Zucker ist ungesund. Das wissen die meisten - doch welchen Zuckerersatz gibt es und sind die Alternativen wirklich gesünder? Eine Möglichkeit ist Kokosblütenzucker.
Vermeintliche Alternativen zum weissen, ungesunden Haushaltszucker gibt es viele. Eine davon ist Kokosblütenzucker. Hersteller werben damit, dass er gesünder sei, da er den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lässt. Doch stimmt das wirklich?
Lesen Sie hier, welche Nährwerte Kokosblütenzucker enthält, wofür er verwendet wird und ob er wirklich die bessere Wahl ist.

Herstellung von Kokosblütenzucker.
Was ist Kokosblütenzucker?
Kokosblütenzucker wird aus den Blüten der Kokospalme gewonnen. Dafür wird der Blütenstand angeritzt. Dabei tritt ein Nektar aus. Dieser wird aufgefangen, gefiltert und eingekocht bis die Flüssigkeit verdampft ist. Zurück bleiben die feinen, braunen Kristalle des Kokosblütenzuckers. Sein Geschmack hat eine leichte Karamell-Note.
Kokosblütenzucker ist ein Süssungsmittel, das aus dem Saft der Blüten der Kokospalme durch Einkochen gewonnen wird. Er liegt in der Regel als braunes, körniges Pulver vor und schmeckt nach Karamell. Kokosblütenzucker besteht hauptsächlich aus Saccharose. Daneben sind geringe Anteile anderer Zucker, Mineralstoffe, Vitamine, Proteine, Fette und Fasern enthalten.
Als Süssungsmittel, auch zum Kochen und Backen kann Kokosblütenzucker verwendetятся.
Synonym: Kokoszucker, Kokosnusszucker, Palmzucker, Coconut Sugar
Produkte: Kokosblütenzucker ist in Lebensmittelgeschäften und im Fachhandel von verschiedenen Anbietern erhältlich. Hergestellt wird er hauptsächlich in Indonesien und auf den Philippinen.
Struktur und Eigenschaften: Kokosblütenzucker wird aus dem Saft (Nektar) der Blüten der Kokospalme Cocos nucifera durch Einkochen und Kristallisation gewonnen. Er liegt in der Regel als braunes, körniges Pulver vor. Kokosblütenzucker schmeckt nicht nach Kokosnuss, sondern würzig und nach Karamell. Er besteht hauptsächlich und zu weit über 90 % aus Saccharose wie der gewöhnliche Haushaltszucker, mit einem geringen Anteil an Glucose und Fructose. Daneben sind Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Proteine, Fette und Fasern enthalten.

Kokosblütenzucker
Vorteile von Kokosblütenzucker:
- Er ist natürlich, pflanzlich, kaum verarbeitet (unraffiniert), glutenfrei und vegan.
- Er enthält keine Zusatzstoffe, keine Konservierungsmittel und keine Farbstoffe.
Ist Kokosblütenzucker gesund?
Weisser Zucker steckt in vielen Produkten. Nicht nur Süssigkeiten und Gebäck enthalten eine Menge davon, auch viele verarbeitete Lebensmittel und Getränke sind Zuckerfallen. Zu viel Zucker erhöht jedoch das Risiko für Übergewicht, Herzerkrankungen und Diabetes. Auch Karies gehört zu den typischen Folgen eines zu hohen Zuckerkonsums.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht Zucker bestenfalls maximal fünf Prozent der täglichen Energiequelle aus. Mehr als 25 Gramm sollten es nicht sein - das entspricht etwa sechs kleinen Teelöffeln.
Daher liegt es nahe, weissen Zucker durch Alternativen zu ersetzen, die bestenfalls gesünder sind. Eine Möglichkeit ist Kokosblütenzucker. Er stammt aus dem Nektar von Blüten der Kokospalme und soll Vorteile zu herkömmlichen Haushaltszucker haben.
Kokosblütenzucker hat den Ruf, einen niedrigen Glykämischen Index (GI) aufzuweisen. Dieser gibt an, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Je höher dieser Index ist, desto mehr muss die Bauchspeicheldrüse arbeiten, um Insulin auszuschütten. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert.
Lebensmittel mit einem niedrigen Glykämischen Index verhindern Heisshunger und sind besonders für Menschen mit Diabetes oder Übergewicht geeignet.
