Schneckenschutz für Salatpflanzen: Natürliche und effektive Methoden

Kaum ein Problem im Garten ruft so viel Frustration hervor wie die massenhafte Ausbreitung von Schnecken, insbesondere der Spanischen Wegschnecke (Arion vulgaris). Diese invasiven Weichtiere befallen bevorzugt zarte Gemüsepflanzen, Jungpflanzen und zierliche Stauden und hinterlassen dabei zerfressene Blätter und schleimige Spuren. In besonders feuchten Jahren oder in naturnah gestalteten Gärten, die vielen Tieren einen Rückzugsraum bieten, kann sich ihre Population explosionsartig vermehren.

Der Griff zu chemischen Mitteln ist zwar verbreitet, doch dieser Weg birgt ökologische Risiken: Häufig enthalten Schneckenkorn und ähnliche Produkte Wirkstoffe wie Metaldehyd oder Eisen-III-Phosphat, die nicht nur für Schnecken, sondern auch für andere Tiere - etwa Igel, Vögel oder Haustiere - gefährlich sein können.

Darüber hinaus werden die Nährstoffkreisläufe im Boden gestört, wenn schützende Kleinlebewesen versehentlich eliminiert werden. Ein durchdachter Garten muss nicht mit chemischen Mitteln gegen Schnecken verteidigt werden. Wer bewusst auf Pflanzen setzt, die für Schnecken unattraktiv sind, schützt empfindliche Kulturen auf natürliche Weise und schafft gleichzeitig ein harmonisches, lebendiges Gartenbild. Die vorgestellten Arten lassen sich sowohl in Zier- als auch in Nutzgärten einsetzen und beweisen, dass Schönheit und Schutz einander nicht ausschließen.

Schneckenresistente Pflanzen: Eine natürliche Abwehr

Ein besonders vielversprechender Ansatz ist die Auswahl von Pflanzenarten, die von Schnecken instinktiv gemieden werden. Diese Pflanzen verfügen über spezifische Eigenschaften, die für Schnecken unangenehm, abschreckend oder schlicht ungenießbar sind. Die Natur hält eine bemerkenswerte Vielfalt an Abwehrmechanismen bereit, mit denen sich Pflanzen gegen Fraßfeinde schützen. Schnecken, die sich überwiegend von weichen, saftigen Pflanzenbestandteilen ernähren, meiden bestimmte Arten aus mehreren Gründen. Einige Pflanzen enthalten ätherische Öle, die für Weichtiere stark reizend wirken und ihre Orientierung beeinträchtigen. Andere zeichnen sich durch eine hohe Konzentration an Bitterstoffen oder Gerbstoffen aus, die den Appetit der Schnecken mindern. Diese pflanzlichen Eigenschaften lassen sich gezielt im Garten einsetzen - entweder zur direkten Abwehr oder als „Schutzmauer“ rund um empfindliche Pflanzen. Im Rahmen der Mischkultur bieten sich diese Pflanzen außerdem als Partner für gefährdete Arten wie Salat, Dahlien oder Zucchini an.

Die Schnecken werden sofort aus dem Garten flüchten! Nur eine Zutat

Die aufgeführten Pflanzen lassen sich hervorragend kombinieren, um gefährdete Arten zu schützen.

So kann ein Beet mit Salat durch eine Umrandung aus Lavendel, Tagetes und Rosmarin geschützt werden. Auch Kräuterspiralen, bei denen Thymian, Salbei und Rosmarin zusammengepflanzt werden, bieten nicht nur Schutz vor Schnecken, sondern auch eine optisch ansprechende Struktur. In Staudenbeeten sorgt die Kombination von Pfingstrosen, Frauenmantel und Allium nicht nur für ein farbenprächtiges Gesamtbild, sondern reduziert auch den Schneckendruck deutlich.

Beispiele für schneckenresistente Pflanzen

* Gartenhinweis: In Beeträndern oder als Einfassung gepflanzt, schützt Lavendel wirksam gefährdete Kulturen.* Abwehrmechanismus: Die Blätter enthalten stark aromatische Öle, die Schnecken meiden.

