Die Zubereitung einer authentischen Pizza zu Hause ist längst kein Hexenwerk mehr. Dank einer Vielzahl von Pizzaöfen, die speziell für den Heimgebrauch entwickelt wurden, kann jeder Pizza-Liebhaber in den Genuss einer knusprigen, heissen Pizza kommen, wie man sie sonst nur aus der Pizzeria kennt. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf verschiedene Modelle, von elektrischen Pizzaöfen bis hin zu Öfen für den Aussenbereich, und beleuchten ihre Vor- und Nachteile.

Der Traum von der perfekten Pizza
Eine gute Pizza braucht vor allem eines: Hitze. Viel davon. 400 Grad sollten es schon sein, damit aus dem Teigfladen eine knusprige Pizza wird. Das schafft der normale Backofen daheim nicht. Viele Modelle bringen es nur auf 250, manche auf 280 Grad. Da wird höchstens die Tiefkühlpizza auf dem Blech fertig, aber nicht fein.
Wer Pizza wie in Neapel oder New York wirklich liebt, kommt deshalb um einen «richtigen» Ofen nicht herum. Seit dem Frühjahr 2020 sind Pizzaöfen für den Heimgebrauch voll im Trend. Massgeblich befeuert von Ooni. Die von einer Finnin gegründete Marke gibt es bereits seit 2013 und ihre Öfen sind auch bei Galaxus Bestseller. Inzwischen wollen sich auch andere Hersteller ein Stück von der Pizza vom Kuchen abschneiden.
Cozze Pizzaofen: Der günstige Däne im Test
Der dänische Hersteller Cozze versucht sich mit einem Pizzaofen, der nicht einmal halb so viel kostet wie der von Ooni. Schafft der billige Däne, der sich das italienische Wort für Muschel als Brand gewählt hat, auch eine gute Pizza?
Zusammen mit Ober-Kulinariker Simon Balissat wurde der Pizzaofen von Cozze getestet, genauer gesagt: das Modell mit Stromanschluss. Hier muss keine Gasflasche angeschlossen oder mit Holzpellets angeheizt werden. Aus den stolzen 2200 Watt, die der Cozze aus der Steckdose zieht, erzeugt er über 400 Grad Hitze. Theoretisch also schon einmal beste Voraussetzungen für gute Pizzen.
Aufbau und Design
Das grosse 17-Zoll-Modell von Cozze ist laut Anleitung für den Aussenbetrieb gedacht und darf nicht in der Küche betrieben werden. Der Ofen wiegt etwas mehr als 20 Kilogramm. Das Gehäuse besteht aus ordentlich verschraubtem und feuerverzinktem Stahlblech. Insgesamt misst das Teil 60 Zentimeter im Quadrat bei einer Gesamthöhe von 30 Zentimetern, inklusive kleiner Füsse. Sie sind hoch genug, dass der Ofen auch gefahrlos auf einen Holztisch gestellt werden kann. Die Hitze hinterlässt dank gut zehn Zentimeter Entfernung zwischen Tischplatte und Ofen keine Spuren.
Der Design ist eher nordisch inspiriert als von einer Muschel am Adriastrand.
Allerdings sind die Dänen knausrig beim Lieferumfang. Du brauchst noch mindestens eine Pizzaschaufel, bevor deine Karriere als Pizzaiolo beginnen kann. Für das Reinigen des Pizzasteins empfiehlt sich ausserdem noch eine Drahtbürste.
Aufheizen und Temperatur
Sobald der Stein im Ofen ist, kann die Tür eingesetzt werden. Dazu gibt es am Pizzaofen von Cozze einen Drehregler mit digitaler Anzeige der Temperatur. Simpel, aber mehr braucht es auch nicht. Die einfache Bedienung gefällt. Die Zieltemperatur von 400 Grad wurde nach rund 25 Minuten erreicht, gemessen mit einem Infrarotthermometer. Im hinteren Bereich ist er etwas heisser als im vorderen, was an der etwas arg luftigen Klappe liegt. Theoretisch möglich sind sogar Temperaturen bis 450 Grad.
Das Ergebnis: Pizza wie sie sein soll
Für den Test wurden zwei Sorten Pizzateig vorbereitet und jeweils 48 Stunden lang gehen lassen: klassische neapolitanische Pizza und Pizza New York Style. Mit etwas Tomatensauce und Mozzarella belegt, darf zuerst die italienische Pizza in den Ofen. Nach zwei Minuten wird die Pizza einmal kurz gedreht, damit sie überall die grösste Hitze abbekommt. Noch einmal eine Minute später ist die Margarita fertig - mit knusprigen Boden, ganz leichten schwarzen Punkten am Boden dort, wo der Teig den Pizzastein berührt. Und auch die Pizza im New York Style gelingt wie gewünscht.

