Tapas: Kleine Häppchen, grosse Vielfalt. Greift zu! Wir servieren 10 köstliche Tapas-Rezepte, die unglaublich fein schmecken, aber ganz leicht zubereitet sind. Die Auswahl an Rezepten ist riesig und beliebig kombinierbar - und genau das macht den Reiz der leckeren spanischen Häppchen aus. Je nach Gusto und Hunger, hier findet jeder den passenden Deckel, äh Tapa.

Das spanische Wort «Tapa» bedeutet so viel wie Deckel und bezeichnet ursprünglich eine Scheibe Brot, die zum Wein gereicht wurde. Jedoch war die Brotscheibe ursprünglich nicht als Häppchen gedacht, sondern als Fliegenschutz für das gute Tröpfchen im Glas. Bei leichtem Wind belegte man sie mit Käse, Oliven oder Schinken, um sie zu schwerer zu machen. Vom Fliegenschutz zum Fingerfood, die Tapas haben Karriere gemacht. Der belegte Brotdeckel ist somit Urheber der Tapas-Bars, welche lediglich den Schutzdeckel zum Erfolgskonzept ausbauten.
Heute gilt die spanische Küche als eine der abwechslungsreichsten in Europa. Besonders bei Tapas, kennt die Vielfalt keine Grenzen. Wir haben 10 Tapas-Rezepte für euch zum Nachkochen.
Tapas: Was gehört dazu?
Neben den bekannten typischen Tapas-Gerichten, die in praktisch allen spanischen Tapas-Bars angeboten werden, findet man auch oft regionale Spezialitäten.
Hier eine Auswahl der beliebtesten Tapas:
- Patatas bravas oder alioli: gebratene Kartoffeln mit scharfer Tomatensauce oder Knoblauch-Mayonnaise.
- Aceitunas: Oliven, z.B. gefüllt mit Mandeln oder Sardellen.
- Almendras: Mandeln, geröstet und gesalzen.
- Pan con tomate: geröstetes Weissbrot mit Tomatenwürfeln.
- Gambas al ajillo: gebratene Crevetten mit Chili und Knoblauch.
- Tortilla: spanische Omelette mit Kartoffeln und Gemüse.
- Albóndigas con salsa de tomate: Fleischbällchen mit Tomatensauce.
- Calamares a la romana: frittierte Tintenfische.
- Champiñones: Champignons mit Knoblauch.
- Pimientos de Padrón: gebratene Paprikaschoten mit Knoblauch.
- Empanadas: Teigtaschen mit einer Hackfleisch- oder einer Gemüse-Füllung.
- Serrano- oder Ibérico-Schinken: luftgetrockneter Schinken vom weissen bzw. iberischen (schwarzen) Schwein (Pata Negra).
- Papas arrugadas: Kartoffeln (Gschwellti) mit Salzkruste.
- Ajo blanco: kalte Mandelsuppe mit Knoblauch und evtl. Trauben.
- Queso manchego: Manchego-Käse (Hartkäse aus Schafmilch).
- Chorizo: grobkörnige, mit Knoblauch und Paprika gewürzte Schweinswurst.
Tortilla und Serrano- oder Ibérico-Schinken dürfen auf keinem Tapas-Buffet fehlen.
Tapas-Rezepte zum Nachkochen
1. Garnelen-Avocado-Salat
Zutaten für 4 Portionen:
- 250g Garnelen (küchenfertig)
- 1 grosse Limette
- 1 rote Zwiebel
- 1 Chilischote
- etwas Koriander
- 1 Salatgurke
- 50 ml passierte Tomaten
- 1 Avocado
- 1 EL Rotweinessig
- 3 EL Joghurt
- Salz und Pfeffer
Zubereitung:
- Zuerst die Garnelen kurz abspülen, die Limette auspressen und den Saft mit 1 Liter Salzwasser zum kochen bringen.
- Die Garnelen darin kurz aufkochen, danach mit kaltem Wasser abschrecken und in einer Schale und dem restlichen Limettensaft marinieren und für eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.
- Während wir auf die Garnelen warten, können wir schon mal die Zwiebel und die Chili schneiden. Vom Koriander einfach ein paar Blätter abzupfen. Vorsicht mit dem Koriander, hier gilt viel, kann schnell zu viel sein.
- Auch die Gurke schälen und würfeln.
- Sobald die Schneidearbeit verrichtet ist, geben wir alles zusammen mit den Tomaten zu den Garnelen und mischen gut durch.
- Nun müssen wir nur noch die Avocado halbieren und entkernen, das Fruchtfleisch aus der Schale lösen und mit dem Rotweinessig, Joghurt, Salz und Pfeffer zermatschen oder einmal kurz mit dem Stabmixer bearbeiten.
