Das Medikament Ozempic® ist in aller Munde. Dabei geht oft unter, welche Bedeutung das Medikament für Menschen mit Diabetes und Adipositas und deren Therapie hat.
Semaglutid ist eine Neuerung in der Diabetestherapie mit Adipositas, die für viel Gesprächsstoff sorgt. Es ist wichtig, die verschiedenen Aspekte der Adipositas-Behandlung zu beleuchten, die Rolle von Medikamenten zu verstehen und die Bedeutung eines umfassenden Ansatzes zur Gewichtsreduktion zu erkennen.
Viele Abnehmwillige müssen derzeit vertröstet werden: Obwohl die Abnehmspritze Wegovy nun erhältlich ist, hat es zu wenig davon. Die neusten Medikamente gegen Übergewicht sind so begehrt, dass die Apotheken keinen Nachschub bestellen können.
Seit dieser Woche ist die in den USA bereits sehr erfolgreiche Abnehmspritze Wegovy der Firma Novo Nordisk auch in der Schweiz erhältlich. Allerdings werden die gelieferten Mengen wohl nicht die Nachfrage decken, weil es Produktionsengpässe gibt.
Das Medikament ist nur auf Arztrezept erhältlich und wird einmal wöchentlich am Bauch, am Oberschenkel oder am Oberarm in die Haut injiziert. Der in Wegovy enthaltende Wirkstoff Semaglutid setzt im Hirn den Impuls frei, dass man satt ist. Ursprünglich war der Wirkstoff für Diabetes-Patientinnen und -Patienten entwickelt worden.
Im Vergleich zu Ozempic ist Wegovy höher dosiert und ausdrücklich zur Behandlung von Fettleibigkeit zugelassen.
Einige Apotheken und Spitäler haben so viele Patientenanfragen, dass sie bereits von sich aus informieren. Die Ausstellung eines solchen Rezepts ist nur spezialisierten Ärztinnen und Ärzten erlaubt.
Was ist Ozempic und wie wirkt es?
Lucia Winzap: Ozempic® ist ein rezeptpflichtiges Medikament mit dem Wirkstoff Semaglutid. Es ist in der Schweiz in Form von wöchentlichen Injektionen für die lebenslang notwendige Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 mit starkem Übergewicht ab BMI 28 zugelassen. Bei Betroffenen mit Diabetes mellitus Typ 2 und Adipositas ohne weitere relevante Herz- und Nierenerkrankungen ist Ozempic® heute nach Metformin das Medikament der Wahl. Die durchschnittliche Gewichtsreduktion bei Ozempic® liegt bei 15 Prozent nach einem Jahr. Zum Vergleich: Bei starkem Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10 % allein durch Ernährungs- und Bewegungsmassnahmen realistisch.
Zusätzlich wirkt das Medikament auf das Hunger- und Sättigungsgefühl, indem es die Magenentleerung hemmt. Die Betroffenen haben dadurch ein besseres Sättigungsgefühl und weniger Heisshunger. Manche haben erstmals in ihrem Leben nicht mehr während 24 Stunden Hunger.
Die Studienergebnisse sind eindeutig: Wenn man Ozempic® absetzt, nimmt man wieder zu. Übrigens auch wenn man in alte Verhaltensmuster zurückfällt, nimmt man wieder zu. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die zum alten Gewicht zurückkehren will. Hier findet wohl langsam ein Umdenken statt.
In Kürze wird die Zulassung von Wegovy®, Semaglutid als Wochenspritze, erwartet. Dieses Medikament kann bei Adipositas verschrieben werden, auch wenn kein Diabetes vorhanden ist. In weiterer Zukunft werden Kombinationspräparate und sogenannte Polyagonisten auf den Markt kommen, die zumindest bei Mäusen teilweise eine beeindruckende Gewichtsreduktion zeigen. Die Langzeitfolgen und -resultate sind noch nicht erforscht.
Wirklich neu für uns Fachleute ist die Wirksamkeit dieser Medikamente, die es bisher in der Diabetestherapie mit Adipositas, ausser in der Bariatrie, nicht gab.
