Wer zuckerkrank ist, sollte ganz besonders auf eine gute Ernährung achten. Auf Genuss muss man deswegen nicht verzichten. Pizza gibt es in diversen Variationen und sie ist beliebt bei Gross und Klein. Das Praktische an den typisch italienischen Fladenbroten ist, dass jeder Pizza-Liebhaber sie ganz individuell belegen und geniessen kann.
Evelyne Graf, Pflegeexpertin, erklärt, wie man sich bei Diabetes Typ 2 richtig ernährt. Ein zu hoher Blutzucker kann auf die Dauer zu schwerwiegenden Folgeschäden führen. Deshalb ist es wichtig, grosse Schwankungen des Blutzuckerspiegels und Spitzen zu vermeiden. Dies gelingt mit Zurückhaltung bei Zucker und Kohlenhydraten.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen für Diabetiker
Eine spezielle Diät sei nicht nötig, sagt Evelyne Graf, Pflegeexpertin am Medbase Gesundheitszentrum Wil SG. «Jeder Mensch sollte leben wie Diabetikerinnen und Diabetiker.» Gemäss der Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung soll ein Teller etwa zur Hälfte mit Gemüse und Salat gefüllt sein, zu einem Viertel mit proteinreichen Lebensmitteln wie Tofu, Fleisch oder Fisch und höchstens zu einem Viertel mit Kohlenhydraten - also Reis, Teigwaren, Brot oder Kartoffeln. Vollkornprodukte sind zudem besser als Weissbrot.
Es ist wichtig, dass eine Mahlzeit aus Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten besteht, so erhöht sich der Blutzuckerspiegel nicht so schnell, steigt nicht so hoch an und sinkt danach auch wieder langsamer. Bei Übergewicht empfiehlt Graf zudem, den Fettkonsum zu reduzieren, um abzunehmen.
Keine Lebensmittel mit viel Zucker - dazu gehören auch Früchte - sollten jedoch zurückhaltend konsumiert werden und besser nicht isoliert, sondern in eine Mahlzeit integriert. Ein Stück Schokolade nach dem Mittagessen oder ein geraffelter Apfel im Morgen-Müesli verursachen weniger starke Blutzucker-Spitzen, als wenn man sie am Nachmittag ohne etwas anderes geniesst.
Ja auch Menschen mit Diabetes dürfen massvoll Bier, Wein oder Spirituosen konsumieren. Es gilt dabei aber zu beachten, dass Alkohol viele Kalorien hat und den Blutzucker ebenfalls ansteigen lässt.
Richtige Mahlzeiten mit längeren Pausen dazwischen führen zu weniger grossen Schwankungen des Zuckerspiegels. Ungünstig sind häufiges Snacken und viele Zwischenmahlzeiten. Braucht man dringend einen Znüni oder Zvieri, sollte man Lebensmittel mit wenig Kohlenhydraten und Zucker wählen, also zum Beispiel eine Handvoll Nüsse und ein Rüebli oder ungesüsstes Joghurt statt ein Stück Kuchen oder Guetsli.
Eine Methode zum Abnehmen ist auch Intervallfasten. Dabei fastet man pro Woche einen oder zwei Tage oder man isst jeden Tag nur während acht bis zehn Stunden - lässt also das Morgen- oder Abendessen weg. Studien weisen darauf hin, dass Intervallfasten bei Menschen mit Diabetes Typ 2 einen besonders günstigen Effekt hat. Das Intervallfasten sollte mit einer ärztlichen Fachperson besprochen werden.
Gesund sind generell Rezepte mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen und Proteinen - zum Beispiel Eintöpfe mit Hülsenfrüchten und viel Gemüse. Die Zubereitung soll aber auf die individuellen Vorlieben abgestimmt werden. Die einen mögen lieber Currys, andere in Tomatensaft geschmorte Gerichte auf mediterrane Art und wieder andere mild gewürzte Mahlzeiten.
«Die meisten schätzen strenge Ernährungspläne nicht besonders», macht Evelyne Graf die Erfahrung. Zudem seien die Essensgewohnheiten stark kulturell geprägt. In ihrer Sprechstunde motiviert sie Betroffene deshalb, eigene Ideen zu entwickeln und Verschiedenes auszuprobieren.
