Der Wurmfortsatz am Darm ist bei den meisten Menschen nur etwa sieben Zentimeter kurz, aber er kann höllisch weh tun, wenn er sich entzündet. Dabei entzündet sich nämlich nicht der Blinddarm, sondern ein kleines Anhängsel daran, der Wurmfortsatz. Der Begriff «Blinddarmentzündung» ist falsch.
Weltweit ist die Blinddarm-OP der häufigste Grund für eine notfallmässige Bauchoperation, wobei es im Winter viel weniger zu Blinddarmentzündungen kommt als im Sommer. Der Grund dafür ist nicht bekannt.
Ursachen und Symptome der Blinddarmentzündung
Der meist etwa sieben Zentimeter lange Wurmfortsatz ist für den Darminhalt wie eine Sackgasse. Verstopft ein Fremdkörper den Ausgang, können Schleim und Kot darin nicht mehr abfliessen. Dann entzündet sich dort die Darmwand.
Nur etwa die Hälfte der Patienten haben die für diese Erkrankung typischen Symptome. Das erste Anzeichen ist oft diffuses Bauchweh. Denn bei manchen Menschen liegt der Wurmfortsatz vor dem Blinddarm, bei anderen dahinter, mal zeigt er in Richtung Eierstock, mal Richtung Leber.
Bei sehr kleinen Kindern und bei Senioren wird eine Blinddarm-Entzündung leichter übersehen, weil sie oft weniger Symptome zeigen. Die im Po gemessene Temperatur bei der Blinddarm-Entzündung ist typischerweise 0,5 bis ein Grad Celsius höher als beim Messen unter der Achsel.
Ein weiteres Zeichen ist der Appetitverlust: Menschen mit Blinddarmentzündung verschmähen in der Regel sogar ihre Leibspeise.
Eine Eierstockzyste oder eine Eileiter-Schwangerschaft etwa können bei Frauen ganz ähnliche Beschwerden hervorrufen.
Diagnose der Blinddarmentzündung
Bei der Diagnose hilft dem Arzt darum dreierlei: Erstens Erfahrung. Zweitens, den Patienten zu beobachten und ihn im Verlauf der Erkrankung mehrmals zu untersuchen.
Dabei drückt der Arzt auf den rechten Unterbauch und lässt rasch los. Komischerweise schmerzt dieses Loslassen stärker als das Drücken zuvor.
Diese ungewöhnliche diagnostische Methode haben britische Ärzte 2012 entdeckt. Sie stellten fest, dass die Patienten mehr Bauchschmerzen hatten, wenn das Auto auf der Fahrt ins Spital über eine Temposchwelle fuhr. Die Ärzte erhielten dafür den «Spass-Nobelpreis».
Behandlung der Blinddarmentzündung
Erhärtet sich der Verdacht auf Appendizitis, raten Ärzte meist zur Blinddarm-Operation, die heute oft laparoskopisch erfolgt. Dabei macht der Chirurg kleine Hautschnitte in die Bauchdecke, durch die er dünne Instrumente schiebt. Mit ihrer Hilfe wird der Wurmfortsatz entfernt.
Bei etwa fünf Prozent der Patienten stellt sich heraus, dass der Wurmfortsatz wider Erwarten nicht entzündet war. Das zeigt, wie schwierig die Diagnose ist.
Ohne (oder bei zu später) Behandlung kann sich der Wurmfortsatz so stark entzünden, dass sich ein Abszess bildet oder dass er schliesslich platzt. Das führt zu einer lebensgefährlichen Infektion mit einem hohen Risiko für Komplikationen. Meist sind dann eine grössere Operation plus zusätzlich Antibiotika nötig.

Endometriose: Eine verwandte Erkrankung
Endometriose betrifft über eine Million Frauen in Deutschland. Du hast Endometriose? Nein, du bist weder hysterisch noch „übersensibel“. Endometriose nennt man versprengte Zellen der Gebärmutterschleimhaut im Unterleib. Diese Zellen bluten also außerhalb der Gebärmutter während der Menstruation. Sie sind chronisch entzündete Herde, die meist für heftige Schmerzen während und auch jenseits der Regelblutung sorgen.