Eines ist klar: Auch mit diesen vielversprechenden Medikamenten bleiben Ernährungs- und Bewegungstherapie sowie gegebenenfalls ein Rauchstopp als Basistherapie unverzichtbar. Was mir persönlich Sorgen bereitet, ist der massive Ressourcenverbrauch bei der Pen- und Medikamentenherstellung und was das für die Umwelt bedeutet. Die Gefahr besteht, dass keine Ernährungs- und Bewegungstherapie verordnet wird und gleich Medikamente eingesetzt werden.
Die Rolle von Wegovy und anderen Medikamenten
Mit den sogenannten GLP-1-Rezeptoragonisten gibt es nun erstmals eine wirksame medikamentöse Alternative für eine nachhaltige Gewichtsreduktion. In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Personen mit Semaglutid (Handelsname: Wegovy) über einen Zeitraum von 2 Jahren im Schnitt etwa 15 % ihres Körpergewichts verloren haben.
Medikamente wie Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) wirken gezielt auf das Sättigungszentrum im Gehirn und unterstützen dadurch eine nachhaltige Reduktion des Körpergewichts, vor allem des Körperfetts - im Gegensatz zu klassischen Diäten, bei denen oft auch Muskelmasse verloren geht.

In der Schweiz sind derzeit drei Produkte als sogenannte „Abnehmspritzen“ zugelassen: Liraglutid, Semaglutid und Tirzepatid. Ursprünglich wurden die Wirkstoffe für die Behandlung von Diabetes entwickelt, sind heute aber auch zur Therapie der Adipositas zugelassen und werden von den Krankenkassen bezahlt.
Liraglutid (bekannt unter den Handelsnamen Vitoza®, Saxenda®), Semaglutid (bekannt unter den Handelsnamen Ozempic®, Rybelsus®, Wegovy®) und Tirzepatid (bekannt unter dem Handelsnamen Mounjaro®) gleichen einem natürlichen Sättigungshormon. Der Magen leert sich nach Mahlzeiten weniger schnell, und erneuter Hunger tritt weniger rasch wieder auf.
Betroffene können ihr Gewicht mit Liraglutid um etwa sieben bis zehn Prozent senken, bei Semaglutid beträgt der Gewichtsverlust etwa 15% und bei Tirzepatid rund 20%. Saxenda® wird täglich, Wegovy® und Mounjaro® einmal pro Woche mit einem Pen unter die Haut gespritzt.
Für eine gute Angewöhnung wird die Dosis in Schritten gesteigert. Nach einem Monat haben die meisten bereits rund zwei bis drei Kilogramm verloren.
Da Adipositas eine chronische Erkrankung ist, ist die Therapie ebenfalls langfristig ausgelegt. Die Produkte werden mindestens über mehrere Monate verwendet. Alle genannten Medikamente sind rezeptpflichtig und werden durch einen Arzt oder eine Ärztin verschrieben.
Während der ganzen Anwendungsdauer werden Patientinnen und Patienten am Adipositas Zentrum Zürich eng begleitet, um mögliche unerwünschte Nebenwirkungen rasch zu entdecken und zu behandeln.
Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die Verschreibung der Spritze darf lediglich durch einen Facharzt der Endokrinologie sowie an Adipositas-Zentren erfolgen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten, sofern folgende Kriterien erfüllt sind:
- BMI > 35 kg/m2
- oder BMI > 28 kg/m2 und Begleiterkrankungen wie z.b. Bluthochdruck, Diabetesvorstufe, oder erhöhte Blutfette
Begleitend muss eine - 500 kcal/Tag-Defizit-Diät bestehen (Ernährungsberatung) und eine gesteigerte körperliche Aktivität dokumentiert werden. Im weiteren Verlauf muss auch immer die Wirksamkeit des Medikaments dokumentiert werden durch die erzielte Gewichtsreduktion, damit eine weitere Kostenübernahme gewährleistet wird.
