Der Griff zu chemischen Mitteln ist zwar verbreitet, doch dieser Weg birgt ökologische Risiken: Häufig enthalten Schneckenkorn und ähnliche Produkte Wirkstoffe wie Metaldehyd oder Eisen-III-Phosphat, die nicht nur für Schnecken, sondern auch für andere Tiere - etwa Igel, Vögel oder Haustiere - gefährlich sein können.
Darüber hinaus werden die Nährstoffkreisläufe im Boden gestört, wenn schützende Kleinlebewesen versehentlich eliminiert werden. Ein durchdachter Garten muss nicht mit chemischen Mitteln gegen Schnecken verteidigt werden. Wer bewusst auf Pflanzen setzt, die für Schnecken unattraktiv sind, schützt empfindliche Kulturen auf natürliche Weise und schafft gleichzeitig ein harmonisches, lebendiges Gartenbild. Die vorgestellten Arten lassen sich sowohl in Zier- als auch in Nutzgärten einsetzen und beweisen, dass Schönheit und Schutz einander nicht ausschließen.
Schneckenresistente Pflanzen: Eine natürliche Abwehr
Ein besonders vielversprechender Ansatz ist die Auswahl von Pflanzenarten, die von Schnecken instinktiv gemieden werden. Diese Pflanzen verfügen über spezifische Eigenschaften, die für Schnecken unangenehm, abschreckend oder schlicht ungenießbar sind. Die Natur hält eine bemerkenswerte Vielfalt an Abwehrmechanismen bereit, mit denen sich Pflanzen gegen Fraßfeinde schützen. Schnecken, die sich überwiegend von weichen, saftigen Pflanzenbestandteilen ernähren, meiden bestimmte Arten aus mehreren Gründen. Einige Pflanzen enthalten ätherische Öle, die für Weichtiere stark reizend wirken und ihre Orientierung beeinträchtigen. Andere zeichnen sich durch eine hohe Konzentration an Bitterstoffen oder Gerbstoffen aus, die den Appetit der Schnecken mindern. Diese pflanzlichen Eigenschaften lassen sich gezielt im Garten einsetzen - entweder zur direkten Abwehr oder als „Schutzmauer“ rund um empfindliche Pflanzen. Im Rahmen der Mischkultur bieten sich diese Pflanzen außerdem als Partner für gefährdete Arten wie Salat, Dahlien oder Zucchini an.Die Schnecken werden sofort aus dem Garten flüchten! Nur eine Zutat
Die aufgeführten Pflanzen lassen sich hervorragend kombinieren, um gefährdete Arten zu schützen.
So kann ein Beet mit Salat durch eine Umrandung aus Lavendel, Tagetes und Rosmarin geschützt werden. Auch Kräuterspiralen, bei denen Thymian, Salbei und Rosmarin zusammengepflanzt werden, bieten nicht nur Schutz vor Schnecken, sondern auch eine optisch ansprechende Struktur. In Staudenbeeten sorgt die Kombination von Pfingstrosen, Frauenmantel und Allium nicht nur für ein farbenprächtiges Gesamtbild, sondern reduziert auch den Schneckendruck deutlich.Beispiele für schneckenresistente Pflanzen
* Gartenhinweis: In Beeträndern oder als Einfassung gepflanzt, schützt Lavendel wirksam gefährdete Kulturen.* Abwehrmechanismus: Die Blätter enthalten stark aromatische Öle, die Schnecken meiden.
Vorteile der Verwendung schneckenresistenter Pflanzen
Die Verwendung schneckenresistenter Pflanzen bringt zahlreiche Vorzüge mit sich. Einerseits wird der Einsatz umweltschädlicher Mittel überflüssig, was insbesondere in naturnahen Gärten mit reicher Insekten- und Tierwelt von Bedeutung ist. Zudem sorgen diese Pflanzen für Struktur, Farbe und Abwechslung - sie bereichern die Gestaltung nicht nur optisch, sondern auch funktional.Weitere Methoden zur Schneckenabwehr
Für die Schneckenabwehr gibt es Produkte wie Kupferzäune, Schneckenhauben und Schutzkrägen. Im «Kassensturz»-Test hielt Sägemehl die Tiere ebenso zuverlässig fern. Eine Schneckenplage im Garten verhindern, ohne dass die Tiere dabei sterben: Das war im Praxistest der TV-Sendung «Kassensturz» die Anforderung an die zwölf geprüften Methoden zur Abwehr von Schnecken in Gemüsebeeten. Darunter waren acht Produkte, die im Fachhandel erhältlich sind: zum Beispiel Krägen aus verschiedenen Materialien, Hauben, Plastikhütchen oder ein Drahtzaun aus Kupfer.Hausmittel und natürliche Helfer
