Entdeckungstour durch Lauf an der Pegnitz und das Nürnberger Land

Willkommen im Nürnberger Land, einer Region östlich von Nürnberg, die mit ihrer Vielfalt begeistert. Geprägt von der Pegnitz und dem Ludwig-Donau-Main-Kanal, erheben sich hier Hügel und Felsen, auf denen oft Burgen thronen.

Luftbild von Lauf an der Pegnitz

Historische Burgen und ihre Geschichten

Im Nürnberger Land geht es hoch hinauf zu Burgen, aber auch tief hinab in Grotten und Felsenkeller. Lauschen wir den Erzählungen des «Burgherrn» Georg Maul, der Besuchern oft einfach den Burgschlüssel überlässt, auf dass sie das mittelalterliche Bauwerk selber erobern.

Burg Hartenstein

Eine richtige Ritterburg ist die Burg Hartenstein. Sie war bis 2001 in Privatbesitz und hat in ihrer über 760-jährigen Geschichte viele kriegerische Kämpfe mit grossen Opfern überstanden. Der obere Stock des einst als Kaserne genutzten Gebäudes beherbergt heute die Ausstellung «Hauen, Stechen und Hofieren» zur Geschichte des Rittertums in Franken. Im unteren Stockwerk befindet sich das treffend benannte Restaurant Touché. Bon Appétit!

Burg Thann

Auf der Burg Thann wird auf dem Göckelsberg erstmals im Jahr 1160 ein Ritter von Thann genannt. In der Folge hat die Burg viele Besitzer - heute gehört sie der Gemeinde Burgthann -, wird auch mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, dient gar als Steinbruch. Für die heutige Zeit ein wichtiges Detail: 1382 verbrachte der berühmt-berüchtigte Raubritter Eppelein von Gailing als Gefangener eine Nacht in der Burg, bevor er dem Scharfrichter übergeben wurde.

Aufgrund dieses Vorkommnisses hat der Autor Werner Müller in 17 Szenen die bekanntesten Sagen über Eppelein zu einem humorvollen Stück über die damalige Zeit erschaffen. Burg Thann ist die perfekte Kulisse für die Eppelein-Festspiele. Das Stück wird alle drei Jahre im Rahmen der Eppelein-Festspiele von Laiendarstellern aufgeführt. Corona-bedingt sind diese Festspiele natürlich ins Wasser gefallen.

Kaiserburg Lauf

In der Stadt Lauf an der Pegnitz besuchen wir die Kaiserburg, auch Wenzelschloss genannt. Kaiser Karl IV., in Prag geboren und dort auf den Namen Wenzel getauft, erstand 1353 den Gebäudekomplex auf der Insel in der Pegnitz. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten von Lauf zählen das Rathaus und die Schleifmühle Reichel.

Das Wenzelschloss in Lauf an der Pegnitz

Die geheimnisvollen Felsenkeller

Zu guter Letzt wollen wir uns den ausgedehnten Felsenkeller unter den Häusern am Marktplatz natürlich nicht entgehen lassen. Fast jedes Haus hat etwa zehn Meter unter der Erdoberfläche, unter dem Niveau des normalen Kellers, zum Hinterhof hinaus oder gar unter dem Haus selber einen Felsenkeller.

Über die Entstehungsgeschichte ist wenig bekannt, denn die Felsenkeller waren stets in Privatbesitz. Die älteste in den Fels gemeisselte Jahreszahl ist 1617. Vermutlich dienten die Keller schon im 30-jährigen Krieg als Schutzräume. Bis ins 19 Jahrhundert wurden sie gerne als Bierlager genutzt, denn die Temperatur liegt ganzjährig um die acht bis zehn Grad Celsius. So wundern wir uns auch nicht, als wir am Schluss unserer Führung in einem Bierkeller landen, der auch als originelle Gaststube genutzt wird.

Unterirdische Welten: Die Maximiliansgrotte

Die Maximiliansgrotte muss schon in der Eisenzeit existiert haben, denn es gibt Scherbenfunde aus jener Zeit. Es ranken sich viele Legenden und Geschichten um die Grotte, wie jene, dass der Kurfürst Friedrich IV von der Pfalz das Wasser aus der Grotte als Wundermittel verkaufte, um seine Kasse aufzubessern…

1852 stiegen drei Männer durch das «Windloch» ein und brachen sich den Weg aus der Höhle, wo heute noch der Eingang ist. Lutz Mahn führt durch die Maximiliansgrotte. Bis zu 70 Meter unter der Erde lassen wir in der bizarren Welt der Kalksteine unserer Fantasie freien Lauf. Der Adler ist recht gut zu erkennen. Es gibt auch einen Elefanten und einen Engel. Wir erreichen den Leissnerdom, über dem sich das Windloch befindet.

