Kann Pizza auch mit veganem Käse schmecken? Dieser Frage gehen wir hier auf den Grund und geben einen Überblick über vegane Tiefkühlpizza und worauf man bei ihrer Auswahl achten sollte.

Vegane Pizza gehört ins Repertoire eines jeden Kenners der veganen Küche, findet unsere Vegan-Redaktorin. So wenige Zutaten, aber der perfekte Geschmack! Wer also der Meinung ist, Mozzarella sei der wichtigste Bestandteil einer Pizza, hat weit gefehlt.
Vegane Pizza in der Gastronomie
Draussen prangt ein grosses Schild und wirbt für vegane und glutenfreie Speisen.
Im Avanti backt man neben herkömmlicher Pizza auch eine vegane Alternative. Ob diese Kenner & Schlemmer überzeugt, sehen Sie im Video.
Nach Auskunft von Cristina Roduner vom Verein Thurgau Vegan, ist das «Barbarossa» das zweite Restaurant im Thurgau, das eine vegane Pizza anbietet. Schon seit einem Jahr führt das «La Luna» in Romanshorn eine vegane Pizza auf der Speisekarte.
Nicht nur Veganer würden die neue Pizza bestellen, sagt Napoli. «Unsere Gäste sind neugierig und probieren gern etwas Neues.»
Das Rezept für veganen Pizzateig
Übrigens: Das originale Rezept für Pizzateig ist immer vegan! Richtig feiner Teig wird nur mit Mehl, Salz, Wasser und Hefe zubereitet. Milch oder gar Eier haben darin gar nichts zu suchen!
Zutaten für zwei Pizzen:
- 300 g helles Weizenmehl (oder Dinkelmehl)
- 2/3 Päckchen Trockenhefe
- 1 TL Salz
- 1/3 TL Zucker
- 1,5 dl warmes Wasser
- etwas Polentagriess, um den Teig auszurollen
Für den Belag (Grundzutaten):
- 1 Dose gehackte und geschälte Tomaten (Pelati)
- Salz, Pfeffer
- getrocknete Kräuter (Basilikum, Oregano)
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
Zubereitung:
- Vermenge Mehl, Hefe, Salz und Zucker in einer Schüssel.
- Das lauwarme Wasser dazugeben und alles zu einem glatten Teig verrühren.
- Nun den Teig etwa 10 Minuten kneten. Alternativ verwendest du den Knethaken deiner Küchenmaschine.
- Den Teig zu einer Kugel formen und in der Schüssel zugedeckt, an einem warmen Ort etwa eine Stunde aufgehen lassen.
- Bestreue nun deine Arbeitsfläche mit etwas Polentagriess.
- Den Teig halbieren und mit dem Wallholz oder von Hand zwei flache Pizzafladen formen. Alternativ einfach eine grosse, rechteckige Pizza machen.
- Lege die Pizzafladen auf ein mit Backpapier belegtes Blech.
- Würze die Tomatenstücke in der Dose mit Salz, Pfeffer, Kräutern und Knoblauch und mische alles.
- Dann die Tomatensauce auf dem Pizzateig verteilen.
- Belege den Teig mit den Zutaten für deinen liebsten veganen Belag.
- Nochmals etwa nachwürzen mit Salz, Pfeffer und getrockneten Kräutern.
- Nun in der Mitte des Ofens bei 200 Grad für etwa 15 bis 20 Minuten knusprig backen.
Belagideen für vegane Pizza
Natürlich muss der vegane Pizzabelag nicht zwingend nur aus 3 Zutaten bestehen. Doch ich habe gemerkt, dass sie mit wenigen, dafür ausgewählten Zutaten meist besser schmeckt, als wenn man möglichst viel drauf packt.
Weil es bei der veganen Pizza keinen Käse gibt, der alles mit seinem Geschmack dominiert, sind der Teig und die Sauce besonders wichtig. Und selbst wenn du veganen Käse verwendest: Dieser ist meist etwas milder als herkömmlicher Käse und lässt den anderen Zutaten ihren Eigengeschmack.
