Was ist ein typisches Geschenk aus der Schweiz? Klar, da gibt es Uhren und Käse, Taschenmesser und natürlich den Heimweh-Klassiker schlechthin: Schokolade. Viel lieber aber verschenke ich etwas anderes: Einen Schweizer Mini Raclettegrill. Oder genauer: Ein kleines Set mit Zubehör für zwei Personen, mobil und faltbar. In einem kleinen portablen Raclettegrill, betrieben von Kerzenkraft, steckt richtig viel Swissness drin. Design und Funktion paaren sich mit Folklore, Energie-Effizienz und Genuss.
Wenn es also darum geht, einem lieben Menschen aus dem Ausland eine kleine Schweizer Freude zu machen, schenke ich meistens einen Mini Raclettegrill. Das kommt immer gut an. Ein wichtiges Asset dieses kleinen Raclette mit Rechaudkerzen-Kerlchens ist sicher einmal seine Kompaktheit. Der faltbare Kleinst-Ofen der Platz für zwei Käsescheiben bietet, ist nur etwa 400 Gramm schwer. Bezüglich seiner Abmessungen ist das zusammenklappbare Gehäuse mit drei Tafeln Schokolade vergleichbar.
Doch nicht nur die kleinen, portablen Varianten erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch größere Raclette-Öfen mit Grillfunktion sind weit verbreitet, insbesondere für gesellige Abende mit Freunden und Familie. Doch welche Racletteöfen schneiden gut ab? Das Konsumentenmagazin K-Tipp hat in seiner Ausgabe vom 28. Oktober 2020 (Nr. 18/2020) zusammen mit einem spezialisierten Labor zehn Racletteöfen mit Grillfunktion auf ihre Qualität und Stabilität getestet. Die Testergebnisse sowie den Testsieger und sechs weitere Modelle aus dem Test findest du hier.
Im Folgenden werden verschiedene Raclette-Geräte hinsichtlich ihrer Leistung, Handhabung und Eignung für unterschiedliche Situationen verglichen.
Das ist der beste Raclette-Grill: Unser Testsieger im Vergleichstest
Mini Raclette Grill: Kompakt und mobil
Raclette-Öfen sind meist gross, schwer, klobig. Unser Mini Raclette Grill ist klein, leicht, handlich. Das Kerzenraclette: Ein Gerät mit Schweizerkreuz Optik mit Liebe zum Detail aufs Minimum reduziert.
Als ich zu Weihnachten selber ein solches Swissness-Souvenir geschenkt bekam, war es an der Zeit, die Zweifel auszuräumen. Ich wollte dieses Kerzenraclette - manche sprechen auch von Single Raclette - mit allen Details endlich einmal selber testen. Was ich mich oft gefragt habe: Funktioniert so ein kleiner Teelicht-Käseschmelzer überhaupt? Bringen drei kleine Rechaudkerzen wirklich einen Käse zum Schmelzen? Drinnen vielleicht.
Mini Raclette, faltbare Variante, bestückt mit drei Rechaudkerzen: Das portable Set ist etwa so gross wie drei Tafeln Schokolade.
Getestet habe ich das kleine Gerät zunächst einmal im Wohnzimmer bei mir zu Hause, und zwar in direkter Konkurrenz zu unserem konventionellen Heimgerät, einem Käseschmelzer mit Platz für acht Pfännchen. Konventioneller Achtplätzer und reisetaugliches Gerät im Vergleich. Ein wichtiger Unterschied zwischen den zwei Käse-Kalibern: Beim herkömmlichen Gerät geht ohne Strom gar nichts.
In diesem Setting legt der kleine portable Mini Raclette-Grill mit seinen kleinen Rechaudkerzen eine prima Performance hin. In etwa neun Minuten ist der Käse auf dem vergleichsweise winzigen Ofen richtig schön geschmolzen - in etwa gleich schnell wie das herkömmliche Achter-Gerät.
Zweite Klimazone: Im Garten des Internauten. Bei sechs Grad Aussentemperatur ist die Dreifach-Kerzenkraft des faltbaren Sets zum Käseschmelzen natürlich ganz anders herausgefordert als in der warmen Stube. Resultat hier, erzielt an einer windgeschützten Stelle: Es dauert rund 20 Minuten, bis der Käse in jenem Aggregatzustand ist, den man als Raclette-Fan liebt: Schön geschmolzen, sogar, wies mir immer gut gefällt, mit einer kleinen Kruste obendrüber.
