Die Geschichte des Waldorf Astoria Salats: Ein Klassiker aus New York

Der Waldorf Astoria Salat, ein cremiger Salat mit viel Crunch, erfreut sich in den USA grosser Beliebtheit. Er besteht aus fein geschnittenen Äpfeln, Sellerie und Mayonnaise. Doch wer hat ihn erfunden? Der legendäre Schweizer Hotelmanager Oscar Tschirky kreierte den Salat 1896 im Hotel Waldorf-Astoria in New York und verhalf dem Hotel damit zu noch mehr Ruhm.

Oscar Tschirkys Geschichte ist ein Paradebeispiel des amerikanischen Traums. 1883 kam der gerade einmal 17-jährige Oscar Tschirky, geboren in Le Locle NE und aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen, nach New York. Wenige Stunden nach seiner Ankunft ergatterte er sich bereits einen Job. Zunächst nur als Kofferträger, doch durch sein Engagement arbeitete er sich bis zum «maître d'hôtel» im Waldorf-Astoria hoch.

Legendär wurde er durch die extravagant gestalteten Anlässe im New Yorker Nobelhotel, die auserlesenen Menüs und den exzellenten Service. Und er hat mit seinem Waldorfsalat ein unvergessliches Andenken hinterlassen. In den 1920er-Jahren wurde sein Rezept mit Baumnüssen erweitert und hat seither mehrere Variationen durchwandert, beispielsweise mit Trauben oder Pouletstreifen.

Der Waldorf-Salat wird dem legendären Kellner aus Le Locle übrigens zu Unrecht zugeschrieben. Oscar konnte nach eigenen Angaben gar nicht kochen und hatte die Kreation im führenden New Yorker Restaurant Delmonico’s kennengelernt. Heute variiert wieder ein berühmter Schweizer in New York den Buffetklassiker: Dreisternekoch Daniel Humm interpretiert ihn im «Eleven Madison Park» neu mit Cranberries.

Die Zutaten des Waldorf Astoria Salats

In seiner klassischen Form besteht er nur aus rohen Sellerie- und Apfelstreifen mit gehackten Walnüssen und Mayonnaise. Hier und da stösst man aber auch auf Waldorfsalat mit Orangen und Hühnerfleisch oder anderen Beigaben.

Zutaten:

  • Sellerie
  • Äpfel
  • Walnüsse
  • Mayonnaise
  • Zitronensaft

Zubereitung:

  1. Sellerie von der Schale befreien, roh in sehr feine Streifchen kleinschneiden (oder dito bissfest am Herd kochen und anschliessend kleinschneiden).
  2. Äpfel von der Schale befreien, von dem Kernhaus befreien, dito in Streifchen kleinschneiden.
  3. Nüsse abziehen und feinhacken, ein paar davon zum Garnieren zurücklegen.
  4. Majo mit Salz und Saft einer Zitrone würzen, Schlagobers aufschlagen und darunter geben bzw. ungeschlagen mit der Majo mischen.
  5. Bestandteile mit der Sauce mischen, in Salatschüssel einfüllen, mit übrigen Walnüssen aufbrezeln.
  6. Vor dem Servieren 2 h abgekühlt durchziehen lassen.

Tipp: Zitronen verleihen Gerichten einen frischen Touch.

Das Waldorf Astoria Hotel: Mehr als nur ein Salat

Das Waldorf Astoria an der Park Avenue gilt seit jeher als Inbegriff der New Yorker Hotellerie. Marilyn Monroe, Grace Kelly, Elizabeth Taylor, Frank Sinatra, Königin Elizabeth II. und mehr als ein Dutzend amerikanischer Präsidenten übernachteten in der Luxusherberge.

1931 eröffnete das Hotel - damals das grösste, höchste und teuerste der Welt - seine Türen an der Park Avenue. Mit einem ganzen Strassenblock in bester Lage, edlen Restaurants und rauschenden Bällen erschuf sich das Waldorf Astoria seinen Ruf. Das Waldorf ist so eng mit der Geschichte Manhattans verwoben wie das Empire State Building, das im selben Jahr an der Stelle des ursprünglichen, 1929 abgerissenen Hotels eröffnet wurde.

Zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren war das Waldorf-Astoria ein fester Bestandteil des New Yorker Nachtlebens. Die Big Bands von Count Basie und Glen Miller gingen hier ein und aus und mit der Radiosendung „Direct from the Starlight Roof of the Waldorf-Astoria“ wurde ihr Sound in Amerikas Wohnzimmer übertragen.

Seit Herbert Hoover verbrachten alle Präsidenten ihren Aufenthalt im Waldorf-Astoria, was vor allem Sicherheitsgründe hatte, da das Hotel seit jeher über einen unterirdischen Zugang verfügt. Präsident Franklin D. Roosevelt nutzte ihn sogar, um seine Lähmung zu verbergen. Mittlerweile ist es bei den Präsidenten Brauch geworden, nach ihrem Aufenthalt etwas zum Inventar der Suite beizusteuern.

Weitere berühmte Salate aus aller Welt

Neben dem Waldorf Astoria Salat gibt es noch viele weitere berühmte Salate aus verschiedenen Ländern, die eine interessante Geschichte haben:

Salatname Herkunft Hauptzutaten
Salade niçoise Südfrankreich Thunfisch, Eier, Blattsalat, grüne Bohnen, Tomaten, Oliven, Kapern
Tabbouleh Libanon/Syrien Bulgur, Petersilie, Tomaten, Frühlingszwiebeln, Schalotten
Schopska-Salat Balkan (Bulgarien) Tomaten, Gurken, gebratene Paprika, Zwiebeln, Schafskäse Sirene
Oliviersalat (Russischer Salat) Russland Poulet, Kalbszunge, schwarzer Kaviar, Blattsalat, Flusskrebs, Cornichons, Kapern, Eier
Caesar Salad Mexiko Romana-Salatherzen, Sardellencreme, Senf, Knoblauch, Limettensaft, Parmesan, Croûtons
Som Tam Laos/Thailand Geraspelte grüne Papaya, Chili, Knoblauch, getrocknete Garnelen, Limettensaft, Fischsauce
Griechischer Salat (Choriatiki) Griechenland Tomaten, Peperoni, Gurken, rote Zwiebeln, Oliven, Feta
Ensalada de Palmitos Argentinien/Mittelamerika Palmenherzen, Tomaten, Avocado, Limettensaft

The Waldorf-Astoria and the story of 20th century America | The Skyline

Die Welt der Salate ist vielfältig und bietet für jeden Geschmack etwas. Ob klassisch oder modern, die Geschichten hinter den Rezepten machen jeden Salat zu etwas Besonderem.

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