Tod am Nachmittag Cocktail Rezept: Ein Klassiker von Ernest Hemingway

Der „Tod am Nachmittag“ (auf Englisch „Death in the Afternoon“) ist ein legendäres Cocktailrezept, das sich nicht nur durch seine ungewöhnliche Zutatenkombination auszeichnet, sondern auch durch seine historische Verbindung zu einer der größten literarischen Ikonen des 20. Jahrhunderts: Ernest Hemingway. Mit seiner schlichten, aber effektiven Mischung aus Absinth und Champagner hat der Cocktail nicht nur eine klare kulinarische, sondern auch eine kulturelle Bedeutung.

In diesem Artikel wird alles Wichtige über das Rezept, die Geschichte und die Zubereitung des „Tod am Nachmittag“ vorgestellt - von den Zutaten über die Anweisungen bis hin zu Tipps für eine optimale Geschmackskomposition.

Die Geschichte des Cocktails

Der „Tod am Nachmittag“ ist eng mit der Persönlichkeit Ernest Hemingways verbunden. Der Schriftsteller, der für seine kraftvollen, direkten Texte und seine Vorliebe für einfache, aber prägnante Formulierungen bekannt ist, hat auch in der Welt der Mixologie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Laut mehrerer Quellen soll Hemingway den Cocktail in den 1930er Jahren in Paris erfunden haben, inspiriert von seinen Nachmittagsritualen, in denen er Absinth genoss.

Hemingway entdeckte den Absinth in Paris, wo er 1921 als Korrespondent des Toronto Star landete. Seit 1915 war der Absinth verboten, wurde aber weiterhin auf den großen Boulevards getrunken. Der Schriftsteller schreibt 1922: „Der erste Skandal ereignete sich, als die Polizei entdeckte, dass der seit sechs Jahren verbotene Absinth in großen Mengen unter dem Namen Anis Delloso getrunken wurde (…). Seine Leidenschaft für Absinth ließ ihn nicht mehr los, und der Schriftsteller probierte ihn in Spanien und später in Kuba (das in den 1930er Jahren seinen eigenen Absinth herstellte).“

Der Name des Cocktails ist nach seinem gleichnamigen Buch aus dem Jahr 1932 benannt, das sich mit der Kultur der spanischen Stierkämpfe befasste und ebenfalls einen dramatischen, fast schon epischen Ton hatte.

Hemingways Originalrezept ist überraschend einfach. Er schrieb: „Pour one jigger absinthe into a Champagne glass. Add iced Champagne until it attains the proper opalescent milkiness.“, also „Gießen Sie einen Jigger Absinth in ein Champagnerglas. Fügen Sie eisgekühlten Champagner hinzu, bis die richtige opaleszierende Milchigkeit entsteht.“ Dieses Rezept spiegelt nicht nur seine Vorliebe für klare, direkte Anweisungen wider, sondern auch seine Faszination mit der mystischen Aura, die dem Absinth zugeschrieben wird.

Hemingway erfand diesen ebenso einfachen wie eleganten Cocktail, der aus einem Teil Wermut und drei Teilen Champagner besteht, in seinem Exil auf Kuba.

Zutaten und Zubereitung

Die Grundzutaten des „Tod am Nachmittag“ sind Absinth und Champagner. In einigen Quellen wird zudem einfacher Sirup als Option erwähnt, um dem Cocktail etwas Süße zu verleihen. Die genauen Mengen können je nach Quelle leicht variieren.

Die Zubereitung des „Tod am Nachmittag“ ist überraschend einfach und erfordert keine speziellen Geräte:

  1. Champagnerglas kühlen: Füllen Sie das Glas mit Eiswürfeln, um es zu kühlen. Sobald das Glas außen kalt anfühlt, entfernen Sie das Eis.
  2. Absinth einfüllen: Gießen Sie 30 ml Absinth in das gekühlte Glas. Es wird erwähnt, dass es wichtig ist, eine klare, traditionelle Absinthsorte zu verwenden, die einen alkoholischen Gehalt von etwa 50 bis 70 Volumenprozent aufweist.
  3. Champagner hinzufügen: Gießen Sie langsam gekühlten Champagner in das Glas, bis es voll ist. In Hemingways Originalrezept wird empfohlen, den Champagner so hinzuzufügen, dass die Mischung eine „opaleszierende Milchigkeit“ entwickelt.
  4. Rühren (optional): In einigen Rezeptvarianten wird empfohlen, den Cocktail vorsichtig umzurühren, um die Geschmacksnoten besser zu integrieren.
  5. Servieren: Der Cocktail wird direkt im Glas serviert und sollte langsam getrunken werden.