Die logische dritte Klimazone für den Mini-Raclette-Ofen mit Kerzen läge natürlich auf einem Hügel, winterlich perfekt mit Schnee eingedeckt. Weil sich die weissen Flocken diesen Winter bisher aber leider nicht im Flachland gezeigt haben, musste ich ausweichen. Also habe ich den Teelicht-Ofen auf eine Reise ins geliebte Valencia mitgenommen. Der Tag geht, der Mini Raclette-Ofen kommt: Test-Time in Valencia für den Kerzenkraft-Winzling.
Ob ich der allererste Mensch auf Erden bin, der ein faltbares Teelicht-Raclette an einem der schönen und breiten Strände von Valencia gebracht hat, weiss ich ehrlicherweise nicht. Was ich aber sicher sagen kann: Die Queso-Crew im Auftrag des Internauten war ein ziemlicher Hingucker. Statt Kartoffeln nahmen wir lokale Grissini als Beilage, den Käse mit seinen typishen Schmelzeigenschaften importierten wir aus der Schweiz. Ich denke aber, dass man auf unserem Test-Gerät auch mit lokalem Manchego arbeiten könnte, per Käsehobel schön auf Pfännchengrösse portioniert.
Testergebnis der Zubereitung, beim Sonnenuntergang um 18.15 Uhr und bei einer Aussentemperatur von etwa 16 Grad: Es dauerte geschlagene 25 Minuten, bis der Raclettekäse auf der Mini Grillplatte reif für den Verzehr war. Endlich tut sich was! Auf dem Spielfeld und im Pfännchen des Horno. 25 Minuten ist eine doch eher lange Zeit, vor allem, wenn man nach den ersten zwei Portionen wieder nachladen möchte. Fairerweise muss ich sagen, dass die lange Zubereitungszeit nicht nur an der Kerzenkraft liegt. Sondern an der luftigen Umgebung in Meeresnähe. Bei sommerlichen Temperaturen könnte das Ergebnis mit diesem Gehäuse womöglich günstiger ausfallen.
Was mich durchaus animieren könnte, dieses Mini-Raclette bei der nächsten Reise gleich noch einmal auszutesten. Komplett verkehrt ist es sicher nicht, ein solches faltbares Teelicht-Gerätchen samt Schaber im hispanischen Sprachraum zu verwenden. Immerhin ist auf der Packung die spanische Bezeichnung angegeben. Die Queso-Fachwelt spricht dabei von einem «Mini Juego de Raclette» oder einem «Mini Horno de Raclette».
Wie eingangs erwähnt: Ich habe den portablen Raclette-Ofen geschenkt erhalten. Da ziemt es sich eigentlich nicht, nach dem Preis zu fragen. Einem geschenkten Grill schaut man nicht ins Maul. Oder so. Für all jene, die diese helvetische Käse-Spezialität in einer traditionsnahen Zubereitung mögen. Oder gerne ein kleines Swissness-Powerpaket verschenken. Das Mini-Raclette-Set ist ebenso kompakt wie formschön. Ein kleines Stück Schweiz, wunderbar.
Und: Das Gerät performt besser, als ich mir das gedacht habe. Unglaublich, welche Kraft drei kleine Kerzchen entfalten können. Wenn denn die Umgebung nicht allzu kalt und/oder luftig ist (dazu noch mehr ganz am Schluss). Im gutschweizerischen Notensystem, das von 6 (absolute Sonderleistung) bis 1 (kompletter Ausfall) reicht, kommt der Mini-Raclettegrill in meiner Bewertung mit Note 5 durch.
Richtig cool - und ein weiteres Zeichen Schweizerischer Innovationskunst - wäre es, wenn der Packung zu diesem Teelicht-Raclette als Zubehör ein Mini-Windschutz beiliegen würde. Oder wenn die Packung selber gleich als Windschutz fürs Gehäuse dienen könnte. Oder wenn auf der Packung eine witzige Anleitung zum Selberbasteln eines Windschutzes angebracht wäre.
Variante beim Verschenken: Dem Raclette-Ofen mit Kerzen gleich noch einen selber konstruierten Windschutz beilegen. Solcherlei personalisiertes Zubehör macht - spätestens bei der ersten Zubereitung - bestimmt Freude.