- Fertig! Die Avocadocreme in kleine Schalen oder Gläser füllen und mit dem Garnelensalat garnieren.
2. Gebratene Mini-Paprika in Olivenöl
Dieses Tapas-Rezept ist super simpel und trotzdem super fein, nicht nur für Fans von gebratenem Gemüse.
Zutaten für 4 Personen:
- 600g Grüne Paprika der Sorte Pimientos de Padron
- 4-5EL Olivenöl
- grobes Meersalz
- Pfeffer
Zubereitung:
- Paprikas waschen und mit etwas Küchenpapier trocken reiben, denn die Paprikas sollten nicht feucht sein.
- Olivenöl in eine grosse Pfanne geben und erhitzen, Paprikaschoten zum Öl geben und unter ständigem Rühren, bei starker Hitze anbraten.
- Danach mit groben Meersalz und Pfeffer würzen.
Die Paprikasorte Pimientos de Padron neigt dazu bitter zu schmecken, wer es süsser mag, kann etwas Zucker hinzugeben oder alternativ auf eine süssere Paprikasorte zurückgreifen.
3. Datteln im Speckmantel
Datteln im Speckmantel sind der Haute Dog der Tapas-Küche und der Traum aller Speckfans. Der Klassiker unter den spanischen Snacks lässt Raum für Kreativität und eigene Interpretationen. Ob süss, pikant oder würzig, heiss oder kalt, schmecken tun die kleinen Gaumenfreuden immer.
Zutaten für 250g Datteln:
- 100g Speck
- 1 Handvoll geschälte Mandeln
- 2 EL Olivenöl
- 1 Prise Pfeffer (alternativ 5 EL Honig)
Zubereitung:
- Für unser Tapas-Rezept entkernen wir zuerst die Datteln und braten dann die Mandeln in einer trockenen Pfanne kurz an, um dann jeweils eine in eine Dattel zu stecken.
- Dann rollen wir den Speck um die Dattel und fixieren alles mit einem Zahnstocher.
- Nun den Knoblauch schälen und in der Pfanne mit Öl erhitzen, die vorbereiteten Datteln darin knusprig braten und dann zum entfetten auf Küchenpapier legen.
- Mit etwas Pfeffer bestreuen und servieren.
Wer mehr eine süsse Variante bevorzugt, kann die Datteln anstatt in Öl, in Butter anbraten und 5 EL Haushaltshonig (oder etwas feiner mit Thymianhonig) geben, kurz vermischen, das alle Datteln etwas Honig abbekommen und servieren.
4. Betrunkene Chorizo
Eine moderne Interpretation der altbekannten Chorizo-Tapa und ja wir holen jetzt auch den Alkohol aus dem Schrank. Na, na, na, nicht den Schnaps! Ein leichtes Apfelcidre reicht völlig für dieses Essen.
Zutaten:
- 1 Ring Chorizo
- ½ Liter Apfelcidre
- Etwas Brot oder Baguette
Zubereitung:
Auch wenn wir bei diesem Rezept lediglich zwei Zutaten brauchen, ist es dafür um so wichtiger auf die Qualität zu achten. Trifft eine gute Chorizo nämlich auf guten Apfelcidre, dann wird dieses simple Gericht eine wahre Gaumenfreude, das selbst kritischen Gourmetfreunden den Wind aus den Segeln nimmt. Die Chorizo hierfür einfach in Scheiben schneiden und mit dem Apfelcidre einköcheln lassen und mit der Sauce, etwas Brot und einem Glass Sherry oder Cidre servieren. So fein!
5. Gratinierte Muscheln mit Gruyère
Die Schweiz trifft Spanien und das Resultat ist verblüffend stimmig. Wer hätte gedacht, dass Muscheln und Käse so eine leckere Beziehung eingehen können?
Zutaten für 4 Personen:
- 1,5 Kg Miesmuscheln
- 1-2 TL Ketchup oder passierte Tomaten
- 2 EL geriebener Gruyère
- Pfeffer
Zubereitung:
- Aber zuerst müssen wir die Muscheln waschen und die Bärte entfernen. Kaputte oder bereits geöffnete Muscheln aussortieren.
- Danach die Muscheln bei geschlossenem Deckel und starker Hitze kochen lassen.
- Nach und nach öffnen sich die Muscheln, diese dann auch nach und nach aus dem Topf nehmen und die obere Hälfte entfernen.
- Die unteren Hälften in eine Auflaufform geben, ein wenig Tomatensauce oder wahlweise Ketchup drüber geben, mit Gruyère und etwas gehacktem Knoblauch bestreuen und im vorgeheizten Ofen 5 Minuten (180-200 Grad) gratinieren.
- Etwas pfeffern und ab auf den Tisch mit den feinen Schalentieren.
