Warum vertrage ich keine Waffeln? Ursachen und Lösungen

Waffeln sind eine beliebte Leckerei, aber nicht jeder kann sie problemlos genießen. Es gibt verschiedene Gründe, warum jemand Waffeln nicht verträgt. Häufige Ursachen sind Milchallergie, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) und Fructoseintoleranz. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen und bietet Lösungsansätze.

Nahrungsmittelallergien und -Unverträglichkeiten

Jede Allergenkarenz sollte auf einer gesicherten Diagnose beruhen. Sowohl in den deutschen als auch in den britischen Richtlinien wird empfohlen, Ernährungsberaterinnen und -berater in die Diagnostik einzubeziehen. Ihre Aufgaben reichen von der Aufnahme einer ernährungsspezifischen allergiefokussierten Anamnese bis hin zur Beratung zur diagnostischen Diät. Von Reese und Schäfer wurde die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen, Ärzten und Ernährungsberatenden bei IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergie in einem Algorithmus dargestellt.

Abbildung: Aufgabenteilung zwischen Allergologie (rot) und Ernährungsberatung (grün) im Diagnoseprozess bei IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien.

Gesetzlich anerkannte Ernährungsberaterinnen und -berater können ihre Leistungen im Bereich Nahrungsmittelallergien gemäss Krankenpflege-Leistungsverordnung (Art. 9b KLV) über die obligatorische Krankenversicherung abrechnen. Dafür muss die Ernährungsberatung ärztlich verordnet sein. Die Krankenversicherung übernimmt pro Verordnung 6 Sitzungen. Sollten weitere Konsultationen bei der Ernährungsberatung nötig sein, kann eine weitere Verordnung ausgestellt werden.

Milchallergie

Die Milchallergie gehört zu den häufigsten Lebensmittelallergien, vor allem bei Kindern. Milch steckt in viel mehr Lebensmitteln, als man denkt, in Backwaren, Fertigprodukten, Soßen - das bekommen Menschen oft nur zu spüren, wenn Sie Milch nicht vertragen. Wer eine Milchallergie hat, muss darauf besonders achten.

Im Fall der Milchallergie sind das Proteine, die in der Kuhmilch enthalten sind. Die meisten dieser Proteine gehören zu den Caseinen, die im festen Teil der Milch stecken, und zu den Molkenproteinen.

Wichtig: Eine Milchallergie ist keine Laktoseintoleranz, beide Erkrankungen müssen unterschiedlich festgestellt und behandelt werden. Bei der Laktoseintoleranz hat der Darm Schwierigkeiten, den Milchzucker (Laktose) zu verarbeiten.

Milch-Allergene lösen häufig starke bis sehr starke und sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Auch unspezifische Symptome wie Müdigkeit können auf eine Kuhmilch-Allergie hinweisen. Die Beschwerden treten in der Regel kurze Zeit, nachdem Sie die Milch verzehrt haben, auf. Bei manchen Menschen kommt es zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock, auch Anaphylaxie genannt, der schwersten Form einer allergischen Reaktion.

Was tun bei Milchallergie?

Haben Sie bei sich eine Milchallergie festgestellt, gibt es eigentlich nur eine wirkliche Therapieoption: Sie müssen Milch und Milchprodukte aus Ihrem Speiseplan streichen. Dabei gibt es einiges zu beachten. Zum einen steckt Milch in vielen Soßen, in Gebäck und Fertigprodukten und kann bei einer Allergie schon in kleinen Mengen Beschwerden auslösen.

Menschen mit Milchallergie reagieren meist auf alle Produkte, die aus Milch hergestellt werden. Gut zu wissen: Eine beliebte Milchalternative sind Sojadrinks.

Die meisten Nährstoffe aus der Milch können Sie problemlos durch andere Lebensmittel ersetzen. Es lohnt sich aber, bei einer Allergie auf die Zufuhr von Calcium zu achten. Gut zu wissen: Die empfohlene Calciumzufuhr für Erwachsene beträgt 1000 Milligramm pro Tag.

