Endlich ist wieder Raclette-Zeit! Und ab sofort wird es auf den Raclette-Pfännchen abwechslungsreicher. Hier werden kreative und sehr köstliche Variationen mit dem geschmolzenen Schweizer Käse präsentiert. Viel Spass beim Nachmachen!

Was macht Raclette so beliebt?
Raclette steht - wie Fondue auch - für Tradition, Geselligkeit und Gemütlichkeit. Raclette ist bei den Schweizerinnen und Schweizern sehr beliebt und steht sogar auf der Liste der lebendigen Traditionen, die vom Bundesamt für Kultur erstellt wird. Jahr für Jahr steigt die Produktionsmenge von Raclettekäse - insgesamt 16 843 Tonnen waren es im Jahr 2020.
Geschmolzener Käse kommt im Wallis, wo das Raclette seine kulinarische Heimat hat, schon seit mehreren Jahrhunderten als simple wie schmackhafte Mahlzeit auf den Tisch. So richtig im grossen Stil bekannt wurde das Gericht aber erst 1978 mit der Erfindung des Raclettegeräts. Es gibt kaum einen Schweizer Haushalt, der nicht in Besitz einer solchen «Raclonette» ist.
Für alle, die nicht mit der helvetischen Erfindung vertraut sind: Der Raclettegrill funktioniert so, dass man eine Scheibe Käse in eines der dazugehörigen Pfännchen legt und unter das Heizelement schiebt. Ist der Käse geschmolzen, schabt man ihn mit dem Holzspachtel auf den Teller. Schlaue Racletteöfen sind auf der Oberseite mit einer zusätzlichen Grillplatte ausgestattet, auf der sich parallel zum Käseschmelzen Wurst, Speck oder Gemüse brutzeln lässt.
Die Vorbereitung
Beim Raclette wird der Esstisch zur Küche. Hier passierts. Da brauchen Sie nichts weiter zu tun als nur den Ofen hin- und anzustellen. Bereiten Sie aber unbedingt vorher die Kartoffeln zu. Am besten nehmen Sie mittelgrosse bis kleine Kartoffeln. Diese werden mit Schale rund 35 Minuten knapp weich gekocht und dann warm gehalten.
Der Einkauf
Rechnen Sie pro Person mit 200 bis 250 g Käse und derselben Menge Kartoffeln. Die passenden Klassiker dazu sind Essiggurken, Silberzwiebeln und Maiskölbchen. Doch die Palette der begleitenden Zutaten ist schier endlos. Versuchen Sie es auch mal mit saisonalen Früchten und Gemüse. Im Frühling und Sommer passen in etwas Balsamicocreme (mit Salz, Pfeffer, Zucker und ein paar Rosmarinnadeln) gedünstete Kirschen ganz wunderbar. Oder rohe Pfirsichschnitze und Thymian. Auch Feigen machen sich gut. Im Herbst und Winter schmecken dazu Trauben, Äpfel und Birnen. Die beiden letzteren könnte man auch karamellisieren. Greifen Sie auch gerne zu Dosenfrüchten, Pilzen, frischen Salaten, saftigen Cherry- oder getrockneten, eingelegten -Tomaten, Nüssen und Senffrüchten. Zum Verfeinern nehmen Sie ein erlesenes Raclettegewürz, z.B.
Nehmen Sie den Käse 20-30 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank. Wenn Sie mögen, können Sie die Rinde etwas abschaben, aber NICHT abschneiden, denn diese wird beim Schmelzen schön knusprig und schmeckt herrlich aromatisch. Legen Sie eine Raclettescheibe ins Pfännchen und lassen Sie den Käse schmelzen, jedoch nicht zu lange, so dass sich das cremige und vollmundige Aroma ohne Fettabscheidung entfalten kann. Wenn Sie mögen, können Sie ein paar Zutaten direkt auf oder unter den Käse ins Pfännchen legen.
Getränke
Gerne werden Kräuter- oder Schwarztee zum Raclette getrunken, da Sie die Verdauung anregen. Freude macht zum Raclette auch ein trockener Weisswein, ein Rosé oder ein leichter Rotwein. Auch ein prickelnder Apfelsaft schmeckt gut dazu.
Kreative Raclette-Variationen
Bauern-Raclette
Wir starten mit einem unserer Favoriten: die Mini-Rösti, die mit Raclette-Käse und Speck überbacken wird.
- geschwellte Kartoffeln (4 Stück für ca.
- Etwas Öl ins Pfännchen geben, ca. 1 EL Kartoffeln hinzufügen, wenig salzen und kurz im Racletteofen anbraten.
- Den Raclettekäse und Speck darauflegen und schmelzen lassen.
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Birnen-Raclette
Auch diese Raclette-Variation zählt stets zu den Favoriten der Gäste. Die Raclettescheiben in die Pfännchen geben und jeweils mit zwei bis drei Birnenspalten belegen. Diese nach Belieben noch mit etwas Honigsenf bestreichen, mit gehacktem Rosmarin bestreuen und mit Speckstücken dekorieren. Hinweis: Vegetarier können den Speck auch weglassen.
Pesto-Raclette
In einigen Delikatessen-Geschäften gibt es neuerdings eine Raclette-Version mit Pesto zu kaufen. Wir haben deshalb versucht, unsere eigene Version des kulinarischen Dreamteams im Pfännchen zu kreieren. Unser Fazit: echt top - insbesondere zu heissen Kartoffeln.