Vorteile der Verwendung schneckenresistenter Pflanzen

Die Verwendung schneckenresistenter Pflanzen bringt zahlreiche Vorzüge mit sich. Einerseits wird der Einsatz umweltschädlicher Mittel überflüssig, was insbesondere in naturnahen Gärten mit reicher Insekten- und Tierwelt von Bedeutung ist. Zudem sorgen diese Pflanzen für Struktur, Farbe und Abwechslung - sie bereichern die Gestaltung nicht nur optisch, sondern auch funktional.

Weitere Methoden zur Schneckenabwehr

Für die Schneckenabwehr gibt es Produkte wie Kupferzäune, Schneckenhauben und Schutzkrägen. Im «Kassensturz»-Test hielt Sägemehl die Tiere ebenso zuverlässig fern. Eine Schneckenplage im Garten verhindern, ohne dass die Tiere dabei sterben: Das war im Praxistest der TV-Sendung «Kassensturz» die Anforderung an die zwölf geprüften Methoden zur ­Abwehr von Schnecken in Gemüsebeeten. Darunter waren acht Produkte, die im Fachhandel erhältlich sind: zum Beispiel Krägen aus ver­schie­denen Materialien, Hauben, Plastikhütchen oder ein Drahtzaun aus Kup­fer.

Hausmittel und natürliche Helfer

Im Internet tummeln sich unzählige Tipps, wie man gefrässige Nacktschnecken loswird. Aber wie gut wirken diese Tipps? Naturvermittlerin Gaby Kistler testete fünf «Hausmittelchen».Es gibt viele weitere Methoden, um die grefrässigen Gesellen auf Distanz zu halten:* Bei lebendigem Leibe zerschneiden, im Bier ertränken oder mit Schneckenkörnern vergiften. So kann man Nacktschnecken loswerden, keine Frage. Doch sind dies makabere Methoden, die gerade im Falle der Schneckenkörner auch für Häuschenschnecken und Kleintiere wie Igel oder Blindschleichen schädlich sind.* Es ist eine etwas aufwändige, aber auch super simple Methode: die Schnecken von da, wo sie nicht sein sollen, absammeln. Melanie Apfelbaum macht jeweils frühmorgens, spätabends und bei Regen einen Rundgang durch ihren Garten und sammelt die Schnecken ab. Celina Schärli empfielt, die Schnecken mindestens 200 Meter weit entfernt wieder abzusetzen. Wichtig ist, die Schnecken nicht im Wald auszusetzen, da dies zum Problem werden kann für heimische Waldschnecken wie die Rote Wegschnecke.* Es klingt zugegebenermassen ziemlich brutal. Aber eine der humansten Methoden, Schnecken zu beseitigen ist, sie nach dem Einsammeln einzufrieren. So schlafen sie ein, anstatt einen qualvollen Tod zu sterben, wie es zum Beispiel bei Schneckenkörnern oder beim Zerschneiden der Fall ist. Fachleute empfehlen sogar, die häufige und ursprünglich exotische Spanische Wegschnecke zu töten, da sie viele einheimische Schnecken-Arten verdrängt. Aber Achtung: Die einheimische Rote Wegschnecke sieht der Spanischen Wegschnecke sehr ähnlich.* Die effektivste Methode ist wahrscheinlich, den Schnecken gar nicht erst Zugang zum Salat zu gewähren. Jens Rohrbeck empfielt einen Schneckenkragen, den es im Handel zu kaufen gibt. Sonja Brunner legt Eierschalenkrümel um die Pflanzen. Darüber können Schnecken schlecht kriechen, und die Eierschale ist als Dünger erst noch gut für den Boden. Das gleiche gilt für Kaffeesatz. Celina Schärli hat herausgefunden, dass Schnecken es nicht mögen, wenn sie ihre Beete etwas umhackt. Der Boden wird ihnen so anscheinend zu uneben. Marcus Corazza machte gute Erfahrungen mit Brennnesseln. Sein Brennnessel-Mulch habe bis jetzt die Schnecken vom Salat ferngehalten. Eine Idee zum Schmunzeln hatte Andrea Thiel.* Schnecken sind etwas wählerisch. Nicht alles schmeckt ihnen gleich gut. Manche Pflanzen mögen sie auch gar nicht und versuchen, diese zu meiden. Harald Ambühl löst sein Schneckenproblem, indem er in seinem Garten Mischkulturen anlegt. Zwischen die Salatköpfen steckt er Zwiebeln und Knoblauch. Der Geruch vertreibe die Schnecken.* Manche Tiere finden kulinarischen Gefallen an den schleimigen Zeitgenossen. Auch ganz ohne Kräutersosse. Brigitta Kathrin Leuthold schwört auf Igel. Blindschleichen haben Schnecken zum Fressen gern. Die Enten von Amy Renda haben die Schneckenplage gut in den Griff bekommen. Einzig die Erbsen hätten seitdem gelitten und würden von den Enten gerne aus den Schoten gezwackt. Der Garten von Yvonne Leuthold ist ein Schneckenparadies. Aber keine Angst. Bei ihr hat sich die Weinbergschnecke durchgesetzt, die die Eier der spanischen Wegschnecke frisst und so verdrängt. Marco Bertschinger schlägt vor, den Garten glühwürmchenfreundlich zu gestalten. Denn, wer hätte es gedacht: Die kleinen Glühwürmchenlarven verspeisen am liebsten Schnecken.* Wer keine Schnecken im Gemüsebeet will, hat auch die Möglichkeit, den Schnecken willkommene Alternativen zu bieten. Celina Schärli setzt Tagetes. Linda Difler lässt alte Tulpenblätter liegen, die von den Schnecken noch so gerne verspeist werden. Besonders grosszügig ist Lotty Jeker-Kirchhofer. Sie pflanzt immer die doppelte Menge an Salat. Eine richtiggehende Antischnecken-Strategie hat sich Gaby Kistler zurechtgelegt: Nur garantiert schneckensichere Blumen und Stauden in die Beete pflanzen. Einen abgemähten Rasenstreifen um den Gemüsegarten belassen. So kann man sehen, we sich da «reinschleimen» will. Gaby Kistler offeriert den Schnecken rund um diesen Rasenstreifen frische Salatrüstabfälle und andere Leckereien. Diese Rüstabfälle halten die Schnecken auf dem Weg Richtung Gemüsepflanzen ab und sie kommen schon gar nicht auf dumme Ideen. Zudem legt sie morsche Brettchen hin. Am Abend liest Kistler die Schnecken ab, auch unter dem Brettchen, und stetzt sie mindestens 200 Meter vom Haus entfernt auf einer Wiese wieder aus.

