Warum werden an Karneval Süßigkeiten geworfen? Eine Tradition erklärt

Der Karneval ist eine Zeit des ausgelassenen Feierns, der farbenprächtigen Kostüme und der fröhlichen Umzüge. Ein wesentlicher Bestandteil vieler Karnevalsveranstaltungen ist das Werfen von Süßigkeiten und Konfetti in die Menge. Aber woher kommt diese Tradition und was steckt dahinter?

Ursprung des Brauchs

Das Wort Konfetti leitet sich vom italienischen «confetti» (Plural von «confetto») ab, welches Konfekt (Zuckerzeug) bedeutet. Ursprünglich bezeichnete es also die Süssigkeiten, mit denen sich die maskierten Karnevalsteilnehmer bewarfen. Das waren überzuckerte Mandeln, Nüsse und auch Nachahmungen von Eis.

Einigen Lokalhistorikern zufolge ist das Werfen von Konfetti ein typischer Basler Brauch, der sich inzwischen auf der ganzen Welt verbreitet hat. Ursprünglich wurden die Konfetti genannten Bonbons während des Umzugs in die Menge geworfen, aber diese Praxis wurde im 19. Jahrhundert verboten und durch kleine Papierschnipsel ersetzt.

Konfetti sind kleine, bunte Papierschnipsel, die vor allem bei Fastnachtsumzügen, aber auch bei anderen Feierlichkeiten - wie Kindergeburtstagen oder Hochzeiten in die Luft oder auf Leute geworfen werden. Konfetti fallen in der Papierindustrie als Abfallprodukt bei der Perforation von Endlospapier mit Traktorstreifen für Nadeldrucker in der EDV in Übermengen an. Es wird aber auch von einigen spezialisierten Betrieben als eigenständiges Produkt hergestellt. Für den Konfettiregen wird Spezial-Konfetti, sog.

Der Brauch des Werfens von Süßigkeiten und kleinen Geschenken hat sich bis heute erhalten und ist ein fester Bestandteil vieler Karnevalsfeiern. Es ist eine Geste der Freude und des Teilens, die Jung und Alt gleichermaßen begeistert.

Die Bedeutung des Karnevals

Der Begriff „Karneval“ leitet sich vom lateinischen „carnem levare“ (Fleisch entfernen) ab und bezieht sich auf den Vorabend der Fastenzeit, die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern, die am Aschermittwoch beginnt. In vielen Orten in katholischen Gebieten beginnt der Karneval am 11. November um 11.11 Uhr. Dieses Datum hat immer etwas mit dem Fasten zu tun, denn früher begann am Martinstag eine Fastenzeit vor Weihnachten. Aufgrund der zehn biblischen Gebote symbolisierte die Zahl Elf außerdem Exzess, Grenzüberschreitung und Possenreißen. Echte Karnevalsumzüge und -feiern finden überall im Februar oder März statt, unabhängig davon, ob der Karneval am St.

In der Schweiz ist die Fasnacht eines der beliebtesten Feste, das in praktisch jeder Gemeinde stattfindet und aus einer Mischung aus christlichen Ritualen, traditionellen Bräuchen und heidnischen Festen, die sogar Jahrhunderte alt sind, entstanden ist. Besonders erwähnenswert sind die Fasnacht der Stadt Luzern und die Basler Fasnacht (letztere ist Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO).

Wichtige Tage im Karneval

  • Schmutziger Donnerstag: Fällt auf den Donnerstag vor Aschermittwoch und markiert den Beginn der Fasnachtszeit.
  • Faschingsdienstag/Karnevalsdienstag: In den deutschsprachigen Ländern auch Faschingsdienstag oder Karnevalsdienstag genannt, markiert er den letzten Tag des Karnevals vor Beginn der Fastenzeit.

Regeln und Traditionen

Aktive Fasnächtlerinnen und Fasnächtler sind auch Mitglieder der Faschingszunft - für sie ist das Ehrensache! - Die Fasnachtsplakette soll stets gut sichtbar getragen werden. - Auch in der närrischen Zeit gelten die Regeln des Anstands und der Rücksichtnahme. Wahre Fasnächtler lassen Kindern, Betagten und Menschen mit Behinderungen den Vortritt, drängeln nicht und zeigen sich jederzeit hilfsbereit. - Musikinstrumente, Masken, Kostüme und andere Utensilien der Aktiven sind wertvolles Eigentum - und keine Souvenirs, an denen sich alle bedienen können. - Konfetti vom Boden aufheben und wiederverwenden ist unhygienisch - genauso wie Rasierschaum und andere unappetitliche Produkte aus Spraydosen versprühen.

Die Umzugsroute ist freizuhalten. Aus Sicherheitsgründen sollten Zuschauer genügend Abstand wahren, denn die Aktiven haben mit ihren Masken eine eingeschränkte Sicht. - Kinder sind besonders fasziniert von den Umzugswagen, den Masken und Kostümen, der Musik. Vor allem, wenn sie Süssigkeiten vom Boden auflesen, vergessen sie alles um sich herum - auch die Gefahr, die von den Wagen ausgeht. Begleitpersonen haben Kinder deshalb gut zu beaufsichtigen. - Orangen und andere Gegenstände sollten nie aufs Geratewohl in Publikum oder vom Publikum zurück geworfen werden, damit niemand verletzt wird.

