei der Aufzucht mit. Kleine Truten sind heikel in der Aufzucht. Ihr Kükenflaum erträgt keine Nässe, sie erkälten sich und sterben.
Eine gute Truthenne spürt das Nahen des Regens. Entweder sie setzt sich nieder und nimmt die Kücken unter sich oder sie geht in den Stall mit den Kleinen. Die kleinen Truten fressen zu Beginn fast ausschliesslich Insekten. Im Winter sind unsere Truten nachts im schützenden Stall, tagsüber gehen sie aber gerne in den Schnee.
Truteneier darf man Essen roh wie gekocht. Haben wir zu viele Truten und konnten nicht alle lebend verkaufen, kommt der berühmte Truthahnbraten zum Zuge.
Truthennen brüten auch gerne im gemeinsamen Nest. Das kommt nicht immer gut. Sie stehlen einander die Eier oder später die Küken. Nach 28 Tagen schlüpfen die kleinen goldgelben Küken.
Truten lieben es in die Höhe zu fliegen. Auf eine Dach oder Baum. Diese drei sind schon fast Erwachsen. Der Hahn, Puter, schaut gut zu seinen Hennen und warnt rechtzeitig vor Gefahr.
Truten lieben einen grossen Auslauf, den sie erkunden können und besonders Brennnesseln. Kein anderes unserer Haustiere mag diese! Auch der Stall muss geräumig und hoch sein.
Ab und zu zeigen wir unsere Truten auch an Ausstellungen. Möglichst im eigenen Umkreis. Truten brauchen auch hier einen grossen Transportkorb und an der Ausstellung eine Voliere.
Esther Vock pflegt ein Vertrauensverhältnis zu ihren Truten. Die artgerechte Tierhaltung ist auf dem Betrieb in Niederwil AG seit Jahrzehnten Programm.
Es gibt auf den ersten Blick Schöneres zu betrachten als einen ausgewachsenen Truthahn: Der Hals unter dem kahlen Kopf ist übersät von geschwürartigen roten Verwucherungen, dazu hängt scheinbar nutzlos ein schrumpeliger Hautlappen über den Schnabel. Liebenswürdig und naiv
Bei den weiblichen Tieren gilt gerade dieser allerdings als attraktiv. Auch die weiblichen Tiere sind im menschlichen Empfinden nicht unbedingt mit Schönheit gesegnet. Von weitem erinnern sie eher an Aasgeier.
Wenn sie im Spätherbst auf dem Wendelinhof im aargauischen Niederwil zwischen dem Gras oder auf einem ausgetrockneten Ast sitzen, wähnt man sich deshalb einen kurzen Augenblick in einer afrikanischen Steppenlandschaft.
Die Truten sind offenbar auch nicht mit allzu viel Intelligenz ausgestattet. Doch sie haben durchaus auch Qualitäten: "Truten sind zwar etwas naiv, aber dafür unglaublich liebenswürdig", bringt es Esther Vock auf den Punkt.
Ihr Schwiegervater Hans Vock stieg vor 30 Jahren schweizweit als einer der ersten in die Haltung von Truten ein. Er gilt als Pionier der artgerechten Freiland-Biogeflügelhaltung.
Er ist heute pensioniert und lebt mit seiner Frau Rösli während einem grossen Teil des Jahres auf der hofeigenen Alp oberhalb von Linthal im Kanton Glarus. Dort verbringen übrigens auch die Mutterkühe mit den Kälbern den Sommer.
Lukas und Esther Vock halten auf dem Wendelinhof alle Tiere nach den Richtlinien von KAGfreiland, die in der Schweiz als die strengsten Tierhaltungsvorschriften gelten, wozu auch der tägliche Auslauf der Truten auf die Weide gehört. Zudem gelten auf dem ganzen Betrieb die Regeln des biologischen Landbaus.
In der Schweiz belegt die Trutenhaltung in der Geflügelbranche nur eine Nische. Sie deckt etwa zwei Prozent der gesamten hiesigen Geflügelfleischproduktion ab.