Haben Säuglinge oder Kleinkinder eine Milchallergie, sollten Sie als Elternteil besonders auf die Ernährung Ihres Kindes achten. Vor allem für kleine Kinder ist es außerdem sehr wichtig, dass sie ausreichend mit Calcium, B-Vitaminen und Proteinen versorgt werden - alles Nährstoffe, die in Milch und Milchprodukten vorkommen.

Stillen gilt ansonsten als gutes Mittel, um das Allergierisiko zu senken. Ärztliche Leitlinien empfehlen deswegen, wenn möglich zu stillen und ab dem 5. Lebensmonat die Beikost einzuführen. Ab dem 1. Lebensjahr können Sie Ihr Kind mit Sojamilch füttern, wenn es keine Sojaallergie hat. Soja ist eiweißreich und Sojadrinks sind oft mit Calcium und B-Vitaminen angereichert.

Laut einer Studie vertragen rund 75 Prozent der Kinder mit Milchallergie stark erhitzte Milchprodukte aus dem Backofen. In der Studie testeten die Forscher das mit Waffeln und Muffins sowie dem Käse auf Pizzas. Möglicherweise können gebackene Milchprodukte sogar die Chance erhöhen, dass die Allergie wieder verschwindet.

Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

Wer unter der Autoimmunerkrankung Zöliakie leidet (medizinisch auch als glutensensitive Enteropathie oder Sprue bezeichnet), verträgt sie nämlich ganz und gar nicht. Schuld daran ist das darin enthaltene Gluten.

Bei Menschen mit Zöliakie ruft Gluten Entzündungen und Schädigungen der Dünndarmschleimhaut hervor. Zudem stellt sich ein Mangel an bestimmten Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen ein. Aber nicht nur der Verdauungstrakt leidet, wenn Menschen mit Zöliakie Gluten konsumieren. Die Krankheit kann auch Beschwerden in anderen Bereichen des Körpers hervorrufen - beispielsweise an den Zähnen. Deshalb wird die Zöliakie auch als Systemerkrankung bezeichnet.

Die gute Nachricht: Ernähren sich betroffene Personen strikt glutenfrei, bilden sich die Schäden im Dünndarm zurück und sie können ein beschwerdefreies Leben führen.

Wichtig zu wissen ist, dass Gluten eigentlich nur ein Oberbegriff für einen Proteinkomplex ist. Er beschreibt ein Gemisch aus zwei Gruppen von Pflanzen-Eiweissen, die in praktisch allen Getreidesorten stecken. Die eine Gruppe besteht aus sogenannten Prolaminen, die andere aus Glutelinen. Die Gluteline sind harmlos - Probleme machen die Prolamine.

Gebäck bekommt dadurch auch eine schön fluffige Konsistenz und eine tolle Kruste. Dank dieser Eigenschaften steckt Gluten also klassischerweise in Brot und Gebäck. Es “versteckt” sich aber auch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln wie Gewürzmischungen, Fertigsaucen oder in Bier. Das liegt daran, dass Gluten auch ein guter Emulgator und Träger für Aromastoffe ist.

Ihr Körper hält Gluten für einen feindlichen Stoff, den er bekämpfen muss. Deshalb bildet er Abwehrstoffe. Diese gebildeten Antikörper greifen dann den Dünndarm an und zerstören dort die Dünndarmschleimhaut. Genauer gesagt, sterben mit der Zeit die Zotten des Dünndarms ab, wenn Betroffene Produkte mit Gluten verzehren. Zotten sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut.

Wie du bereits erfahren hast, sieht der Körper eines Zöliakie-Patienten Gluten als “Feind” an. Um ihn zu bekämpfen, bildet er Antikörper. Diese Antikörper lassen sich mittels Bluttest nachweisen. Gesunde Patient:innen sind fast immer frei von entsprechenden Antikörpern. Allerdings reicht die Antikörperbestimmung für eine sichere Diagnose nicht aus. Der Test legt lediglich die Vermutung nahe.

