Im September hat er noch leise an unsere Türen geklopft, jetzt ist er in seinen vollen Zügen da: der Herbst. Und was gehört nebst farbigem Laub, Kälte und Marroni zum Herbst? Genau, Kürbis! Sie sind die Lieblinge des Herbsts: Kürbisse. Und sie erfreuen nicht nur den Gaumen, sondern auch die Augen.

Kürbisse werden in der Schweiz grundsätzlich geerntet, wenn sie ihre volle Reife erreicht haben. Das heisst aber nicht, dass sie deswegen schnell ungeniessbar werden. Im Gegenteil: der Kürbis ist sehr robust und kann bis zu 2 Jahre gelagert werden. Den Kürbis kann man zwar bis zu zwei Jahren aufbewahren, jedoch findet Roman: «Ich würde den Kürbis nach zwei Jahren nicht unbedingt essen.
Vielfalt der Kürbisse
Kürbisse gibt es in einer erstaunlichen Vielfalt. Der Unterschied zwischen Sommer- und Winterkürbissen liegt vor allem in der Erntezeit und der Lagerfähigkeit. Sommerkürbisse wie Zucchini haben eine dünne Schale und werden geerntet, bevor sie ganz reif sind. Bischofsmütze (Turban-Kürbis): Bekannt für seine aussergewöhnliche Form, die an einen Turban erinnert.

Kürbisse gehören zu den Beeren. Zucchini, Gurken und Wassermelonen übrigens auch. Und zwar spricht man hier von Panzerbeeren. Der Unterschied zur normalen Beere ist offensichtlich: die Aussenschicht der Beere ist hart.
Sind Zucchiniblüten essbar?
Zucchini haben von Juni bis August Saison. Damit man der verschwenderischen Fülle der produktiven Pflanze später noch Herr wird, lohnt es sich, die Zucchiniblüten laufend zu ernten. Diese sind auch essbar und lassen sich vielseitig füllen und sogar frittieren oder klein geschnitten unter Pasta oder Reisgerichte mischen.
Zucchiniblüten haben ein nussiges Aroma. Es gibt männliche Blüten (mit Stempel) und weibliche (ohne Stempel). Essen kann man beide; Früchte bilden sich aber nur aus den weiblichen Blüten.
Wichtig ist, dass man vor dem Füllen den Blütenstempel entfernt. Nach dem Füllen müssen die Blütenblätter zum Verschliessen etwas zusammendreht werden, sonst fällt der Inhalt raus.
Kürbis oder Frucht?
Eine der häufigsten Fragen rund um den Kürbis lautet: Ist der Kürbis ein Gemüse oder eine Frucht? Die Antwort hängt davon ab, ob man ihn botanisch oder kulinarisch betrachtet. Botanisch gesehen ist der Kürbis eine Frucht, da er sich aus dem Fruchtknoten der Blüte entwickelt und Samen enthält. In der Küche wird der Kürbis jedoch oft wie ein Gemüse verwendet, da er meist pikant zubereitet wird.
Anbau und Pflege
Kürbisse sind wärmeliebende Pflanzen und gedeihen am besten in sonnigen Lagen mit durchlässigen, nährstoffreichen Böden. Sie bevorzugen einen lockeren, humosen Boden, der ausreichend Feuchtigkeit speichern kann. Wer Kürbisse im eigenen Garten anbauen möchte, sollte darauf achten, dass die Pflanze genügend Platz zum Wachsen hat, da sie lange Ranken bildet.
Zucchini (Cucurbita pepo) stammen ursprünglich aus Zentralamerika, wurden aber vornehmlich in Italien zu dem gezüchtet, was sie heute sind. «Zucchini» bedeutet wörtlich übersetzt «kleiner Kürbis» (von Zucca = Kürbis). Neben den bekannten länglichen, grünen Zucchini gibt es auch gelbe, gestreifte oder fast weisse Früchte. Dazu kommen die an eine Bischofsmütze erinnernden «Patisson» sowie «Rondini» mit kugelrunden Früchten.