Marktführer ist das Unternehmen Frifag in Märwil TG, das rund 90 Prozent des inländischen Trutenfleisches produziert. Die rund 230’000 Tiere lässt sie auf 28 Schweizer Bauernhöfen im Vertragsverhältnis aufziehen.
Dabei verlangt das Ostschweizer Geflügelunternehmen von diesen die Einhaltung der RAUS-Vorschriften (Regelmässiger Auslauf im Freien).
Das Schweizer Trutenfleisch erlebt - allerdings auf tiefem Niveau - so etwas wie einen Boom. Inlandanteil 15 Prozent
Frifag-Geschäftsführer Andi Schmal rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 10 Prozent. Der Inlandanteil an Truten beträgt allerdings nur gerade knapp 15 Prozent.
Weshalb? «In der Schweiz gibt es keine Truthahntradition und die Preise sind gegenüber dem Import viel höher», erklärt Andi Schmal.
Der Grossverteiler Coop bezieht den grössten Teil des Fleischs aus Deutschland von Vertragsbetrieben, welche die Bedingungen des Schweizer Tierwohlprogramms BTS (Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme) erfüllen. Diese schreiben beispielsweise eine Einstreu sowie den Zugang zu einem Aussenklimabereich vor.
«Seit Februar 2016 stammt das gesamte frische Trutenfleisch unserer Eigenmarken mit Ausnahme von Prix Garantie von solchen Betrieben», sagt Ramon Gander von Coop. Bei Migros beträgt der Inlandanteil von Trutenfleisch 20 Prozent.
Sobald Esther Vock die Stalltüre öffnet, richten sich sofort hunderte von neugierigen Augenpaaren auf sie. Es dauert nicht lange, bis sich die Gruppe unter den typischen "Guruguru"- Lauten um sie versammelt hat. Es ist ein Vertrauensverhältnis.
Die Basis dafür legt die Trutenhalterin am Anfang: "Wenn die 6 Wochen alten Jungvögel Anfang August nach Niederwil kommen, brauchen sie in der für sie neuen Umgebung zuerst viel Betreuung." Sie verbringe deshalb in den ersten drei Wochen täglich viel Zeit im grossen Gehege um sie kräftig zu "chüderlen", sagt sie.
Auf der Weide finden die Truten und Truthähne - sie wachsen hier gemeinsam in einer Herde auf -, ausreichend Gras und Würmer zum Fressen sowie anderweitige Beschäftigungsmöglichkeiten. Im Stall können sie sich auf mehrschichtig aufgestapelten Strohballen ausruhen. Die grossen Vögel sind von Natur aus gerne in der Höhe.

Freilandhaltung von Truten
Der Wendelinhof ist also schon fast eine Wohlfühloase für Truten. Er ist das Gegenprogramm zu den grossen Mastbetrieben im Ausland. Kein Antibiotika und Bio-Soja aus Europa
Bewusst halten die Vocks nicht die dort üblichen auf die Produktion von viel Brustfleisch gezüchteten weissen Trutenrassen, sondern die leichteren, schwarzen Rassen. "Sie sind näher bei der ursprünglichen Form und deshalb weniger krankheits- und verletzungsanfällig." Und das ist hier besonders wichtig, weil konsequent auf den Einsatz von Antibiotika verzichtet wird.
"Falls ein Tier doch krank wird, kommen Hausmittelchen und homöopathische Mittel zum Einsatz." Zudem ist hier zum grössten Teil Wendelinhof drin, wo es draufsteht: Zum täglichen Futter gehört auch Weizen aus eigener Produktion.
Doch ganz ohne zugekauftes Futter mit Eiweissträgern gehe es auch bei ihnen nicht, erklärt Esther Vock. "Doch wenigstens stammt die darin enthaltene Bio-Soja aus Europa."
Qualität kommt hier vor Quantität: Auf dem Wendlinhof bringt ein Truthahn beim Gang in den Schlachthof höchstens 15 Kilogramm auf die Waage, die weiblichen Tiere sind leichter. In der konventionellen Haltung mit den mastbetonten weissen Rassen sind die Gewichte höher.
