Raclette Käse schmelzen: Eine detaillierte Anleitung

Für die Zubereitung eines Raclettes bedarf es keinerlei kulinarischer Fertigkeiten. Es ist absolut anfängertauglich und erfreut Neulinge wie Profis ebenso. Ein Raclette ist so einfach und schnell gemacht, dass Sie es - wenn der Ofen nicht so heiss wäre - auch mit geschlossenen Augen oder im Halbschlaf zubereiten könnten.

Vielleicht lesen Sie währenddessen ein Buch oder unterhalten sich angeregt mit dem Nachbarn. Ein Raclette eignet sich ganz besonders dann, wenn Sie einen gemütlichen Abend en famille, mit Freunden oder für sich ganz alleine planen. Es eignet sich im Winter, im Frühling, im Sommer und im Herbst.

Wenn Sie mit dem Rucksack durch die Natur wandern und unterwegs etwas Feines essen möchten oder auch, wenn Sie gerade keine Zeit oder Lust haben zu kochen, Sie drinnen oder draussen essen möchten, am Esstisch, auf dem Balkon, beim Campen oder im Garten und auch dann, wenn Sie hinterher nicht viel abwaschen möchten.

In der Schweiz gehört Raclette in der kalten Jahreszeit einfach dazu. Und jedes Kind weiss, wie man ein Raclette auftischt. Es gibt da schon ab und zu ein paar Unsicherheiten.

Die richtige Vorbereitung

Beim Raclette wird der Esstisch zur Küche. Hier passierts. Da brauchen Sie nichts weiter zu tun als nur den Ofen hin- und anzustellen. Bereiten Sie aber unbedingt vorher die Kartoffeln zu. Am besten nehmen Sie mittelgrosse bis kleine Kartoffeln. Diese werden mit Schale rund 35 Minuten knapp weich gekocht und dann warm gehalten.

Der Einkauf

Rechnen Sie pro Person mit 200 bis 250 g Käse und derselben Menge Kartoffeln. Die passenden Klassiker dazu sind Essiggurken, Silberzwiebeln und Maiskölbchen. Doch die Palette der begleitenden Zutaten ist schier endlos. Versuchen Sie es auch mal mit saisonalen Früchten und Gemüse.

Im Frühling und Sommer passen in etwas Balsamicocreme (mit Salz, Pfeffer, Zucker und ein paar Rosmarinnadeln) gedünstete Kirschen ganz wunderbar. Oder rohe Pfirsichschnitze und Thymian. Auch Feigen machen sich gut. Im Herbst und Winter schmecken dazu Trauben, Äpfel und Birnen. Die beiden letzteren könnte man auch karamellisieren.

Greifen Sie auch gerne zu Dosenfrüchten, Pilzen, frischen Salaten, saftigen Cherry- oder getrockneten, eingelegten -Tomaten, Nüssen und Senffrüchten. Zum Verfeinern nehmen Sie ein erlesenes Raclettegewürz, z.B. Röstzwiebeln, fruchtiger rosa Pfeffer oder verschiedene frisch gehackte Kräuter.

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Der Höhepunkt - Das Raclette

Nehmen Sie den Käse 20-30 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank. Wenn Sie mögen, können Sie die Rinde etwas abschaben, aber NICHT abschneiden, denn diese wird beim Schmelzen schön knusprig und schmeckt herrlich aromatisch. Legen Sie eine Raclettescheibe ins Pfännchen und lassen Sie den Käse schmelzen, jedoch nicht zu lange, so dass sich das cremige und vollmundige Aroma ohne Fettabscheidung entfalten kann.

Damit der Käse aromatisch und cremig bleibt, das Racletteöfeli nicht zu heiss einstellen. Wenn Sie mögen, können Sie ein paar Zutaten direkt auf oder unter den Käse ins Pfännchen legen.

Halbe Laibe können als Ganzes z. B. am offenen Feuer geschmolzen, oder in einen kippbaren Käsehalter eingespannt werden. Nachteil: Es braucht Geduld. Viel Geduld.

Beim klassischen Raclette ganz vorne mit dabei: Kartoffeln, Cornichons und Silberzwiebeln. Vorgegarte Gemüsescheiben, z. B. Verschiedene Gemüsesorten sind eine wunderbare Beilage und Alternative zur Kartoffel. Als Gemüse eignet sich Topinambur, Petersilienwurzel, Sellerie, Karotten, Pastinaken, Lauch, Broccoli, Blumenkohl und Pilze.