Natürlich gilt auch bei veganer Pizza, was eigentlich immer gilt: Erlaubt ist, was dir schmeckt! Daher zeige ich hier mein liebstes Grundrezept für selbstgemachten veganen Pizzateig sowie 3 Ideen für einen leckeren Belag. Von letzteren kannst du dich inspirieren lassen - oder die Rezepte nach Belieben abwandeln und ergänzen.
Meine 3 liebsten Beläge für vegane Pizza:
- Randen, Rucola, veganer Käse: Dazu passt auch veganer Käse, zum Beispiel ein paar Scheiben des Greek White Block von Violife, weil der schön würzig ist und perfekt schmilzt. Da Randen viel Feuchtigkeit enthalten, solltest du etwas weniger Tomatensauce verwenden oder zu Tomatenpüree greifen, damit der Teig nicht zu saftig wird. Die Randen brauchst du übrigens nicht zu kochen. Einfach schälen, in dünne Scheiben schneiden und auf dem Teig verteilen. Dann einige Stücke des veganen Käses darüber streuen. Der frische Rucola kommt erst nach dem Backen dazu.
- Pilze, Spinat, Nüsse: Zu den Pilzen und dem Spinat gebe ich gerne auch ein paar geröstete Baumnüsse oder Pinienkerne. Den frischen Blattspinat mit einem EL Olivenöl und roten Zwiebeln kurz andünsten, bevor er auf die Pizza kommt. Die Pilze roh in Scheiben schneiden und auf der Sauce verteilen. Nach dem Backen die Nüsse darüber streuen.
- Räuchertofu, Federkohl, Oliven, Hefeflocken: Den Räuchertofu mit etwas Öl, Zwiebeln, Knoblauch anbraten. Dann einige Blätter Federkohl, in Streifen geschnitten, kurz mitdünsten. Das Tofugemüse und die Oliven auf der Pizza verteilen. Nach dem Backen 1 EL Hefeflocken über die Pizza streuen.
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Vegane Ersatzprodukte unter der Lupe
Viele der veganen Ersatzprodukte sind stark verarbeitet - und deshalb nicht immer so gesund, wie es den Anschein macht.
Der vegane Ernährungsstil gilt nicht nur als klimafreundlich, sondern auch als gesund. Um Fleischprodukte zu ersetzen, greifen allerdings viele zu pflanzlichen Fertigprodukten. Warum dies nicht immer empfehlenswert ist, erklärt ein Ernährungsexperte.
Vegane Ersatzprodukte wie Erbsen-Schnitzel oder Soja-Würste müssen wie alle Fertigprodukte mit vielen Zusatzmitteln, Konservierungsstoffen und Aromen versehen werden. Vor allem aber müssen die Zutaten stark verarbeitet werden, um am Ende dem tierischen Produkt ähnlich zu sein. Deshalb zählen sie in die Kategorie der ultraverarbeiteten Produkte.
«Die veganen Ersatzprodukte gehören mit zu den am stärksten verarbeiteten Lebensmitteln», sagt David Fäh. Kauft man im Supermarkt eine Pouletbrust, so ist diese, ausser vielleicht zugeschnitten, nicht weiter verarbeitet, und der einzige notwendige Zubereitungsschritt zu Hause in der Küche bis zum fertigen Gericht ist die Erhitzung.
Wird hingegen ein pflanzliches Ersatzprodukt zu Poulet hergestellt, benötigt es von den rohen Erbsen oder dem Soja bis zum geflügelähnlichen Endprodukt auf dem Teller sehr viele Verarbeitungsschritte. In diesem Prozess geht laut Fäh die Qualität der einzelnen Zutaten zur Versorgung des Körpers verloren: «Deshalb sind Ersatzprodukte aus ernährungsphysiologischer Sicht in vielen Belangen minderwertig im Vergleich zum Original.»
Hinzu kommt, dass viele dieser Produkte im Anbau und in der Herstellung der Rohstoffe sowie auch in der Verarbeitung viele Ressourcen verbrauchen. Oft werden die einzelnen Inhaltsstoffe weit transportiert. Auch bei der Verpackungsmenge und im Wasserverbrauch schneiden diese Produkte teilweise sehr schlecht ab.