Die Kundschaft der Vocks ist bereit, den für die extensivere Haltung nötigen höheren Preis zu bezahlen. Nicht nur, weil sie wissen, dass es die Tiere hier in ihrem kurzen Leben gutgehabt haben. Sie teilt auch das Konzept, dass mehrheitlich nur ganze Tiere verkauft werden.
Für den Braten an Thanksgiving und Weihnachten beispielsweise. "In unserer Nische funktioniert das seit vielen Jahren ausgezeichnet", sagt sie stolz. Im Grosshandel werden grösstenteils nur die Trutenbrust oder Produkte daraus verkauft.
Für die Vocks ist klar: "Das würde unseren ethischen Grundsätzen widersprechen." Hier ist das Ziel, dass möglichst viel vom Tier in die menschliche Ernährung gelangt.
Doch wie alle professionellen Tierhalter kommen auch sie nicht am Schlachten der Tiere vorbei, wenn die fünf bis sechs Monate Aufzuchtzeit vorbei sind.
Esther Vock zuckt mit den Achseln: "Das gehört halt leider einfach dazu." Wenigstens liegt der Schlachthof nur wenige Truthahnschritte vom Stall entfernt auf dem gleichen Betrieb. Stressige Transporte bleiben ihnen so erspart. Zudem helfe den Tieren hier ihre eingeschränkte Intelligenz: "Wenn ein Truthahn sieht, wie ein Kollege geschlachtet wird, dann vergisst er das sofort", sagt Esther Vock. Meistens fügten sich diese gleich wieder ganz ruhig ihrem Schicksal und trotteten seelenruhig in den Schlachtraum.
Thanksgiving: Der Truthahn als Star des Festmahls
Als Feiertag, der an keine Religion oder Konfession gebunden ist, wird Thanksgiving in den Staaten quasi von jedermann gefeiert, und das dazugehörige Abendessen/Festmahl ist vielleicht die wichtigste Mahlzeit im gesamten Jahr.
Für Menschen, die aus anderen Ländern in die USA kommen und den vierten Donnerstag im November zum ersten Mal als Festtag erleben, mag das alles merkwürdig und fremd scheinen.
Zu Thanksgiving feiern wir gemeinsam mit engen Familienmitgliedern und Freunden, dass wir sie haben, und natürlich auch die üppige Ernte, die der Herbst uns bringt. Insofern ist der Feiertag mit unserem Erntedank verwandt.
Was also im Grunde dahintersteckt ist tiefempfundene Dankbarkeit. Das steckt ja auch schon im Namen, denn an diesem Tag drückt man das Dankeschön für die Menschen und Dinge im Leben aus, die man um sich hat.

Thanksgiving Truthahn
Es gibt zwar unter Historikern keinen eindeutigen Konsens, wann und wo das erste Thanksgiving-Festmahl in Amerika gefeiert wurde, aber der Feiertag wird gemeinhin auf das Jahr 1621 zurückgeführt, in die Gegend von Maryland, wo heute die Stadt Plymouth liegt.
Der Legende nach landete die Mayflower am 11. Dezember 1620 am Plymouth Rock, wo die Pilgerväter (britische Separatisten) 46 ihrer ursprünglich 102 Koloniegründer verloren.
Aber dank der Hilfe der dort ansässigen Wampanoag-Indianer lernten sie nach und nach, Saaten und Pflanzen dem Klima entsprechend richtig anzubauen und zu hegen, und den kalten ersten Winter in der neuen Welt zu überleben. Der folgende Sommer von 1621 bescherte ihnen dann eine üppige Ernte.
Um diesen Erfolg zu feiern, wurde ein dreitägiges, traditionell englisches (oder womöglich ein ureigenes amerikanisches) Erntefest gefeiert, das von da an stets an den schwierigen Beginn der weissen Siedler erinnern sollte.