Endometriose betrifft hauptsächlich Frauen zwischen 26 und 45 Jahren. Obwohl jährlich ungefähr 40.000 Frauen an Endometriose erkranken, werden viele Frauen trotz heftiger Schmerzen weiterhin nicht ernst genommen. Vor allem die psychische Belastung ist aufgrund der Schmerzen enorm. In der westlichen wie östlichen Medizin gilt Endometriose als nicht heilbar.

Allgemein sollten Nahrungsmittel, die sehr schwer verdaulich sind, sehr sauer auf den Körper wirken und/oder entzündliche Prozesse fördern, vermieden werden. Eine Endometrioseerkrankung bedeutet eine immunologische Überreizung des Systems.
Stress zu minimieren, ist der erste wichtige Schritt, um entzündliche Prozesse und Schmerzen zu lindern und unserem Körper und unserer Seele Kraft zu schenken. Regelmäßige Massagen mit wärmenden und harmonisierenden Ölen schenken dem Körper Entspannung und Liebe und lösen Verkrampfungen, die durch Schmerzen entstanden sind. Auch Akupunkturbehandlung kann in der Schmerztherapie unterstützen. Die Schmerzattacken geben vielen Frauen das Gefühl von Ohnmacht. Daher ist es besonders wichtig, einen positiven Umgang mit der Krankheit zu entwickeln.
Endometriose einfach erklärt – Mit Prof. Sylvia Mechsner im Charité-Hörsaal
Narbenbildung: Eine unvermeidliche Folge?
Manche Verletzungen bringen Narben mit sich. Der Sturz vom Fahrrad, die Blinddarm-OP oder ein Biss - jede Narbe erzählt eine Geschichte, macht uns unverwechselbar. Dabei ist die Narbenbildung eine normale Schutzfunktion des Körpers, mit der er die verletzte Haut schnell verschliesst. Bei dieser Reparaturmassnahme setzt er mehr auf Zweckmässigkeit als auf Schönheit.
Nicht jede Verletzung führt zwangsläufig zu einer Narbe. Wenn alles gut läuft, sind Narben nur minimal verbreitert und heben sich kaum von Hautniveau und -farbe ab. Doch je nach Körperstelle, Ursache, Heilungsverlauf und individueller Anlage kann auch zu viel oder zu wenig Narbengewebe gebildet werden.
Zwar lässt sich die Haut durch Laserbehandlungen oder mikroskopisch feine Nadeln zur Neuproduktion von Bindegewebe anregen und so Aknenarben entfernen, dennoch raten Expertinnen und Experten zur Vorbeugung. Es empfiehlt sich, die Akne frühzeitig medizinisch zu behandeln und die Haut mit geeigneten Produkten zu pflegen.
Nach einer Verletzung oder Operation können Patientinnen und Patienten ebenfalls mit Narbenpflege dazu beitragen, dass die Narben unauffällig bleiben und keine Beschwerden wie Juckreiz, Spannungsgefühl und Schmerzen verursachen. Sobald die Wunde nach etwa zwei Wochen verschlossen ist, sollte man das Narbengewebe regelmässig vorsichtig massieren.Unterstützend wirken spezielle Narbencremes oder -gels, die das Gewebe mit Feuchtigkeit versorgen und Entzündungen sowie die Neubildung von Narbengewebe hemmen sollen.
Auf jeden Fall benötigt man Geduld: Bis die Narbenbildung abgeschlossen ist, kann ein Jahr vergehen. In den ersten Wochen sollten Patientinnen und Patienten Zug, Druck und Spannung in der betroffenen Region vermeiden - etwa durch Sport oder schweres Heben.
Bei wulstig verdickten Narben und wuchernden Keloiden hilft nur noch der Gang zur Hautärztin oder Hautarzt. Dort kann die Narbe mit flüssigem Stickstoff vereist oder eine Kortisonkristallsuspension ins betroffene Gewebe gespritzt werden. Kortison wirkt entzündungshemmend und unterdrückt die Vermehrung des Bindegewebes. Auch mit verschiedenen Laserarten sind mittlerweile gute Erfolge zu erzielen. Wunder kann jedoch keine Therapieform vollbringen.