6. Tortillahäppchen (vegetarisch)
Ein beliebtes, vegetarisches Gericht, das in kleinen Portionen auch als Tapa serviert wird.
Zutaten für 30 Häppchen:
- 800g Kartoffeln
- 1 Peperoni
- 3 Knoblauchzehen
- 1 Zwiebel
- 4 EL Olivenöl
- 2 EL Thymian gehackt
- 2 EL Rosmarin gehackt
- 10 Eier
- 125ml Milch
- Salz und Pfeffer
- Packung Oliven grün oder nach Geschmack gefüllt
Zubereitung:
- Die Kartoffeln werden zuerst geschält und in dünne Scheiben geschnitten. Auch die Peperoni, Zwiebeln und Knochlauch putzen, entkernen und in kleine Würfel schneiden.
- Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Knoblauch und Zwiebeln leicht anbraten.
- Dann die Paprika und Kartoffeln dazugeben und alles, zugedeckt für 15 bis 20 Minuten, bei schwacher Hitze garen.
- Währenddessen die Eier mit der Milch und den Gewürzen verrühren und über die Kartoffeln geben.
- Den Herd runter drehen und bei schwacher Hitze köcheln, beziehungsweise stocken lassen.
- Nach 20 Minuten das ganz auf einen Teller oder Platte stürzen, in häppchengrosse Stücke schneiden und mit jeweils einer Olive auf Spiesse stecken.
- Kalt oder warm servieren.
Nur das Beste! Die authentische spanische Tortilla von meiner Frau!
7. Manchego Pflaumen im Serrano-Mantel
Allein der Duft dieser Kombination lässt einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Einmal auf dem Tisch, ist diese Tapas-Rezept ratz-fatz auch schon wieder verspeist. Keine Sorge, dieses Gericht ist schnell und einfach gemacht, der Nachschub dann auch.
Zutaten für 20-30 Pflaumen:
- 200g Serrano Schinken
- 200g Manchego
- Zahnstocher
Zubereitung:
- Die Pflaumen etwas öffnen und den zuvor gewürfelten Käse in die Pflaumen pressen.
- Den feinen Serrano drum herum wickeln und mit einem Zahnstocher fixieren.
- Dann geht es noch für schnelle 10 Minuten bei 180-200 Grad in den Ofen.
8. Marinierte Zucchetti
Das Gemüse darf in der spanischen Küche natürlich nicht zu kurz kommen, also nehmen wir uns die Zucchetti vor.
Zutaten für 4 Portionen:
- 400g Zucchetti
- 1 TL Thymian
- 1 Zwiebel
- 4 El Olivenöl
- 2 Knoblauchzehen
- 6 EL Balsamico
- 2 Tomaten/ wahlweise gewürfelte
- 25g Pinienkerne
- frischer Oregano
- Salz und Pfeffer
Zubereitung:
- Zucchetti nach dem Waschen in dünne Scheiben schneiden.
- Die Zwiebel fein würfeln schon mal in der Pfanne mit Öl anschwitzen lassen.
- Knoblauch dazupressen und nach und nach die Zucchettischeiben hineingeben.
- Jede Seite eine halbe Minute braten und danach auf einem tiefen Teller geben.
- Balsamico in der Pfanne aufkochen und die Gewürze dazugeben.
- Kurz aufkochen und über die beiseite gestellten Zucchetti geben und eine Stunde ziehen lassen.
- Nach einer Stunde, die Zucchinischeiben portionieren, danach nur noch schnell die Pinienkerne anrösten und mit den gewürfelten Tomaten auf die Zucchini geben.
- Mit etwas frischem Oregano bestreuen und geniessen.
Tipp: Wer viel Zucchetti über hat, kann Zucchetti mit diesen feinen Rezepten auch einmachen und als Tapa servieren.
9. Feigen mit Ziegenkäse
Eine neue Tapa-Kreation, bei der es wichtig ist hochwertige Lebensmittel zu verwenden. Dann kommt der Kontrast zwischen den süssen Feigen und dem herzhaften Käse, besonders gut zur Geltung. Wer noch etwas Abwechselung in dieses Gericht bringen möchte, kann dazu auch frische Zwiebelringe servieren.
Zutaten für 8 bis 12 Feigen:
- 100g Ziegenfrischkäse
- Pfeffer und Salz
Zubereitung:
Für die Zubereitung den Ziegenfrischkäse pfeffern und salzen, die frischen Feigen halbieren und beides zusammen anrichten. Der Ziegenkäse sollte von eher dünner Konsistenz sein, damit man die Feigen oder etwas Brot darin dippen kann.
10. Iberico küsst Cantaloupe
Der Kontrast von süsser Melone und würzigem Schinken hat sich auch hier zu Lande durchgesetzt. Mit einem Blatt Nüsslisalat und einem Spritzer Balsamico bekommen die Häppchen einen neuen Twist.