Schnecken im Garten: Schädlinge oder Nützlinge?

Das Urteil über eine Art wird von den geschädigten Gärtnern und Gärtnerinnen gesprochen. Es wird danach gefällt, wie viel die betreffende Schneckenart im Garten aufgefressen hat. Von den etwa 400 Landschneckenarten in unseren Breitengraden verursachen nur wenige ernsthaften Schaden im Hobbygarten. Der Hauptbestandteil der Schneckennahrung ist überwiegend pflanzlich. Besonders berüchtigt für ihren Appetit sind die Wegschnecken. Den grössten Appetit im Garten zeigen die grossen Wegschnecken Arion vulgaris, Arion distinctus und Arion hortensis. Gehäuseschnecken bevorzugen sehr weiches Laub, je modriger und angerotteter, desto besser. Ganz zuverlässig sind diese Angaben aber nicht. Die Gartenwelt kann auch gegenteilige Beispiele liefern. “Mir wurden nachweislich 3 Kürbispflanzen, die ich auf dem Komposthaufen gesetzt hatte von Weinbergschnecken abgefressen.Einige Schneckenarten gelten als nützliche Gartenhelfer, weil sie gelegentlich auch die Eier eines Nacktschneckengeleges fressen. Der Tigerschnegel fällt auf. Die Nacktschnecke mit der markanten Zeichnung wird in den Medien hochgelobt. Diese Wegschneckenart richte nicht nur keinen Schaden in unserem Garten an, sie müsse sogar als ausgemachter Nützling gelten. Ein Tigerschnegel fresse Pilze, Flechten, Kot, Aas, und Pflanzen, sofern diese bereits abgestorben sind. Dadurch brauche man sich um seine Pflanzen im Garten keine Sorgen machen, wenn Tigerschnegel im Garten gesichtet werden.