Während weisser Zucker einen GI von 60 aufweist, hat Kokosblütenzuckern einen Glykämischen Index von etwa 54. Oft wird ein niedrigerer Wert genannt - dieser ist aber nicht wissenschaftlich belegt. Hinsichtlich des Glykämischen Index unterscheidet sich Kokosblütenzucker also kaum vom herkömmlichen Zucker.
Da der GI kaum niedriger ist als bei Haushaltszucker sollten Diabetiker Kokosblütenzucker genauso massvoll verwenden.
Zudem ist Zucker eine einzelne Zutat einer gesamten Mahlzeit. Den Glykämischen Index isoliert zu betrachten, ist daher nur wenig sinnvoll.
Kokosblütenzucker besteht zu ca. 90 Prozent aus Saccharose, einem Zweifachzucker aus Glucose und Fructose. Kokosblütenzucker bei Fructoseintoleranz ist also nur bedingt geeignet. Hier testen Sie sich am besten vorsichtig heran.
Auch in puncto Kalorien steht Kokosblütenzucker herkömmlichen Zucker in nichts nach: Pro 100 Gramm enthält er etwa 380 Kilokalorien. Zum Vergleich: Bei Weissem Zucker sind es rund 400 Kilokalorien. Der Unterschied ist also sehr gering.
Neben dem Glykämischen Index werben viele Hersteller ausserdem damit, dass Kokosblütenzucker wertvolle Mineralstoffe enthält, die in weissem Zucker nicht vorhanden sind. Tatsächlich sind Kalium, Calcium, Eisen und Vitamine darin zu finden. Die Mengen sind allerdings zu gering für einen gesundheitlichen Effekt.
Im Vergleich zu weissem Zucker hat Kokosblütenzucker keine nennenswerten Vorteile. Der Glykämische Index und die Nährwerte unterscheiden sich nur wenig. Auch die zusätzlich enthaltenen Mineralstoffe sind nur im geringen Masse vorhanden. Kokosblütenzucker statt Zucker zu verwenden, hat aus gesundheitlicher Sicht keinen zusätzlichen Nutzen.
Nachteile von Kokosblütenzucker:
Kokosblütenzucker wird aus dem Blütenstand der Kokospalme gewonnen. Diese stammt aus südostasiatischen Ländern. Das Produkt legt also einen weiten Transportweg zurück, bis es in den Verkaufsregalen landet - das belastet die Umwelt.
Zudem konnten bei Stichproben bei einigen Kokosblütenzucker-Herstellern Fremdzucker nachgewiesen werden. Grund dafür: Derzeit gibt es noch keine Reinheitsanforderungen an das Produkt.
Wofür kann Kokosblütenzucker verwendet werden?
Kokosblütenzucker: Backen, kochen, süssen oder doch karamellisieren? Das Produkt können Sie in der Küche ebenso verwenden wie weissen oder braunen Zucker. Trotz seines Namens schmeckt es nicht nach Kokos, sondern leicht nach Karamell.
Achten Sie beim Backen darauf, dass Kokosblütenzucker sich etwas langsamer auflöst als herkömmlicher weisser Zucker.
Kokosblütensirup wird aus dem Blütensaft der Kokospalme gewonnen. Mit einer Süssintensität von 120 Prozent schmeckt der Sirup etwas süsser als Haushaltszucker und weist ausserdem eine leicht karamellige Note auf. Kokosblütensirup enthält etwas weniger Kalorien als Zucker (ca. 300 kcal). Auch diese Alternative eignet sich ideal zum natürlichen Süssen und Verfeinern von Speisen und Getränken.
Weitere Zucker Alternativen
Der Markt an alternativen Süssungsmitteln ist gross und die Tendenz steigt weiter. Viele sehnen sich nach einer gesunden und natürlichen Alternative zum bösen Zucker und sind bereit, tief in die Tasche zu greifen. Schaut man sich die Alternativen allerdings einmal ganz genau an, fällt schnell auf: den perfekten Zuckerersatz gibt es nicht.
Wir haben einige Zucker-Alternativen unter die Lupe genommen und die wichtigsten Informationen dazu herausgefiltert:
- Ahornsirup wird unter anderem aus dem Saft des Zucker-Ahorns gewonnen und besteht zu 60 Prozent aus Saccharose. Im Vergleich zu Haushaltszucker besitzt der Sirup jedoch eine höhere Süsskraft und weniger Kalorien.