Wegovy ist bei Jugendlichen < 18 Jahren nicht untersucht und somit nicht zugelassen. Falls u.g. Kriterien nicht erfüllt werden, sollte eine Therapie mit der Abnehmspritze nicht durchgeführt werden:
- 500 kcal/Tag-Defizit-Diät
- begleitende Ernährungsberatung
- verstärkte, nachgewiesene (bspw. Schrittzähler) körperliche Aktivität bei motivierten Patienten (ohne vorangegangene bariatrische Operation und ohne geplante oder bevorstehende bariatrische Operation) zur Gewichtsregulierung bei erwachsenen Patienten mit:
- BMI ≥ 35 kg/m2
- BMI ≥ 28 kg/m2, falls zusätzliche gewichtsbedingte Begleiterkrankungen (Prädiabetes oder Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie) vorliegen.
Es besteht keine Kassenpflicht für eine Therapie mit Wegovy nach einer bariatrischen Operation. Je nach Versicherung oder Zusatzversicherung hat man Glück, und es wird übernommen. Ein Gesuch um Kostengutsprache lohnt sich daher auf jeden Fall.
Alternativen und begleitende Maßnahmen
Die Therapiedauer beträgt in der Regel mindesten 6 bis 12 Monate, muss aber individuell angepasst werden. Wichtig ist: Medikamente allein reichen nicht aus. Eine langfristige Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung sind entscheidend für den dauerhaften Erfolg. Nach Absetzen der Medikation kann es - vor allem ohne begleitende Lebensstiländerung - wieder zu einer langsamen Gewichtszunahme kommen.
Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) sind verschreibungspflichtige Medikamente und dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.
Zur Therapie von Adipositas ist das Mittel Orlistat zugelassen. Der Wirkstoff in Kapselform gehört zu den Lipasehemmern, eine Gruppe von Wirkstoffen, die das Enzym Lipase im Darm hemmt. Dieses Enzym ist für die Spaltung bestimmter Fette (Triglyceride) verantwortlich.
Kosten für Selbstzahler
Viele Patientinnen und Patienten erfüllen diese Vorgaben nicht - möchten aber dennoch aktiv gegen ihr Übergewicht vorgehen. Deshalb entscheiden sich viele für eine Selbstzahler-Therapie, um ohne lange Wartezeiten und bürokratische Hürden eine moderne medikamentöse Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Abnehmspritze: Alles, was man wissen muss
Hier eine Kostenübersicht (Selbstzahler):
- Leistung Erstkonsultation & Beratung pauschal CHF 150.- (20-30 Min)
- Folgekontrollen je nach Aufwand, pauschal ab CHF 100.- (anfänglich alle 4 bis 8 Wochen, später alle 2-3 Monate)
Medikamentenkosten (ca.):
- Wegovy® (Semaglutid) CHF 176.- pro Monat
- Mounjaro® (Tirzepatid) CHF 490.- pro Monat
Laboruntersuchungen (falls nötig ) nach Aufwand (z. B. Blutbild, Leber, Schilddrüse)
Je nach gewähltem Medikament, Behandlungsdauer und begleitender ärztlicher Betreuung ergeben sich folgende Gesamtkosten für eine typische Therapiedauer von 6 bis 9 Monaten:
- Wegovy® (Semaglutid): ca. CHF 1’500.- bis CHF 2’000.-
- Mounjaro® (Tirzepatid): ca. CHF 3’900.- bis CHF 5’500.-
Gerne unterstützen wir Sie bei Ihrem Wunsch Gewicht zu verlieren. Sie können sich ganz einfach online einen Termin für eine Erstberatung vereinbaren.
Günstigere Generika in Zukunft?
2026 fällt in Kanada als erstes Land das Patent für die Abnehmspritzen Wegovy und Ozempic. Das Schweizer Unternehmen Sandoz bringt dann ein billigeres Generikum auf den Markt. Das wird den Preis drücken.
Adipositas-Medikamente sind derzeit heiss begehrt - und Ozempic oder das als Abnehmspritze zugelassene Medikament Wegovy stehen ganz oben auf der Wunschliste. Beide enthalten die gleichen Inhaltsstoffe und wirken mit Semaglutid.