Schonende Methoden der Schneckenbekämpfung

Wir möchten euch die besten schonenden Methoden der Schneckenbekämpfung vorstellen. Einige wirken vorbeugend, und halten die Schnecken im Garten von den Pflanzen in den Beeten ab. Ein Tipp, um die Schnecken nicht auch noch zusätzlich zu fördern: Giesse lieber morgens als abends, da den nachtaktiven Tieren das abendliche Giessen gerade recht kommt. Andere der hier vorgestellten Methoden gegen Schnecken sind zwar tödlich, wirken aber ohne Gift, wie die berühmte Bierfalle gegen Schnecken. Auch das beliebte Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat tötet Schnecken, verschont aber andere Lebewesen.Schneckenforscher und -forscherinnen, wie der Zoologe Prof. Dr. Michael Schrödl, raten: Wenn man schon die Schnecken töten möchte, dann sollte man sie mit der Schere durchschneiden. Das geht am schnellsten, und erspart den Tieren unnötiges Leid. Tagsüber sind sie kaum zu finden. Sie verstecken sich vor der austrocknenden Sonne unter Steinen, in Ritzen und im Gebüsch. Das ist der Grund, warum wir die Gartenschnecken vorwiegend in den frühen Morgenstunden zwischen 5:00 Uhr und 7:00 Uhr antreffen, oder auch abends ab 21:00 Uhr. Wer sie absammeln, oder auch beobachten möchte, legt sich in dieser Zeit auf die Lauer. Die abgesammelten Schnecken müssen mindestens 50 m, besser 100 m weiter ausgesetzt werden. Die standorttreuen Gastropoden kriechen andernfalls in den Garten zurück. Malakologen bitten zudem darum, die Tiere nicht in Wäldern auszusetzen.
Wer sich das Absammeln der Schnecken erleichtern möchte, legt Holzbretter in die Beete. Unter ihnen finden sich tagsüber schnell viele der Tiere ein, da die Bretter Schutz vor der austrocknenden Sonne bieten.Schneckenkorn wirkt gegen alle Schnecken, ist also nicht selektiv gegen bestimmte Nacktschnecken anwendbar. Der Wirkstoff Metaldehyd schädigt die schleimbildenden Zellen der Schnecken, die daran schliesslich verenden. Die Schutzfunktion der Schneckenhaut sowie die Fortbewegung und Verdauung der Tiere wird behindert. Die Schnecken schleimen aus und sterben dort, wo sie sich gerade aufhalten. Der Wirkstoff Eisen-III-Phosphat bewirkt in hohen Dosen einen Frassstopp, nach dem die Schnecken schliesslich verenden. Für andere Tiere ist er relativ harmlos.Die komplette Körperunterseite einer Schnecke ist als Kriechsohle ausgebildet. Am liebsten gleiten sie damit auf festen, glatten Untergründen. Schwierigkeiten bereiten dagegen feinkörnige, splittrige und pulverige Wegebeläge. Auf denen kommen sie nur mit Mühe voran. Das kann man sich bei der Schneckenabwehr im Garten zunutze machen und ein entsprechendes Mulchmaterial rund um die zu schützenden Pflanzen ausstreuen. Wirksamen Schutz bieten mechanische Barrieren gegen Schnecken aller Art. Im Handel gibt es Schneckenzäune mit nach außen gebogenem Rand, die von den Schnecken nicht überwunden werden. Schneckenbarrieren aus Kupfer werden gemieden, da deren Überwindung für die Tiere unangenehm ist. Recht neu auf dem Markt sind schneckenabwehrende Anstriche, die von den Schnecken nicht überkrochen werden, ihnen aber auch nicht schaden.Nacktschnecken haben berüchtigte Fressfeinde. Die gilt es, als natürliche Schädlingsbekämpfer in den Garten zu locken. Dazu zählen Igel, Laufkäferarten und die Blindschleiche. Vielfältige Gartenelemente wie Totholzstapel, Laubhaufen, Trockenmauer, Wasserelement und Wildobsthecke schaffen ihnen die nötigen Lebensbedingungen, um sich in deinem Garten anzusiedeln. Mit etwas Glück stellt