Bei der Herstellung von Keksen, Plätzchen oder anderen Backwaren kommt es oft vor, dass man nur das Eiweiß benötigt und das Eigelb übrig bleibt. Obwohl diese Reste auf den ersten Blick unbedeutend erscheinen, können sie durch geschickte Verwendung zu wertvollen Zutaten in der Küche werden. Hier finden Sie vielfältige Backideen, um Eigelb-Reste kreativ und nachhaltig zu verwerten.

Warum Eigelb verwerten?
Eigelbe-Reste sind eine wertvolle Ressource, die sich hervorragend zur Herstellung von Keksen, Plätzchen, Desserts oder herzhaften Gerichten verwerten lässt. Zahlreiche Rezepte und Tipps zeigen, wie man diese Reste kreativ und nachhaltig einsetzen kann. Ob süße Plätzchen, cremige Puddings oder leckere Saucen - es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um übriggebliebene Eigelbe-Reste in die Mahlzeiten einzubinden.
Plätzchen-Rezepte mit Eigelb
Plätzchen sind eine klassische Möglichkeit, Eigelb-Reste zu verwerten. Viele Keksrezepte, insbesondere Makronen, Zimtsterne oder englische Plätzchen, benötigen nur das Eiweiß, während das Eigelb übrig bleibt.
Engelsaugen
Ein Beispiel für die kreative Eigelb-Verwertung ist ein Rezept für Engelsaugen. In diesem Rezept wird ausschließlich Eigelb verwendet, ohne Eiweiß. Der Teig besteht aus Mehl, kalter Butter, Puderzucker und Milch, wodurch die Plätzchen ihre typische Form und Konsistenz erhalten.
Zutaten:
- Mehl
- Kalte Butter
- Puderzucker
- Milch
- Eigelb
Zubereitung:
- Puderzucker sieben, Butter in kleine Stücke schneiden.
- Mehl, Puderzucker, 2 Eigelb und Butter mit dem Handrührgerät verkneten.
- Den Teig mit den Händen auf einer bemehlten Arbeitsfläche glatt kneten.
- Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und für etwa 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Danach kleine Kugeln formen, in die Mitte eine Mulde drücken und mit einer Eigelb-Milch-Mischung bestreichen.
- Die Kekse im vorgeheizten Ofen (Ober-/Unterhitze: 200 °C / Umluft: 175 °C) für 8-10 Minuten backen.
Spritzgebäck
Ein weiteres Rezept für Plätzchen mit Eigelb ist das sogenannte Spritzgebäck, bei dem die Kekse mit einem Spritzbeutel auf das Backblech geformt werden. Hierbei kann man die Formen variieren, um individuelle Designs zu erzeugen.
Zutaten:
- Eigelbe
- Wasser
- Puderzucker
- Vanillezucker
- Salz
Zubereitung:
- Eigelbe mit Wasser, Puderzucker, Vanillezucker und Salz mit dem Handrührer schaumig schlagen.
- Den Teig in einen Spritzbeutel füllen.
- Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech kleine Portionen spritzen.
Eigelbschäumchen
Ein weiteres Rezept zur Eigelb-Verwertung sind Eigelbschäumchen, die keine klassischen Plätzchen mit Mehl oder Butter enthalten, sondern eine luftige Masse aus Eigelb, Zucker und Vanillezucker sind.
Zutaten:
- Eigelbe
- Wasser
- Puderzucker
- Vanillezucker
- Salz
Zubereitung:
- Eigelbe in einer Schüssel mit Wasser, Puderzucker, Vanillezucker und Salz mit dem Handrührer schaumig schlagen.
- Mit einem Löffel kleine Häufchen auf ein Backblech setzen.
Butterplätzchen
Ein weiteres Rezept, das sich hervorragend zur Eigelb-Verwertung eignet, sind klassische Butterplätzchen.
Zutaten:
- Butter
- Zucker
- Mehl
- Vanille
- Eigelbe
Zubereitung:
- Butter und Zucker cremig rühren.
- Mehl und Vanille unterheben.
