Warum zerlaufen Plätzchen beim Backen? Tipps und Tricks für perfekte Weihnachtskekse

Kann man eigentlich jemals genug Weihnachts-Guetzli Rezepte besitzen? Nein, oder? Vor allem in der Adventszeit verwandelt sich so manche Küche in eine kleine Weihnachtsbäckerei und alle warten sehnsüchtig darauf, von den gebackenen Leckereien naschen zu dürfen.

Noch nicht mal Advent und schon wird gebacken, was das Zeug hält. Spitzbuben, Zimtsterne und sogar Vanillekipferl tauchen in diversen Instagram Storys auf. Damit du mithalten kannst, haben wir einige Tipps und Tricks zusammengestellt, damit deine Guetzli perfekt gelingen.

Nimmt man es aber genau, werden beim Backen von Guetzli häufig Fehler gemacht. Zum Glück schmeckt das Gebäck aber in vielen Fällen trotzdem.

Die 4 häufigsten Fehler beim Herstellen von Mürbeteig und wie man sie vermeidet

Häufige Fehler beim Guetzli Backen und wie man sie vermeidet

Du willst dieses Jahr mit deinen Weihnachtsguetzli so richtig angeben? Dann solltest du folgende acht Fehler unbedingt vermeiden:

  1. Der Teig klebt: Ziemlich lästig, wenn der Teig überall haften bleibt, nur nicht dort, wo er sollte.
  2. Der Teig hält nicht zusammen: Gerade an Vanillekipferl kann man sich die Zähne ausbeissen, wenn der Teig nicht zusammenhält und in der Hand «verbrösmelet».
  3. Braune Zimtsterne: Einen richtig schönen Zimtstern stellt man sich mit einer perfekten, schneeweissen Glasur vor. In Wahrheit werden die Sterne aber oft irgendwie braun.
  4. Falsche Ofentemperatur: Soll man zum Backen der Guetzli Ober- und Unterhitze oder Heissluft einstellen?
  5. Ungeduld: Wenn es in der Küche schon richtig fein nach Guetzli riecht, möchte man am liebsten immer wieder im Ofen nachschauen, ob sie schon fertig sind. Aber, darf man die Backofentür während des Backens öffnen, um nach der Farbe der Guetzli zu schauen?
  6. Die Guetzli «verlaufen»: Es kann passieren, dass die Guetzli zu einem «Fladen» verlaufen oder sie ihre Form verlieren. Weshalb ist das so?
  7. Die Guetzli werden hart: Hat man beim Backen alles richtig gemacht, kann es passieren, dass zum Beispiel Chräbeli beim Aufbewahren schnell hart werden. Was kann man dagegen tun?
  8. Reste verschwenden: Wer Guetzli macht, hat oft Eiweisse und Eigelbe, die übrig bleiben. Was könnte man damit anstellen?

Zimtsterne haben eine perfekte Glasur.

Detaillierte Lösungen für häufige Backprobleme

Hier sind detaillierte Tipps, um die genannten Probleme zu lösen:

  1. Was kann man tun, wenn ein Teig zum Beispiel beim Auswallen auf der Arbeitsfläche oder im Förmchen kleben bleibt? Am besten wallt man Eiweissteig auf wenig Zucker oder gemahlenen Nüssen aus. Oder zwischen zwei aufgeschnittenen Plastikbeuteln. Entstandene Mehlspuren können danach mit einem Pinsel von den Guetzli gewischt werden. Den Teig nach dem Auswallen immer mit dem Spachtel von der Arbeitsfläche lösen, so geht es besser.
  2. Was kann man tun, wenn ein geriebener Guetzliteig nicht kompakt ist? Man gibt etwas Eigelb, Eiweiss oder ein bis zwei Esslöffel Milch unter den Teig. Der Teig soll dabei nicht geknetet werden.
  3. Wie kann man Zimtsterne perfekt glasieren? Eine perfekte schneeweisse Glasur erhält man, wenn man die Zimtsterne erst nach dem Backen glasiert. Zudem hat diese Methode den Vorteil, dass man die Zimtsterne problemlos mit der Glasur tiefkühlen kann.
  4. Soll man zum Backen der Guetzli Ober- und Unterhitze oder Heissluft einstellen? Die angegebenen Backtemperaturen in den Guetzli-Rezepten gelten für das Backen mit Ober- und Unterhitze, wenn nicht anders beschrieben. Die Backtemperatur verringert sich um etwa 20 Grad, wenn man Heiss- oder Umluft einstellt. Wenn man Guetzli bei Heissluft bäckt, trocknen sie etwas mehr aus. Die Menge der Guetzli auf dem Blech spielt keine Rolle - die Backzeit bleibt immer in etwa gleich. Es kann aber sein, dass je länger man den Ofen benutzt, die Guetzli um ein bis zwei Minuten weniger backen müssen, da die Ofentemperatur konstanter ist.
  5. Aber, darf man die Backofentür während des Backens öffnen, um nach der Farbe der Guetzli zu schauen? Die Backofentüre kann während des Backens nach der Hälfte der Backzeit geöffnet werden, jedoch am besten nur ganz kurz. Je öfter die Backofentür nämlich geöffnet wird, desto eher fällt die Ofentemperatur zurück.
  6. Weshalb ist das so, wenn die Guetzli zu einem «Fladen» verlaufen oder sie ihre Form verlieren? Die geformten Guetzli sollten auf dem mit Backpapier belegten Blech vor dem Backen wenn möglich nochmals rund zehn Minuten kühl gestellt werden. Wenn man keinen Platz hat, sollte man den Teig immer nur portionenweise auswallen, ausstechen und backen, denn so ist der Teig noch schön kühl. Je kälter der Teig vor dem Backen ist, desto besser hält sich die Guetzliform.
  7. Was kann man dagegen tun, wenn zum Beispiel Chräbeli beim Aufbewahren schnell hart werden? Die Chräbeli bleiben länger haltbar, wenn sie nach dem Auskühlen in einem Tiefkühlbeutel in einer geschlossenen Guetzlidose aufbewahrt werden. Sobald Chräbeli zu hart sind, diese draussen etwas feucht werden lassen - oder ausgekühlt tiefkühlen und dann vor dem Geniessen auftauen.

So sollten Vanillekipferl eigentlich aussehen.

Die meisten Guetzli lassen sich in Dosen gut verschlossen bis zu drei Wochen aufbewahren. Noch einfacher ist es, wenn man diese tiefkühlt und portionenweise wieder auftaut. Alle Guetzli, ausser Meringue oder Schümli, lassen sich ausgekühlt und gut verpackt tiefkühlen. Sie sind so ein bis zwei Monate haltbar. Vor dem Geniessen werden die Guetzli auf einem Teller oder Kuchengitter rund 30 Minuten bei Raumtemperatur aufgetaut. Man kann Butterguetzli auch kurz in der Mikrowelle auftauen.