sich nach einiger Zeit ein natürliches Gleichgewicht zwischen Schnecken und ihren Fressfeinden ein. Allerdings würden Igel, Spitzmäuse, Amseln, Stare, Kröten und Blindschleichen an Arion vulgaris ersticken, weil sie viel mehr Schleim absonderten als andere Wegschnecken, gibt Malakologin Dr.Wässrige Knoblauchauszüge können Schnecken von den Pflanzen fernhalten, indem er mit der Sprühflasche ausgebracht wird. Bierfallen machen nur Sinn, wenn sie innerhalb von Schneckenzäunen oder ähnlichen durch Barrieren geschützten Bereichen aufgestellt werden. Da Schnecken einen exzellenten Geruchssinn haben, würden andernfalls zusätzliche Exemplare aus der Ferne durch den Biergeruch angelockt. Bierfallen sollten also nur angewendet werden, um die bereits im Beet lebende Schnecken zu beseitigen.Jeder, den die Schnecken schon geärgert haben, kennt es: das Schneckenkorn. Die Anzahl der Gehäuseschnecken nimmt nachweislich ab. Es hat sich zwar herumgesprochen, dass die Bänderschnecken sich viel seltener an frischen Pflanzen vergehen, und sich auf modrige und angefaulte Pflanzenteile spezialisiert haben. Kaum jemand jagt sie daher gezielt. Doch auch sie sterben an Schneckenkorn. Da sie aber später geschlechtsreif werden als die verwandten Nacktschnecken, und auch weniger Eier legen, erholen sie sich deutlich langsamer als diese von den Eingriffen in ihren Bestand. Gehäuseschnecken sind jedoch unverzichtbar für viele Tiere im Garten. So brauchen etwa Vögel den Kalk der Schneckengehäuse für die Ausbildung der Vogeleierschalen und die Knochen ihrer Küken. Auch die Schnecken selbst werden gerne gefuttert. Wo Drosseln auf der Suche nach dem Fleisch der Gehäuseschnecken waren, haben sie die geleerten Gehäuse aufgehäuft liegen gelassen. Diese Ansammlungen ... Es ist jedoch Vorsicht geboten: Nicht alle Arten sind Schädlinge, während nicht alle Mittel gleich wirksam sind!Sobald im Frühjahr die Temperaturen etwas steigen, ist die Schneckensaison bereits in vollem Gange. Gerade bei Regen kommen die Kriechtiere zu Dutzenden aus ihren Verstecken und fressen alles, was ihnen vor die Fühler kommt. Die einfachste Art, zwischen Schädlingen und Nützlingen unter den Schneckenarten zu unterscheiden, befindet sich auf deren Rücken. In der Regel sind nämlich Gehäuseschnecken harmlos für Pflanzen - von Weinbergschnecken oder den verschiedenen Arten Schnirkelschnecken, die sich im Garten herumtreiben, haben Ihre Pflanzen also kaum etwas zu befürchten. Die Nacktschnecken hingegen sind diejenigen, die für die Mehrheit der Frassschäden an Gartenpflanzen verantwortlich sind. In Mitteleuropa besonders verbreitet sind die Weg- und Ackerschnecken - darunter insbesondere die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum), die Gartenwegschnecke (Arion hortensis) und die Grosse Wegschnecke (Arion ater). Durch den Klimawandel haben in den letzten Jahren jedoch auch die Populationen der Roten Wegschnecke (Arion rufus) und der Spanischen Wegschnecke (Arion vulgaris) in der Schweiz stark zugenommen.Schnecken tauchen immer dann im Garten auf, wenn es feucht und relativ kühl ist. Die meisten Nacktschneckenarten sind daher nachtaktiv - Sie werden sie also nur selten tagsüber an sonnigen Tagen im Garten erwischen. Dennoch sind einige Hobbygärtner versucht, Nacktschnecken zumindest auf dem Komposthaufen zu dulden - schliesslich tragen sie dort zur Kompostierung bei, indem sie Pflanzenreste fressen und verdauen. Da Nacktschnecken in einer günstigen Umgebung bis zu 400 Eier pro Gelege