- Die Eigelbe nach und nach unterrühren, bis eine homogene Masse entsteht.
- Den Teig kalt stellen und anschließend in kleine Kugeln formen.
Plätzchen von der Rolle
Für diejenigen, die keine Fans von Plätzchen zum Ausstechen sind oder schlichtweg keine Zeit und Lust haben, stundenlang in der Weihnachtsbackstube zu stehen, ist dieses Rezept ideal. Der Teig ist schnell fertig, und die Verarbeitung ist denkbar einfach.
Zutaten:
- Trockene Zutaten (nach Wahl: Nüsse, getrocknete Früchte, Aromen)
- Weiche Butter
- Eigelb
Zubereitung:
- Alle trockenen Zutaten vermischen, dann die weiche Butter hinzugeben und das Eigelb.
- Nun die sortenspezifischen Zutaten unterkneten.
- Den Teig zu einer Rolle formen, in Frischhaltefolie wickeln und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
- Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Die Rollen aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem scharfen Messer Plätzchenscheiben abschneiden.
- Die Scheiben auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und 10-15 Minuten im Ofen backen.
Die Konsistenz erinnert an Sablés - leicht sandig, aber nicht trocken. Bei der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ist der Grundteig einmal fertig, kann man so ziemlich alle Nüsse, getrocknete Früchte oder Aromen dazugeben, die einem einfallen und schmecken. Zu beachten ist lediglich, dass die sortenspezifischen Zutaten nicht zu viel Flüssigkeit beinhalten, sonst wird der Grundteig zu feucht und lässt sich nicht mehr zu einer Rolle formen.
Wer keine Zeit hat den kompletten Teig zu verarbeiten, kann die Rollen auch einfrieren. Später leicht antauen lassen, Scheiben abschneiden und backen. Je nachdem welche Aromen man hinzufügt, können die Plätzchen von der Rolle auch zu Keksen von der Rolle werden und das ganze Jahr gegessen werden.
Tipp: Selbstgebacken schmecken sie schlicht umwerfend.
Soft Orange Biscuits
Diese Soft Orange Biscuits sind nicht nur eine praktische, sondern gleichzeitig auch eine wirklich leckere Eigelbverwertung. Im Innern sind die Biscuits wunderbar weich, mit einem feuchten, fruchtigen Kern aus Orangenmarmelade. Mit diesem Rezept für Soft Orange Biscuits verwertest du nicht einfach übrig gebliebenes Eigelb. Mit diesem Rezept zauberst du ein Plätzchen, das du stolz und zufrieden deinen Liebsten (und vor allem dir selbst) servieren kannst. Und das dich vielleicht einmal mehr als geplant in die Keksdose greifen lässt.
Zutaten:
- 110 g Eigelb
- 140 g Zucker
- 150 g Haselnüsse, gemahlen
- 15 g Orangensaft, unbehandelt (Bio) (ca. 2 EL)
- 4 g Orangenschale, unbehandelt (Bio) (ca. 0.5 Stk.)
Zubereitung:
- Eigelb mit Zucker hell und schaumig schlagen (ca. 5-10 Minuten).
- Orangenschale und Orangensaft beigeben, unterrühren.
- Haselnüsse mit Maizena mischen, beigeben und kurz untermischen.
- Masse in einen Dressiersack (Spritzbeutel) mit einer Lochtülle (15 mm) füllen und 15 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen.
- Ofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
- Hälfte der Masse in Tupfen (Ø×H: ca. 2,5×1,5 cm) auf ein erstes mit Backpapier belegtes Blech dressieren. Achtung: Die Tupfen laufen während dem Backen noch etwas in die Breite. Darum dazwischen genügend Abstand lassen.
- Blech auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben und für 12-15 Minuten backen, bis sich die Oberfläche golden zu färben beginnt.
- Biscuits aus dem Ofen nehmen und mitsamt dem Backpapier vom Blech ziehen. Abkühlen lassen.
- Mit der zweiten Hälfte der Masse genau gleich wie bei Schritt 6.-8. verfahren.
