Dieser Text ist auch in Leichter Sprache verfügbar. In den ersten vier bis sechs Monaten ernährt sich Ihr Baby ausschliesslich von Muttermilch oder Säuglingsanfangsmilch. Frühestens nach dem vollendeten vierten und spätestens ab Anfang des siebten Monats können Sie mit Beikost beginnen. Beikosteinführung bedeutet das allmähliche Ersetzen von Milchmahlzeiten durch Breimahlzeiten.

Meist wird zuerst die Milchmahlzeit am Mittag durch Babybrei ersetzt. Die zweite Breimahlzeit ist oft der Früchtebrei zum Zvieri. Als dritten Brei könnten Sie (Milch-) Getreidebrei am Abend einführen. Allenfalls braucht Ihr Kind noch einen vierten (Milch-) Getreidebrei zum Frühstück. Sie als Eltern können selbst wählen, mit welchem Lebensmittel und mit welcher Mahlzeit Sie die Beikost beginnen wollen.
Es hat sich bewährt, mit eher süss schmeckendem Gemüse wie Karotte, Kürbis, Fenchel oder Pastinake anzufangen. Am Anfang wird Ihr Baby nur ein paar Löffel probieren und den Brei vielleicht auch wieder ausspucken. Das ist normal. Hat sich Ihr Kind an den Brei gewöhnt, steigern Sie die Menge langsam, bis die Beikost eine Trinkmahlzeit ersetzt (150 bis 250g).
Um Unverträglichkeiten und Allergien rasch zu entdecken, sollte immer nur ein einziges neues Lebensmittel zusätzlich eingeführt werden. Danach können Sie neue Lebensmittel einführen. Verzichten Sie auf Salz oder andere Gewürze im ersten Lebensjahr. Auch Zucker und Honig sollten Sie bis zum 1. Der Flüssigkeitsbedarf Ihres Babys ist anfangs durch Milch- und Breimahlzeiten abgedeckt. Erst wenn Ihr Kind drei Breimahlzeiten pro Tag isst, braucht es zusätzliche Flüssigkeit.
Einführung weiterer Breimahlzeiten
Einen Monat nach der Einführung der ersten Breimahlzeit können Sie eine zweite Still- oder Schoppenmahlzeit durch einen weiteren Brei, zum Beispiel Früchtebrei, ersetzen. Beginnen Sie mit einem Apfel (gekocht und püriert oder roh und geraffelt). Nach zwei bis drei Tagen können Sie eine zerdrückte Banane zum Apfelmus hinzufügen. Führen Sie schrittweise weitere saisonale Früchte ein, etwa Birne, Melone, Beeren, Aprikosen oder Pfirsiche. Steinobst sollte am Anfang gekocht und püriert werden. Neigt Ihr Kind zu Verstopfung, helfen ein paar Tropfen Apfel- oder Orangensaft im Früchtebrei.
Damit Ihr Kind genug Eisen aufnimmt, ist es empfehlenswert, dass es spätestens ab dem siebten Monat regelmässig kleine Mengen Fleisch isst. Ergänzen Sie das Angebot schrittweise durch weitere Lebensmittel wie Teigwaren, Reis, Brot, Fisch oder Ei. Bis zum Alter von acht Monaten kann Ihr Sohn oder Ihre Tochter zwei- bis dreimal täglich Beikost erhalten, im Alter von neun bis elf Monaten drei- bis viermal pro Tag gemäss Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE.
Das Getreide, beziehungsweise das Getreidepulver (zum Beispiel Hirse, Reis, Dinkel, 3-Korn), rühren Sie gemäss Packungsbeilage in zubereitete, warme Säuglingsanfangsmilch oder Leitungswasser ein (mit Milch sättigt der Brei besser).
Baby-led Weaning als Alternative
Bei der Umstellung auf Beikost ist «Baby-led-weaning» eine mögliche Methode. Übersetzt bedeutet «Baby-led Weaning» vom Baby geführtes Abstillen. Im Unterschied zur Breinahrung wird das Kind nicht mit einem Löffel gefüttert. Die Nahrung wird ihm hingelegt. Ihr Baby wählt aus verschiedenen Speisen selber aus, woran es nuckeln und was es probieren möchte. Mit «Baby-led Weaning» kann ab dem siebten Lebensmonat begonnen werden.
