Hausgemachtes Weihnachtsgebäck gehört zu den Festtagen wie der Christbaum und Geschenke. Das Backen von Ausstechplätzchen gemeinsam mit Kindern ist eine beliebte Tradition vor Weihnachten, die nicht nur leckere Kekse, sondern auch wertvolle Momente im Familienleben schafft. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mit Dinkelmehl Type 1050 köstliche und gesunde Plätzchen zubereiten können.

Warum Dinkelmehl für Plätzchen?
Dinkel ist eine der ältesten Getreide-Urformen, aus dem sich später der Weizen entwickelte. Gerade wer gegenüber Weizenmehl skeptisch ist, greift öfter zu Dinkel. Dinkelmehl hat sich in Schweizer Haushalten etabliert. Markus Blaser, Lebensmitteltechnologe bei Bio Suisse, sieht folgende Vorteile beim Vollkorn-Dinkelmehl: «Es enthält viele Nahrungsfasern und B-Vitamine. Zudem sagt man, dass dieses Mehl etwas besser verträglich ist.» Dinkel besitze darüber hinaus einen bestimmten Eigengeschmack.
Doch wo liegen die Unterschiede zwischen Dinkelmehl und Weizenmehl?«Allein schon in der Zusammensetzung: Dinkelmehl weist einen höheren Gehalt an Mineralstoffen wie Magnesium, Zink und Eisen auf. Im Vergleich zu hellen Weizenmehlen enthalten helle Dinkelmehle ausserdem mehr Ballaststoffe. Der Eiweissgehalt ist höher und es ist reicher an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Zudem ist das Gluten anders zusammengesetzt, was sich auf die Backwarenherstellung und das Endprodukt auswirkt», sagt Blaser.
Dinkelmehl ist reicher an einfach und mehrfach gesättigten Fettsäuren, vor allem in der Vollkornvariante. Gleichzeitig enthält Dinkelmehl mehr Gluten - pflanzliches Eiweiss - als Weizen. Deswegen ist Dinkel keine Alternative für Menschen, die an einer Zöliakie leiden. Auch wer unter einer Weizenunverträglichkeit leidet, sollte bei Dinkelmehl aufpassen. Die meisten Dinkelmehle enthalten auch Weizen. Zudem sind beide Getreidearten eng miteinander verwandt.
Wichtig zu wissen ist, dass Dinkelmehl zur selben Pflanzenfamilie gehört wie Weizen. UrDinkelmehl setzt ganz auf alte Schweizer Dinkelsorten - diese sind nicht mit Weizen gekreuzt. Doch ob man UrDinkelmehl oder andere Dinkelmehle verwendet: Jedes Dinkelmehl enthält Gluten. Für Personen, die unter Zöliakie, Proteinallergie oder Glutensensivität leiden, eignen sich Dinkelmehle nicht.
Als Gluten bezeichnet man Klebereiweiss, das im Mehl enthalten ist. Es gibt zwei Arten von Gluten - eine davon ist teilweise wasserlöslich, die andere nicht. Beide kommen in leicht unterschiedlichen Zusammensetzungen in beiden Mehlen vor. Das teils wasserlösliche Eiweiss heisst Gliadin: Es reagiert mit Wasser und trägt zur Viskosität des Teigs bei - Gliadin macht den Teig dehnbar. Das andere Eiweiss namens Glutenin ist wasserunlöslich. Es bildet im Weizenteig stabile Netzwerke - aber im Dinkelteig hat es diese Fähigkeit nicht im gleichen Masse.
Dinkel: Dinkelteige neigen dazu, leichter zu reissen oder flach zu laufen, da sie weniger elastisch und stabil sind. Weizen: Teig mit Weizengluten ist widerstandsfähiger und hält beim Kneten besser zusammen. Dinkel: Das Gluten von Dinkelmehl nimmt mehr Wasser auf als Weizenmehl. Der Teig fühlt sich feuchter und weicher an als ein Teig aus Weizen. Weizen: Weizengluten nimmt Wasser konstanter auf.
Dinkelmehltypen
Dinkelmehl ist in diversen Typen erhältlich. Die gängigsten sind Typ 630 und Typ 1050, die auch in vielen Supermärkten zu finden sind. Typ 630 ist das hellste Mehl. Es ist verwendbar wie Weizenmehl und eignet sich für feine Guetzli oder Kuchenteige. Typ 1050 enthält mehr Kornanteile und ist dunkler und intensiver - ideal für Brot, Pizza und herzhaftes Gebäck. Typ 1050 wird manchmal auch als Ruchmehl angegeben. Übrigens: Die Typenzahl zeigt an, wie viele Mineralstoffe pro 100 Gramm Mehl enthalten sind. Je mehr von den ballaststoffreichen Randschichten des Korns vermahlen wurde, desto höher die Typenzahl. Bei Dinkel-Vollkornmehl wurde das ganze Korn vermahlen - es hat keine Typenzahl.