Es gibt unterschiedliche historische Berichte, in denen die Anzahl der Ureinwohner und Pilgerväter, die am Festmahl teilnahmen, variiert, aber sie stimmen alle überein, dass es den Siedlern darum ging, den Indianern ihre Dankbarkeit für die Anschubhilfe zu zeigen, und dass sie aus diesem Grund zu einem üppigen Essen einluden.
Bedenkt man allerdings die lange, blutige Geschichte von Konflikt und Kampf zwischen amerikanischen Ureinwohnern und europäischen Siedlern, darf diese Erzählung natürlich durchaus angezweifelt werden.
Wie feiert man Thanksgiving?
Nachdem du nun etwas über die Geschichte des Feiertags gelernt hast, spulen wir doch einfach vor und widmen uns den heutigen Feierlichkeiten. So sieht ein ordentlicher Thanksgiving-Tag aus:
- 9:00-10:00 | Sieh dir die Macy’s Thanksgiving Parade an
- 10:00-12:00 | Einkaufen
- 12:00-13:00 | Schau dir an, wie der Präsident Truthähne begnadigt
- Ganztägig | American Football im Fernsehen
- Ganztägig | In der Küche stehen und Kochen wie ein Weltmeister
- 18:00-22:00pm | Du wirst mehr essen, als du für möglich gehalten hast
Was wird zum Thanksgiving-Dinner serviert?
- Turkey: Der Truthahn
- Stuffing: Die Füllung
- Cranberry Sauce
- Gravy: Die Bratensauce
- Mashed Potatoes: Der Kartoffelbrei
- Pumpkin Pie: Der Kürbiskuchen
Nachdem du dich also am Donnerstag bis zur Besinnungslosigkeit vollgestopft hast, steht der Freitag ganz im Zeichen von Shopping, gern auch bis zur Besinnungslosigkeit. Nimm den Tag als inoffiziellen Beginn der Weihnachtseinkäufe-Saison, denn der Black Friday ist in den Staaten berühmt für wahnsinnige Angebote und hysterische Menschen, die von einem Laden zum nächsten hetzen, um das beste Geschäft und Schnäppchen zu machen.
Dankbarerweise wurde für diejenigen von uns, die das Gedränge nicht mögen, der Cyber Monday erfunden. Der stellt am Montag nach dem Thanksgiving-Wochenende das Online-Pendant zum Black Friday dar.
Das mag jetzt alles ein bisschen überwältigend klingen: So viel zu tun, zu essen und zu kaufen an deinem ersten Thanksgiving in den Staaten, aber am wichtigsten ist es, nicht aus den Augen zu verlieren, worin die ursprüngliche Bedeutung und Absicht dieses Festtags lag, nämlich im Danke sagen und Dankbarkeit ausdrücken.
Amerikanisches Erntedankfest: Diese Weine passen zu Thanksgiving
Nächsten Donnerstag ist es wieder so weit: Die Amerikaner feiern das Thanksgiving Erntedankfest. Wer traditionsbewusst anstossen möchte, entscheidet sich für amerikanische Tropfen.
Das Thanksgiving Erntedankfest ist seit dem Jahr 1621 ein jährlich wiederkehrender Höhepunkt im amerikanischen Kalender. Die oft über mehrere Bundesstaaten verstreuten Familienmitglieder treffen sich an einem Ort und feiern den Anlass mit einem reichhaltigen Abendessen.
Das beliebteste Thanksgiving Gericht ist ein mit einer Füllung im Ofen gebackener Truthahn. Mittlerweile werden jährlich an die 50 Millionen Tiere an einem einzigen Abend gegessen. Angestossen wird, wie könnte es auch anders sein, fast ausschliesslich mit amerikanischen Weinen.
Ein deftiges Thanksgiving Abendessen verlangt nach ausdrucksstarken, körperreichen Weissweinen. Leichte, filigrane Weine, wie zum Beispiel ein im Stahltank ausgebauter Grauburgunder aus einer kühleren Region, wird einem kräftig gewürzten Truthahn vermutlich nicht standhalten können.
