Alkohol im Straßenverkehr ist ein ernstes Problem, das nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet. Bereits geringe Mengen Alkohol können die Fahrtüchtigkeit erheblich beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die Fakten, Folgen und möglichen Lösungen, um das Risiko von alkoholbedingten Unfällen zu minimieren.

Bereits ab 0,3 Promille sind das Sehvermögen (Blendung, Einschränkung des Gesichtsfeldes) sowie die Konzentrations-, Reaktions- und Koordinationsfähigkeit beeinträchtigt. Gleichzeitig steigt die Risikobereitschaft, was zu Selbstüberschätzung, Euphorie oder sogar Nachlässigkeit führen kann. Darüber hinaus verstärkt Alkohol die negativen Auswirkungen von Stress, Zeitdruck oder Nervosität.
Das Unfallrisiko und seine Folgen
Das Unfallrisiko steigt ab 0,5 Promille und bei Fahranfängern bereits ab 0,3 Promille. Bei einem höheren Alkoholgehalt steigt es exponentiell an. Bei 0,8 Promille ist es bereits viermal so hoch. Jedes fünfte Unfallopfer, also mehr als 100 Tote pro Jahr, hat sein Leben durch einen alkoholisierten Fahrer verloren. Die tatsächliche Zahl der durch Alkohol verursachten Unfälle mit Verletzten wird auf etwa 30 Prozent aller Verkehrsunfälle und an Wochenenden auf fast 50 Prozent geschätzt.

Rechtliche Konsequenzen
Jede Person mit einem Alkoholgehalt von mehr als 0,5 Promille gilt als fahruntüchtig (Trunkenheit), unabhängig von der individuellen Alkoholtoleranz oder anderen Beweisen. Das Führen eines Kraftfahrzeugs unter Alkoholeinfluss wird mit Freiheitsentzug oder einer Geldstrafe geahndet. Ausserdem droht der Entzug des Führerscheins.
Sanktionen ab 0,5 Promille:
Gemäss Artikel 91 Abs. 1 SVG wird jeder, der ein Motorfahrzeug mit einem Alkoholgehalt zwischen 0,5 und 0,79 Promille führt, mit einer Busse bestraft. Bei einem Alkoholgehalt von 0,8 Promille oder mehr wird eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe verhängt.
Verwaltungsmassnahmen:
Neben der Strafe muss jeder, der sich nach dem Konsum von Alkohol ans Steuer setzt, auch mit Verwaltungsmassnahmen rechnen. In der Regel erhält derjenige, der zum ersten Mal mit einem Blutalkoholgehalt zwischen 0,5 und 0,79 Promille am Steuer eines Kraftfahrzeugs erwischt wird, eine Verwarnung, sofern er keine weiteren Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung begangen hat und keine Vorstrafen als Fahrer vorliegen. Bei einem leichten Verstoß wird der Führerschein für mindestens einen Monat entzogen. Ab 0,8 Promille wird der Führerschein für mindestens drei Monate entzogen!
Wer wiederholt betrunken fährt, muss mit einem deutlich längeren Führerscheinentzug rechnen. Für Wiederholungstäter sieht das Strassenverkehrsgesetz je nach Schwere des Falles immer längere Mindestentzugsdauern bis hin zum unbefristeten Entzug vor. Die kantonalen Behörden dürfen diese Fristen nicht unterschreiten. Der Führerscheinentzug kann sehr schmerzhaft sein, da er eine erhebliche Einschränkung der beruflichen und privaten Mobilität mit sich bringt.
Wissenswertes über Alkoholabbau
Alkohol, der auf nüchternen Magen getrunken wird, wirkt schneller als Alkohol, der zu einer Mahlzeit konsumiert wird. Ein normales Glas Alkohol (z. B. 3 dl Bier, 1 dl Wein, 0,2 dl Schnaps), wie es in Restaurants serviert wird, entspricht einem Alkoholgehalt von etwa 0,2 Promille (dieser Wert kann je nach Körpergewicht, Konstitution, nüchternem oder nicht nüchternem Zustand und Geschwindigkeit des Konsums höher ausfallen). Der Körper baut pro Stunde nur etwa 0,1 bis 0,2 Promille ab. Bei 0,8 Promille ist der Alkohol also nach etwa acht Stunden vollständig abgebaut.
Nach einem feuchtfröhlichen Abend und einer kurzen Nacht kann der Restalkoholgehalt am nächsten Morgen so hoch sein (auch wenn man sich topfit fühlt!), dass die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist. (Beispiel: 1,2 Promille um Mitternacht = etwa 0,6 Promille am nächsten Morgen um 6 Uhr). Kaffee kann die Ausscheidung von Alkohol verzögern. Viele Medikamente verstärken die Wirkung von Alkohol (lesen Sie die Packungsbeilage!). Das Unfallrisiko steigt ab 0,5 Promille deutlich an (ab 0,3 Promille bei Fahranfängern), erreicht bei 0,8 Promille das Vierfache des Wertes bei nüchternem Zustand und steigt danach exponentiell an.
ZDF Bericht - Alkohol am Steuer: Drastische Aufklärung
Tipps für verantwortungsbewusstes Handeln
- Trinken oder Fahren: Am besten bestimmen Sie zu Beginn des Abends eine Person, die nüchtern bleibt, um diejenigen, die trinken, nach Hause zu fahren. Sie können Ihr Auto auch einfach in der Garage lassen, wenn Sie im Voraus wissen, dass Sie Alkohol trinken werden. Öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi kosten viel weniger als die Kosten, die durch einen Unfall oder den Entzug des Führerscheins entstehen.