Sie alle stellen die gleichen Ansprüche an ihren Standort. Er sollte warm und sonnig bis halbschattig sein. Die grossen, herz- bis handförmig gelappten Blätter verdunsten sehr viel Wasser. Das heisst, du musst deine Zucchini reichlich giessen und auch Dünger benötigen die Pflanzen reichlich. Im Unterschied zu den meisten Kürbissen bilden Zucchini einen sehr kurzen Haupttrieb. An ihm entwickeln sich dicht gedrängt laufend neue Blätter und Blüten. Dank dieser Eigenschaft können Zucchini auch in grossen Töpfen auf Balkon oder Terrasse gezogen werden.
Pflanzung und Pflege von Zucchini
Zucchini bilden grosse Blätter und haben einen hohen Wasserbedarf. Deshalb solltest du für deine Zucchetti-Pflanzen einen Topf von mindestens 45 cm Durchmesser wählen - besser mehr. Fülle ihn am besten mit Grüne Profi Bio-Erde und mische eine gute Portion Dünger bei. Pflanze den Zucchetti-Setzling so tief ein, dass seine Keimblätter noch über der Erdoberfläche sind und giesse kräftig an. Schon nach einigen neuen Blättern entwickeln sich die ersten grossen, gelben Blüten. Sei nicht enttäuscht, wenn sich daraus noch keine Früchte bilden, denn meist sind die ersten Blüten männlich. Du erkennst sie an den langen Blütenstielen. Kurz darauf entstehen auch weibliche Blüten mit kürzeren Blütenstielen, aus denen dann die Zucchini wachsen.
Damit deine Zucchini-Pflanze gut wächst, sollte ihr Wurzelballen nie ganz austrocknen. Giesse sie also regelmässig und mische etwa vier Wochen nach der Pflanzung einmal in der Woche Flüssigdünger ins Giesswasser.
Zucchetti wässern und düngen
Zucchetti sind extrem durstige Pflanzen. Gerade bei der Kübelkultur auf dem Balkon oder beim Anbau unter einem Vordach macht sich das bemerkbar. Im Sommer kann es hier vorkommen, dass man morgens und abends zur Giesskanne oder zum Wasserschlauch greifen muss. Wenn Sie unsicher sind, fühlen Sie mit den Fingern, wie feucht beziehungsweise trocken die Erde ist. Wenn sie sich noch feucht anfühlt, braucht es erstmal keine weitere Wassergabe, denn zwischen den Giesseinheiten darf die Erde ruhig kurzzeitig mal antrocknen.
Der Zucchetti zählt zu den stark zehrenden Gemüsearten, weshalb er für sein Wachstum und die Bildung von Früchten eine Menge Nährstoffe benötigt. Deshalb sollte der Gartenboden vor der Pflanzung mit Kompost und nährstoffreicher Gemüseerde angereichert werden. Auf nährstoffarmen Böden werden Zucchetti nicht gut gedeihen und kaum schmackhafte Früchte bilden. Zusätzlich ist je nach Bedarf eine wöchentliche oder zweiwöchige Düngung mit Flüssigdünger empfehlenswert.
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Ernte und Verwendung
Wenn die Zucchini-Pflanze so richtig loslegt, kannst du jede Woche zwei bis vier Zucchini ernten. Am besten nimmst du sie, wenn sie 10 - 15 cm lang sind, Patisson und Rondini mit 8 - 10 cm Durchmesser. In dieser Grösse ist ihre Haut schön zart und das Fruchtfleisch fest und noch ohne Samen. Beim Ernten schneidet man die Früchte zusammen mit rund 1 cm Stiel mit einem scharfen Messer von der Pflanze.