ablegen und sich so in kürzester Zeit stark vermehren, werden sie jedoch nicht im Kompost bleiben, sondern schon bald auch im Garten präsent sein.Da Schnecken selbst nicht graben können, sind sie darauf angewiesen, Hohlräume im Boden zu finden oder ihre Eier von anderen vergraben zu lassen. Wer also im Herbst Gartenböden umgräbt, spielt den Kriechtieren womöglich noch in die Fühler. Stattdessen ist es besser, sämtliche brach liegenden Flächen in den Wintermonaten mit einem Grubber zu bearbeiten und grobe Erdschollen zu zerbröseln. Im Frühjahr und Sommer gilt es dann, die Ausbreitung der Schädlinge im Garten zu unterbinden. Alten Rindenmulch sollten Sie deshalb im Frühjahr abtragen und zusammen mit stickstoffreichem Rasenschnitt kompostieren, um die verbleibenden Eier aus den Beeten zu entfernen und ihnen das Schlüpfen zu erschweren. Bringen Sie danach frischen Mulch aus, sollte dieser möglichst dünn aufgetragen werden. Sollen über die Saison hinweg Flächen brach liegen, ist darauf zu achten, diese regelmässig bis auf eine Tiefe von 20 cm zu lockern. Zuletzt sollten Sie Ihre Pflanzenbeete im Sommer nach Möglichkeit nur vormittags giessen.Wer im Biogarten nicht zu chemischen Präparaten greifen will, hat zudem die Option, den Garten selbst so anzulegen, dass er für die Kriechtiere unattraktiv wird. Hochbeete stellen beispielsweise eine Massnahme dar, sie daran hindert, bestimmte Pflanzen zu erreichen, während Bohnenkraut und Kamille als effektive Barriere für andere Pflanzen dienen können. Zu diesem Zweck bieten sich ebenfalls spezielle Saatgutmischungen zum Schneckenschutz an.Als natürliche Schneckenfallen haben sich Holz, Ziegel oder grössere Blätter bewährt. Legen Sie ihren künstlichen Unterschlupf einfach in der Nähe besonders gefährdeter Pflanzen an und platzieren Sie darin einen Köder aus einer aufgequollenen Mischung aus einem Teil Katzentrockenfutter und vier Teilen Weizenkleie. Am nächsten Morgen können Sie die Schnecken einfach absammeln. Die beste Option für natürlichen Schneckenschutz stellt jedoch die Förderung von Nützlingen dar. Bieten Sie Igel, Erdkröte, Spitzmaus und Blindschleiche einen Unterschlupf in Ihrem Garten, vertilgen die Nützlinge die meisten Schneckenarten - die Spanische Wegschnecke rühren sie allerdings nur selten an. Ebenso bietet es sich an, Raubschnecken wie den Tigerschnegel im eigenen Garten anzusiedeln. Wer einen Garten mit ausreichend Platz, einem Teich und einem ausreichend hohen Zaun besitzt, könnte zudem die Anschaffung Indischer Laufenten erwägen.Vergehen sich Schnecken häufig an einzelnen Gemüsepflanzen, schafft ein Schneckenzaun Abhilfe. Dabei handelt es sich um eine Konstruktion aus Stahl oder Kunststoff, deren Oberkante so gestaltet ist, dass sie nicht hinüberklettern können. Damit ein Schneckenzaun wirksamen Schutz bietet, muss er so aufgestellt werden, dass keine Lücken entstehen. Schneckenzäune aus Maschendraht und elektrische Schneckenzäune existieren ebenfalls, sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden. Während erstere Sorte kleinere Arten passieren lässt, ist bei Schwachstromzäunen der Wartungsaufwand höher als bei herkömmlichen Varianten. Da Schneckenzäune teils sehr teuer und allgemein nicht schön anzusehen sind, sollten Sie sie ausserdem nur für einzelne Pflanzen oder Beete verwenden. Eine diskretere Lösung bietet ungiftige Schneckenpaste, die Schnecken durch Duftstoffe fernhält.Bei stärkerem Befall oder dann, wenn schnelle Resultate gewünscht sind, bietet sich als effektivste