Es ist eine herrlich schräge Frage, die sich stellt: Sind Tortellini Nudeln? Als gebürtige Italienerin fühle ich mich Nudeln besonders verbunden! Also Nudeln, denen sagen wir ja Pasta. Hat sich auch schon ziemlich eingedeutscht, das Pasta-Wort. Pasta heisst bekanntlicher Weise eigentlich nichts anderes als Teig. Und da würden auch die Gnocchi di Patata (Kartoffelgnocchi) hingehören - das sind meine absoluten Favoriten. Am besten mit Trüffeln. Mmh… Aber eben Gnocchi sind keine Nudeln. Obwohl es auch Nudeln gibt, die Gnocchi genannt werden. Du siehst, es ist nicht ganz einfach. Dabei bin ich überhaupt nicht kompliziert!
Also habe ich mich mit „Pastalogie“ auseinandergesetzt und die verschiedenen Sorten studiert. Die Fusilli haben es mir schon als Kind angetan: So schön gelockt und die Sauce haftet gut an ihnen. Aber irgendwie bin ich nicht so kapriziös wie diese Teigwaren. Tadaa! Mein Papà ist vor langer Zeit aus Ravenna in die Schweiz immigriert. Unsere Küche war eine italienisch-schweizerische Fusion. Mein Papà hat, inspiriert von seiner Nonna, bei der er aufgewachsen ist, immer wieder mal italienische Köstlichkeiten fabriziert. Eher zum Leidwesen meiner Mutter, die die Küchenherrschaft nicht so gerne abgab.
Eine meiner Kindheitserinnerung ist, dass Papà und ich Tortellini herstellen wollten. Gefüllt haben wir sie mit Pilzen. Allerdings waren die Teig-Quadrate, die wir dazu geschnitten haben, doch recht gross. So wurden es dann keine Tortellini, sondern Tortelloni.
Die Parallele zu mir besteht darin, dass ich wie Tortellini sehr vielfältig bin und manch eine:r staunt, was sich hinter der Hülle alles verbirgt. Zudem bin ich bodenständig und ehrlich, ich lasse mich nicht wie andere Teigwaren verbiegen. Und ich versuche mich immer nach oben zu bewegen - das tun auch Tortellini.
Cremige Tortellini wie in Italien: SO geht's richtig!
Der Ursprung der Tortellini
Tortellini haben ihren Ursprung in Bologna, dem Zentrum der Emilia Romagna, zu der auch Ravenna gehört. Die italienische Küche hat viele Köstlichkeiten hervorgebracht - oftmals mit einer kuriosen Hintergrundgeschichte. Auch die Tortellini sollen ihren Ursprung in einer bemerkenswerten Begebenheit im 17. Jahrhundert haben.
Die Legende erzählt, dass einst Venus, die Göttin der Liebe, in Bologna zu Besuch war. Dabei beehrte Venus auch ein kleines Wirtshaus. Der neugierige Koch versuchte, durch das Schlüsselloch linsend einen Blick auf die Göttin zu erhaschen. Allerdings erspähte er nur ihren Bauchnabel. Das hat aber offenbar gereicht, um den verzückten Mann zu inspirieren, nach diesem Vorbild eine Pasta zu formen.
So berichtet der Dichter Alessandro Tassoni in einem seiner Heldengedichte von einem Gasthof in Modena, in welchem die Göttin Venus für eine Nacht Unterschlupf suchte. Einer weniger fantasievollen Überlieferung nach stammen die Tortellini zwar aus der Gegend um Modena, jedoch wurden sie von einer Hausfrau dort so geformt, damit die Füllung beim Kochen in der Bouillon nicht austreten kann. Die Vorbereitung eines Tortellini-Essens wurde in Modena schnell zum sozialen Ereignis vor Festtagen, und so verbreiteten sich die Tortellini immer weiter.
In der schnöden Welt der Tatsachen hat die Namensgebung natürlich nichts Göttliches an sich - die Speise je nach Geschick jedoch schon. Tortellini heisst auf Italienisch nichts anderes als „kleine Kuchen“. Passt. Mir gefällt und das passt auch zu mir, dass Tortellini oder eben auch Tortelloni so unheimlich verschieden gefüllt werden können.
