Frittiertes Essen ist sehr beliebt. Diese schmeckt nicht nur toll, sondern schützt auch das Nahrungsmittel davor, Flüssigkeit zu verlieren. So wird das Essen aussen knusprig und bleibt innen saftig.
Schnelles Pommes frites Rezept von Steffen Henssler

Was ist Frittieren?
Beim Frittieren werden Nahrungsmittel in viel heissem Öl schwimmend gebacken. Diese können direkt frittiert werden oder eine Teighülle haben. Die Frittiertemperatur des Öls ist von der Beschaffenheit des Frittiergutes abhängig und beträgt 160 bis 180 Grad. Die Palette der fürs Frittieren geeigneten Nahrungsmittel ist gross und reicht von Kartoffeln über Fleisch, Fisch und Gemüse bis hin zu Gebäck.
Vorteile des Frittierens
Frittiertes Essen ist sehr beliebt. Diese schmeckt nicht nur toll, sondern schützt auch das Nahrungsmittel davor, Flüssigkeit zu verlieren. So wird das Essen aussen knusprig und bleibt innen saftig.
Frittieren ohne Fritteuse: Schritt für Schritt
Die Besonderheit bei Pommes frites ist, dass sie vorfrittiert werden. Dieser Schritt entfällt für andere Rezepte.
- Vorbereitung: Kartoffeln schälen, in ca. 1 cm dicke, gleichmässige Stängel schneiden. Kalt abspülen, auf Haushaltpapier sehr gut trocken tupfen. Ofen auf 60 Grad vorheizen.
- Öl erhitzen: Brattopf bis ⅓ Höhe mit Öl füllen, auf 160 Grad erhitzen. Überprüfe die Temperatur mit einem Frittierthermometer.
- Vorfrittieren: Kartoffeln portionenweise je ca. 3 Min. vorfrittieren. Sie dürfen keine Farbe annehmen. Mit einer Schaumkelle herausnehmen, auf einem mit Haushaltpapier belegten Gitter abtropfen, auskühlen.
- Frittieren: Öl auf 175 Grad erhitzen, vorfrittierte Kartoffeln portionenweise je ca. 3 Min. knusprig und goldgelb backen. Mit der Schaumkelle herausnehmen, auf dem mit frischem Haushaltpapier belegten Gitter abtropfen, warm stellen. Dabei Ofentür mit einem Kellenstiel einen Spaltbreit offen halten, damit die Pommes frites knusprig bleiben.
Dieses Zubehör brauchst du zum Frittieren
Zum Frittieren brauchst du eine Fritteuse oder einen Brattopf, ein Thermometer, eine Schaumkelle, ein Gitter und Haushaltpapier zum Abtropfen. Auch geeignetes Öl brauchst du zum Frittieren.
Temperatur ohne Thermometer testen
Hast du kein Thermometer? Dann kannst du die Temperatur des Öls auch so prüfen: Tauche ein Holzstäbchen ins Öl. Wenn sich daran viele Blasen bilden, ist das Öl heiss genug.
Warum Pommes frites vorfrittieren?
Rohe Kartoffeln dürfen nicht zu hoch erhitzt werden, da sich sonst das schädliche Acrylamid entwickelt. Darum solltest du rohe Kartoffeln immer zuerst bei 160 Grad vorfrittieren, abtropfen und nur kurz bei 175 Grad fertig frittieren. Mit dieser Methode werden sie erst noch knuspriger.
Halbschwimmend backen
Halbschwimmend backen bedeutet, dass das Frittiergut nur im heissen Öl liegt. Es schwimmt nicht vollständig darin und muss daher regelmässig gewendet werden, damit es gleichmässig bräunt und knusprig wird. Beim Halbschwimmendbacken wird weniger Öl benötigt als beim Frittieren.
Tipps und Hinweise zum Frittieren
- Nicht alles auf einmal: Immer nur kleine Portionen auf einmal frittieren, da das Öl sonst zu stark abkühlt und das Frittiergut unnötig viel Öl aufsaugt.
- Gut abtropfen: Lass Frittiertes immer gut abtropfen. Am besten geht das auf einem mit einigen Lagen Haushaltpapier belegten Gitter.
