In der Drogenszene gibt es besorgniserregende Entwicklungen. Es werden vermehrt neue Drogen-Cocktails beschlagnahmt, die erhebliche Risiken bergen. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser gefährlichen Substanzen und ihre Auswirkungen.
Chemisch behandeltes Marihuana: Eine wachsende Gefahr
Eine besonders beunruhigende Entwicklung ist der zunehmende Fund von chemisch behandeltem Marihuana. Alexandre Brodard, Leiter der Suchthilfe-Stelle Contact Nightlife in Bern, berichtet: «Seit etwa einem halben Jahr kommen Konsumenten mit Cannabis zu uns, das mit synthetischen Cannabinoiden gestreckt wurde.» Dieses Phänomen ist in ganz Europa bekannt und hat bereits zu zahlreichen Todesfällen geführt.

Wie die synthetische Substanz auf die Hanfblüten kommt, ist bekannt: «Die Herstellung ist kinderleicht. Es braucht nur einen Zerstäuber, wie er in jedem Gartengeschäft erhältlich ist.» Das Gemisch ist ein fataler Cocktail aus verschiedenen, synthetisch hergestellten Substanzen.
Die Wirkung synthetischer Cannabinoide
Die Substanzen sind psychoaktiv und haben eine ähnliche Wirkung wie das natürliche THC im Hanf. Der Unterschied liegt in der ungleichmäßigen Auftragung des Gemischs. «Das heisst, behandelte Hanfblüten können mehr oder weniger der Substanz abbekommen. Die Konzentrationen können dabei so stark sein, dass eine Überdosis die Folge ist.»
Brisant ist, dass die Grundlage oft harmloser Industrie-Hanf ohne Rauschwirkung ist, der legal angebaut und verkauft werden darf. Durch die Behandlung mit synthetischen Cannabinoiden kann dieser Hanf wieder in den Drogenmarkt eingeschleust werden - zum fünffachen Preis. Ein Kilogramm Wirkstoff reicht aus, um große Mengen Hanfblüten zu behandeln, was das Geschäft für die Hersteller lukrativ macht, aber für die Konsumenten tödlich sein kann.
Risiken und Nebenwirkungen
Der Konsum von chemisch gestrecktem Cannabis kann drastische Nebenwirkungen haben:
- Erbrechen
- Ohnmacht
- Wahnvorstellungen
- Psychosen
- Herzinfarkte
Alexandre Brodard von der Berner Suchthilfe Contact Nightlife rät zu besonderer Vorsicht: «Wenn Ihr konsumiert, lasst es langsam angehen. Ein, zwei Züge - dann warten. Nach zehn bis 15 Minuten müsste klar sein, ob es ein gefährlicher Trip wird.»
Cannabis-Cocktails: Ein neuer Trend mit Risiken
Myrcene Negroni – Cannabis Cocktails S1
Cannabis-Cocktails, wie der Pot Manhatten oder der High Martini, sind besonders dort angesagt, wo Cannabis legalisiert wurde. Diese Getränke enthalten CBD-Tinkturen auf Alkoholbasis oder die berauschende Substanz THC. Einige Getränke enthalten nur THC oder CBD, andere beides. Die Menge an Milligramm dieser Verbindungen variiert stark.

Unterschied von CBD und THC
CBD gilt als Wundermittel der Wellness-Revolution und macht nicht high. THC hingegen ist die berauschende Substanz in Marihuana und Hanf.
Wirkung und Risiken
Es braucht bei Drinks mit Cannabis nur zwischen zehn und 15 Minuten, um die ersten Effekte zu spüren, während Essbares drei- oder viermal so lange brauchen kann. Das Riskante an Cannabis-Cocktails mit THC ist, dass man schnell versehentlich zu viel THC konsumieren kann. Eine zu hohe Dosis THC kann Paranoia, Übelkeit und Erbrechen sowie einen Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks hervorrufen.
Weitere gefährliche Substanzen und Mischkonsum
KO-Tropfen: GHB, GBL und BD
Substanzen wie Gammahydroxybuttersäure (GHB), Gammahydroxybutyrolacton (GBL) und Butandiol (BD) sind besser bekannt als KO-Tropfen oder Liquid Ecstasy. Sie sind farblose Pulver oder Flüssigkeiten mit salzigem oder leicht seifigen Geschmack und praktisch ohne Geruch. Bereits fünfzehn Minuten nach der Einnahme macht sich eine Euphorie breit, die schliesslich in Müdigkeit übergeht. Werden die Substanzen überdosiert, kommt es zu Übelkeit, Benommenheit, tiefer Bewusstlosigkeit und Atemnot. Nach dem Aufwachen können sich die Opfer an nichts mehr erinnern.
Purple Drank
Purple Drank, eine Mischung aus Hustensirup und Sprite oder Ice Tea, wurde bereits in den 1960er-Jahren in Texas erfunden. Die Droge taucht nicht nur in den Texten, als Accessoires in Musikvideos und in den sozialen Medien auf. Auch ästhetisch prägen sie die Kultur, indem sich auf Covern und T-Shirts das charakteristische Lila des Hustensaft-Cocktails wiederfindet, in den Songs schwingt der nebulöse Sound eines Drogenrauschs im dunkel verhangenen Schlafzimmer mit.
Mischkonsum
Mischkonsum bedeutet grundsätzlich, mehrere psychoaktive Substanzen zur gleichen Zeit zu konsumieren. Mischkonsum belastet den Körper stärker und seine Folgen sind viel weniger gut abschätzbar. Bei der Kombination bestimmter Substanzen untereinander besteht Lebensgefahr. Seit 2020 ist vor allem der Mischkonsum mehrerer Medikamente oder von Medikamenten mit Alkohol, Cannabis und anderen Drogen in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.
Ketamin
Ketamin, ein altgedientes Narkosemittel, erzielt erstaunliche Resultate bei der Behandlung von schweren Depressionen. Als Droge erlebt Ketamin gerade eine Hochblüte, wie Studien aus verschiedenen Ländern zeigen. Bei mehrjährigem Konsum drohen schwere Schäden etwa an den Nieren und der Blase.
Tabelle: Risiken beim Mischkonsum
Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele für gefährliche Kombinationen von Substanzen:
| Substanz 1 | Substanz 2 | Risiken |
|---|---|---|
| Alkohol | Benzodiazepine | Atemdepression, Koma, kann tödlich sein! |
| Alkohol | Opiate | Erhöhtes Risiko für Atemstillstand |
| Ecstasy | SSRI | Potentiell letales Serotoninsyndrom |
ACHTUNG: Die Tabelle stellt keine abschliessende Auflistung dar. Wenn eine bestimmte Kombination hier nicht aufgeführt ist, heisst das nicht, dass sie bedenkenlos konsumiert werden kann.
Es ist entscheidend, sich über die Risiken des Drogenkonsums und insbesondere des Mischkonsums zu informieren. Nur so können Konsumenten fundierte Entscheidungen treffen und ihre Gesundheit schützen.