Welche der beiden Geschichten nun stimmt, ist nicht überliefert. Nach der italienischen Mythologie soll die Form der gefüllten Nudeln eher an einen Bauchnabel erinnern. Um die Herkunft der Pasta-Spezialität streiten sich die Städte Bologna und Modena, beide in der Emilia-Romagna in Norditalien gelegen. Der Legende aus Modena zufolge entwickelte ein Gastwirt die Spezialität, als die Renaissancefürstin Lucrezia Borgia in seiner Herberge übernachtete. Er blickte nachts durch das Schlüsselloch und konnte den Bauchnabel der Fürstin sehen. Dieser soll ihn so betört haben, dass er ihn mit den Tortellini nachempfinden wollte. Ähnlich lautet die Legende aus Bologna - mit dem Unterschied, dass hier Venus und Jupiter in einer Taverne übernachteten. Auch blickte der Wirt durch das Schlüsselloch und formte schließlich mit den Tortellini den Bauchnabel der Venus nach.

Tortellini Romagna Mia
Tortellini vs. Tortelloni vs. Capelletti
Neben dem Begriff Tortellini hast du sicher auch schon von Tortelloni gehört. Die Form beider Nudelsorten ist gleich, jedoch sind die Tortelloni grösser als die Tortellini. Mit ihrer Grösse fassen sie häufig noch edlere Füllungen und werden beispielsweise gern mit einer Trüffelfüllung serviert.
Übrigens gibt es noch die ganz kleine Variante der bauchnabelförmigen Nudeln: die Capelletti, die in der Regel nur mit Fleisch gefüllt sind.
Zubereitung und Variationen
Ursprünglich waren sie eine simple Suppeneinlage. „Tortellini in brodo“ fanden sich auf jeder Speisekarten. Ich mochte sie nie wirklich. Aber die Tortellini haben Karriere gemacht: Sie werden heutzutage auch mit anderen Saucen serviert. Allerdings ist es wichtig, dass es sich dabei um eine unaufdringliche Sauce handelt, damit der Geschmack der Füllung nicht überlagert wird.
Auf Nummer sicher geht man, wenn man gebräunte Butter mit ein bisschen Salbei über die gekochten Tortellini gibt und das Ganze mit etwas geriebenem Parmesan verfeinert. Als Füllung ist alles erlaubt, was schmeckt. Klassiker sind Füllungen aus Kalbsfleisch und Geflügel, sowie aus Kürbis, Spinat und Frischkäse. Ich selber liebe wie in Kindertagen eine Pilzfüllung.
Ehrlicherweise muss ich auch gestehen, dass ich bei Tortellini meist auf die Fertig-Variante zurückgreife. Aber vielleicht wäre es ja mal wieder Zeit, Tortellini selber herzustellen.
Die meiste Freiheit hat, wer Tortellini selbst zubereitet. Dazu benötigst du Mehl, Eier und Salz. Verknete diese Zutaten und decke den Teig für etwa eine halbe Stunde zu. Mit einer Ausstechform oder einem grossen Glas stichst du anschliessend Kreise aus dem Teig heraus und gibst in die Mitte einen Teelöffel deiner Wahlfüllung. Drücke die Teigränder mit den Fingern aufeinander und zieh beide Seiten der Halbmonde leicht nach aussen. Klappe sie über dem Zeigefinger nach hinten und drücke die Enden zusammen. Mit Tortellini kannst du auch tolle Aufläufe zaubern. Die kleinen Nudeln passen gut in Bouillon oder verfeinern sogar einen Salat. Sehr deftig werden sie mit einer Schinken-Rahm-Sauce. Reiche sie auch zu herzhaften Koteletts oder zu einem Schnitzel. Etwas leichter sind sie an Frühlingsgemüse oder als Füllung für eine Paprikaschote.
Tortellini sind eines der traditionellen italienischen Pasta-Gerichte und haben große Ähnlichkeit mit Ravioli. Die Besonderheit der Tortellini sind ihre Füllung und ihre Zubereitungsform. Sie können mit Fleisch, Gemüse, Käse oder einer Mischung dieser Lebensmittel gefüllt sein.