Vorheizen des Grills hilft beim Teelicht Raclette auf freier Wildbahn. Also vor dem Einsatz draussen in einem Innenraum die drei Kerzen schon einmal anwerfen und damit das Pfännchen des Grills vorglühen lassen.
Im Winter 2024 habe ich es endlich geschafft, den Minigrill outdoor bei tiefen Temperaturen erfolgreich zum Einsatz zu bringen. Sehr hilfreich war dabei ein Hack, um dem Teelicht zu mehr Heizleistung zu verhelfen.
Alle Töchter und Söhne der Alpenländer.
Das Mini-Raclette-Set ist ebenso kompakt wie formschön.
Ein kleines Stück Schweiz, wunderbar.
Und: Das Gerät performt besser, als ich mir das gedacht habe.
Unglaublich, welche Kraft drei kleine Kerzchen entfalten können.
Wenn denn die Umgebung nicht allzu kalt und/oder luftig ist.
Im gutschweizerischen Notensystem, das von 6 (absolute Sonderleistung) bis 1 (kompletter Ausfall) reicht, kommt der Mini-Raclettegrill in meiner Bewertung mit Note 5 durch.
Richtig cool - und ein weiteres Zeichen Schweizerischer Innovationskunst - wäre es, wenn der Packung zu diesem Teelicht-Raclette als Zubehör ein Mini-Windschutz beiliegen würde.
Oder wenn die Packung selber gleich als Windschutz fürs Gehäuse dienen könnte.
Oder wenn auf der Packung eine witzige Anleitung zum Selberbasteln eines Windschutzes angebracht wäre.
Variante beim Verschenken: Dem Raclette-Ofen mit Kerzen gleich noch einen selber konstruierten Windschutz beilegen.
Solcherlei personalisiertes Zubehör macht - spätestens bei der ersten Zubereitung - bestimmt Freude.
Also vor dem Einsatz draussen in einem Innenraum die drei Kerzen schon einmal anwerfen und damit das Pfännchen des Grills vorglühen lassen.
Sehr hilfreich war dabei ein Hack, um dem Teelicht zu mehr Heizleistung zu verhelfen.

Racletteöfen mit Grillfunktion im Test
Insgesamt wurden zehn Racletteöfen mit Grillfunktion vom Labor Applitest in Nürnberg getestet. Es wurde dazu ein Praxistest mit Käse, Zucchetti und Steaks durchgeführt.
Die Racletteöfen wurden hinsichtlich folgender Kriterien getestet:
- Praxistest
- Handhabung
- Temperaturverteilung
- Robustheit
- Sicherheit
Beim Praxistest mit Käse wurde überprüft, wie lange es dauert, bis der Käse geschmolzen ist. Gleichzeitig wurde beobachtet, ob der Käse braun wird oder gar verbrennt. Das Labor testete die Geräte auch beim Grillen von Zucchetti und Fleisch.
Beim Testpunkt Handhabung ging es darum den Aufbau und die Inbetriebnahme der Geräte zu testen. Es wurde überprüft, ob die Racletteöfen leicht zu bedienen sind und ob der Käse leicht vom Pfännli auf den Teller gegossen werden kann. Auch die Reinigung der Racletteöfen wurde beim Prüfpunkt Handhabung getestet.
Bei der Temperaturverteilung wollten die Experten herausfinden, wie gleichmässig die Temperatur auf der Grillplatte verteilt ist und wie stark die Temperaturunterschiede zwischen den einzelnen Pfännchen sind.
Zur Überprüfung der Robustheit wurden die Racletteöfen und die Pfännli auf ihre Anfälligkeit für Kratzer getestet.
Beim letzten Kriterium der Sicherheit lag der Fokus auf der Isolation. Es wurde überprüft, ob die Griffe und Bedienknöpfe der Öfen stark erhitzt werden und dadurch eine Verbrennungsgefahr darstellen.
Das Ergebnis
Ein Grossteil der Racletteöfen bestand den Test und konnte mit seiner Qualität und Stabilität überzeugen. Zwei Racletteöfen erhielten das Testurteil «gut», fünf wurden mit «genügend» ausgezeichnet, nur drei waren gemäss K-Tipp «ungenügend».
«Gut»
Testsieger wurde das Modell «Duo 4 and more» der Marke Koenig. Der Racletteofen besteht aus zwei Teilen, die man zusammenstecken und wieder auseinandernehmen kann. Er überzeugte insbesondere beim Praxistest und beim Kriterium Temperaturverteilung. Beim Fleisch hatten die Experten jedoch Mühe, da die Fleischstückchen ungleichmässig durchgebraten waren. Zudem wurde bemängelt, dass beim Grillen relativ viel Rauch entsteht. Dafür konnte das Gerät mit der einfachen Bedienung und der gleichmässigen Temperaturverteilung punkten.