Die Wahl der Zutaten

Die Wahl der Zutaten hat einen großen Einfluss auf das Endergebnis des Cocktails:

  • Absinth: Es wird empfohlen, eine klassische, klare Absinthsorte zu verwenden, die einen alkoholischen Gehalt von etwa 50 bis 70 Volumenprozent aufweist. Zu intensiver Absinth kann den Geschmack des Champagners überdecken.
  • Champagner: Ein guter Champagner ist entscheidend für die Qualität des Cocktails. Es wird empfohlen, entweder einen hochwertigen, trocken ausgebauten Brut-Champagner oder einen Crémant zu verwenden.
  • Champagnerglas: Der Cocktail wird in einem Champagnerglas serviert.

Geschmacksprofil und Optik

Der „Tod am Nachmittag“ ist ein trockener, krautiger Cocktail mit einer klaren, aber ungewöhnlichen Geschmackskomposition. Der Absinth verleiht dem Cocktail seine charakteristische Würze, die von der feinen, sprudelnden Note des Champagners abgerundet wird.

Es wird beschrieben, dass der Cocktail „sprudelnd mit einem Nachgeschmack von schwarzem Lakritz“ ist. Der Cocktail hat eine „trübe Farbe“, was auf den Effekt der Mischung aus klarem Absinth und sprudelndem Champagner zurückzuführen ist. In Hemingways Originalrezept wird sogar explizit erwähnt, dass man den Champagner so hinzufügen soll, dass eine „opaleszierende Milchigkeit“ entsteht.

Die Rolle von Absinth und Champagner

Der Absinth spielt eine zentrale Rolle im „Tod am Nachmittag“. Absinth ist eine Spirituose, die aus pflanzlichen Stoffen wie Wermut, Anis und Fenchel hergestellt wird. Es wird beschrieben, dass Absinth einen kräftigen Abgang nach schwarzem Lakritz hat und eine krautige Note vermittelt.

Der Champagner ist der zweite zentrale Bestandteil des „Tod am Nachmittag“. Ein guter Champagner spielt eine entscheidende Rolle, um die Geschmacksnoten des Absinths zu harmonisieren. Ein trocken ausgebauter Brut-Champagner oder ein Crémant ist empfohlen, um die spritzige Frische des Cocktails zu bewahren.

Kulturelle Bedeutung und Vermächtnis

Der „Tod am Nachmittag“ hat nicht nur eine kulinarische, sondern auch eine kulturelle Bedeutung. Es wird erwähnt, dass der Cocktail ein ikonisches Getränk ist, das von Ernest Hemingway erfunden wurde und heute oft als „Hemingway-Cocktail“ oder „Hemingway-Champagner“ bezeichnet wird.

Hemingways Faszination mit Alkohol und Cocktails ist in mehreren seiner Werke spürbar, und der „Tod am Nachmittag“ ist ein direkter Ausdruck seiner kreativen und experimentellen Herangehensweise an die Welt der Mixologie. Hemingway zählte auch andere Cocktails wie den Hemingway Daiquiri oder den Mojito zu seinen Favoriten.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Zutat Menge Hinweise
Absinth 30 ml Klare, traditionelle Sorte (50-70% Alkohol)
Champagner Auffüllen Trocken, Brut oder Crémant
Einfacher Sirup (optional) Nach Geschmack Für zusätzliche Süße

In der heutigen Mixologie ist der „Tod am Nachmittag“ sowohl ein Klassiker als auch eine Hommage an einen der größten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er wird heute oft als Schlummertrunk oder als ein Getränk zur Unterhaltung von Gästen verwendet und hat sich als ein Getränk etabliert, das sowohl kulinarisch als auch kulturell bedeutungsvoll ist.

Mit dem richtigen Absinth, dem passenden Champagner und einer sorgfältigen Zubereitung kann man den „Tod am Nachmittag“ wie ein Werk aus dem 20. Jahrhundert genießen.

Historic Cocktails with Caitlin: Death in the Afternoon

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