Die Süßkartoffel hat sich in den letzten Jahren zu einem Trendgemüse entwickelt und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ursprünglich aus Südamerika stammend, wird sie mittlerweile auch in der Schweiz und Deutschland angebaut. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf den Anbau, die Herausforderungen und die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten der Süßkartoffel.

Anbau in der Schweiz: Herausforderungen und Chancen
Beatrice und Jorge bauen auf dem Grüthof in Wildensbuch im Zürcher Weinland seit einigen Jahren Süßkartoffeln an.
Süßkartoffeln anbauen in Deutschland: Klappt das? | Unser Land | BR
Das Problem mit den Drahtwürmern
Drahtwürmer sind die Larven von Schnellkäfern. Die Eier werden in die Erde gelegt und die Larven, die Drahtwürmer also, fressen dann an den Wurzeln fast aller Pflanzen. Im Sommer, wenn die Böden austrocknen, ziehen sich die Drahtwürmer oft nach unten in feuchtere Bodenschichten zurück. Bei starker plötzlicher Trockenheit bohren sich die Drahtwürmer auf der Suche nach Feuchtigkeit zum Beispiel in erntereife Kartoffeln oder eben in Süßkartoffeln. Nun sind die Drahtwürmer nicht mehr in den Süßkartoffeln, haben aber feine Gänge hinterlassen, die sogenannten Drahtwurmlöcher.