Weitere Tipps für perfekte Guetzli

  • Sollen die Kekse in jedem Falle gelingen, lohnt es sich, mit Waage und Messbecher altbewährte Rezepte zu befolgen.
  • Für viele Guetzli wird ein Mürbeteig verwendet. Dafür benötigt man schon bei der Zubereitung kühle Butter, die nicht wie sonst beim Backen üblich auf Zimmertemperatur gebracht wird. Nach dem Verrühren des Teiges sollte man diesen im Kühlschrank für eine halbe Stunde ruhen lassen. Nimmt man sich nicht die Zeit dazu, verlaufen die Formen der Guetzli beim Ausstechen und Backen leicht.
  • Ist der Teig bereit, um ausgerollt und ausgestochen oder geformt zu werden, gibt man oft zu viel Mehl auf das Nudelholz und die Arbeitsfläche. Das macht die Guetzli sehr trocken. Man sollte daher lieber weniger Mehl verwenden und anschliessend, wenn nötig, etwas nachgeben, als direkt zu viel davon zu benutzen.
  • Meist kommt der in Form gebrachte Teig in einen vorgeheizten Ofen. Im Gegensatz zu Brot oder Kuchen sind Guetzli relativ schnell fertig, weshalb man den Backofen danach nicht allzu lange aus den Augen lassen sollte. Am besten stellt man sich eine Eieruhr oder den Wecker auf dem Smartphone, um zu hartes oder gar verbranntes Süssgebäck zu vermeiden.
  • Der Duft ist verlockend und die Ungeduld gross, wenn der ausgestochene Teig erst einmal im Ofen ist. Doch erst, wenn die geplante Backzeit sich dem Ende neigt, sollte man die Backofentür öffnen, da ansonsten der Teig durch die hineinströmende, kühlere Luft leiden kann und die vorderen Plätzchen dadurch langsamer knusprig werden, als die hinteren. Guetzli benötigen im Normalfall ohnehin keine langen Backzeiten.
  • Ähnlich wie Guetzli, die zu lange im Ofen waren, werden auch solche zu hart oder angebrannt, die einfach auf dem heissen Backblech auskühlen. Legt man das Gebäck zum Beispiel auf ein Kuchengitter oder mit dem Backpapier auf eine andere Unterlage, kühlen sie gleichmässiger aus.
  • Es ist schade, wenn die Guetzli perfekt gelingen und dann nicht richtig gelagert werden. Je nach Art des Gebäcks kann die richtige Verpackung sich unterscheiden. Mürbeteiggebäck bewahrt man meist aber ganz klassisch in Metalldosen auf. So wird es nicht zu weich und die Plätzchen halten sich dort lange.

Darauf solltest du bei den unterschiedlichen Teig-Arten achten

  • Rührteig: Bei Rührteigen sollte man zuerst Butter und Zucker gut verrühren, bis die Masse luftig und cremig ist. Danach fügt man die Eier hinzu und rührt, bis die Masse wieder homogen ist. Die restlichen Zutaten müssen dann nur noch kurz untergerührt werden.
  • Hefeteig: Hefeteige, wie zu Beispiel Brotteige, müssen lange geknetet werden. Um zu prüfen, wie gut der Teig geknetet ist, gibt es einen Knettest.
  • Biskuitteig: Beim Biskuitteig sollte man beachten, dass der Eischnee ganz fest geschlagen ist. Sobald der Rest den Zutaten hinzufügt wird, sollte der Teig allerdings nur noch kurz und sorgfältig untereinander gehoben werden.
  • Mürbeteig: Mürbeteig sollte vor dem Backen möglichst kalt bleiben. Man sollte ihn deshalb nur kurz, aber schnell kneten.
  • Muffinteig: Bei Muffinteig sollten die trockenen und die feuchten Zutaten zuerst getrennt gemischt werden. Zusammengefügen sollte man sie nur kurz, bevor man sie backt.

Rezept für Schokoladen Mandel Kugeln

Hier ist ein einfaches Rezept für leckere Schokoladen Mandel Kugeln:

Zutaten:
  • 250 g Dinkelmehl
  • 125 g Mandeln gemahlen
  • 50 g Kakaopulver ungesüsst
  • 2 Prisen Salz
  • 250 g Butter weich
  • 100 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
Zubereitung:
  1. Mehl, Mandeln, Kakaopulver und Salz in eine Schüssel geben und beiseitestellen.
  2. Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Anschliessend die trocknen Zutaten dazu geben und verrühren.
  3. Zu einer Kugel formen und verpackt für 40 Minuten kühlstellen.
  4. Aus dem Teig circa 2cm grosse Kugeln rollen und in den 2 EL Zucker wälzen.
  5. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Die Kugeln sollten einen Abstand haben, sie verlaufen etwas. Anschliessen nochmals für 30 Minuten in den Kühlschrank geben.
  6. Backofen auf 160°Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Kugeln für zirka 15 Minuten backen.

Sie sind genauso schnell aufgegessen, wie sie gebacken sind. So lecker.

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