- Am Charivari und am Nachtumzug gilt: Je dunkler, desto stimmungsvoller! Betreiber von Ständen und Geschäften werden gebeten, die Lichter zu löschen. - Zum Kinderumzug gehören auch Erwachsene Begleitpersonen - aber bitte mit Verkleidung! In den Vorträgen der Schnitzelbänkler steckt viel Arbeit und Herzblut. Während den Auftritten wird um Ruhe gebeten! Dann können sie auch alle geniessen. - In den Schnitzelbank-Lokalen gehören Papierschlangen und -kügelchen an jeden Tisch.

Beispiele verschiedener Karnevalsbräuche

Basler Fasnacht

Die Fasnacht hat eine jahrhundertelange Geschichte, wurde 2017 in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen und ist die grösste der Schweiz. Ab 4 Uhr morgens am Montag nach Aschermittwoch, wenn die Glocken der Martinskirche läuten, werden alle Lichter in der Innenstadt ausgeschaltet und die Musik und die Feierlichkeiten beginnen mit dem Kommando „Morgestraich, vorwärts marsch!“ und der traditionellen Melodie des Morgenstreich-Marsches. In der völlig verdunkelten Stadt leuchten Laternen mit Darstellungen vergangener Karnevalsthemen und begleitenden Trommeln. Die Schnitzelbanksänger sind Narren, die in schweizerdeutscher Sprache satirische Verse über das aktuelle Geschehen in Basel und der Welt singen.

Am Montag- und Mittwochnachmittag finden zwei grosse „Cortège„-Umzüge mit Masken, Kostümen und der traditionellen Guggenmusik statt, während der Dienstagnachmittag den Kindern gewidmet ist, die in thematischen Kostümen und mit Konfetti und Bonbons bewaffnet auftreten. Am Abend ist Musik auf den großen Plätzen der Stadt angesagt.

Luzerner Fasnacht

St. Berühmt ist die Fasnacht für den „Föbü-Verschuss“, bei dem jedes Jahr ein neuer „Ehrenbürger“, d.h. die Person, die im vergangenen Jahr das Verrückteste getan hat, vor der Statue von Vadiano gekürt wird. Die Fasnacht gilt als das grösste jährliche Ereignis in der Stadt. Sie wird traditionell am Gründonnerstag eröffnet, wenn der Fritschi um 5 Uhr morgens auf einem Schiff auf dem Vierwaldstättersee eintrifft und die Fasnacht mit einem donnernden Knall, dem so genannten „Big Bang“, einläutet, der den Beginn der sechstägigen Feierlichkeiten markiert. Der Ursprung dieser Fasnacht ist mit dem Ritual zur Vertreibung des Winters verbunden. Maskierte Musikgruppen, die so genannten „Guggenmusige“, geben lustige und lärmende Darbietungen, die Tausende von Besuchern zum Tanzen und Singen bringen, während sie sich über sie lustig machen.

Solothurner Fasnacht

Am 13. Januar, dem St. Hilary’s Day, wird Solothurn in Honolulu umbenannt, weil ein Witzbold einst behauptete, die Aare-Stadt liege genau auf der anderen Seite der Erdkugel von Hawaii. Der Bürgermeister wird entlassen und die Straße vor dem Rathaus wird in „Eselstraße“ umbenannt. An den folgenden Abenden, vor allem samstags, finden Maskenbälle statt, während sonntags und dienstagnachmittags Umzüge durch die Straßen veranstaltet werden.

Rabadan (Bellinzona)

Der Karneval beginnt mit der Übergabe der Schlüssel der Stadt an König Rabadan, einem piemontesischen Begriff, der „Lärm“ bedeutet und offenbar zur Zeit der Kreuzzüge geprägt wurde, um die abendlichen Festmahle nach dem Fasten des Ramadan zu bezeichnen. Die Stadt verwandelt sich in eine Open-Air-Party, mit Guggenmusik-Konzerten in der Altstadt, die bis 5 Uhr morgens Musik und Unterhaltung bieten, und Tauzieh-Turnieren. Verschiedene Stände bieten Risotto und Luganighe an.

Tschäggättä (Lötschental)

Früher trugen nur alleinstehende Männer diese Masken aus Kiefernholz, Ziegen- oder Schafsfellen und altmodischer umgekehrter Kleidung und Kuhglocken, die „Tschäggätta“ genannt wurden. Heute nehmen jedoch auch verheiratete Männer daran teil, und die örtlichen Fremdenverkehrsämter werben für diese Tradition, um Besucher von außerhalb anzulocken. Diese uralte Tradition birgt eine Vielzahl von Mythen und Geschichten.

Und was noch? Ob Routenpläne, Auftrittszeiten oder Zugang zu Kontaktpersonen - das Carnaval-Büro der Faschingszunft Biel auf dem Zentralplatz weiss bei allen Fragen rund um die Fasnacht weiter. Es dient auch als Fundbüro. - Wer eine Fasnachtsplakette kauft, unterstützt die Bieler Fasnacht. Erhältlich ist sie im Vorverkauf (in den im Fasnachtsguide aufgeführten Restaurants) und während der Fasnacht im Carnaval-Büro oder bei den mobilen Plaketten-Verkäufern.

Die Tradition des Süßigkeitenwerfens im Karneval ist ein lebendiger Ausdruck von Freude und Gemeinschaft. Sie erinnert an die historischen Wurzeln des Festes und bringt Menschen jeden Alters zusammen, um gemeinsam zu feiern und Spaß zu haben.

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