Die Zöliakie ist eine chronische Krankheit und lässt sich leider nicht durch eine Tablette oder ein anderes Medikament heilen. Die einzige, aber dafür sehr effektive Behandlung besteht darin, Gluten strikt vom Speiseplan zu streichen. Wenn Patient:innen sich daran halten, leben sie in der Regel völlig beschwerdefrei. Die Besserung von Magen-Darm-Symptomen tritt oft schon nach wenigen Wochen ein. Wichtig zu wissen: Die strenge Diät erlaubt tatsächlich keine Ausnahmen, du solltest die Ernährungsempfehlungen keinesfalls ignorieren.

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In glutenfreien Fertigprodukten sind nicht nur Mais- und Kartoffelstärke enthalten, sondern auch Zusatzstoffe, welche die negative Wirkung von Lektinen sogar verstärken können.

Fructoseintoleranz

Einige Menschen reagieren empfindlich auf Fructose, den Zucker, der in vielen Früchten und Süßungsmitteln vorkommt. Da Waffeln oft mit Zucker oder Früchten zubereitet werden, kann dies zu Beschwerden führen.

Symptome und Diagnose

Typische Symptome einer Fructoseintoleranz sind Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Übelkeit. Ein Atemtest kann helfen, die Diagnose zu bestätigen.

Ernährung bei Fructoseintoleranz

Bei einer Fructoseintoleranz ist es wichtig, den Konsum von fructosehaltigen Lebensmitteln zu reduzieren. Dazu gehören viele Obstsorten, Honig, Maissirup und bestimmte Gemüsesorten.

Weitere mögliche Ursachen

Neben den genannten Hauptursachen können auch andere Faktoren eine Rolle spielen:

  • Zusatzstoffe: Bestimmte künstliche Süßstoffe, Farbstoffe oder Konservierungsmittel in Waffeln können Unverträglichkeiten auslösen.
  • Fettgehalt: Ein hoher Fettgehalt kann bei manchen Menschen zu Verdauungsproblemen führen.
  • Individuelle Empfindlichkeit: Jeder Mensch reagiert anders auf bestimmte Lebensmittel.

Tipps zur Diagnose und Linderung

  1. Ernährungstagebuch: Führen Sie ein Tagebuch, um herauszufinden, welche Inhaltsstoffe in Waffeln die Beschwerden verursachen.
  2. Arzt konsultieren: Lassen Sie sich von einem Arzt oder Ernährungsberater beraten, um Allergien oder Unverträglichkeiten auszuschließen.
  3. Waffelrezept anpassen: Verwenden Sie alternative Zutaten wie glutenfreies Mehl, laktosefreie Milch oder fructosearme Süßungsmittel.
  4. Selbstgemachte Waffeln: Bereiten Sie Waffeln selbst zu, um die Inhaltsstoffe besser kontrollieren zu können.

Indem Sie die möglichen Ursachen Ihrer Beschwerden identifizieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen, können Sie möglicherweise wieder Waffeln genießen, ohne negative Auswirkungen zu erleben.

Tabelle: Mögliche Beratungsschwerpunkte für ausgewählte Nahrungsmittelallergien

Allergie Mögliche Beratungsschwerpunkte
Kuhmilchallergie Alternativen zur Kuhmilch, Kalzium in Lebensmitteln, Bioverfügbarkeit von Kalzium, gegebenenfalls Supplemente in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Wenn verbackene Kuhmilch vertragen wird: Lebensmittelauswahl besprechen, zum Beispiel, dass eine gewisse Menge Zopf möglich ist, Gratin jedoch nicht.
Hühnerei Allergie Küchentechnische Alternativen zum Hühnerei, zum Beispiel Eiersatzpulver und Rezepte ohne Ei, besprechen und vorschlagen. Wenn verbackenes Hühnerei vertragen wird: Lebensmittelauswahl besprechen, zum Beispiel, dass eine gewisse Menge Kuchen vertragen wird, Omelett aber nicht.
Soja Allergie Soja als verstecktes Allergen in Lebensmitteln, Lebensmittelrecht, Zutatenlisten auf Verpackungen lesen.
Weizen Allergie Weizen als verstecktes Allergen in Gewürzen, Saucenpulvern, Sojasauce; Alternativen zum Weizen, Kochen und Backen mit gluten- und weizenfreiem Mehl.

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