Erste Wahl sind im Eichenfass ausgebaute Chardonnays, wie zum Beispiel aus dem Napa Valley, aus Sonoma oder Monterey. Für solche Weine typisch ist ein Alkoholgehalt von 13,5 Prozent oder mehr, ein kräftiger Körper sowie eine hohe Geschmacksintensität.
Je nach Stil des Weinguts gesellen sich oftmals auch buttrige oder hefige Aromen hinzu, was die Weine noch komplexer macht.
Auch amerikanischer Sauvignon Blanc kann durchaus kräftiger Natur sein, besonders wenn er im Eichenfass fermentiert wurde oder für ein paar Monate darin gereift ist. Die intensiven Noten von Stachelbeeren, Holunder, Spargel und tropischen Früchten können den meisten Thanksgiving-Gerichten mühelos standhalten.
Die Suche nach einem kräftigen Rotwein dürfte sich bei amerikanischen Weinen nicht allzu schwierig gestalten. Hier kommt es darauf an, welche Rebsorten dir am besten gefallen. Die mit grossem Abstand beliebtesten US-Rotweine werden aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Pinot Noir und Zinfandel gekeltert.
Zinfandel ist ein alkoholischer, schwerer Rotwein mit unverkennbaren, oftmals leicht gekochten Aromen von roten und dunklen Früchten sowie Vanille und Schokolade. Zinfandel-Rotweine sind im Vergleich zu den anderen dunklen Rebsorten oftmals relativ preiswert.
Den besten Weinen werden häufig noch weitere Rebsorten hinzugemischt, um sie noch etwas komplexer und strukturierter zu machen.
Bei Pinot Noir solltest du darauf achten, dass es sich um ein im Eichenfass ausgebautes, eher kräftigeres Exemplar handelt. Im Stahltank ausgebaute Pinot Noirs aus kühleren Regionen haben vermutlich einen zu schlanken Körper für ein deftiges Thanksgiving Essen.
Der Leumen Truthahn: Eine Geschichte
Die ersten Truthähne auf unserem Hof wurden ende der 1980er Jahren angeschafft. Ich (Dani Keller) war damals noch ein Schulbub. Da mein Vater keine Mastschweine mehr hielt, wurde damals der Schweinestall in einen Truthahn Stall umgewandelt.
Ausschlaggebend war damals, das einfache zu haltende Tier das viel und gesundes (Cholesterin armes) Fleisch hergab. Damals wurden 9 Truthähne nur für den Eigengebrauch gehalten.
Weil ende der 1990er Jahren der Eigengebrauch nicht mehr wichtig war, und der Stall in einen Schopf umgenutzt wurde, wurden ab da an keine Truthähne mehr gehalten.
Bis 2022 (gut 25 Jahre später) wurde der Schopf einseitig für Obstkühllagerung anderseitig abgetrennt für Kälberaufzucht gehalten. Da die Mutterunabhängige Kälberhaltung im Bio Landbau nicht mehr erlaubt ist, wurde ein neuer Zweck für diesen Stall gesucht.
Und wie es so ist, kamen mir per Zufall wieder die Truthähne in meinen Kindheitserinnerungen in den Sinn. Das einfache Tier mit reichlich und gesundem guten Fleisch.
Probehalber stallten wir im Frühling 2022 eine Gruppe Truthähne ein. Am Stall mussten noch ein paar Anpassungen gemacht werden, so konnten wir ohne Probleme in die Versuchszeit starten.
Es erwies sich, dass die Truthähne ideal zu unserem Betrieb passten. Der tägliche Auslauf sowie der geschützte Stall, erwies sich als ideal. Nach 13 Wochen waren die Tiere grossgewachsen und Schlachtreif.
Weil wir uns selber auch an dem Tier begeistern konnten, und das Fleisch schnell Käufer fand, wurde im Frühsommer noch eine zweite Gruppen und im Herbst eine dritte Gruppe eingestallt.
Ueber den Winter wird der Stall leer gelassen.