Du kannst Fertigpesto verwenden (wir nehmen jeweils das Pesto von Barilla) oder natürlich die selbstgemachte Variante. Die Raclettescheiben in die Pfännchen geben und in den Ofen schieben. Kurz bevor sie fertig geschmolzen sind, das Pesto dazugeben und mit der Gabel leicht unter den Käse mischen.
Hawaii-Raclette
In Anlehnung an die weltberühmte Pizza Hawaii haben wir eine helvetische Variation mit Raclettekäse kreiert. Die Käsescheiben in die Pfännchen geben und mit Ananastückchen und Schinkenwürfeli belegen.
Südsee-Raclette
Tropen-Feeling bzw. Südsee-Atmosphäre verbreitet auch diese sehr einfache Raclette-Variation mit Passionsfrüchten.
- Passionsfrüchte (ca.
- Raclettekäse in die Pfännchen legen, schmelzen lassen.
- Mit einem Löffel etwas Passionsfrucht-Samen auf jede Raclettescheibe geben.
Mexican-Raclette
Fans von der mexikanischen Küche werden von dieser Raclette-Kreation begeistert sein. Der Schweizer Käse geht hier eine Top-Verbindung mit Tortillachips und Gemüse ein.
- 1 Peperoni (Paprika in D u.
- 4 Tortilla-Chips in das Pfännchen legen und eine Raclettescheibe daraufgeben.
- Mit Peperoni, Cherrytomaten und Zwiebeln belegen.
- Den Käse im Racletteofen schmelzen und mit Pfeffer würzen.
Hörnli-Raclette
- Hörnli (ca.
- Etwas Öl ins Pfännchen geben und mit den Hörnli mischen, kurz im Öfeli anbraten.
- Anschliessend den Raclettekäse zusammen mit dem Speck darauflegen und nochmals ins Öfeli geben, bis der Käse geschmolzen ist.
Raclette-Käseschnitten
Für die Raclette-Käseschnitten braucht es ja eigentlich kein Rezept. Ich verwende dafür fast immer ein selbst gemachtes Ruchbrot, aber natürlich geht das auch wunderbar mit Brot von der Bäckerei eures Vertrauens. Das Brot wird mit etwas Weisswein oder saurem Most (den gibt es mit und ohne Alkohol) beträufelt und mit eurem liebsten Raclette-Käse belegt.
Wir mögen am liebsten den aus der Sennerei Maran. Dazu gibt es bei uns meist einen Salat, Cornichons und Silberzwiebeln. Ein urchiges Gericht mit Brot und Raclette-Käse. Eine super Verwertungsmöglichkeit für nicht mehr ganz frisches Brot. Wir nehmen dazu am liebsten ein Zürcherbrot, besser bekannt als Ruchbrot.
Rezept für Raclette-Käseschnitten
- 8 Scheiben Ruchbrot kann gerne vom Vortag sein Hier findest du das Rezept für Ruchbrot
- Weisswein oder Sauren Most mit oder ohne Alkohol
- 8 Scheiben Raclette-Käse so ca. 400 Gramm für 4 Portionen
- Paprikapulver, Pfeffer, Cornichons, Silberzwiebeln, etc.
- Die Brotscheiben auf 4 kleinere Gratinformen oder eine grosse Form verteilen.
- Die Brotscheiben mit Weisswein oder Saurem Most beträufeln.
- Den Käse darauf verteilen.
- Wer eine Grillfunktion im Backofen hat, stellt diese auf 250 Grad und "grillt" die Käseschnitten, bis der Käse geschmolzen ist und Blasen wirft.
- Falls dies nicht geht, den Backofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vorheizten und die Käseschnitten in ca.
Weitere Tipps und Tricks
Den Käse keinesfalls nicht zu heiss erhitzen. Wie auch immer der Schmelzprozess vonstatten geht, der Käse sollte einfach nicht zu heiss werden, sonst trennt sich das Fett und es bilden sich zähe Klumpen.
Das Dessert
Gewiss, ein Raclette ist keine luftig-leichte Kost. Daher wäre eine vierstöckige Buttercremetorte nach dem Essen vermutlich ein Tick zu viel.
Beste Raclette-Reste
Bleiben ein paar Scheiben Raclettekäse übrig, so machen Sie sich damit am nächsten Tag ein Sandwich oder nutzen Sie diese feinen Reste für Aufläufe oder zum Überbacken von Toasts.
Reinigung
Wenn Sie käsiges Geschirr, Pfännchen und Bestecke für einige Zeit in kaltem Wasser einweichen, leicht vorreinigen, in den Geschirrspüler geben oder mit heissem Wasser und Spülmittel waschen, sind diese schnell und unkompliziert wieder für den nächsten Einsatz bereit.
Der Racletteofen
Es gibt sie in allen Farben und Formen. Der Klassiker ist der grosse, strombetriebene Racletteofen, der zum Inventar vieler Haushalte gehört. Für unterwegs eignen sich die kleinen Öfen, die mit Rechaudkerzen funktionieren und in jeden Rucksack passen. Auch für den Balkon, den Garten, das Flussufer oder die Wanderung sind diese wunderbar geeignet. Speziell windgeschützt ist der Ofen Vulcano, der mit der Brennpaste das Raclette innert 3 Minuten schmilzt und gleichzeitig ein ideales Gerät für auch nur eine Person ist.

Raclette-Ofen Vulcano - trotzt stürmischen Böen. Raclette ist der Inbegriff von Geselligkeit. (Bild: Dorian Rollin)
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