Tortellini zählen zu den beliebten italienischen Teigwaren, weil sie eine so abwechslungsreiche Zubereitung ermöglichen. Die kleinen gefüllten Hörnchen sehen dabei auch sehr appetitlich aus. Sie entstehen aus kreisrunden Stücken von Pastateig, auf deren Mitte die Füllung gegeben und deren Rand anschließend zusammengerollt und mit den Spitzen zueinander gedreht wird. Da das Auge immer mitisst, wecken Tortellini schon allein durch ihren Anblick den Appetit. Die Füllungen können sehr unterschiedlich ausfallen. Weit verbreitet sind Hackfleisch, gekochtes Hähnchenfleisch, Spinat mit Frischkäse oder andere Käsesorten. In der modernen Küche gibt es viele weitere Varianten, zum Beispiel mit Krabben, Fisch oder einer Fleisch-Gemüse-Mischung.
In der klassischen italienischen Küche wird der Teig für die Tortellini aus Hartweizengries, Olivenöl und Eiern hergestellt. Ihre Bezeichnung tragen Tortellini wohl aufgrund ihrer hübschen Form. Sie erinnern an kleine Törtchen - in die deutsche Sprache übersetzt bedeutet Tortellini “kleiner Kuchen”.
Außer mit verschiedenen Füllungen können die kleinen Nudelringe auf verschiedene Arten zubereitet werden, zum Beispiel mit Tomatensoße, einer Käsesoße, als Ravioli Carbonara mit Schinken und Käse, als Tortellini alla panna mit einer üppigen Sahnesoße oder als Tortellini al forno mit Käse überbacken.
Im ursprünglichen Rezept werden Tortellini in einer Fleischbrühe gekocht und serviert.

Tortellini mit Sahnesauce
Nährwerte
Ohne Sauce und mit Fleischfüllung haben Tortellini 215 Kalorien auf 100 Gramm. Sie machen aber lange satt und ergeben in Kombination mit Sauce und Gemüse eine gute Mittagsmahlzeit. Ergänzt mit einer schönen Tomatensauce mit Brokkoli und Rüebli oder anderem Gemüse tragen auch Tortellini zu einer ausgewogenen Ernährung bei - vor allem schmecken sie aber köstlich. Es muss ja nicht immer Fleisch sein: Gemüse-Tortellini werden häufig mit Spinat befüllt.
Weitere Pasta Arten
Pasta al forno ist ein italienisches Ofengericht, das aus Nudeln und anderen Zutaten besteht, die im Ofen gebacken werden. Der Name "Pasta al forno" bedeutet wörtlich "Pasta aus dem Ofen". Die Basis von Pasta al forno ist normalerweise eine Pastasorte wie Penne, Rigatoni, Tortellini oder Lasagneblätter. Ein berühmtes Beispiel ist die Lasagne, bei der Nudeplatten mit Ragù al Bolognese und Béchamel Sauce geschichtet und anschließend mit Mozzarella oder Parmesan bestreut und anschließend überbacken werden. Das Gericht wird dann im Ofen gebacken, bis der Käse geschmolzen und goldbraun ist und die Nudeln gar sind. Pasta al forno ist ein beliebtes und traditionelles Gericht in der italienischen Küche und wird traditionell gerne bei Familienfeiern und Festlichkeiten serviert.
Pasta ripiena bedeutet übersetzt "gefüllt". Diese Art von Pasta wird oft auch als gefüllte Nudeln bezeichnet. Es gibt viele Arten von Pasta ripiena, darunter Ravioli, Tortellini, Cannelloni und Mezzelune. Die Füllungen können aus einer Vielzahl von Zutaten bestehen, wie zum Beispiel Fleisch, Käse, Gemüse, Fisch oder Pilzen. Sie wird normalerweise in den Teig eingelegt, der dann zu kleinen Taschen, Ringen oder Rollen geformt wird. Pasta ripiena wird in einem Topf mit kochendem Wasser gekocht und dann mit einer Sauce serviert, die von der Art der Füllung abhängt.