Zucchini kannst du in der Küche auf alle erdenklichen Arten zubereiten: mit etwas Öl in der Bratpfanne, zusammen mit Kräutern dämpfen, grillieren, eine Suppe daraus kochen, Zucchini-Küchlein braten, süss-sauer einlegen usw. Eine Delikatesse sind zudem Zucchini-Blüten, die gefüllt oder frittiert werden.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Zucchetti-Ernte?
Wenn man denkt, die dicksten Zucchetti seien die leckersten, dann irrt man sich gewaltig. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall. Die Früchte schmecken besonders aromatisch, wenn sie etwa 12 bis 20 Zentimeter lang sind: Das Aroma ist bereits entwickelt, die Schale allerdings noch ganz zart und es gibt noch keine Kerne im Fruchtfleisch. Bei dicken, grossen Zucchetti wird der Geschmack oft bitter, die Konsistenz des Fruchtfleisches ändert sich und die Pflanze hat bereits mit der Samenbildung begonnen. Ausserdem kann die Pflanze nach dem Abernten der Früchte direkt wieder mit der Bildung neuer Früchte weitermachen - Sie können sich somit den ganzen Sommer lang über neue Zucchetti freuen!
Manuelle Bestäubung von Zucchetti
Die Zucchetti bilden männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze aus. Sie erkennen die weibliche Blüte daran, dass sich unter der gelben Blüte eine Mini-Frucht - die spätere Zucchinifrucht - bildet. Wenn sich nun trotz vieler Blüten kaum Früchte bilden, kann es daran liegen, dass die weiblichen Blüten nicht bestäubt worden sind. Dann können Sie probieren, die Blüten manuell zu bestäuben: Nehmen Sie einen Pinsel und streichen vorsichtig über die Pollen der männlichen Blüte, anschliessend wiederholen Sie den Vorgang bei der weiblichen Blüte. Dadurch wird die weibliche Blüte befruchtet. Tipp: Bei Stress - beispielsweise durch Wassermangel, fehlende Sonne oder kühle Temperaturen - bildet die Zucchetti statt weiblicher Blüten vermehrt männliche Blüten aus. Dadurch wird die Fruchtbildung ebenfalls stark beeinträchtigt. Wohnen Sie in kühleren, rauen Gegenden bieten sich deshalb robuste, kältetolerantere Zucchettisorten an. So können auch unter nicht-optimalen Bedingungen weibliche Blüten gebildet und bestäubt werden.
Giftige Kürbisse und Zucchini
Es gibt Kürbisse, die nicht zum Verzehr geeignet sind und Giftstoffe enthalten. «Dass sich jemand vergiftet wegen einem Kürbis, ist ziemlich unwahrscheinlich. Giftige Kürbisse sind so bitter, dass man sie nicht einmal herunterschlucken könnte», beruhigt uns Roman. Sprich, solange ein Kürbis nicht bitter ist, kann man ihn bedenkenlos essen. Zierkürbisse, die im Herbst in jedem zweiten Haushalt als Dekoration vorzufinden sind, sind ebenfalls giftig und nicht geniessbar.
In den Sommer- und Herbstmonaten häufen sich die Anfragen bei Tox Info Suisse zu bitteren Kürbissen und Zucchetti. Manche bemerken den bitteren Geschmack des Kürbisgerichts sofort und probieren nur eine kleine Menge, andere essen trotz des bitteren Geschmacks die ganze Zucchetti aus dem Nachbarsgarten. Später, geplagt von Bauchkrämpfen und Durchfall, erinnern sie sich an den bitteren Geschmack. «Giftkürbisse» und «Killerzucchetti» - was steckt hinter diesen Gruselgeschichten?
Der Grund liegt in den Cucurbitacinen, den giftigen Bitterstoffen, die Zierkürbisse enthalten. Diese Substanzen schützen die Kürbisgewächse vor Fressfeinden wie Insektenlarven. Aus Speisekürbissen wurden die Cucurbitacine weitgehend herausgezüchtet. Daher schmecken rohe Speisekürbisse angenehm mild, manchmal leicht nussig oder neutral - aber niemals bitter.