Variante der Schneckenbekämpfung der Einsatz von Schneckenkörnern an. Werden die Giftköder im März oder April im Garten ausgebracht, erwischen Sie damit einen Grossteil der Schneckenpopulation, bevor die Tiere sich an Ihren Pflanzen vergehen können.Metaldehyd (z.B. Celaflor, Compo, Etisso) ist einer der beiden häufigsten Wirkstoffe. Indem es das Gewebe der Schnecken austrocknet, verursacht Metaldehyd nachhaltige Schäden und eine erhöhte Schleimproduktion. Da Metaldehyd bei Feuchtigkeit binnen weniger Tage zu Wasser und CO2 abgebaut wird, muss bei häufigem Regen jedoch öfter nachgestreut werden. Für Menschen sowie Wild- und Haustiere ist Metaldehyd laut aktuellen Studien grösstenteils ungefährlich. Lediglich Hunde können Vergiftungs­erscheinungen entwickeln, wenn sie grössere Mengen des Stoffs fressen.Eisen-III-Phosphat (z.B. Ferramol Schneckenkörner) ist die zweite wichtige Option für die Schneckenbekämpfung und die einzige Art von Schneckenkorn, die auch im Biogarten sowie in der ökologischen Landwirtschaft zum Einsatz kommen darf. Es wirkt, indem es die Verdauung der Schnecken durch Zellveränderungen beeinträchtigt. Frisst eine ausgewachsene Nacktschnecke etwa 20 bis 30 Körner, stellt sie die Nahrungsaufnahme ein und verkriecht sich, bis sie schlussendlich verstirbt. Im Gegensatz zu Metaldehyd darf Eisen-III-Phosphat bei allen Pflanzen eingesetzt werden. Da es auch in der Natur vorkommt, ist das Streuen von Eisen-III-Phosphat für die Bodenbeschaffenheit wie auch für Haus- und Wildtiere unbedenklich. Sie sollten jedoch darauf achten, mehr und häufiger zu streuen, da der Wirkstoff etwas schwächer ist als Metaldehyd. Präparate mit Methiocarb (z.B. Mesurol) hingegen sind schon seit einigen Jahren nicht mehr zugelassen. Grund dafür ist, dass das Nervengift auch bei Haus- und Wildtieren bleibende Schäden anrichten kann, wenn es über die Nahrung aufgenommen wird.Auch bei Hausmitteln scheiden sich die Gemüter. So ist zwar die grundlegende Theorie hinter Koffein als Schneckengift korrekt - jedoch stellt Kaffeesatz keine effektive Massnahme dar, da die Konzentration des Wirkstoffs zu gering ist. Ebenso locken Bierfallen, wie sie gelegentlich empfohlen werden, eher noch die schleimigen Plagegeister aus dem Nachbargarten an, anstatt der heimischen Population zu schaden. Schutzringe aus Gesteinsmehl, Salz oder Sägemehl von Nadelgehölzen hingegen sind zwar grundsätzlich effektiv, müssen jedoch bereits nach dem ersten Regen erneuert werden. Der Einsatz von Wolle ist wirksam gegen Schnecken, insbesondere wenn die Wolle trocken ist. Wird sie nass, kann sie weniger oder garkeinen Schleim mehr absorbieren.

Tabelle: Vergleich verschiedener Schneckenbekämpfungsmethoden

Methode Vorteile Nachteile
Schneckenresistente Pflanzen Umweltfreundlich, fördert Biodiversität, ästhetisch ansprechend Nicht immer ausreichend bei starkem Befall
Absammeln Keine schädlichen Auswirkungen auf Umwelt und andere Tiere Zeitaufwendig, erfordert regelmäßige Anwendung
Schneckenzäune Effektiver Schutz für einzelne Pflanzen oder Beete Teuer, optisch nicht immer ansprechend
Schneckenkorn (Eisen-III-Phosphat) Wirksam, für Haustiere relativ ungefährlich Kann bei übermäßigem Gebrauch den Boden beeinflussen
Bierfallen Wirksam, für Haustiere relativ ungefährlich Kann Schnecken aus der Umgebung anlocken
Hausmittel (Kaffeesatz, Eierschalen) Wirksam, für Haustiere relativ ungefährlich Mäßig wirksam, muss nach Regen erneuert werden

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