Süsskartoffel: Verwandtschaft und Anbau der exotischen Knolle

Die Süsskartoffel erfreut sich wachsender Beliebtheit, doch viele wissen nicht, dass sie botanisch gesehen nicht mit der herkömmlichen Kartoffel verwandt ist.

Botanische Einordnung: Keine Verwandtschaft zur Kartoffel

Trotz des irreführenden Namens besteht keine enge Verwandtschaft zwischen der Süsskartoffel und der Kartoffel. Sie stammt aus einer anderen Pflanzenfamilie, nämlich den Windengewächsen (Convolvulaceae). Während die Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen gehört, zählt die Süsskartoffel zu den Windengewächsen.

Die Süsskartoffel (Ipomoea batatas) hat eine hellbraune, rötliche bis purpurrote Schale und ein weisses, gelbliches oder tief orangefarbenes Fleisch. Sie ist eine rund-ovale bis spindelförmige Wurzel, deren unterirdische Speicherwurzeln und teilweise auch die Laubblätter als Nahrungsmittel genutzt werden.


Verschiedene Süsskartoffelsorten

Herkunft und Geschichte

Die Süsskartoffel stammt, wie die Kartoffel, aus Südamerika, jedoch aus den tropischen Gebieten und nicht aus den Anden. Daher bevorzugt sie wärmere Temperaturen, ist aber nicht sehr empfindlich gegenüber Trockenheit.

Ursprünglich stammt die Süsskartoffel, auch Batate, weisse Kartoffel oder Knollenwinde genannt, aus Asien. Das Fossil eines 57 Millionen Jahre alten Windengewächses, zu dem auch die Süsskartoffel gehört, wurde in Ostindien entdeckt.

Anbau der Süsskartoffel

Süsskartoffeln sind recht unempfindlich gegen Schädlinge und Krankheiten. Allerdings mögen Mäuse die Knollen. Die Süsskartoffel wird geerntet, sobald die Blätter gelb werden. Will man kleinere Knollen, kann man auch schon früher ernten. Spätestens sollte sie aber vor dem ersten Frost geerntet werden.

Süsskartoffeln sind recht unempfindlich gegen Trockenheit. Der Ertrag ist grösser bei warmem Wetter, und die Anucht im Gewächshaus ist von Vorteil. Süsskartoffeln sind auch als Blütenpflanze sehr attraktiv, sie bilden schöne violette Blüten. Die Knollen bestehen aus viel Stärke, und können bis zu 3kg schwer werden.

Nach der Ernte werden die Knollen ca 2-3 Tage an der Sonne getrocknet. Ausserdem sind die Blätter essbar und können wie Spinat zubereitet werden. Im Gegensatz zu Kartoffeln können Süsskartoffeln nur schlecht gelagert werden.


Süsskartoffelernte

Anzucht und Pflanzung

Süsskartoffeln können aus Stecklingen, aber auch aus Samen gezogen werden. Die Anzucht aus Samen ist allerdings schwierig, da die Samen nur schlecht keimen. Stecklinge können aus Knollen vorgezogen werden. Das kann auf verschiedene Arten gemacht werden.

Die Knollen können direkt in Kisten mit lockerer Erde gelegt werden. Ist die Erde feucht, und wird die Kiste an einen hellen Ort gestellt, treiben die Knollen nach einigen Wochen aus. Die Knollen können aber auch ganz oder halbiert in ein Glas mit Wasser gestellt werden. Dazu sollte ca. die Hälfte der Knolle im Wasser stehen und das Glas sollte an einem hellen Ort stehen. Wenn die Triebe ca. 20-30 cm lang sind kann die Süsskartoffel ausgepflanzt werden.

Dazu werden die Triebe von der Knolle abgetrennt und in die Erde gesteckt. Die Knolle kann auch direkt in die Erde gesetzt werden, dabei sollte sie noch ein wenig aus der Erde herausschauen. Weil die Süsskartoffel Kälte nur schlecht verträgt, sollte sie frühstens nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freie gepflanzt werden.

Sie bildet kräftige und lange Triebe, die gestutzt werden können. Aus den Trieben lassen sich auch weitere Pflanzen ziehen, indem man die Triebe z.B. mit Erde bedeckt, oder abzweigt und ins Wasser stellt. Vor der Pflanzung sollte Kompost eingearbeitet werden. Die Süsskartoffel kann auch auf dem Balkon oder in Kübeln gezogen werden. Der Topf sollte aber mindestens 30L gross sein, damit sich die Knollen gut bilden können.