Erfahrungsberichte aus der Pathologie
Die folgenden Abschnitte geben Einblicke in verschiedene pathologische Fälle und Erfahrungen, die im Rahmen von Prüfungen und Diagnosen gesammelt wurden. Diese Berichte können helfen, ein besseres Verständnis für die Komplexität der medizinischen Diagnostik zu entwickeln.
Fall 1: Differenzierung von Prostataerkrankungen
In der Prostata ist es eher schwierig ein Ca. von einer Hyperplasie zu unterscheiden, weil die Prostata Drüsen auf Zellebene im Vergeich zu anderen Organen nicht alle typischen Malignitätszeichen aufweisen. Kerne sehen z.B alle rund aus (Zellklonalität), keine Pleomorphien, alle schön geordnet nebeneinander.
Sie wachsen am häufigsten in der peripheren Zone, sprich sind klinisch stumm. Oft sind Knochenschmerzen (WS Metastasen) die erste klinische Manifestation (-> okultes Ca). Ansonsten können sie als inzidentelle Ca auffallen bei einer Routine Tumorsuche St. n.
Die für die Prostata typischen Corpora amylacea sehen wir auch an mehreren Stellen im Präparat. DD: PBH, Prostata Ca. Für eine BPH ist die Architekturstörung der Drüsen zu auffällig (man hat schön im Präparat ein Teil noch normale Prostata gehabt und ein Teil Karzinom).
Fall 2: Myokarditis
Ich habe Zeichen eines Herzinfarkts gesucht, aber keine Kontraktionsbänder, Koagulationsnekrosen und keine Fibrose gesehen. Aufgrund der vielen lymphozytären Infiltrate aber auch vielen Granulozyten tippe ich auf eine acute on chronic Myokarditis, am ehesten ausgelöst durch Viren.
DD zur Ätiologie wären Bakterien, Parasiten (insbesondere Chagas ist kardiotrop), Pilze bei Immunsupprimierten und selten aber kann zu einer fulminanten Myokarditis führen: die Riesenzellmyokarditis, welche oft im Rahmen autoimmuner Krankheiten wie SLE, RA oder der Autoimmunhepatitis auftreten kann.
Fall 3: Klarzelliges Nierenzellkarzinom
Das Präparat war problemlos als Niere zu erkennen (grosse Teile relativ normales Nierengewebe mit Glomeruli und Tubuli, z.T. waren die Glomeruli sklerosiert, die Tubuli nekrotisch und es gab lymphozytäre Infiltrate, aber ganz eindeutig Niere). Im rechten und unteren Präparatanteil gab es ganz eindeutlich anderes Gewebe, das fast schon wie aus dem Lehrbuch kleine, dunkle sehr pleomorphe Kerne, sehr helles Zytoplasma und klare Zellgrenzen hatte, ich habe also sehr schnell an ein klarzelliges Nierenzellkarzinom gedacht. Einige Teile des Tumors waren eingeblutet und etwas nekrotisch.
Lerntipps für die Pathologie
Das Buch "Pathologie in Fragen und Antworten" von A. Blank und K. Feyl kann ich wärmstens empfehlen. Es wurde extra im Stil einer mündlichen Prüfung geschrieben und ist perfekt, um eine Übersicht zu bekommen über alle Gebiete (inkl. Neuropatho), ohne zu fest sich im Detail zu verlieren.
Ich habe gelernt mit Pathorama, Pathomaps, Kurzlehrbuch Pathologie (Thieme) und Pathologie in Fragen und Antworten (Elsevier) und Youtube: Washington deceit, Adventures in neuroanatomy, Ninja Nerd, Pathology in Mini Tutorials und 6. Jahr Patho Vorlesungen und die 8 Lektionen Tumorpathologie von Moch im 3.
In Mindmaps lernen und versuchen den Stoff zu vernetzen, z.B. Habe H1 (1.