Für Süßkartoffeln mit kleinen Drahtwurmlöchern, gibt es keinen regulären Absatzkanal. Deswegen haben Beatrice und Jorge um Unterstützung gebeten. Beim Verzehr und vor allem beim Geschmack stören diese Löcher nicht. Die Süßkartoffeln entsprechen aber nicht mehr den verbreiteten "Normen".
Auch in der Schweiz nehmen extreme Wetterereignisse wie lange und plötzliche Trockenzeiten oder auch Regenphasen zu. Landwirtschaftsschaffende sind diesen Bedingungen ausgesetzt und tragen das Risiko für Ernteausfälle ganz alleine! Wir sehen es als gesellschaftliche Verantwortung, die Risiken unserer Lebensmittelproduktion gemeinsam zu tragen. Ein Teil davon muss es sein, die absurden Schönheitsnormen für unser Gemüse abzuschaffen und auch Gemüse in 2. Qualität auf den Teller zu bringen!
Unterstützungsaufruf:
- 5kg Bio-Süßkartoffeln mit Drahtwurmlöchern für 25 Franken
- 5kg Bio-Süßkartoffel mit Drahtwurmlöchern an Essen für Alle spenden (Bezahlung im Laden oder per Banküberweisung möglich) für 17.50 Franken
Dann macht jetzt eine Vorbestellung für dich und deine Freund*innen/Bekannten oder mach eine Spende an "Essen für Alle"! In unserem aktuellen System können es sich nicht alle Menschen leisten, faire Preise für ökologisch produzierte Lebensmittel zu zahlen. Wir möchten wenigsten ein bisschen Solidarität ermöglichen und gegen dieses gewaltsame System einstehen.
Sortenvielfalt und Geschmack
Es gibt zahlreiche Süßkartoffelvarianten, die sich in Farbe und Geschmack unterscheiden. Leider finden Sie in der Gemüseabteilung meist nur eine Sorte. Falls Sie jedoch einmal auf eine Auswahl treffen, nutzen Sie die Gelegenheit, die Unterschiede zu entdecken. Eines sei jedoch vorweggenommen: Geschmacklich schneiden die orangefarbenen Sorten am besten ab. Helle Varianten erinnern eher an mehlige Kartoffeln.
Paket mit Süsskartoffeln der Sorten Orleans, Bellevue oder Indosweet. Je nach Liefermonat erhalten Sie die Süsskartoffeln vom Biohof Adam in Oberdorf im Kanton Solothurn oder dem Biohof Grüthof in Wildensbuch im Kanton Zürich. Sofern bei Produkten kein genaues Lieferdatum vermerkt ist, versenden wir Ihre vorbestellten Artikel im Verlauf des angegebenen Monats. Wochenaktuelle Informationen finden Sie auf unserer Seite zu den Lieferterminen.
Kulinarische Verwendungsmöglichkeiten
Zubereitet werden Bataten ähnlich wie Kartoffeln: Sie werden geschält und dann in die gewünschte Form gebracht. Beim Schneiden tritt manchmal ein weißlicher Saft aus. Er ist nicht gefährlich, sondern - im Gegenteil - ein Zeichen von Frische. Neben den erwähnten Pommes, Chips oder Pürees lassen sich mit Bataten auch zahlreiche andere Gerichte zaubern. Die einfachste Variante ist die gebackene Süßkartoffel. Dazu werden die Bataten aufgeschnitten, mit etwas Butter bestrichen und eine halbe Stunde im Backofen gegart. Besonders saftig bleiben sie, wenn Sie sie in Alufolie einwickeln.
Die orangefarbenen Varianten sollten Sie nicht zu weichkochen, weil sie sonst klebrig werden. Äußerst erwünscht ist diese Konsistenz jedoch in Suppen. Salz vertragen Süßkartoffeln nicht im Übermaß. Doch beim Würzen mit Kräutern oder exotischen Gewürzen sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt. Spannende Gaumenkitzel entstehen in Kombination mit Chili, Curry, Ingwer, Korianderkörnern, Kreuzkümmel, Kurkuma, Muskat oder Zimt. Bei den Kräutern sorgen Koriander, Minze, Petersilie, Rosmarin, Thymian, Salbei oder Zitronenmelisse für Abwechslung.
Dank ihrer Süße können Sie mit Bataten auch leckere Kuchen oder andere Gebäckstücke herstellen. Und: Anders als Kartoffeln können Sie Süßkartoffeln auch roh essen, zum Beispiel gerieben und in Scheiben geschnitten in Salaten. Auch die vitaminreichen Blätter der Pflanze dürfen - und sollten - auf den Teller kommen. Sie lassen sich wie Spinat zubereiten.
Da Süsskartoffeln nicht mit gewöhnlichen Kartoffeln verwandt sind, könnte man sie roh essen. Gekocht, gebacken oder frittiert schmecken sie jedoch viel besser.
Rezept: Gefüllte Süßkartoffel-Schiffe
Die Kartoffeln al dente in einem Schnellkochtopf kochen. Abkühlen lassen und dann in zwei Hälften shcneiden und das Innere mit einem Löfeln herauslöffeln. Eine dünne Schicht Kartoffeln (ca.1cm) in der Schale lassen, damit die Kartoffeln stabil bleiben. Das weiche gebackene Süßkartoffel-Fleisch mit einer gabel zerdrücken. Die Gewürze, Salz nach Geschmack und einen Löffel Olivenöl hinzufügen. Die Süßkartoffel-Schiffe mit den Kichererbsen, dem Feta und den Walnüssen bestreuen. Den Rest der Kichererbsen in der Form verteilen.
Lagerung und Frische
Nach dem Einkauf sollten Sie die Bataten schnell verbrauchen. Denn wegen ihres hohen Wassergehalts sind sie nur begrenzt lagerfähig. Bewahren Sie sie - wie Kartoffeln - kühl, dunkel und trocken auf. Falls Sie sie nicht sofort verwenden können, betten Sie sie am besten in trockenen Torf.
Richtig gelagert halten die Süsskartoffeln etwa 2 Monate lang. Bewahren Sie die Süsskartoffeln bei Zimmertemperatur auf. Sie sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden. Wie normale Kartoffeln beginnen Süsskartoffeln nach einigen Wochen zu keimen, sind aber trotzdem noch essbar.
Nährwerte und Gesundheitliche Vorteile
Warum die exotische Süsskartoffeln gesund sind, kannst du hier lesen: 100g frische Süsskartoffeln enthalten ca. Da sie sehr süsslich schmecken, sind sie besonders auch bei Kindern und für Babybrei geeignet. Ausserdem wurde es in den letzten Jahren zu einem Trendgemüse, z.B.
Anbau im eigenen Garten
Kaufen kann man die Pflanzen inzwischen in vielen Gartencentern oder auf Setzlingsmärkten. Süsskartoffelpflanzen sind ziemlich klein und süss, wenn man sie kauft: ein Pflänzchen mit einigen grünen Blätter. Sie mögen alle Arten von Böden. Sobald sie im April oder Mai gesetzt werden (Achtung: sie mögen es nicht, wenn es noch kalte Nächte gibt. Nicht setzen, bevor der letzte Frost weg ist!), beginnen sie zu wachsen und wuchern. Anders als eine Kartoffelpflanze hat die Süsskartoffel Winden und braucht Platz! Ca. Frisch gesetzte Süsskartoffelpflanze im eigenen Garten.

Je grösser die Pflanze wird, desto mehr wird sie sich verbreiten und ihre Winden ausstrecken. Da gibt’s nun zwei Möglichkeiten: Mit einem Stab die Winden entlang des Stabes hochbinden und so etwas Ordnung schaffen.
Erntezeit
Mitte September bis Mitte Oktober (bevor es kalt wird!) ist Erntezeit des orangen Knollengemüses. Für die Ernte der Süsskartoffeln schneidet man die Pflanze bis zur Wurzel ganz ab. Will man die Süsskartoffeln nun ausgraben, sollte man mit einem Spaten ca. 30 cm weg vom Stock in die Erde stechen und vorsichtig Erde ausheben und lockern. Nun kann man ein Loch graben das bis zu 30 cm tief ist, da sich die Süsskartoffeln so weit nach unten graben können. Vorsichtig jede Knolle von den dicken Wurzeln abbrechen und ausgraben. Es gibt dickere und dünnere, kleinere und grössere Knollen.
Das Wichtigste an der ganzen Ernte ist nun, dass die Knollen trocken und an der Wärme während mindestens 2 Wochen bei über 20 Grad gelagert werden. Nur so entwickeln sie ihre Süsse. Sonst würden sie wie Kürbis schmecken.
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