Es kommt immer mal wieder vor, dass eine Katze aufgrund eines Wespenstichs den Weg in die Tierarztpraxis findet. Doch was ist im Notfall zu tun und wann werden Wespenstiche bei Katzen gefährlich? Ausserdem erklären wir den Unterschied, wenn eine Katze von einer Wespe oder einer Biene gestochen wird. Bienen, Hornissen und Wespen können durchaus eine Gefahr für Ihre Katze darstellen.
Ob Vogel, Schmetterling oder Hummel - viele Katzen lieben es, bewegliche Dinge und Lebewesen zu fangen. Sitzen Sie im Garten und beobachten Sie Ihre Katze dabei, wie sie wild nach einem fliegenden Objekt wie einer Wespe in die Luft schlägt, sollten Sie sie nach Möglichkeit davon abhalten. Achten Sie in sommerlichen Monaten ausserdem darauf, dass sich keine Wespen in der Nähe des Futternapfs aufhalten. Moskitonetze vor Ihren Fenstern halten Wespen davon ab, in Ihre Wohnung zu fliegen. Auf diese Weise können Sie die Gefahr eines Wespenstichs bei Ihrer Katze zumindest etwas verringern.
Die Wespen sind im Moment besonders aktiv. Unterscheiden kann man Stich von einer Wespe von dem einer Biene daran, dass beim Bienenstich der Stachel in der Haut bleibt. Der Stachel hat Widerhaken, wird vom Hinterleib der Biene weggerissen und kurz darauf stirbt die Biene. Nicht immer ist jedoch dieser Stachel noch sichtbar, teilweise entfernen die Tiere den Stachel nach dem Stich selber. Wenn man einen solchen Stachel aber noch sieht, sollte man versuchen diesen zu ziehen. Den Wespenstich sieht man bei den Tieren im Fell oft nicht mehr, daher kann ein solcher Stich oft nur vermutet werden.
Bienenstiche bei Katzen sind keine Seltenheit, besonders in den warmen Monaten. Die meisten Stiche verlaufen harmlos; doch können sie in seltenen Fällen für Katzen auch schmerzhaft und manchmal sogar gefährlich sein. Um Komplikationen zu vermeiden, ist eine schnelle Reaktion das A und O der Stunde. Im Folgenden erfährst du, wie du Bienenstiche bei deiner Katze erkennen, richtig handeln und vorbeugen kannst.
5 Insektenstiche, die jeder Katzenhalter identifizieren können sollte
Symptome eines Bienenstichs bei Katzen
Ein Bienenstich verursacht meist sofort Schmerzen bei der Katze. Häufig miaut sie laut oder versteckt sich nach dem Stich.
Reagiert die Katze heftig auf einen Bienenstich, zeigt sie oft deutliche Symptome.
An der Einstichstelle entsteht oft eine Schwellung oder Rötung, die Katze leckt oder kratzt sich dort auffällig häufig. Wird die Pfote getroffen, beginnt die Katze zu humpeln. Auch Juckreiz und Unruhe sind typische Symptome nach einem Stich.
Ein Bienen- oder Wespenstich an den Pfoten kann teilweise massiv anschwellen, bleibt die Schwellung aber auf diesen Bereich begrenzt und schwillt nicht zusätzlich der Kopf oder andere Körperteile an, so besteht keine Gefahr für das Tier.
Befindet sich der Stich im Bereich des Mauls oder des Rachens kann dies für das betroffene Tier gefährlich werden. Falls die Luftwege anschwellen kommt es zu einer lebensbedrohlichen Atemnot.
Gefürchtet sind vor allem die allergischen Reaktionen auf einen Stich. Die Symptome einer allergischen Reaktion treten kurz nach dem Stich auf (Sekunden bis Minuten) und können sehr unterschiedlich sein, es kann zu einer Schwellung am ganzen Körper (besonders am Kopf sichtbar) kommen, das Tier ist schlapp, Erbrechen und Durchfall können direkt nach dem Stich auftreten und einige Tiere zeigen Kreislauf- oder Atemprobleme. Diese Schocksymptome können dazu führen, dass die Tiere nicht mehr gehen können, oder sogar umfallen. Dies ist ein Notfall und betroffene Tiere müssen sofort einem Tierarzt vorgestellt werden.
Erste Hilfe nach einem Bienenstich
Zunächst sollte die Katze beruhigt und die Einstichstelle untersucht werden. Ist der Stachel noch sichtbar, muss er vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden; dabei sollte man vermeiden, die Giftblase am Stachel zu zerdrücken. Anschliessend hilft Kühlen, um Schwellung an der Einstichstelle und Schmerzen deines Tiers zu lindern.
Die betreffende Stelle kann mit Eisbeuteln oder fliessendem Wasser gekühlt werden.
Ein kaltes Tuch oder ein Kühlpad ist dafür ideal. Die betroffene Stelle kannst du zusätzlich mit einer dünnen Schicht Fenistil behandeln.
Normalerweise bleibt eine solche Allergie auf Bienen oder Wespen das ganze Leben lang bestehen und bei erneuten Stichen muss schnell gehandelt werden. Das Tier erleidet meistens mehrere Stiche und die Wespen können im Fell bleiben.
Als Sofortmassnahme nach einem beobachteten Insektenstich sollte der Stachel wenn möglich entfernt und die Stelle gekühlt werden. Allenfalls kann man die Stelle rasieren und desinfizieren und in jedem Fall das Tier danach gut beobachten. Meistens bleibt es bei einer lokalen Entzündung.