Pasta in brodo ist ein Pastagericht, das aus Nudeln in einer klaren Brühe besteht. Der Name "Pasta in brodo" bedeutet wörtlich "Pasta in Brühe". Die Basis von Pasta in brodo ist eine klare Brühe, die normalerweise aus Rinder- oder Hühnerknochen, Gemüse und Kräutern hergestellt wird. Die Brühe wird gekocht und dann mit einer Pastasorte wie Tortellini, Gnocchi oder kleinen Suppennudeln gekocht, bis die Nudeln gar sind. Das Gericht wird oft mit frischen Kräutern wie Petersilie oder Basilikum garniert und kann je nach Vorliebe mit Käse oder Gewürzen wie Pfeffer oder Chili gewürzt werden.
Pasta asciutta bedeutet wörtlich "trockene Pasta" und unterscheidet sich von Pasta in Brühe, die in einer Flüssigkeit serviert wird. Diese Pasta Art besteht aus gekochter Pasta, die in einer Sauce serviert wird. Im Gegensatz zu Nudelgerichten, die mit Sahne oder Öl basierten Saucen zubereitet werden, wird Pasta asciutta typischerweise mit einer Tomaten-basierten Sauce gereicht. Die Pasta wird al dente gekocht, abgetropft und dann mit der Sauce vermischt. Das Gericht kann mit Käse oder frischen Kräutern wie Basilikum oder Oregano garniert werden und wird oft mit Brot serviert.
Pasta al ragù ist ein klassisches italienisches Gericht, bei dem Pasta mit einer deftigen Fleischsauce serviert wird. Die Sauce für Pasta al ragù wird normalerweise aus Hackfleisch (Rind oder Schwein), Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Karotten und Sellerie hergestellt. Das Fleisch wird zuerst in Öl angebraten, bis es braun ist, und dann werden die Gemüse hinzugefügt und weichgekocht. Die Tomaten werden dann hinzugefügt und die Soße wird langsam köcheln gelassen, um alle Aromen zu vereinen und eine reichhaltige, saftige Soße zu bilden. Die gekochte Pasta wird anschließend mit der Sauce vermischt und dann mit Parmesankäse oder Pecorino-Käse und frischen Kräutern wie Basilikum oder Oregano serviert. Am bekanntesten ist wohl das ragù al bolognese, das aus der italienischen Stadt Bologna stammt und mit Tagliatelle serviert wird.
Pasta al forno ist ein italienisches Ofengericht, das aus Nudeln und anderen Zutaten besteht, die im Ofen gebacken werden. Der Name "Pasta al forno" bedeutet wörtlich "Pasta aus dem Ofen". Die Basis von Pasta al forno ist normalerweise eine Pastasorte wie Penne, Rigatoni, Tortellini oder Lasagneblätter. Ein berühmtes Beispiel ist die Lasagne, bei der Nudeplatten mit Ragù al Bolognese und Béchamel Sauce geschichtet und anschließend mit Mozzarella oder Parmesan bestreut und anschließend überbacken werden. Das Gericht wird dann im Ofen gebacken, bis der Käse geschmolzen und goldbraun ist und die Nudeln gar sind. Pasta al forno ist ein beliebtes und traditionelles Gericht in der italienischen Küche und wird traditionell gerne bei Familienfeiern und Festlichkeiten serviert.
"Al dente" ist ein italienischer Ausdruck, der sich auf die Konsistenz von gekochter Pasta bezieht. Der Begriff bedeutet wörtlich übersetzt "für den Zahn" und bezieht sich darauf, dass die Nudeln beim Kochen eine gewisse Festigkeit behalten sollten, sodass sie schön bissfest sind.
Ein kulinarischer Schatz: Tortellini mit Trüffel
Ein kulinarischer Schatz: Echter Sommertrüffel leiht der zarten Pasta sein feines, intensives Aroma. Damals wie heute wird jede einzelne Pasta noch immer von Hand gefertigt. Alles begann 1964 in einem kleinen Familienbetrieb im Zentrum von Salò direkt am Gardasee. Seit 1964 bereitet die Pastificio Gaetarelli aus hochwertigsten, rein natürlichen Zutaten mit liebevoller Sorgfalt frische Pasta und großartigen Füllungen zu.

Tortellini mit Trüffel
Tag der Tortellini
In den USA ist den Tortellini ein Tag im Jahr als besonderer Feiertag gewidmet. Der 13. Februar ist der Tag der Tortellini. Wer sich in den USA für die verschiedenen Thementage interessiert, wird vermutlich am 13. Februar tatsächlich Tortellini speisen.
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