Auf Platz 2 landete das Modell «Connect 4 plus 4» von Trisa, ebenfalls mit dem Testurteil «gut». Er schnitt beim Praxistest ähnlich gut wie der Testsieger ab. Die Temperaturverteilung war bei diesem Racletteofen sogar noch etwas besser. Der Unterschied zwischen dem kältesten und dem heissesten Pfännchen betrug 37 Grad, was im Vergleich zu anderen Racletteöfen relativ wenig ist. Bemängelt wurde beim Trisa-Racletteofen jedoch die Bedienung, da u.a. die Pfännchen nicht stabil waren.
«Genügend»
Fünf Testgeräte erhielten die Gesamtnote «genügend». aus der Landi war das günstigste Gerät im Test, erzielte aber im Praxistest sogar das beste Ergebnis. Aufgrund der Tatsache, dass der Schalter zur Regulierung der Temperatur 77 Grad heiss wurde, bekam dieser Racletteofen wegen der Verbrennungsgefahr nur die Note «genügend». Die gleiche Gesamtnote erhielten auch der «Raclette 8 Leggero» von Miostar, der «Cheeseboard V8» von Stöckli, der «Ignis XA8» von Satrap sowie der «Basic 4in1» von Manor.
«Ungenügend»
Drei Racletteöfen konnten beim Test nicht überzeugen und erhielten die Gesamtnote «ungenügend». Beim «RAC8 Deluxe» von Primotecq wurden die Griffe der Pfännchen bis zu 75 Grad heiss, was eine Verbrennungsgefahr darstellt. Ebenfalls die Note «ungenügend» bekamen der «Lono 8 Personen» von WMF und der «ORA 102CH» der Marke Ok.-. Bei beiden Racletteöfen schmolz der Käse in den Pfännchen ungleichmässig und nicht mit der gleichen Geschwindigkeit. Zudem war die Temperatur auf der Grillplatte unterschiedlich verteilt, sodass die Geräte auch bei der Temperaturverteilung nicht überzeugen konnten.

Weitere Raclette-Geräte im Überblick
Der Markt bietet eine Vielzahl von Raclette-Geräten für unterschiedliche Bedürfnisse und Budgets. Hier ein Überblick über einige weitere Modelle:
| Modell | Besonderheiten |
|---|---|
| 8-Personen-Raclette und Tischgrill in einem | Starke Grill-Leistung bis 230 °C, extrem harte Keramik-Antihaftversiegelung, integrierter Lüfter zur Rauchabsaugung |
| Solis 3 in 1 Table Grill | Vielseitig einsetzbarer Grill für Raclette, Tischgrill, Mini-Wok, Crêpes oder Mini-Pizzas, zuschaltbare Unterhitze für knusprigen Pizzaboden |
| Berger & Lanz Bamboo Raclette Grill für 8 Pers. | Thermostatische Steuerung, Aussenschale aus Bambus mit Handgriffen |
| Trisa Style Connect | Elegantes Gehäuse, abnehmbare Grillplatte aus Aluguss, stufenlose Temperaturregulierung |
Eigentlich kann mit einem Racletteofen nichts schief gehen - könnte man meinen. Doch gibt es einige Dinge, die nicht immer ganz so perfekt funktionieren. Zum Beispiel, dass die Grillplatte eine lange Vorlaufzeit benötig, bis sie heiss ist. Oder dass der Käse in den einen Pfännchen rasch heiss wird, in den anderen langsam vor sich hinschmilzt. Dass bei einigen Pfännchen der Käse nur so auf den Teller flutscht, bei Pfännchen anderer Anbieter der Käse förmlich kleben bleibt. Noch ärgerlicher: Wenn Pfännchen und Gerät nach der gemütlichen Tafel nur mit Mühe zu reinigen sind.
Solche und viele andere Schwächen hat das Labor TÜV Rheinland LGA beim Testen von Racletteöfen entdeckt. Hier liess Kassensturz 10 der meistverkauften Racletteöfen prüfen. Im Test waren Geräte mit Grillfunktion für 6 oder 8 Personen. Preisspanne: 60 bis 229 Franken.