Was tun bei bitterem Geschmack?
Wenn Sie beim Essen von Zucchetti, Kürbis, Gurken oder sogar Melonen einen bitteren Geschmack bemerken, hören Sie sofort auf zu essen! Vertrauen Sie auf Ihre Sinne. Egal, ob es sich um eine schöne, grosse Zucchetti aus Ihrem eigenen Garten oder um einen Kürbis handelt, den Sie von Ihrer Mutter geschenkt bekommen haben - bitter bedeutet in diesem Fall Gefahr.
Wenn Sie trotz des bitteren Geschmacks etwas gegessen haben, gibt es nicht viel, was Sie tun können, ausser abzuwarten, ob sich Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall entwickeln. Tox Info Suisse rät davon ab, absichtlich Erbrechen herbeizuführen. Symptome treten in der Regel innerhalb weniger Stunden auf und sind meist nicht langanhaltend. Auch bedeutet bitter nicht zwangsläufig, dass es überhaupt zu Symptomen kommt. Tox Info Suisse hat bisher keine Todesfälle im Zusammenhang mit Kürbisgewächsen verzeichnet.
Was tun bei Symptomen?
Es gibt keine spezifische Therapie. Behandeln Sie die Symptome wie eine normale Magen-Darm-Erkrankung: Trinken Sie viel Flüssigkeit. Sollten Sie jedoch blutigen Durchfall oder anhaltende und schwere Beschwerden haben, suchen Sie ärztliche Hilfe auf. Gefährlich ist ein rascher und grosser Flüssigkeitsverlust durch langanhaltendes Erbrechen und Durchfall v.a. bei Kindern, Betagten oder durch Krankheit Geschwächten.
| Merkmal | Kürbis | Zucchini |
|---|---|---|
| Reifezeit | Spätsommer/Herbst | Sommer |
| Schale | Hart | Weich |
| Lagerfähigkeit | Lang | Kurz |
| Geschmack | Süsslich, nussig | Mild, leicht nussig |
| Verwendung | Suppen, Kuchen, Dekoration | Gemüsebeilage, Aufläufe, Zoodles |
Zucchini und Zucchetti: Gibt es einen Unterschied?
Eigentlich gibt es keinen. Bei beiden handelt es sich um die ursprünglich aus Zentralamerika stammende Kürbisart. Allein die Grösse macht den Unterschied.
In der Schweiz nennt man die kleinen, schlanken Exemplare Zucchini und die gross gewachsenen Zucchetti.
Schädlinge und Krankheiten
Zucchetti und Mehltau
Besonders häufig werden Zucchettipflanzen von Echtem Mehltau heimgesucht. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die sich meist durch einen weissen Belag auf den Blättern auszeichnet. Aber Achtung: Es gibt auch Zucchettisorten, wie beispielsweise die Sorte 'Zodiac', die von Natur aus weisse Maserungen auf ihren Blättern hat. Wenn man Glück hat, tritt die Pilzerkrankung erst gegen Ende des Sommers auf, sodass man die ersten Monate ungestört ernten kann. Sollten sich erste Anzeichen von Mehltau zeigen, entfernen Sie die betroffenen Pflanzenteile umgehend. Wenn sich die Pilzerkrankung bereits im Juni oder Juli bemerkbar macht, ist auch ein Mittel gegen Mehltau empfehlenswert, um die Pilzsporen an der Ausbreitung zu hindern. Ausserdem können Sie auf Sorten setzen, die besonders robust und widerstandsfähig gegen Mehltau sind und so einem Befall vorbeugen.
Zucchetti - Liebling der Schnecken
Nicht nur wir Menschen, sondern auch Schnecken essen sich gerne an den Zucchetti satt. Am besten nutzen Sie bereits vorbeugend eine Schneckenbarriere - zum Beispiel in Form eines Kupferdrahts. Wenn das Kürbisgewächs im Hochbeet steht, haben Sie oftmals bereits einen guten Schutz vor Schnecken.