Lagerung

Um die Süsskartoffeln länger lagern zu können, und auch um die Knollen süsser zu machen, wird kann ein sogenanntes Curing durchgeführt werden. Dazu werden die Süsskartoffeln in schwarze Folie eingewickelt und an einem warmen, trockenen Ort gelegt. Dadurch wird Stärke in Zucker umgewandelt, und die Schale wird dicker. Nach 5-10 Tagen können die Knollen an einem kühlen Ort gelagert werden.

Bei guten Lagerungsbedingungen (kühl, trocken und dunkel) sind sie bis zu drei Monate haltbar. Sie lassen sich übrigens gekocht und abgekühlt in Alufolie gewickelt im Gefrierbeutel einfrieren.

Nährwerte und gesundheitliche Vorteile

Süsskartoffeln sind ausgesprochen reich an Kohlenhydraten und besitzen viele gesunde Inhaltstoffe, z.B. Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen, Zink und Kalzium. Ausserdem enthalten sie nur sehr wenig Fett.

Die rotfleischige Variante der Süsskartoffel liefert zudem viel Vitamin E, Vitamin A und Beta-Carotin. Süsskartoffeln enthalten mehr Ballaststoffe als die Kartoffeln und haben einen niedrigeren glykämischen Index. Die Knollen schwemmen überschüssiges Wasser aus und können einen erhöhten Blutdruck senken, sie wirken entzündungshemmend und antioxidativ.

SÜßKARTOFFELN ANBAUEN 🥔 Vom anpflanzen bis zur großen Ernte

Verwendung in der Küche

Ab Anfang September darf vorsichtig geerntet werden aber nur diejenigen Süsskartoffelknollen, die man gerade aktuell verwenden und geniessen kann. Ca. Mitte Oktober bis fast Ende Jahr werden die Süsskartoffeln dann zum Kauf angeboten.

Süsskartoffeln lassen sich vielseitig zubereiten: Sie können gekocht, gebraten, püriert oder in Folie gebacken werden. Z.B. zu Suppe, Pürree, Pommes, Chips, Gratin. Die Süsskartoffel ist auch roh essbar und kann zum Beispiel fein geraspelt in einem Salat verwendet werden. Essbar sind auch die spinatähnlichen Blätter.


Süsskartoffel Pommes

Rezeptvorschläge

Wie bei vielen Gemüse und Früchten sind viele der Vitamine in der Schale enthalten. Am besten wäscht man die Süsskartoffel deshalb einfach und verzichtet aufs schälen.

  • Süsskartoffeln- Wedges
  • Gebackene Süsskartoffeln
  • Süsskartoffelauflauf
  • Süsskartoffelauflauf (vegan)

Saison

In der Schweiz haben Süsskartoffeln von ca. September bis Ende Februar / Anfang März Saison, je nach Lagerfähigkeit der Knollen. Süsskartoffeln sollten kühl, aber nicht im Kühlschrank und möglichst dunkel gelagert werden.

Die "Tomatenkartoffel": Eine veredelte Pflanze

Es gibt Pflanzen, die sowohl Kartoffeln als auch Tomaten tragen. Dabei handelt es sich weder um Zauberei noch um Produkte der Gentechnologie, sondern um von Hand aufgepfropfte (veredelte) Pflanzen, ähnlich wie bei Apfelbäumen.

Für die „Tomatenkartoffel“ gibt es keinen botanischen Gattungsnamen als Oberbegriff. Es handelt sich um zwei verschiedene Gattungen aus derselben Pflanzenfamilie, die zu einer Pflanze veredelt sind: Lycopersicon esculentum (= Tomate) und Solanum tuberosum (= Kartoffel).

Die „Tomatenkartoffel“ pflanzt man am besten in Tomatenerde an einem sonnigen, warmen und vor Regen geschützten Platz. Gepflegt wird die Pflanze wie normale Tomatenpflanzen: Regelmässig giessen und düngen. Die Erde soll stets gleichmässig feucht, aber ohne Staunässe sein.

Tomaten können von ungefähr Mitte Juli bis ca. Anfang September geerntet werden. Die Kartoffeln brauchen länger als Tomaten bis sie ausgereift sind und werden im Anschluss an die „Tomatensaison“ geerntet.


Tomatenkartoffel

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