- Agavendicksaft wird aus dem Saft von Agaven hergestellt. Der Sirup ist dünnflüssiger als Honig und schmeckt mild-süss mit einer feinen Karamellnote. Agavendicksaft ist nicht besser als Zucker und als besonders gesund kann man ihn auch nicht bezeichnen. So sollten zum Beispiel Diabetiker Agavendicksaft genauso sparsam einsetzen wie normalen Zucker.
- Datteln: "Für Smoothies und Co. oder auch zum Backen nutze ich gern einfach pure Datteln. Die enthalten einen ganz natürlichen Zuckergehalt und einige Vitalstoffe, da sie in ihrem natürlichen Nährstoffverbund kommen.
- Erythrit: Vergleichst du Erythrit mit Zucker, dann hat der Zuckerersatzstoff viele Vorteile zu bieten.
- Honig: Als Naturprodukt kann Honig gegenüber raffiniertem Haushaltszucker schon einmal Pluspunkte sammeln. Allerdings besteht Honig zu etwa 80 Prozent aus Zucker und enthält ähnlich viele Kalorien. Durch seine etwas höhere Süssintensität wird jedoch weniger zum Süssen von Speisen und Getränken benötigt. Honig als Zuckerersatz solltest du dennoch sparsam verwenden.
- Reissirup ist ein traditionelles Süssungsmittel in Japan. Als natürlicher Ersatz für Zucker besitzt Reissirup einen geringen Eigengeschmack und ist zudem auch bei Fruktoseintoleranz geeignet, da der Sirup keine Fruktose enthält.
- Stevia & Süssstoffe: Ein weiterer Zuckerersatz ohne Kalorien ist Stevia. Dabei handelt es sich um eine Pflanze, aus dessen Blättern die sogenannten Steviolglykoside gewonnen und als natürliches Süssungsmittel verwendet werden. Die Inhaltsstoffe der Stevia-Pflanze weisen eine bis zu 300-mal stärkere Süsskraft im Vergleich zu Haushaltszucker auf.
- Süssholz: Zum Süßen von Tee kann übrigens auch wunderbar Süßholz verwendet werden. Süßholz zählt zu den Heilpflanzen und kann gleichzeitig die Lust auf Süßes eindämmen.
- Xylit: Für deine Zähne stellt Xylit eine gesunde Zuckeralternative dar, denn Xylit erhöht den pH-Wert im Mund und trägt so zum Erhalt der Zahnmineralisierung bei.
- Yacon-Sirup: Mit seiner sanft-fruchtigen und Honig-artigen Geschmacksnote passt der Sirup hervorragend zu Gerichten, die nur eine leichte Süsse benötigen. Zum Beispiel als Zuckerersatz in selbst gemachten Smoothies, Müslis oder Pfannkuchen. Aber auch als Abrundung in herzhaften Saucen kann Yacon-Sirup glänzen.
Erythrit, Xylit, Agavendicksaft: Zuckerersatz im Check | Dr. Julia Fischer | ARD Gesund

Zucker Alternativen.
Hier ist eine Tabelle, die Ihnen hilft, die verschiedenen Zuckerersatzstoffe zu vergleichen:
| Zuckerersatz | Kalorien pro 100g | Glykämischer Index | Süsskraft (im Vergleich zu Zucker) | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|---|---|
| Kokosblütenzucker | ca. 380 kcal | ca. 54 | 100% | Leichte Karamellnote, unraffiniert |
| Ahornsirup | ca. 260 kcal | ca. 65 | Höher | Weniger Kalorien als Zucker |
| Agavendicksaft | ca. 310 kcal | ca. 15-30 | Höher | Hoher Fructosegehalt |
| Honig | ca. 304 kcal | ca. 55 | Höher | Natürliches Produkt |
| Xylit | ca. 240 kcal | ca. 7 | 100% | Gut für die Zähne |
| Erythrit | 0 kcal | 0 | 70% | Kalorienfrei |
| Stevia | 0 kcal | 0 | Bis zu 300-mal süsser | Natürlicher Süssstoff, kann bitteren Nachgeschmack haben |
Deutlich wird: alle Zuckeralternativen kommen mit Vor- und Nachteilen und sollten deshalb sehr individuell betrachtet und auch verwendet werden. Je nach Verträglichkeiten oder Vorerkrankungen ist nicht jeder Zuckerersatz für Dich geeignet. Besprich das bestenfalls mit Deinem Arzt oder Heilpraktiker, falls Du Zweifel hast.
Was uns die unterschiedlichen Alternativen zeigen: auch Zuckerersatz sollte in Maßen genossen werden.
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