- Warmhalten im Ofen: Frittiertes und Paniertes kann im auf 60 Grad vorgeheizten Ofen kurz warm gehalten werden. Lass die Ofentür mit einem Kellenstiel einen Spalt breit offen, damit es knusprig bleibt.
- Brat- und Frittiervorgang rechtzeitig beenden: Lass die Gerichte nur goldgelb werden, sonst entsteht Acrylamid, das möglicherweise eine krebserregende Wirkung hat.
- Geeignete Kartoffeln kaufen: Kartoffeln haben unterschiedliche Kocheigenschaften. Diese vorwiegend mehlig kochende Sorte ist ideal zum Frittieren und Braten (z. B. für Pommes frites, Rösti oder Bratkartoffeln). Sie enthält kaum Zucker und bildet bei hohen Temperaturen kein Acrylamid.
- Frittieröl mehrmals verwenden: Du kannst das Öl 2-3-Mal wiederverwenden, wenn es nicht riecht. Siebe das ausgekühlte Öl durch ein feines Sieb oder ein Haushaltpapier und fülle es in eine saubere Flasche. Verbrauchtes Öl kannst du zur Altölsammelstelle bringen.
Frittieren mit Heissluft
Wie es sein Name sagt, frittiert ein Airfryer mit heisser Luft. Das bringt viele Vorteile: Du brauchst bis zu 90 % weniger Öl, nur gerade 1-2 EL pro Gericht. Und es fällt kein Altöl mehr an! Aber nicht nur das. Der Airfryer kann auch saftige Kuchen, knuspriges Apérogebäck und viel mehr backen.

5 gute Gründe für eine Heissluftfriteuse
Knuspergenuss ganz ohne Reue: Mit dem Airfryer wird Frittieren leicht, fettarm und unkompliziert. Der Airfryer macht Zutaten wie Pommes rundum knusprig - mit bis zu 90 % weniger Fett. So geniesst du leicht, schnell und ohne Reue - perfekt für den Alltag.
Rezept für Pommes Frites
Als Erstes die Kartoffeln schälen und waschen und in dicke Stifte schneiden. Die Kartoffelstifte abwaschen, damit sich die Kartoffelstärke löst, und anschliessend gut trocknen, damit es beim Frittieren weniger spritzt. Damit belgische Pommes Frites innen weich und aussen knusprig gelingen, werden sie in zwei Durchgängen frittiert. Für den ersten Frittierdurchgang die Fritteuse zunächst auf ca. 150 °C erhitzen. Die Pommes Frites 5-7 Minuten frittieren, danach gut abtropfen lassen und ein paar Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Im zweiten Durchgang die Fritteuse auf ca. 180 °C erhitzen und die Pommes Frites so lange frittieren, bis sie goldgelb gebacken sind. Die fertigen Pommes Frites wieder kurz abtropfen lassen, sofort salzen und servieren.
Zutaten
- Kartoffeln, gross, geschält, festkochend (800 g)
- Olivenöl (3 Esslöffel)
- Salz, wenig
- Pfeffer, schwarz, gemahlen, wenig
Schritte
- Kartoffeln waschen, schälen und in lange Stangen schneiden (1 cm dick).
- Die geschnittenen Kartoffeln in eine Schüssel geben und mit dem Olivenöl mischen.
Doppeltes Frittieren für die perfekten Pommes
Im zweiten Schritt probiere ich eine neue Methode aus: doppeltes Frittieren.
Ich beginne wie beim ersten Versuch: Kartoffeln schneiden, waschen und trocknen. Diesmal wasche ich die Kartoffelsticks in warmem Wasser, um die Stärke noch etwas besser auswaschen zu können. An den Zutaten ändere ich nichts: Ich verwende weiterhin sowohl fest- als auch mehligkochende Kartoffeln, weil ich bisher keinen Favoriten eruieren konnte. Ich werde die geschnittenen, gewaschenen und getrockneten Kartoffelsticks zuerst für drei Minuten bei 150 Grad Celsius frittieren. Danach lasse ich sie auf Zimmertemperatur abkühlen und frittiere sie ein zweites Mal, jedoch bei 175 Grad Celsius und für vier Minuten. Bratöl verwende ich dasselbe wie beim ersten Versuch. Ich habe es mit einem Sieb gereinigt, um allfällige Rückstände zu entfernen.