Bisher ist es teuer, doch bald wird es ein günstigeres Generikum geben: In Kanada fällt 2026 der Patentschutz der beiden Medikamente vom dänischen Unternehmen Novo Nordisk. Der Schweizer Pharmakonzern Sandoz wird dann ein Nachahmerprodukt auf den Markt bringen.
In Europa läuft der Patentschutz von Ozempic und Wegovy erst Anfang der 2030er-Jahre ab. Kanada geht 2026 voran. Die Nachfrage dort ist riesig - nur in den USA werden die zwei Spritzen noch häufiger verschrieben. Gute Chancen also, mit einem Generikum Erfolge zu landen.
«Kanada wird unser erster Testmarkt sein», sagt Sandoz-Chef Richard Saynor gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Er plant, dass das neue Medikament direkt nach Patentablauf bereitsteht.
Voraussichtlich wird das Generikum die Preise für Semaglutid-Spritzen senken. Es ist bekannt, dass Nachahmerprodukte deutlich günstiger sind als das Original, die Entwicklungskosten entfallen.
Pharmaexperte Stefan Schneider von Schweizer Investmenthaus Vontobel sagt gegenüber dem «Tages-Anzeiger», dass er davon ausgeht, dass es mehr als ein Generikum geben wird. «Das wird den Preis drücken.» Das gilt auch, wenn die Produkte später zu uns kommen.
Für die Gesundheitssysteme wäre das eine Entlastung. Der Markt für die aktuell erhältlichen Abnahmeoptionen wird bis 2030 auf bis zu 150 Milliarden Dollar (rund 131 Milliarden Franken) geschätzt.
Wie stark die bis dahin erhältlichen Generika den Wert beeinflussen, hängt auch davon ab, wie oft sie verschrieben werden und welche Krankenkassen die Kosten übernehmen.
Und: Die Lieferengpässe, die aktuell für Ozempic und Wegovy bestehen, werden wohl selbst mit Generika bestehen bleiben - die Nachfrage ist einfach zu gross.
Alternative Abnehmspritzen in der Schweiz
Schon heute sind in der Schweiz alternative Abnehmspritzen erhältlich. Der Wirkstoff muss allerdings bisher ein anderer sein, damit sie zugelassen werden.
Mounjaro wirkt mit Tirzepatid, bei Saxenda ist es Liraglutid. «Bei allen in der Schweiz zugelassenen Medikamenten ist mit einer Gewichtsabnahme zu rechnen», so Endokrinologe Dr. Philipp Gerber gegenüber 20 Minuten.
Was man dabei nicht vergessen darf: «Alle haben auch Nebenwirkungen, hauptsächlich in Bezug auf den Magen- und Darm-Trakt: Übelkeit oder sich verändernder Stuhlgang kommen vor.»
Mounjaro wird von keiner Krankenkasse in der Schweiz übernommen, ist aber für Selbstzahler bereits erhältlich.
Wichtige Aspekte und Überlegungen
Das Thema medikamentöse Unterstützung beim Abnehmen ist aktuell wie nie, wie auch in diversen Tageszeitungen zu lesen ist. Besonders für Menschen, denen es schwerfällt, ihr Gewicht allein durch Ernährung und Bewegung zu regulieren, können Medikamente eine zusätzliche Hilfe darstellen. Dennoch ist ein bewusster und gut informierter Umgang mit dieser Möglichkeit wichtig.
Semaglutid gehört zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten. Es reguliert den Appetit, das Sättigungsgefühl und den Blutzucker. Ozempic ist wöchentlich injizierbar und wurde ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt.
Saxenda ist ein weiteres GLP-1-Medikament, das jedoch täglich injiziert wird. Tirzepatid kombiniert zwei Wirkmechanismen (GIP- und GLP-1-Rezeptoragonisten) und gehört zu den neuesten und vielversprechendsten Medikamenten im Bereich der Adipositastherapie.

Umgang mit dem "Ozempic-Gesicht"
Der Begriff „Ozempic-Gesicht“ beschreibt ein Phänomen, bei dem durch den schnellen Gewichtsverlust das Gesicht an Fülle verliert, was zu einem gealterten oder eingefallenen Erscheinungsbild führen kann.