Erfreuliches Resultat: Das günstigste Modell im Test wurde klar am besten bewertet. Der 6-plätzige Primotecq RAC 6 für Fr. 59.90, Eigenmarke von Fust, hat in den wichtigsten Prüfpunkten die besten Noten erreicht. Der Raclettekäse wird schön und gleichmässig geschmolzen, die Platte hat eine gute Temperaturverteilung, und bei der Handhabung gehört das Gerät zu den besten. Der beste 8-plätzige Raclettegrill ist teurer, ist aber zusätzlich für die Zubereitung von Crêpes ausgelegt. Der Maddison «3 in 1 Partygrill» (Fr. 129.-). Das Gerät hat aber keine grösseren Schwächen. Das gilt auch für den drittplatzierten Trisa Supreme (79.-). Hier hat das Labor bloss die Bedienungsanleitung kritisiert, ausserdem ist die Wärmeverteilung der Grillplatte nicht optimal.
Damit ist auch gesagt, dass keines der teuersten Geräte Bestnoten erhalten hat. Das Cheeseboard V8 von Stöckli landet auf dem 4. Platz, der Raclette-Grill von Koenig auf dem 6. und Tefal Ovation auf dem 8. Platz. Sie alle kosten 149 Franken. Noch schlechter ist das Preis-Leistungsverhältnis des Kenwood RC3 plus Chrom. Für das teuerste Gerät im Test muss man 229 Franken hinblättern, dennoch landet es auf dem letzten Platz. Das Labor hat das Grillieren mit beiden Ausführungen getestet.
«Beim Testverlierer sind die Würstchen vor Grill gefallen», so Rainer Weiskirchen vom TÜV Rheinland. Auch sei es unmöglich gewesen, das Gerät nach dem Grillieren sauber zu reinigen. In der Handhabung störte die Prüfer, dass «die Pfännchen keine richtige Position gefunden haben».
Kenwood ist «verwundert» über das Ergebnis. RC3 plus Chrom sei in einem Test in Deutschland mit «sehr gut» in den Prüfpunkten Grillfunktion, Sicherheit und Materialbeschaffenheit bewertet worden. Auch Coop, dessen Satrap-Partygrill silver 8 mit schwachen Noten abgeschnitten hat, ist mit dem Testresultat beim Grillieren von Fleisch und Reinigung nicht einverstanden.
«Das Raclettegerät ist für kleine Fleischstücke wie Cippolata bestens geeignet, nicht aber für grössere Fleischstücke», so Coop. Die Reinigung von Grillplatte und Pfännchen sei entgegen dem Testresultat «schnell und einfach möglich».
Das Grillieren von Fleisch war aber in keinem Fall überzeugend. «Die Geräte sind nicht wirklich fürs Grillieren gedacht», sagt Rainer Weiskirchen. Die Temperaturen der Grillplatten waren zu hoch, die Temperaturverteilung zum Teil unregelmässig.
Das Prüflabor LGA TÜV Rheinland hat die 10 Racletteöfen nach folgenden Kriterien getestet:
- Funktion: Wie gleichmässig werden die Raclettescheiben erhitzt? Hat der Käse eine gute Konsistenz und lässt er sich einfach aus dem Pfännchen schieben? Werden Würstchen und Fleischstücke auf der Grillplatte schön gar?
- Technische Prüfung: Wird die Grillplatte gleichmässig heiss? Ist die Beschichtung von Grillplatte und Pfännchen kratzfest?
- Sicherheit: Werden berührbare Oberflächen brandheiss? Sind die Geräte hochwertig verarbeitet?
- Handhabung: Sind die Schalter und Knöpfe gut bedienbar? Lassen sich Pfännchen und Grillplatte gut beladen? Wie einfach ist das Reinigen der Geräteteile?
Raclette für zwei: Kleine Geräte im Fokus
Welches Raclette-Modell eignet sich besonders für einen gemütlichen Abend? Der Walliser Koch René Abgottspon hat sieben Geräte für zwei Personen getestet.
Für ein gutes Raclette sind letztlich die Qualität und die Röstung des Käses entscheidend. Alle anderen Zutaten sind je nach Geschmack austauschbar, aber sie sind eigentlich nicht notwendig, sagt René Abgottspon, Koch und Betreiber einer Schweizer Kochschule in Düsseldorf (D).