Ninja Woodfire: Der elektrische Alleskönner für den Aussenbereich
Der elektrisch betriebene Ofen Woodfire von Ninja bietet 8-in-1-Vielseitigkeit mit einem weiten Temperaturbereich von 40 - 370°C und bietet auf Knopfdruck eine Welt von unterschiedlichen Gerichten. Die Woodfire-Technologie mit selbstzündender, integrierter Räucherbox bringt mit nur einer Schaufel Aroma-Pellets bei jeder Temperatur ein authentisches natürliches Holzfeuer-Aroma in die Gerichte.
Der elektrische Hochtemperatur-Ofen verwandelt jede Terrasse in eine Outdoor-Küche mit acht Kochfunktionen in einem einzigen Outdoor-Ofen, er kann Pizza, Schmoren, Max Roast, Grillen, Backen / Rösten, Smoken, Dörren und Warmhalten. Mit Temperaturen von bis zu 370℃ lassen sich Texturen und Aromen erzeugen und tolle Ergebnisse wie aus dem Steinofen erzielen.
Hausgemachte Pizzen gelingen ohne Wenden in weniger als 3 Minuten, mit 6 Pizza-Voreinstellungen für jeden Geschmack: Neapel, klassisch, New York, Pan Pizza oder Calzone.
Technische Daten des Ninja Woodfire
- Ausführung: Pizzaofen
- Betriebsart: Elektro
- Einsatzbereich: Outdoor
- Verwendung: 8-in-1: Pizza, Schmoren, Max Roast, Grillen, Backen/Rösten, Smoken, Dörren, Warmhalten
- Leistung: 2.400 Watt
- Temperaturbereich: von 40 °C bis 370 °C
- Grillfläche: 900 cm²
- Abmessungen: Breite: 45 cm x Höhe: 38 cm x Tiefe: 54 cm
- Gewicht: 22 kg
Struct Vesuvio: Eine günstige Alternative?
Viele Schweizer Onlinehändler bauen ihr Eigenmarkensortiment aus, so auch Brack.ch. Unter dem Namen Struct importiert Brack Baumarktprodukte und damit seit neustem auch den Pizzaofen Struct Vesuvio. Ob der Ofen etwas taugt und wie er sich im Vergleich zu seinem Vorbild schlägt, wird im Folgenden beleuchtet.
Der Struct Vesuvio zündet zuverlässig. Nach 20 Minuten hat der Ofen die versprochenen 400° erreicht. Der Ofen erreicht ca. 35 Minuten nach Zündung über 500° und dürfte somit auch im Winter (zumindest mit Stahlgasflasche) gut funktionieren.
Was nach dem Backen der ersten Pizza auffällt ist, dass der hintere Teil des Ofens sehr heiss und der vordere Teil einiges weniger heiss wird.

Weitere Optionen für Pizza-Liebhaber
Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch eine Vielzahl weiterer Optionen, die für Pizza-Liebhaber interessant sein könnten:
- Baumfeld PizzaAirfryer 400 Pro: Ein 10-in-1 Multifunktionsofen mit 18 Litern Volumen und 12 Hauptprogrammen.
- Bestron Pizzetteria für 4 Personen: Ein elektrischer Pizzaofen für bis zu 4 Personen, ideal für Mini-Pizzen am Tisch.
- G3 Ferrari G 20075: Eine professionelle Standmixer, der sich ideal für die Zubereitung von Pizzateig eignet.
Fazit
Die Wahl des richtigen Pizzaofens hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Wer einen günstigen Einstieg sucht und bereit ist, auf etwas Komfort zu verzichten, ist mit dem Cozze Pizzaofen gut beraten. Wer einen Alleskönner für den Aussenbereich sucht, sollte sich den Ninja Woodfire genauer ansehen. Und wer eine günstige Alternative zu den etablierten Marken sucht, könnte mit dem Struct Vesuvio fündig werden.
| Modell | Typ | Leistung | Temperatur | Besonderheiten | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|
| Cozze Pizzaofen | Elektrisch | 2200 Watt | Bis 450°C | Günstig, einfache Bedienung | CHF 350.- |
| Ninja Woodfire | Elektrisch | 2400 Watt | 40-370°C | 8-in-1, Räucherfunktion | CHF 359.- |
| Struct Vesuvio | Gas | 4.5 KW | Bis 500°C | Günstige Alternative | CHF 299.- |