Selbst vegan lässt sich das Raclette zelebrieren.

Getränke

Gerne werden Kräuter- oder Schwarztee zum Raclette getrunken, da Sie die Verdauung anregen. Freude macht zum Raclette auch ein trockener Weisswein, ein Rosé oder ein leichter Rotwein. Auch ein prickelnder Apfelsaft schmeckt gut dazu.

Der Racletteofen

Es gibt sie in allen Farben und Formen. Der Klassiker ist der grosse, strombetriebene Racletteofen, der zum Inventar vieler Haushalte gehört. Für unterwegs eignen sich die kleinen Öfen, die mit Rechaudkerzen funktionieren und in jeden Rucksack passen. Auch für den Balkon, den Garten, das Flussufer oder die Wanderung sind diese wunderbar geeignet. Speziell windgeschützt ist der Ofen Vulcano, der mit der Brennpaste das Raclette innert 3 Minuten schmilzt und gleichzeitig ein ideales Gerät für auch nur eine Person ist.

Nach dem Essen

Gewiss, ein Raclette ist keine luftig-leichte Kost. Daher wäre eine vierstöckige Buttercremetorte nach dem Essen vermutlich ein Tick zu viel. Irgendwann ist genug. Nach dem Raclette ein Dessert? Aber ja! Einen Cheesecake empfehlen wir eher nicht.

Beste Raclette-Reste

Bleiben ein paar Scheiben Raclettekäse übrig, so machen Sie sich damit am nächsten Tag ein Sandwich oder nutzen Sie diese feinen Reste für Aufläufe oder zum Überbacken von Toasts. Nach übermütigem Auftischen liegen zum Schluss oft einsame Käsescheibchen rum.

Reinigung

Wir beginnen beim leidigen Teil des Raclette-Plauschs: Dem Abwasch. Das Saubermachen der fettverschmierten und käseverkrusteten Pfännchen kann einen ganz schön auf die Palme bringen. Die gröbsten Fettreste und Verkrustungen mit einer Holzkelle aus den ausgekühlten Pfännchen schaben. Es lohnt sich, das Gerät gleich nach der Benutzung zu reinigen.

Wenn Sie käsiges Geschirr, Pfännchen und Bestecke für einige Zeit in kaltem Wasser einweichen, leicht vorreinigen, in den Geschirrspüler geben oder mit heissem Wasser und Spülmittel waschen, sind diese schnell und unkompliziert wieder für den nächsten Einsatz bereit. Den Racletteofen am besten in der Originalverpackung verstauen.

Raclette-Käse-ABC

Die Raclettekäse-Auswahl ist riesig. Fakt ist: Die Raclettekäse-Auswahl ist riesig. Raclette besteht am besten aus Rohmilch und ist ausserdem nature - daran gibt es für die Walkers keinen Zweifel. "Was wir daran mögen: Der Geschmack der unbehandelten Milch ist 1:1 spürbar." Oder genauer: "Die Alpenkräuter, welche die Kühe fressen."

Vorteil von pasteurisierter Milch ist die hohe Konstanz im Geschmack: Eine Käsesorte schmeckt immer gleich. Zum Beispiel in der Gastronomie kann das wichtig sein. Dafür bietet Raclette aus Rohmilch mehr Abwechslung.

Ok, Raclette-Gewürzmischungen gibt es wie Sand am Meer. Meistens reicht auch schlicht und einfach Paprika und schwarzer Pfeffer.

Raclette - mehr als nur Käse

Wer die Pfännchen nur für Raclette einsetzt: selber schuld. Statt Käse mal Pizza, Tacos oder Pancakes im Raclette-Pfännchen zubereiten? Klappt einwandfrei und macht erst noch Spass.

Der Racletteofen schmilzt nicht nur Käse, dank der integrierten Grillplatte leistet er noch viel mehr.

Walliser Apfel-Chutney

Apfel und Raclette passen wunderbar zusammen. Hier ist ein Rezept für ein Apfel-Chutney mit Chili:

  1. Essig und braunen Zucker aufkochen.
  2. Alle Zutaten ausser dem Gelierzucker beigeben, 40 Minuten köcheln lassen.
  3. Den Gelierzucker unterrühren und nochmals kurz aufkochen.
  4. Noch 5 Minuten auf schwacher Hitze kochen lassen und dann noch heiss in vorbereitete Gläser abfüllen.

En Guete!

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