- Ausgekühlte Biscuits vorsichtig vom Backpapier lösen und paarweise mit etwas Orangenmarmelade zu einem kompletten Soft Orange Biscuit zusammensetzen. Dazu die Orangenmarmelade erhitzen (nicht kochen), einen Klecks davon auf die flache Seite eines Biscuits geben und die zweite Hälfte aufsetzen. Alle Biscuits so befüllen und schliesslich die Marmeladenfüllung abkühlen und anziehen lassen.
Chai Traumstücke
Diese kleinen, ausgerollten Kekse werden meistens nur mit Vanille gebacken und erinnern einem an Vanillekipferln. Aber immer gleich ist langweilig, darum durften dieses Mal Chai Gewürze mit in den Teig. Das duftet so wunderbar. Ganz nach dem Motto, was in der Chai-Latte passt, passt auch im Chai Traumstück.
Zutaten:
- 300 g Mehl
- 3 Eigelb
- 150 g Butter (zimmerwarm)
- 1 TL Dr. Oetker Vanille Paste
- Chai Gewürze
Zubereitung:
- Butter würfeln.
- Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem Teig kneten.
- Zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt für 20 Minuten in den Kühlschrank legen.
- Backofen auf 180°Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Die Teigkugeln vierteln und in 1.5cm dicke Würste rollen.
- Mit einer Teigkarte in ca 2cm lange Stücke stechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Die Traumstücke gehen kaum auf, so braucht es keinen grossen Abstand zwischen den Teigstücke.
- Für ca. 12-15 Minuten backen.
Frisch schmecken sie am besten, aber sie halten sich auch 2-3 Woche luftdicht verpackt.
Wenn Sie Eigelb übrig haben, machen Sie diese köstlichen Kekse!
Weitere Rezepte zur Eigelb-Verwertung
Neben Keksen und Plätzchen eignet sich Eigelb hervorragend zur Herstellung von süßen Desserts. In zahlreichen Rezepten wird Eigelb als Grundlage für Puddings, Torten, Eierlikör oder Crème brûlée verwendet.
Vanille-Pudding (Flammeri)
Milch mit Zucker und Vanillemark aufkochen. Gustin Speisestärke langsam unterrühren, bis die Masse andickt.
Crème brûlée
Dieses Dessert besteht aus Sahne, Eigelb und Vanilleschote, die zu einer cremigen Masse gekocht werden. Sahne, Eigelb und Vanilleschote langsam erwärmen, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Den Teig in kleine Schälchen füllen und im Ofen bei niedriger Temperatur stocken lassen.
Eierlikör
Eigelb, Zucker und Milch cremig rühren. Den Rum unterrühren und den Eierlikör kühlen lassen.
Herzhafte Verwendung von Eigelb
Neben süßen Speisen eignet sich Eigelb auch hervorragend für herzhaften Gebrauch. In zahlreichen Rezepten wird Eigelb als Grundlage für Omeletts, Rühreier oder andere Gerichte verwendet. Eigelb mit Zitronensaft und Salz vermengen.
Mayonnaise
Eigelb mit Salz und Zitronensaft vermengen. Öl langsam unterrühren, bis eine cremige Masse entsteht.
Aiolisoße
Eigelb mit Knoblauch, Zitronensaft und Salz vermengen. Öl langsam unterrühren, bis eine cremige Masse entsteht.
Tipps und Tricks
Hier sind einige Tipps, wie man Eigelbe-Reste optimal verwerten kann:
- Teig vorbereiten: Guetzliteig kann gut vorbereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden.
- Konservieren & Aufbewahren: Guetzli sollten richtig aufbewahrt werden, um ihre Frische zu bewahren.
- Teigherstellung: Guetzliteig kann von Hand oder mit Maschine hergestellt werden.
- Zu weicher Teig: Falls der Teig zu krümelig ist, 1-2 EL Milch hinzufügen.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Neben der kreativen Verwertung von Eigelbe-Resten ist es wichtig, auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zu achten. Achten Sie auf energieeffiziente Backmethoden.