Hier im Bauch des Berges kann man sich dem Mentaltraining von Lutz Mahn hingeben oder einfach so in sich hineinlauschen. Die Grotte ist von April bis Oktober für Führungen geöffnet. Wieder am Tageslicht, gehen wir hinüber zum Grottenhof, um den Grottenkäse zu verkosten, den Heiko Lohner in kleinen Mengen herstellt und in der Grotte drei Monate lang reifen lässt.

Wanderungen durch die Schwarzachklamm

Von Schwarzenbruck aus unternehmen wir eine gemütlich Rundwanderung durch die Schwarzachklamm. Während Jahrhunderten hat sich die Schwarzach durch den Sandstein gearbeitet und dabei viele bizarre Felsstrukturen hinterlassen. In der Gustav-Adolf-Höhle kann man Pause machen und die Szenerie auf sich wirken lassen, oder weiter spazieren bis zum Flusskraftwerk, wo man kurz aus der Schlucht über eine Treppe «auftauchen» muss. Gleich darauf führt der Weg wieder hinunter in die Schlucht und gemütlich weiter bis zum Aufstieg am Ende der Schwarzachklamm.

Eine Wanderung durch die beeindruckende Schwarzachklamm

Der Ludwig-Donau-Main-Kanal

Wir dürfen uns das Innere des Brückkanals ansehen und sind ob der Grösse und Höhe völlig perplex. Im Brückenpfeiler fühlt es sich an wie in einer riesigen Halle - ein gewaltiges Bauwerk! Dieses liess König Ludwig I. Der in der Region «alter Kanal» genannte Schiffsweg war ursprünglich 172,4 Kilometer lang und verband mit 100 Schleusen die Donau bei Kelheim mit dem Main bei Bamberg und querte gar Europas Hauptwasserscheide. Heute gibt es nur noch zwei kleine schiffbare Strecken.

Der Ludwig-Donau-Main-Kanal bei Burgthann

Eine Schifffahrt auf dem Treidelschiff Elfriede

Wir beschliessen unsere Reise durchs Nürnberger Land mit einer Schifffahrt auf dem Ludwig-Donau-Main-Kanal, und zwar mit dem Treidelschiff Elfriede, einem der letzten seiner Art, das um 1930 erbaut wurde. Mit Treideln ist das Ziehen von Schiffen auf Wasserwegen durch Menschen oder Zugtiere gemeint.

Beim Gasthaus Zum Ludwigskanal in Schwarzenbach steigen wir ein. Während der Kapitän erste Infos erteilt, vom Kanal und allerlei Geschichten erzählt, legt das Schiff los. «Marino», manchmal ist auch «Florian» eingespannt, braucht nur am Anfang ein wenig Kraft, bis sich das Schiff in Bewegung setzt, danach hängt das Zugtau meistens durch und die Fahrt geht - von Handorgelmusik begleitet - fast von alleine. Weil im Kanal nicht gewendet werden kann, halten wir nach zwei Kilometern beim Dörlbacher Einschnitt. Dort wird das Pferd umgespannt und die Fahrt geht zurück zur Anlegestelle.

Empfehlungen für Ihren Aufenthalt

Restaurants

  • Restaurant Touché auf Burg Hartenstein
  • Gasthaus Zum Ludwigskanal in Schwarzenbach (für Treidelfahrten)

Hotels

Erlebnisse

  • Treidelfahrt mit Elfriede: Tickets sind im Gasthaus Zum Ludwigskanal erhältlich. Fahrten: Jeden 1. Sonntag im Monat von Mai bis September, jeweils 13, 14, 15 und 16 Uhr.
  • Eppelein-Festspiele auf der Burg Thann
Attraktion Beschreibung Besonderheit
Burg Hartenstein Mittelalterliche Ritterburg Ausstellung zur Rittergeschichte, Restaurant Touché
Burg Thann Burg mit wechselvoller Geschichte Eppelein-Festspiele
Kaiserburg Lauf Auch Wenzelschloss genannt Historischer Gebäudekomplex auf einer Insel
Felsenkeller Lauf Unterirdische Keller unter dem Marktplatz Ehemalige Bierlager, heute Gaststuben
Maximiliansgrotte Tropfsteinhöhle Bizarre Felsformationen, Mentaltraining
Schwarzachklamm Schluchtlandschaft Bizarre Felsstrukturen, Gustav-Adolf-Höhle
Ludwig-Donau-Main-Kanal Historischer Kanal Schifffahrt mit dem Treidelschiff Elfriede

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