Für Menschen mit Diabetes sollte auch nicht separat gekocht werden, sondern gleich für die ganze Familie. So erhalten bereits die Kinder ein gutes Vorbild, was ihr Risiko für späteres Übergewicht und Diabetes reduziert.

Pizza-Variationen und Beläge
Variabel sind neben dem Belag auch die Zutaten und die Form des Teigs. Die Rezepte für eine Pizza reichen von dicken - typisch in Napoli - bis hauchdünnen Teigböden - typisch in Rom, die üppig oder zurückhaltend belegt werden. Der Hefeteig, aus dem der Pizzaboden entsteht, wird klassischerweise mit Tomatensauce und Mozzarella bestückt. Sie bildet die Basis für weitere Pizzasorten, denn auf fast allen Pizzen finden sich eine Schicht Tomatensauce und Käse.
Willst du ein Pizza-Gericht im Restaurant bestellen oder selber backen, hast du die Qual der Wahl, wenn es um den Belag geht. Denn die Pizza ist die wohl individuellste Spezialität aus Italien. Das sind nur einige Beispiele der beliebtesten Pizzasorten. Die Wahl der Zutaten liegt ganz bei dir. Zu den häufig verwendeten Belägen zählen ausserdem Artischocken, Zucchini, Aubergine, Paprika, oder pikanter Salami.
Ebenso möglich sind Pizza-Rezepte, die kein Gluten enthalten. Für viele Menschen ist Käse unerlässlich auf einer Pizza. Er bringt eine zart-cremige Schicht auf den darunter liegenden Belag. Wähle zwischen schmelzendem Mozzarella, cremigem Ricotta, würzigem Gorgonzola, gehobeltem Parmigiano Reggiano D.O.P.
Du möchtest deine Pizza einmal anders zubereiten und nicht auf die klassische runde Form zurückgreifen? Dann lass deinen Ideen freien Lauf: Was hältst du beispielsweise von einer Pizza in Herzform für einen Menschen, den du ausgesprochen gern magst? Geburtstag oder Valentinstag eignen sich als Anlass besonders gut. Runde Mini-Pizzen hingegen eignen sich hervorragend für einen Kindergeburtstag oder ein Buffet. Entscheidest du dich für eine grosse Blechpizza im XXL-Format, versorgst du damit problemlos die gesamte Familie.
Tipps:
- Verwenden Sie Vollkornmehl für den Teig, um den Blutzuckerspiegel stabiler zu halten.
- Belegen Sie die Pizza reichlich mit Gemüse, um den Ballaststoffgehalt zu erhöhen.
- Wählen Sie magere Käsesorten, um den Fettkonsum zu reduzieren.
- Verzichten Sie auf zuckerhaltige Saucen und Beläge.
Rezept für Blumenkohl-Pizza
Für die Pizza den Karfiol in Röschen teilen, in der Küchenmaschine fein zerteilen, in der Mikrowelle OHNE Wasserzusatz ca. 8 Minuten erhitzen. Noch warm mit dem Käse vermischen, Ei und Gewürze dazu und am besten mit den Händen gut durchkneten. Die Masse ist etwas weicher als ein Germteig.
Backpapier mit etwas Öl einstreichen, die Masse mit den Händen darauf verteilen, Oberfläche mit Öl einstreichen und bei 230 °C ca. 8 Minuten backen. Einen frischen Bogen Backpapier darauf legen, auf ein neues Blech kippen, mitgebackenes Backpapier vorsichtig entfernen, nochmals leicht mit Öl einstreichen und noch einmal ca. 8 Minuten backen. Mit Pizzasauce oder passierten Paradeisern bestreichen, mit Zutaten nach Wahl belegen und noch einmal für ca.

Weitere Rezeptideen:
- Apfel-Chicoreesalat
- Weisser Bohnensalat
- Gemüsesauce für Pasta (mit Zucchini, Karotten, Zwiebel)
- Tomaten-Brotsalat
- Gebratener Spinat
- Schokomuffins mit Stevia
- Folienforelle mit Rosmarinkartoffeln
Diabetes Typ 2 & Ernährung: 10 Tipps von Dr. Riedl | FOODNEWS Oktober 2022 | EAT SMARTER
Mit diesen Tipps und Rezepten können Sie Pizza geniessen, ohne Ihren Blutzuckerspiegel zu gefährden. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und geniessen Sie die Vielfalt der gesunden Küche!
tags: #pizza #fur #diabetiker #geeignet