Weizen: Weizenmehl ist ebenfalls in verschiedenen Typen erhältlich. Helles Weizenmehl vom Typ 480 eignet sich für Kuchen, Torten und feines Gebäck, aber auch für Spätzli. Typ 700 passt für Gebäck und Brote. Dunkles Weizenmehl vom Typ 1600 wird gern für Brote verwendet, die etwas mehr Geschmack auf den Tisch bringen sollen.
Dinkel: Teig mit Dinkelmehl sollte nicht so lange geknetet werden wie ein Weizenmehlteig. Die Gefahr besteht, dass die Eiweissketten wieder auseinanderbrechen. Weizen: Zusammen mit Wasser bilden die Eiweisse lange Stränge, die den Teig elastisch machen. Ist der Teig gut geknetet, lässt er sich hauchdünn auseinanderziehen ohne zu reissen.
Hier eine Übersicht über die verschiedenen Mehltypen und ihre Verwendung:
| Mehltyp | Aschegehalt (pro 100g) | Verwendung |
|---|---|---|
| Weizenmehl Type 405 | ca. 0,405 % oder <500 mg | Feines Gebäck, Kuchen, Torten, Spätzli |
| Weizenmehl Type 700 | Gebäck und Brote | |
| Weizenmehl Type 1600 | Brote mit mehr Geschmack | |
| Dinkelmehl Type 630 | Feine Guetzli, Kuchenteige | |
| Dinkelmehl Type 1050 | Brot, Pizza, herzhaftes Gebäck |
Dinkelkekse backen zu Weihnachten Rezept 3
Grundrezept für gesunde Ausstechplätzchen mit Dinkelmehl Type 1050
Ausstechplätzchen erfordern einfache Rezepte, die sich gut für die Zusammenarbeit mit Kindern eignen, da sie kreativ und interaktiv sind. Ein grundlegendes Rezept für gesunde Ausstechplätzchen sollte leicht zuzubereiten sein, nur wenige Zutaten erfordern und dabei trotzdem lecker und nahrhaft sein. Ein solches Rezept, das sich gut für Kinder eignet, verwendet Dinkelmehl, Butter, Apfelsaft oder Ahornsirup sowie Vollrohrzucker.
Zutaten:- 200 g Mehl (z. B. Dinkelmehl Type 1050)
- 100 g Butter
- 50 g Zucker (z. B. Vollrohrzucker)
- 4 EL Apfelsaft oder Ahornsirup
Optional können die Plätzchen mit einem Eigelb-Milch-Gemisch bestreichen und mit gehackten Pistazien, Mandeln oder Kokosraspeln verziert werden.
Dinkelmehl Type 1050 wird in diesem Rezept bewusst eingesetzt, da es im Vergleich zu Weizenmehl Type 405 eine höhere Nährstoffdichte aufweist. Es enthält mehr Ballaststoffe, B-Vitamine und Mineralien wie Eisen und Zink, was den Teig gesünder macht und Kindern zusätzliche Nährstoffe bietet. Alternativ kann Weizenmehl Type 405 verwendet werden, wenn Dinkelmehl nicht zur Verfügung steht. Es handelt sich jedoch um eine weniger nahrhafte Alternative.
Der Apfelsaft oder Ahornsirup fügt dem Teig Süße und Feuchtigkeit hinzu, ohne ihn zu stark zu binden. Kinder können hierbei lernen, wie unterschiedliche Zutaten den Geschmack und die Konsistenz beeinflussen.
Nachdem der Teig ausreichend gekühlt wurde, kann er auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt werden. Kinder können hierbei aktiv mitwirken, indem sie den Teig mit ihrer Lieblingsform oder Motiv ausstechen. Der Ausstechvorgang ist eine willkommene Gelegenheit, Kindern die Feinmotorik zu trainieren und kreativ zu werden. Zudem fördert es das Verständnis für Formen, Symmetrie und das Erkennen von Mustern.