Zutaten:
- 1 Cantaloupe Melone
- 250g Iberico Schinken
- Eine handvoll Nüsslisalat
Zubereitung:
- Die Melone halbieren, schälen, entkernen und in Spalten schneiden.
- Jeweils mit einer Scheibe Iberico und einem Blatt Nüsslisalat belegen.
- Auf Teller anrichten und mit ein wenig Aceto Balsamico beträufeln.
Ein feiner Abschluss unserer Tapas-Orgie.
Wie Tapas essen?
In Spanien ist das Tapas-Essen ein Ritual. Vor dem Mittag- oder Abendessen schlendert man von Bar zu Bar und gönnt sich zum Sherry, Wein oder Bier immer wieder ein Häppchen.

Zuweilen ersetzen die appetitlichen Häppchen auch die Hauptmahlzeit. Die Angebotspalette ist gross: Kalte Tapas wählt man an der Theke, warme Tapas bestellt man ab der Schiefertafel. Manche Tapas-Bars haben sich auf bestimmte Zutaten oder Gerichte spezialisiert.
Das Tapas-Essen funktioniert am besten, wenn sich mehrere Leute viele verschiedene kleine Gerichte teilen. So kannst du von allem etwas probieren, ohne gleich einen ganzen Teller davon essen zu müssen. Und wenn du ein Tapas-Gericht nicht so gerne magst, findet sich in der Runde bestimmt jemand, dem es schmeckt.
Welche Tapas kann man vorbereiten?
Eigentlich die meisten! Viele Tapas werden zwar warm zubereitet, aber sie können genauso gut kalt gegessen werden. Wer die kleinen Häppchen heiss vorzieht, hält sie bei 60 Grad im Ofen warm oder wärmt sie kurz vor dem Servieren noch einmal auf.
Und ein weiterer Pluspunkt: Für viele der Tapas-Gerichte braucht man nicht lange in der Küche zu stehen. Sie sind superschnell und einfach gemacht- aber meistens ebenso schnell gegessen, weil sie einfach so gut schmecken!
Welche Getränke zu Tapas?
Traditionellerweise wird zu Tapas Sherry getrunken. Der spanische Likörwein aus weissen Traubensorten wird ausschliesslich in der Stadt Jerez de la Frontera in Andalusien hergestellt. Es gibt verschiedene Sherry-Sorten:
- Der helle, trockene Manzanilla passt gut zu sommerlich leichten Tapas-Gerichten mit Fisch und Meeresfrüchten, aber auch zur andalusischen Kalten Mandelsuppe (Ajo blanco).
- Der dunklere, reichhaltigere Amontillado harmoniert mit kräftigeren Aromen, z.B. von Thunfisch oder Gemüse wie Spargeln und Artischocken.
- Der dunkle, körperreiche Oloroso wird zu Schinken, Schweinefleisch und anderen deftigen Tapas-Gerichten genossen.
Neben Sherry wird zu Tapas aber auch Wein oder Bier getrunken.
World Tapas Day: Was macht man da?
Jeweils am dritten Donnerstag im Juni wird weltweit der World Tapas Day gefeiert. In vielen spanischen Restaurants und Tapas-Bars rund um den Globus werden den Gästen traditionelle und neue Tapas-Gerichte serviert. Vielleicht ist das ja auch für dich die Gelegenheit, deine Freundinnen und Freunde einzuladen und sie mit selbstgemachten Tapas zu überraschen. Oder bitte jeden Gast, sein eigenes Tapas-Gericht beizusteuern. Das Teilen der vielen kleinen, feinen Häppchen macht einfach noch mehr Spass!
Warum heissen Tapas Tapas?
Tapa heisst so viel wie Deckel, Abdeckung. Einige führen die Bezeichnung auf einen Brauch zurück, der in andalusischen Tavernen üblich war: Um die Fruchtfliegen abzuhalten, sollen die Gäste ihre Sherry-Gläser mit Brotscheiben zugedeckt haben.
Die Gastwirte sollen dann damit begonnen haben, das Brot mit kleinen Snacks zu beschweren. Und schon bald wurde es üblich, den Sherry mit einer Tapa zu servieren.
Tapas bedeutet also nichts anderes als Deckel mit etwas obendrauf. Noch heute dienen die Tapas vielfach als Deckel: Weil sie in Spanien meistens im Stehen gegessen werden, sieht man sich oftmals gezwungen, seinen Teller aufs Glas zu stellen.
Im Baskenland heissen die kleinen Häppchen übrigens Pintxos oder Pinchos.
Auf Deutsch spricht man neben dem spanischen Tapas auch oft von Häppchen.