Wenn sich kein Stachel in der Stichstelle befindet bzw. sobald du den Bienenstachel entfernt hast, solltest du die Stelle mit kalten Umschlägen, Wasser oder Eis kühlen. Das Eis dabei nicht direkt auf die Haut legen sondern in ein Handtuch wickeln, da sonst Hautschäden entstehen können.
Besitzen Sie darüber hinaus antihistaminische Salben (z. B. Fenestil), können Sie diese ebenfalls vorsichtig auf die Hautstelle auftragen.
Um die Enzyme des Gifts zu zerstören, können Sie danach für einige Minuten ein mit warmem Wasser (etwa 50 Grad Celsius) getränktes Tuch auf die Stelle legen. Achten Sie dabei darauf, dass das Wasser nicht zu heiss ist und Sie die Haut Ihrer Katze nicht durch Hitze schädigen.
Kühlen Sie anschliessend den Stich mit einem kühlen Lappen. So können Sie einer Schwellung nach dem Wespenstich vorbeugen.
Insgesamt ist der anaphylaktische Schock zum Glück relativ selten.

Wann ein Bienenstich gefährlich wird
Ein Wespenstich kann für eine Katze sehr gefährlich werden. Im schlimmsten Fall kann sie einen lebensbedrohlichen allergischen Schock erleiden. Doch meist verlaufen die schmerzhaften Insektenstiche sehr glimpflich. Im besten Fall schwillt die Stichstelle nach wenigen Stunden wieder ab.
Gefährlich ist ein Stich im Maul oder Rachen. Hier droht deinem Tier Erstickungsgefahr durch eine starke Schwellung.
Reagiert Ihre Katze allergisch auf den Wespenstich, können Atembeschwerden wie eine beschleunigte Atmung (Tachypnoe) bis hin zu Atemnot auftreten. Weiterhin treten im Falle eines allergischen Schocks Veränderungen der Herztätigkeit auf. Mögliche Symptome sind Herzrasen (Tachykardie), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) und schlimmstenfalls ein Herzstillstand (Asystolie).
Färben sich die Schleimhäute Ihrer Katze blau (Zyanose), ist dies ein Zeichen dafür, dass Ihr Vierbeiner keine Luft bekommt. Dies ist ein akuter Notfall und kann tödlich enden. Deshalb sollten Sie nun nach abgeschlossener Erster Hilfe sofort Ihren Tierarzt kontaktieren.
Zeigt Ihre Katze eine schwere allergische Reaktion auf einen Insektenstich, sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen.
Handelt es sich um einen Notfall, verabreicht der Tierarzt Ihrer Katze zudem Adrenalin (Epinephrin). Dieses verengt die Blutgefässe und führt dadurch zu einer lebensrettenden Steigerung des Blutdrucks und Erweiterung der Bronchien. Um die Sauerstoffsättigung weiterhin zu erhöhen, erhält Ihre Katze zusätzlich Sauerstoff über die Atemwege.
Liegt bei deiner Katze eine Allergie gegen Bienenstiche vor, sollte sie bei einem Stich sofort zum Tierarzt gebracht werden.
Mehrfache Stiche erhöhen das Risiko einer Vergiftung. In solchen Fällen muss die Katze sofort zum Tierarzt gebracht werden.
Allergische Reaktionen erkennen
Eine allergische Reaktion zeigt sich meist innerhalb von Minuten bis Stunden. Die Katze wirkt lethargisch, bekommt Durchfall oder erbricht sich.
Das Zahnfleisch kann blass werden, und die Atmung wird erschwert. Auch Nesselsucht oder ein geschwollener Kopf sind Warnzeichen.
Bei bekannter Allergie sollte immer ein Notfallmedikament griffbereit sein. Im Ernstfall zählt jede Minute und der Tierarzt muss sofort aufgesucht werden.
Nachsorge und Vorbeugung
Nach einem Bienenstich sollte die Katze gut beobachtet werden. Schwillt die Stelle nicht ab oder entzündet sich, ist ein Tierarztbesuch ratsam.
Verhindere, dass die Katze die Wunde beleckt. Eine Halskrause kann helfen, Infektionen vorzubeugen und die Heilung zu unterstützen.
Freigänger sollten nach einem Stich einige Zeit im Haus bleiben.
Nahrungsmittel wie Süssigkeiten, süsse Getränke oder Fleisch ziehen Wespen und Bienen an. Dasselbe gilt für blühende Pflanzen, Abfalleimer und Mülltonnen sowie Obstbäume im Herbst. Solltest du also draussen in Anwesenheit deiner Katze essen oder deine Katze draussen füttern, gilt es vorsichtig zu sein.
Wespen können mehrmals hintereinander zustechen. Dabei injizieren sie ein bestimmtes Gift, das aus verschiedenen Allergenen (Enzymen) besteht. Hat eine Wespe erstmalig Ihre Katze gestochen, verläuft dieser Erstkontakt in der Regel ohne Symptomatik. Dennoch reagiert das Immunsystem Ihrer Katze auf das Gift und bildet bestimmte schützende Proteine (IgE-Antikörper) gegen die Allergene des Giftes. Diesen Prozess bezeichnen Spezialisten auch als Sensibilisierung.
Anders als bei Wespen bleibt der mit Widerhaken ausgerüstete Stachel einer Biene beim Stechen in der Haut stecken. Dabei stirbt die Biene und injiziert ihr gesamtes Gift in die Haut. Wespen leben dagegen weiter. Deshalb sind Bienenstiche bei Katzen im Vergleich zu Wespenstichen oft schmerzhafter. Allergien können jedoch beide Insekten hervorrufen.

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