- Nein danke, ich fahre: Wenn Sie feststellen, dass jemand nicht (mehr) trinken möchte, akzeptieren Sie seine Entscheidung. Diese Person ist weder ein Spielverderber noch ein Angsthase, sondern beweist Zivilcourage.
- Gute Stimmung auch ohne Alkohol: Als verantwortungsbewusster Gastgeber wissen Sie, dass nach einem stressigen Arbeitstag schon ein einziges Glas zu viel sein kann. Sorgen Sie daher dafür, dass genügend alkoholfreie Getränke für Ihre Gäste vorhanden sind. Sie servieren niemals Alkohol ohne etwas zu essen, da Sie dessen Auswirkungen auf einen leeren Magen kennen. Wenn einer Ihrer Freunde ein Glas zu viel getrunken hat, rufen Sie ein Taxi oder bieten Sie ihm eine Übernachtungsmöglichkeit an.
Alkoholkontrollen ohne Anzeichen von Trunkenheit
Systematische Polizeikontrollen, auch ohne Anzeichen von Trunkenheit, sind eines der wirksamsten Mittel, um die Zahl der alkoholisierten Fahrer zu reduzieren. Diese Massnahme, die in der Schweiz 2005 gleichzeitig mit der 0,5-Promille-Grenze eingeführt wurde, wird von 85 % der Bevölkerung befürwortet. Neben der Information und Sensibilisierung der Bevölkerung ist es wichtig, dass die Polizei die Kontrollen an gut sichtbaren Stellen auf stark befahrenen Strassen verstärkt. Die präventive Wirkung ist am größten, wenn der Fahrer das Risiko einer Polizeikontrolle als hoch einschätzt. Parallel zu dieser abschreckenden Strategie sind gezielte Stichprobenkontrollen erforderlich, um möglichst viele betrunkene Autofahrer zu überführen.
Mögliche Lösungen und Aufklärungsmaßnahmen
Aufklärungsmaßnahmen sollten sich auf die Bedeutung des Alkoholkonsums und die damit verbundenen sozialen Zwänge stützen. Wesentliche Punkte sind „Entschlossenheit gegenüber negativen Einflüssen” und „alternative Formen von Erfahrungen”. Es ist nicht einfach, Jugendliche (im Alter von 14 bis 18 Jahren) für Alkohol und die damit verbundenen Unfallrisiken zu sensibilisieren, da sie sich in einer Phase befinden, in der sie sich vom familiären Umfeld lösen und die Auswirkungen von Alkohol kaum kennen. Das Thema wird nicht moralisierend behandelt, sondern mithilfe von Videosequenzen, die darauf abzielen, dass sich die Jugendlichen angesprochen fühlen und im Unterricht nach Lösungen suchen. Dabei ist es wichtig, sie ernst zu nehmen und ihnen zu ermöglichen, im Gespräch mit Gleichaltrigen Lösungen zu finden.
Auswirkungen verschiedener alkoholischer Getränke:
0,2 dl Spirituosen oder 1 dl Rotwein oder 3 dl Bier entsprechen einem durchschnittlichen Alkoholgehalt von 0,2 Promille (hängt hauptsächlich vom Körpergewicht ab). Ab 0,3 Promille beginnt die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt zu sein. Ab 0,5 Promille ist die Fahrtüchtigkeit deutlich beeinträchtigt.
Aufgaben: Was hältst du von der folgenden Aussage: Bier macht genauso betrunken wie jedes andere alkoholische Getränk? Überprüfe deine eigenen Konsumgewohnheiten: Ist das zweite Glas zu viel oder ist für mich schon das erste zu viel?
Das Problem des "Restalkohols"
Aufgaben: Erkläre den Begriff „Restalkohol”. Gegen Mitternacht hat ein Mann einen Blutalkoholgehalt von 1,5 Promille. Wie hoch ist dieser um sieben Uhr morgens? Denke daran, dass der Abbau etwa 0,1 Promille pro Stunde beträgt.
Berechne:
- 0,2 dl Spirituosen
- 1,5 Promille
- 1 dl Rotwein
- 3 dl Bier
Nicht erfasste Fälle: Viele alkoholisierte Fahrer (Trunkenheit am Steuer) werden nicht entdeckt. Alkohol spielt bei sehr vielen Unfällen eine Rolle. Je schwerer der Unfall, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine der beteiligten Personen betrunken ist.
Aufgaben: Erkläre das Konzept der „nicht erfassten Fälle”. Kommentiere die folgende Tatsache: Im Jahr wurde etwa 17'500 Personen wegen Trunkenheit am Steuer der Führerschein entzogen. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil der Fahrer, deren Blutalkoholwert über dem zulässigen Grenzwert lag!
| Stunden (max.) | Promille |
|---|---|
| 1 | 0.1 - 0.2 |
| 2 | 0.2 - 0.4 |
| 3 | 0.3 - 0.6 |
| 4 | 0.4 - 0.8 |
| 5 | 0.5 - 1.0 |
| 6 | 0.6 - 1.2 |
| 7 | 0.7 - 1.4 |
| 8 | 0.8 - 1.6 |
| 9 | 0.9 - 1.8 |
| 10 | 1.0 - 2.0 |