Was bringt das für die Knusprigkeit? Was passiert beim doppelten Frittieren?
Weil das Bratöl im Vergleich zum Wasser eine viel höhere Wärmekapazität hat, überträgt es bei Temperaturen von über 100 Grad die Wärme direkt auf das Lebensmittel - in meinem Falle die Kartoffelsticks. So verdunstet das in den Pommes gebundene Wasser. Im ersten Frittierprozess bildet sich innerhalb von Sekundenbruchteilen eine feine Kruste, die für die Knusprigkeit und Fettaufnahme im zweiten Frittierprozess notwendig ist. Diese Kruste wird optimal, wenn die Fritten in einem ersten Schritt bei niedrigen Temperaturen um die 150 Grad Celsius vorgegart, abgekühlt und dann bei ungefähr 175 Grad fertig frittiert werden. So wird sichergestellt, dass kein Wasser mehr aus dem Inneren der Kartoffelsticks nach aussen getragen wird und die Temperatur auch im Kern der Fritten auf über 100 Grad ansteigen kann. Die Pommes werden goldgelb und schön knackig - so zumindest lautet die Theorie des Bundeszentrums für Ernährung.
Doppelt frittiert hält besser
Nach dem ersten Frittierdurchgang sind beide Sorten - erwartungsgemäss - weder durchgegart noch knusprig. Sie sind labbrig, warm und fettig. Deshalb lasse ich sie auf einem mit Haushaltspapier belegten Gitter abtropfen und auskühlen. Nach einigen Stunden sind sie ready fürs zweite Bad im Fett. Es wird heisser und auch länger.
Die festkochenden Kartoffeln sind heller als nach dem einmaligen Frittiervorgang. Der Duft von Frittiertem steigt in die Nase und das Wasser läuft mir im Mund zusammen, doch etwas Geduld brauche ich noch. Ich schütte die Pommes auf saugfähiges Haushaltspapier und höre schon, dass sie knusprig sind. Ich kann nicht widerstehen, schnappe mir eine Fritte, verbrenne mir Finger und Gaumen, bin aber zufrieden. Die Pommes sind tatsächlich viel knuspriger als beim ersten Versuch. Innen sind sie zwar etwas fester, aber auch weniger cremig als beim ersten Mal, was mich nicht gross stört. Ich habe ausserdem das Gefühl, dass sie etwas fettiger sind als noch in der ersten Runde. Auf jeden Fall stelle ich eine klare Steigerung fest und bin begeistert.
Mein Hunger ist nach der ersten Portion Pommes gestillt. Doch selbstverständlich will ich auch wissen, wie die mehligkochenden Kartoffelsticks nach zweimaligem Frittieren schmecken. Sie sind - wie schon beim ersten Versuch - viel heller als ihre festkochenden Artgenossen. Auch hier höre ich bereits beim Ausleeren des Frittierkorbs, dass die Pommes knuspriger sein müssen. Der erste Biss bestätigt diesen Eindruck. Beim einmaligen Frittieren hat mir der Kartoffelgeschmack gefehlt. Dieser ist nun etwas intensiver, im Vergleich zu den festkochenden Pommes könnte er aber noch stärker sein. Die Fritten sind nicht zu fettig und innen schön fluffig. Im Gegensatz zu den festkochenden Pommes Frites sind sie auch nach zehn Minuten an der frischen Luft noch schön knusprig und lecker. Die Steigerung im Vergleich zum ersten Mal empfinde ich bei den Pommes mit mehligkochenden Kartoffeln extremer als bei den festkochenden.
Fazit: Besser, aber noch nicht perfekt
Ich bin erneut überrascht und wieder ist die Überraschung positiv: Ich hätte nicht gedacht, dass der Wechsel von einem auf zwei Frittiervorgänge die Knusprigkeit und den Geschmack derart stark beeinflusst - und dann erst noch in die richtige Richtung. Würde ich meine selbstgemachten Pommes in einem Restaurant serviert bekommen, hätte ich wohl wenig daran auszusetzen. Einzig, dass die festkochenden Kartoffelsticks noch etwas knuspriger sein könnten. Die mehligkochende Variante hat mir sehr gut geschmeckt.
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