Nachdem die Plätzchen ausgestochen sind, können sie mit einem Eigelb-Milch-Gemisch bestreichen werden. Dieser "Kleber" sorgt dafür, dass die Verzierung auf den Keksen haftet. Als Verzierung eignen sich gehackte Nüsse wie Pistazien oder Mandeln, Kokosraspeln oder auch Zuckerperlen. Eine weitere Option ist, die Plätzchen mit Zuckerguss zu bestreichen, wobei Kinder hierbei auch Farben hinzufügen können, um die Kekse optisch ansprechender zu gestalten. Der Zuckerguss besteht aus Puderzucker und etwas Wasser, wobei Speisefarbe optional hinzugefügt werden kann.
Der Backvorgang sollte gut geplant sein, damit die Plätzchen gleichmäßig backen und nicht zu trocken oder zu knusprig werden. Der Backofen sollte auf 180 °C vorgeheizt werden, und die Plätzchen sollten auf mittlerer Schiene für etwa 15 Minuten gebacken werden. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Plätzchen nicht zu dicht auf dem Backblech liegen, damit sie sich gleichmäßig backen können. Nach dem Backen sollten die Kekse auf einem Kuchenrost abkühlen, damit sie nicht weich werden.
Weitere Rezeptideen
Neben dem genannten Grundrezept gibt es auch andere Optionen, die gut für Kinder geeignet sind. So können beispielsweise Mürbteigplätzchen (eifrei) verwendet werden, die nur drei Zutaten enthalten und besonders einfach zu zubereiten sind. Ein weiteres Rezept ist ein schokoladiger Mürbteig, der aus hellem und schokoladigem Mürbteig besteht und optisch ansprechend ist.
Für Kinder, die histaminempfindlich sind, gibt es auch histaminarme Rezepte, die gut für das Backen geeignet sind. Ein Beispiel dafür sind Kürbiskernplätzchen, die mit Kürbiskernöl zubereitet werden. Ein weiterer Vorteil dieser Rezeptvarianten ist, dass sie mit natürlichen Aromen wie Kürbiskernöl oder Getrocknetem Obst wie Cranberries oder Aprikosen angereichert werden können.
Ein weiteres Rezept, das sich besonders gut für Kinder eignet, sind Butterplätzchen zum Ausstechen. Dieser Teig ist ein Klassiker und gelingt immer, was besonders für Familien mit Kindern von Vorteil ist. Die Butterplätzchen können mit Zuckerguss, Streuseln oder Eigelb bestreichen werden, um sie optisch ansprechender zu gestalten. Der Geschmack ist buttrig und mürbe, was Kindern meistens gefällt.
Ein weiterer praktischer Tipp ist, den Teig vor dem Ausstechen im Kühlschrank aufzubewahren. Der rohe Mürbeteig kann in Frischhaltefolie oder in Gefrierbeuteln verpackt werden und mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Außerdem eignet sich der Teig gut für die Weihnachtszeit, da er vorbereitet werden kann und später verwendet werden kann.
Neben traditionellen Verzierungen wie Zuckerguss oder Streuseln gibt es auch gesündere Alternativen, die sich gut für Kinder eignen. Diese Alternativen bieten Kindern zusätzliche Nährstoffe wie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, was den Plätzchen eine weitere Dimension hinzufügt.
Das Backen von Ausstechplätzchen mit Kindern ist eine wunderbare Gelegenheit, um gemeinsame Erinnerungen zu schaffen, kreativ zu sein und gleichzeitig etwas Leckeres zu genießen. Zudem gibt es alternative Rezepte wie Mürbteigplätzchen (eifrei), schokoladige Mürbteige oder histaminarme Kürbiskernplätzchen, die sich ebenfalls gut für Kinder eignen.

Tipps für Dinkelgebäck
- Wer selbst ein Brot aus UrDinkelmehl backen will, soll den Teig langsam und mit viel Bedacht bearbeiten.
- Fertige er zuhause Dinkelbrot an, dann verzichte er auf die Knetmaschine und lege lieber selbst Hand an. «Andernfalls dehnt sich der Gluten im Teig aus wie ein Gummiball und beginnt zu labern. Denn knetet man zu intensiv, läuft der Teig breit und die Folge ist ein flaches Brot.
- Bereitet er seinen Dinkelzopf mit der Maschine zu, dann knetet er diesen nur rund drei Minuten lang - und das auf niedrigster Stufe. Ein Weizenzopf hingegen erfordere eine zwei- bis dreifach so lange Knetphase.
- Für Baguettes oder Zopf verwendet Bau UrDinkelmehl des Typs 630.
- «Für süsse Produkte empfehle ich das hellste UrDinkelmehl vom Typ 630», sagt Alfred Bau. «Denn dieses UrDinkelmehl verleiht dem Teig eine gewisse Mürbigkeit.»