Der Verlust von Volumen im Gesicht kann durch präventive Behandlungen wie Hyaluronsäure-Filler, Biostimulatoren (z. B. Sculptra oder Radiesse) oder Mesotherapie ausgeglichen werden. Ja, absolut - Prävention ist jedoch effektiver und einfacher als nachträgliche Korrektur.
Dennoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Erscheinungsbild wiederherzustellen:
- Volumenaufbau mit Fillern: Hyaluronsäure oder Biostimulatoren helfen, verlorenes Volumen im Gesicht wiederherzustellen.
- Skin Tightening: Technologien wie Morpheus8 oder Ultraformer 3 können die Haut straffen und das Erscheinungsbild deutlich verbessern.
Die Wahl der richtigen Behandlung hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen, Ihrem Gesundheitszustand und Ihren ästhetischen Zielen ab.
Wichtige Hinweise und Einschränkungen
Diese Medikamente sind während der Schwangerschaft nicht geeignet, da sie potenziell das ungeborene Kind gefährden könnten. In der Regel sind diese Medikamente für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen.
Mögliche Nebenwirkungen umfassen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Aufstossen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen.
Die Nachhaltigkeit der Gewichtsabnahme hängt von Ihrer Lebensweise ab. Ohne eine dauerhafte Ernährungsumstellung und regelmässige Bewegung besteht das Risiko, dass das Gewicht nach Absetzen der Medikamente wieder zunimmt.
In der Schweiz wird Ozempic® bei Vorliegen eines Typ-2-Diabetes unter gewissen Voraussetzungen übernommen. Für den Einsatz zur Gewichtsreduktion ohne Diabetes besteht jedoch kein Anspruch auf Kostenübernahme.
Die alleinige Gabe von Medikamenten ersetzt keine langfristige Gesundheitsstrategie. Eine fundierte medizinische Abklärung, begleitende Ernährungsberatung können helfen, Ursachen zu verstehen und nachhaltige Veränderungen zu etablieren.
Schweizer Zahlen und Fakten zu Übergewicht
Gemäss der jüngsten Schweizer Gesundheitsbefragung sind in der Schweiz 43 Prozent der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig, 12 Prozent davon leben mit Adipositas. Auch Kinder und Jugendliche sind betroffen: Rund 15 Prozent leben mit Übergewicht oder Adipositas.
Von Übergewicht spricht man ab einem Body-Mass-Index von 25. Ab einem BMI von 30 gilt man als adipös, ab einem BMI von 40 spricht man von einer krankhaften Adipositas.
Das Bundesamt für Gesundheit schreibt auf Anfrage von CH Media, dass die Grundversicherung zwischen Januar und August für das Produkt Wegovy 19,1 Millionen, für Saxenda 6,8 Millionen Franken vergütete. Daraus lässt sich ableiten, dass zirka 11'771 Patienten die Spritze Wegovy verwenden. 4325 Personen nutzen das Vorgängerprodukt Saxenda.
Swissmedic hat die Abnehmpräparate für Menschen mit einem BMI von über 30 zugelassen sowie für Personen mit einem BMI ab 27, die an mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung leiden, zum Beispiel Diabetes oder Bluthochdruck.
Risiken und Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Erbrechen. In sehr seltenen Fällen können sie das Risiko für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und für einige Formen von Schilddrüsenkrebs erhöhen.
Wirksamkeit und Alternativen
Bei rund 15 Prozent der Patienten schlagen die Mittel nicht an. In der Medizin spricht man von sogenannten Non-Responders, wenn die Spritze nur einen Gewichtsverlust von weniger als fünf Prozent innert drei Monaten bringt. Warum einige Patienten nicht ansprechen, ist unklar. Forscher vermuten genetische Faktoren oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
Schlagen die Mittel nicht an und bleiben konventionelle Abnehmversuche mit Ernährungsumstellung und Training erfolglos, gibt es als Alternative die bariatrische Chirurgie. Also etwa ein Magenband, Schlauchmagen oder Magenbypass. Übernommen wird eine solche Operation für Menschen mit einem BMI ab 35, in Ausnahmefällen schon ab einem BMI von 30.