Bieten Sie Ihrem Kind verschiedene Esswaren an, idealerweise in Form von dicken Sticks oder langen Streifen, beispielsweise weichgekochte und entsprechend geschnittene Karotten oder Kohlrabi. Achten Sie auf genügend Kohlenhydrate, etwa in Form von Nudeln oder Brot. Erwarten Sie nicht, dass Ihr Baby anfangs viel isst und stillen oder schöppeln Sie es weiterhin. Zunächst geht es darum, mit der Nahrung zu experimentieren, die Beschaffenheit und den Geschmack zu erkunden.
Ein Leitfaden für Anfänger zum babygeführten Abstillen: Was Sie wissen müssen
Selbstgemacht oder Fertigbrei?
Säuglinge können sowohl mit selbst gekochter Beikost als auch mit Fertigbrei aus dem Gläschen gut versorgt werden. Beide Varianten haben ihre Vorteile. Fertigbrei ist schnell zubereitet, wird nährstoffschonend hergestellt und ist praktisch für unterwegs. Selbst zubereitete Beikost bietet oft mehr Abwechslung, grössere Geschmacksvielfalt und ist kostengünstig. Sie können sich für eine Variante entscheiden oder kombinieren: Fertigbrei, wenn es schnell gehen muss oder Sie unterwegs sind und ansonsten selbstgemachten Brei oder Fingerfood.

Rezepte für Babybrei mit Schweinefleisch
Bitte beachte: Der Brei eignet sich frühestens ab Mitte des fünften Lebensmonats deines Kindes bis zum Ende des ersten Lebensjahres.
Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (ab 5. Monat)
Gemüse und Kartoffeln unter fliessendem Wasser waschen. Rüsten, in Stücke schneiden. Gemüse, Kartoffeln und Fleisch in kochendem Wasser ohne Salz oder Bouillon 10-20 Minuten weich garen, abschütten. Das Fleisch sollte komplett gegart sein. Fein pürieren. Rapsöl hinzufügen. Falls der Brei zu fest ist, etwas Wasser hinzugeben.
Brei kann für den Vorrat gut vorbereitet und beispielsweise im Eiswürfelbehälter in kleinen Portionen eingefroren werden. Für etwas Abwechslung können mit der Zeit die Kartoffeln durch 10-15 g Teigwaren, Griess, Polenta, Reis, Linsen etc. ersetzt werden.
Rezept mit Rüebli und Kartoffeln
Die Rüebli waschen, schälen und klein schneiden. Mit dem Fleisch und 3 bis 4 Esslöffel Wasser in einem Topf etwa 15 Min. dünsten. Die Kartoffel schälen und klein schneiden. Mit Apfelsaft und Rapsöl zu Rüebli und Fleisch geben.
Brei auf Vorrat zubereiten
Aus 1 kg Fleisch ergeben sich ca. 50 Eiswürfelportionen à je 20g. Für eine Breimahlzeit 1-2 Fleischbreiwürfel, schonend im Wasserbad auftauen, und mit Gemüse- oder Getreidebrei vermischen.
Wichtige Hinweise zur Fleischaufnahme
- Ab welchem Alter: Schrittweise Einführung nach dem 4. Lebensmonat; ab dem 7. Monat 10 g Fleisch oder Fisch oder 1/4 Ei pro Tag, ab dem 9.-10. Monat 20 g Fleisch oder Fisch.
- Vorteil: Fleisch ist ein guter Eisen- und Eiweisslieferant. Das tierische Eiweiss wird vom Körper besser aufgenommen als das pflanzliche. Dennoch empfiehlt es sich, die Eiweiss zu 2/3 aus pflanzlicher Kost und zu 1/3 von tierischen Produkten aufzunehmen.
- Tipp: Um die Eisenaufnahme zu begünstigen, lohnt es sich, dem Fleischbrei jeweils eine gute Portion Vitamin C hinzuzugeben. Dies kann durch die Beigabe von Apfelmus, etwas Zitrone oder frisch gepressten Orangensaft gewährleistet werden. Bitte nicht zu grosse Mengen Zitronen- oder Orangensaft verwenden, denn einige Babys reagieren mit Durchfall und wunden Popos.
| Alter | Fleisch/Fisch | Ei |
|---|---|---|
| Ab 7. Monat | 10 g | 1/4 |
| Ab 9.-10. Monat | 20 g | 1/2 |
Mit diesen Rezepten und Tipps können Sie sicherstellen, dass Ihr Baby eine ausgewogene und nahrhafte Ernährung erhält. Denken Sie daran, die Einführung neuer Lebensmittel langsam und schrittweise vorzunehmen, um mögliche Unverträglichkeiten frühzeitig zu erkennen.
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