Im Internet tummeln sich unzählige Tipps, wie man gefrässige Nacktschnecken loswird. Aber wie gut wirken diese Tipps? Naturvermittlerin Gaby Kistler testete fünf «Hausmittelchen».Es gibt viele weitere Methoden, um die grefrässigen Gesellen auf Distanz zu halten:* Bei lebendigem Leibe zerschneiden, im Bier ertränken oder mit Schneckenkörnern vergiften. So kann man Nacktschnecken loswerden, keine Frage. Doch sind dies makabere Methoden, die gerade im Falle der Schneckenkörner auch für Häuschenschnecken und Kleintiere wie Igel oder Blindschleichen schädlich sind.* Es ist eine etwas aufwändige, aber auch super simple Methode: die Schnecken von da, wo sie nicht sein sollen, absammeln. Melanie Apfelbaum macht jeweils frühmorgens, spätabends und bei Regen einen Rundgang durch ihren Garten und sammelt die Schnecken ab. Celina Schärli empfielt, die Schnecken mindestens 200 Meter weit entfernt wieder abzusetzen. Wichtig ist, die Schnecken nicht im Wald auszusetzen, da dies zum Problem werden kann für heimische Waldschnecken wie die Rote Wegschnecke.* Es klingt zugegebenermassen ziemlich brutal. Aber eine der humansten Methoden, Schnecken zu beseitigen ist, sie nach dem Einsammeln einzufrieren. So schlafen sie ein, anstatt einen qualvollen Tod zu sterben, wie es zum Beispiel bei Schneckenkörnern oder beim Zerschneiden der Fall ist. Fachleute empfehlen sogar, die häufige und ursprünglich exotische Spanische Wegschnecke zu töten, da sie viele einheimische Schnecken-Arten verdrängt. Aber Achtung: Die einheimische Rote Wegschnecke sieht der Spanischen Wegschnecke sehr ähnlich.* Die effektivste Methode ist wahrscheinlich, den Schnecken gar nicht erst Zugang zum Salat zu gewähren. Jens Rohrbeck empfielt einen Schneckenkragen, den es im Handel zu kaufen gibt. Sonja Brunner legt Eierschalenkrümel um die Pflanzen. Darüber können Schnecken schlecht kriechen, und die Eierschale ist als Dünger erst noch gut für den Boden. Das gleiche gilt für Kaffeesatz. Celina Schärli hat herausgefunden, dass Schnecken es nicht mögen, wenn sie ihre Beete etwas umhackt. Der Boden wird ihnen so anscheinend zu uneben. Marcus Corazza machte gute Erfahrungen mit Brennnesseln. Sein Brennnessel-Mulch habe bis jetzt die Schnecken vom Salat ferngehalten. Eine Idee zum Schmunzeln hatte Andrea Thiel.* Schnecken sind etwas wählerisch. Nicht alles schmeckt ihnen gleich gut. Manche Pflanzen mögen sie auch gar nicht und versuchen, diese zu meiden. Harald Ambühl löst sein Schneckenproblem, indem er in seinem Garten Mischkulturen anlegt. Zwischen die Salatköpfen steckt er Zwiebeln und Knoblauch. Der Geruch vertreibe die Schnecken.* Manche Tiere finden kulinarischen Gefallen an den schleimigen Zeitgenossen. Auch ganz ohne Kräutersosse. Brigitta Kathrin Leuthold schwört auf Igel. Blindschleichen haben Schnecken zum Fressen gern. Die Enten von Amy Renda haben die Schneckenplage gut in den Griff bekommen. Einzig die Erbsen hätten seitdem gelitten und würden von den Enten gerne aus den Schoten gezwackt. Der Garten von Yvonne Leuthold ist ein Schneckenparadies. Aber keine Angst. Bei ihr hat sich die Weinbergschnecke durchgesetzt, die die Eier der spanischen Wegschnecke frisst und so verdrängt. Marco Bertschinger schlägt vor, den Garten glühwürmchenfreundlich zu gestalten. Denn, wer hätte es gedacht: Die kleinen Glühwürmchenlarven verspeisen am liebsten Schnecken.* Wer keine Schnecken im Gemüsebeet will, hat auch die Möglichkeit, den Schnecken willkommene Alternativen zu bieten. Celina Schärli setzt Tagetes. Linda Difler lässt alte Tulpenblätter liegen, die von den Schnecken noch so gerne verspeist werden. Besonders grosszügig ist Lotty Jeker-Kirchhofer. Sie pflanzt immer die doppelte Menge an Salat. Eine richtiggehende Antischnecken-Strategie hat sich Gaby Kistler zurechtgelegt: Nur garantiert schneckensichere Blumen und Stauden in die Beete pflanzen. Einen abgemähten Rasenstreifen um den Gemüsegarten belassen. So kann man sehen, we sich da «reinschleimen» will. Gaby Kistler offeriert den Schnecken rund um diesen Rasenstreifen frische Salatrüstabfälle und andere Leckereien. Diese Rüstabfälle halten die Schnecken auf dem Weg Richtung Gemüsepflanzen ab und sie kommen schon gar nicht auf dumme Ideen. Zudem legt sie morsche Brettchen hin. Am Abend liest Kistler die Schnecken ab, auch unter dem Brettchen, und stetzt sie mindestens 200 Meter vom Haus entfernt auf einer Wiese wieder aus.Schnecken im Garten: Schädlinge oder Nützlinge?