Die Rolle ultraverarbeiteter Produkte
Ultraverarbeitete Produkte sind in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Ernährungswissenschaft gekommen.
«Das Problem ist, dass durch die Verarbeitung unsere Verdauung weniger Arbeit hat. Wir nehmen die Nahrung schneller und umfänglicher auf. Die ultraverarbeiteten Produkte haben dadurch eine schlechtere Sättigungskapazität im Verhältnis zu den enthaltenen Kalorien», erklärt Fäh. Weil sie uns nicht so gut sättigen, essen wir also mehr von den qualitativ eher schlechten Produkten, was letztlich zu den gesundheitlichen Problemen führt.
Tipps für den Einkauf
Bis sich in der Kennzeichnung der Produkte etwas ändert, hat David Fäh ein paar einfache Tipps, die beim Einkaufen helfen können, den ultraverarbeiteten Produkten fernzubleiben - oder sie zumindest bewusst zu erkennen.
- Regional: Produkte direkt vom Hofladen oder dem lokalen Markt sind frisch und nicht hochverarbeitet. Ausserdem profitieren sowohl die Produzenten als auch Konsumenten, und auch aus ökologischer Sicht ist das sinnvoll.
- Verpackung: Ein guter Hinweis auf ultraverarbeitete Lebensmittel ist auch die Verpackung. Fast alle ultraverarbeiteten Produkte sind verpackt, frische Lebensmittel wie Gemüse und Früchte hingegen brauchen häufig keine Verpackung.
- Altbewährtes: Produkte wie beispielsweise Hüttenkäse oder Mozzarella, die es schon lange gibt und schon unsere Grosseltern gekannt haben, sind in der Regel weniger hoch verarbeitet. Im Gegensatz zu neuen Produkten, die stark beworben werden und meist stärker verarbeitet sind.
- Selbstgemacht: Selbst zubereitet ist grundsätzlich besser. Auch wenn man nicht penibel auf jeden Milliliter Öl und jedes Gramm Zucker achtet - im Vergleich mit den Fertigprodukten ist das Selbstgemachte immer noch viel gesünder. Und man schärft so auch das Bewusstsein dafür, wie viel Salz, Zucker oder Fett man wirklich zu sich nimmt.
- Haltbarkeit: Je länger die Haltbarkeit, desto stärker die Verarbeitung und desto mehr Zusatzstoffe sind im Produkt enthalten. Ausnahmen sind die meisten Tiefkühlprodukte und manche Dosenkonserven.
- Ingredientenliste: Je kürzer die Liste der Inhaltsstoffe, desto besser.
Weitere Einblicke in die Welt der Fertigprodukte und Ernährung
Wie (un)gesund sind Gemüse aus der Dose oder aus dem Tiefkühlfach im Vergleich zu frischem Gemüse?
Tiefkühlgemüse ist absolut gleichwertig, denn diese Lebensmittel werden nach der Ernte direkt verarbeitet. Bei Konservengemüse ist es so, dass diese Produkte erhitzt werden, damit gehen hitzeempfindlcihe Stoffe verloren.
Sind die Take away Produkte von Migros, coop etc. gesund?
Es kommt immer auf die Zusammensetzung an. Es gibt ja auch gesunde Produkte z.B. Salate oder Gemüse Take away.
Ist eine teilfertige Pizza gesünder als eine Tiefkühlpizza?
Den fertigen Pizzateig können Sie sehr gut mit verschiedenen frischen Zutaten belegen, was je nach Belag zu einem tieferen Salz- und Fettgehalt führen kann.
Was empfehlen Sie zu essen, wenn man keine Zeit zum kochen hat?
Man kann vorkochen, am Abend vorher etwas zubereiten und ggf zur Arbeit in geschlossener Dose mitnehmen. Wenn es mal richtig schnell gehen muss und man grossen Hunger hat hilft ein Apfel, Banane oder ein Vollkornbrot mit etwas Belag
Sind Bio-Produkte gesünder als andere?
Bioprodukte sind nicht zwangsläufig gesünder, sie enthalten auch Fett, Zucker oder sind hoch im Energiegehalt. Auch hier gilt: auf Zuzaen und Nährwertkennzeichnung achten.