Erfunden in der Schweiz als pragmatische Zubereitungsart für Käse, ist Raclette heute vor allem an Weihnachten und Silvester bei Freunden und Familien beliebt. Mit kleinen Raclette-Geräten für zwei Personen wollen die Anbieter die Tradition auch im Alltag etablieren. Welches Gerät macht am meisten Spass?
Abgottspon hat für diese Zeitung sieben Raclette-Geräte für zwei Personen getestet. Das Internet bietet einen schier unerschöpflichen Fundus an kreativen Raclette-Ideen und ausgefallenen Rezepten.
Der Käse wird am Stück in die Halterung eines Rösters gespannt, kurz unter den Heizröhren erhitzt, bis er Blasen wirft und Röstaromen in die Nase steigen. Dann wird die oberste Schicht des Käses mit einem Messer abgeschabt und fliesst als zähe Masse auf die Teller. Das Raclette ist Essen für jedermann.
Erfunden wurde es von Bauern und Hirten aus dem Kanton Wallis im Mittelalter, vermutlich im 13. Jahrhundert. Die Bauern hielten einen Käselaib über das Feuer und kratzten die weiche Schicht auf ihr Brot. Seinen Namen trägt das Raclette, weil das französische Verb racler so viel wie abschaben bedeutet.
Heutzutage hat sich das Raclette nicht nur als schmackhafte Käsezubereitung etabliert, sondern vor allem auch als gesellige Form des Miteinanders. Nicht wenige Haushalte entscheiden sich an Festtagen für ein Raclette daheim, weil sich das gemeinsame Essen damit so herrlich in die Länge ziehen kann. Der Käse wird in einem Pfännchen unter die Hitzeröhre geschoben. Auf einer Grillfläche darüber kann man Fleisch oder Fisch zubereiten. Es gibt Raclette-Geräte für zwei bis zehn Pfännchen.
Auffällig bei allen getesteten Geräten ist, dass der Abstand zwischen Pfännchen und Hitzeröhrchen zu gross ist, um binnen kurzer Zeit den Käse optimal schmelzen zu können. Im Originalröster dauert es 30 Sekunden, in den Geräten im Test mehrere Minuten. Nur so aber können die Pfännchen, wie in den Haushalten üblich, auch mit anderen Zutaten wie Kartoffeln, Gemüsen, Pilzen, Schinken, Speck oder sonstigen Alternativen belegt werden, ohne dass die Zutaten an die Röhrchen stossen. Dementsprechend hat Abgottspon die längere Zeit zum Gratinieren nicht negativ bewertet, obwohl sich so das Fett aus dem Käse zunehmend löst und verflüssigt.
Kriterien für den Test waren die Handhabung, die Qualität des Materials, das Design und der Preis. Alle Geräte wurden entsprechend der Bedienungsanleitung ausreichend vorgeheizt.
Hier eine Zusammenfassung der getesteten Geräte:
- Bestron, Raclette für 1 bis 2 Personen: Leichtes Gerät mit Holzgriffen, ungleichmässige Hitzerösterung.
- Spring, Raclette 2 Compact: Hohe Preiskategorie, robustes Material, schmale Pfännchen, Mangel an Handgriffen.
- Kela, Raclette Splügen: Granit-Grillfläche, stabiler Stand, gleichmässige Hitzeröhrchen, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Clatronic, Raclette 2 Personen: Leichte Materialien, langsame Hitzeentwicklung.
- Nouvel, Raclette Grill: Rote Haltegriffe mit Schweizer Kreuz, Adapter für dreipolige Anschlüsse, ungleichmässige Hitzerösterung.
- WMF Küchenminis Raclette für 2: Regulierbare Temperatur, LED-Licht, beidseitig verwendbare Aluminium-Gussplatte.
- Tchibo, Raclette für 2: Solides Produkt, kühle Haltegriffe, ungleichmässige Hitzerösterung.
Testsieger und Empfehlungen
Basierend auf den verschiedenen Tests und Vergleichen lassen sich folgende Empfehlungen ableiten:
- Für den mobilen Einsatz: Mini Raclette Grill mit Teelichtern (ggf. mit Windschutz)
- Für den kleinen Haushalt (2 Personen): Kela, Raclette Splügen (sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis) oder WMF Küchenminis Raclette für 2 (hochwertig und vielseitig)
- Für größere Gruppen (6-8 Personen): Koenig Duo 4 and more (Testsieger K-Tipp) oder Trisa Style Connect (elegantes Design)