Das Urteil über eine Art wird von den geschädigten Gärtnern und Gärtnerinnen gesprochen. Es wird danach gefällt, wie viel die betreffende Schneckenart im Garten aufgefressen hat. Von den etwa 400 Landschneckenarten in unseren Breitengraden verursachen nur wenige ernsthaften Schaden im Hobbygarten. Der Hauptbestandteil der Schneckennahrung ist überwiegend pflanzlich. Besonders berüchtigt für ihren Appetit sind die Wegschnecken. Den grössten Appetit im Garten zeigen die grossen Wegschnecken Arion vulgaris, Arion distinctus und Arion hortensis. Gehäuseschnecken bevorzugen sehr weiches Laub, je modriger und angerotteter, desto besser. Ganz zuverlässig sind diese Angaben aber nicht. Die Gartenwelt kann auch gegenteilige Beispiele liefern. “Mir wurden nachweislich 3 Kürbispflanzen, die ich auf dem Komposthaufen gesetzt hatte von Weinbergschnecken abgefressen.Einige Schneckenarten gelten als nützliche Gartenhelfer, weil sie gelegentlich auch die Eier eines Nacktschneckengeleges fressen. Der Tigerschnegel fällt auf. Die Nacktschnecke mit der markanten Zeichnung wird in den Medien hochgelobt. Diese Wegschneckenart richte nicht nur keinen Schaden in unserem Garten an, sie müsse sogar als ausgemachter Nützling gelten. Ein Tigerschnegel fresse Pilze, Flechten, Kot, Aas, und Pflanzen, sofern diese bereits abgestorben sind. Dadurch brauche man sich um seine Pflanzen im Garten keine Sorgen machen, wenn Tigerschnegel im Garten gesichtet werden.Schonende Methoden der Schneckenbekämpfung
Wir möchten euch die besten schonenden Methoden der Schneckenbekämpfung vorstellen. Einige wirken vorbeugend, und halten die Schnecken im Garten von den Pflanzen in den Beeten ab. Ein Tipp, um die Schnecken nicht auch noch zusätzlich zu fördern: Giesse lieber morgens als abends, da den nachtaktiven Tieren das abendliche Giessen gerade recht kommt. Andere der hier vorgestellten Methoden gegen Schnecken sind zwar tödlich, wirken aber ohne Gift, wie die berühmte Bierfalle gegen Schnecken. Auch das beliebte Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat tötet Schnecken, verschont aber andere Lebewesen.Schneckenforscher und -forscherinnen, wie der Zoologe Prof. Dr. Michael Schrödl, raten: Wenn man schon die Schnecken töten möchte, dann sollte man sie mit der Schere durchschneiden. Das geht am schnellsten, und erspart den Tieren unnötiges Leid. Tagsüber sind sie kaum zu finden. Sie verstecken sich vor der austrocknenden Sonne unter Steinen, in Ritzen und im Gebüsch. Das ist der Grund, warum wir die Gartenschnecken vorwiegend in den frühen Morgenstunden zwischen 5:00 Uhr und 7:00 Uhr antreffen, oder auch abends ab 21:00 Uhr. Wer sie absammeln, oder auch beobachten möchte, legt sich in dieser Zeit auf die Lauer. Die abgesammelten Schnecken müssen mindestens 50 m, besser 100 m weiter ausgesetzt werden. Die standorttreuen Gastropoden kriechen andernfalls in den Garten zurück. Malakologen bitten zudem darum, die Tiere nicht in Wäldern auszusetzen.
Tabelle: Vergleich verschiedener Schneckenbekämpfungsmethoden
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Schneckenresistente Pflanzen | Umweltfreundlich, fördert Biodiversität, ästhetisch ansprechend | Nicht immer ausreichend bei starkem Befall |
| Absammeln | Keine schädlichen Auswirkungen auf Umwelt und andere Tiere | Zeitaufwendig, erfordert regelmäßige Anwendung |
| Schneckenzäune | Effektiver Schutz für einzelne Pflanzen oder Beete | Teuer, optisch nicht immer ansprechend |
| Schneckenkorn (Eisen-III-Phosphat) | Wirksam, für Haustiere relativ ungefährlich | Kann bei übermäßigem Gebrauch den Boden beeinflussen |
| Bierfallen | Wirksam, für Haustiere relativ ungefährlich | Kann Schnecken aus der Umgebung anlocken |
| Hausmittel (Kaffeesatz, Eierschalen) | Wirksam, für Haustiere relativ ungefährlich | Mäßig wirksam, muss nach Regen erneuert werden |
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