Die Wahl des richtigen Fettes zum Braten ist entscheidend für Geschmack und Gesundheit. Viele Konsumenten greifen zu Produkten wie Rama Bratcreme, die als pflanzliche Alternative beworben werden. Doch wie gesund ist Rama wirklich zum Braten, und welche Alternativen gibt es?

Was ist Rama Bratcreme?
Rama Bratcreme ist eine pflanzliche Bratcreme, die ohne Palmöl hergestellt wird. Sie wird oft als Alternative zu Butter oder Margarine verwendet, um Speisen anzubraten.
Empfehlungen der Schweizer Gesellschaft für Ernährung
Gemäss den aktuellen Empfehlungen der Schweizer Gesellschaft für Ernährung sollten täglich 2-3 Esslöffel Pflanzenöl konsumiert werden, davon mindestens die Hälfte in Form von Rapsöl. Zusätzlich können sparsam (ca. 10g = 1 Esslöffel) Butter, Margarine, Rahm und auch Bratcreme angewendet werden (ca. 1 EL = 10 g pro Tag). Bratcreme sollte sparsam eingesetzt werden.
Welches Öl eignet sich am besten zum Braten?
Aufgrund der Fettsäuren-Zusammensetzung empfehlen Experten für die regelmässige Zubereitung bei niedrigen Temperaturen Raps- oder Olivenöl. Für die Zubereitung bei hohen Temperaturen wie z.B. Braten oder Frittieren empfehlen sich HOLL-Rapsöl oder HO-Sonnenblumenöl.
Rapsöl kann je nach Gewinnungsverfahren kaltgepresst oder raffiniert sein. Dementsprechend sind auch die Verwendungsmöglichkeiten bzw. Hitzebeständigkeiten unterschiedlich. Raffiniertes Rapsöl ist sehr gut zum Braten geeignet.
Olivenöl: Ein wichtiger Bestandteil der mediterranen Ernährung
Olivenöl ist ein wichtiger Bestandteil der mediterranen Ernährung. Für den gesundheitsfördernden Aspekt des Olivenöls sind die einfachungesättigten Fettsäuren verantwortlich. Es gibt raffinierte und kaltgepresste Olivenölsorten. Für die Zubereitung bei niedrigen Temperaturen wie beim Dämpfen und Dünsten, sowie Schmoren kann ein raffiniertes Olivenöl verwendet werden.
Das kaltgepresste Olivenöl eignet sich da weniger, da es nicht hitzestabil ist, daher ist es ratsam dieses in Abwechslung mit Rapsöl als Geschmacksträger eher in der kalten Küche zu verwenden.
Kokosöl als Alternative?
Die Fettsäurezusammensetzung von Kokosöl besteht hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren. Der Konsum von Kokosöl bietet keine gesundheitlichen Vorteile. Aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen ist daher Raps- oder Olivenöl dem Kokosöl vorzuziehen. Sie enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, was einer günstigeren Fettsäurezusammensetzung entspricht und somit die Gesundheit positiv beeinflussen kann.
Die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind essentiell für die Gesundheit. DHA ist wichtig für die Hirnentwicklung und die Entwicklung des Sehvermögens, ausserdem ist DHA wichtig für die Herzfunktion und spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem. DHA ist eine essentielle Fettsäure, d.h. wir sind auf die Zufuhr von ca. 500mg aus der Ernährung wie in etwa fettreichem Fisch (z.B Lachs) und Algen angewiesen, da der Körper diese nicht selber herstellen kann.
Die Omega 3 Fettsäure sollte ca. 0.7% des Tagesenergiebedarfs ausmachen, das wären bezogen auf z.B. 2000kcal ca. 1-4.4g. Die Zufuhr ist vor allem durch Rapsöl und Baumnüsse (20-30g, 1 Handvoll) sicherzustellen. Bei EPA und DHA (z.B. im Lachs oder Algen) ist die Zufuhrempfehlung ca.500mg.
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Weitere Öle im Überblick
Es gibt eine Vielzahl von Ölen, die sich für unterschiedliche Zwecke eignen. Hier eine kleine Übersicht:
- Hanföl: Ein Öl mit hohem Anteil an Alpha-Linolensäure und kann daher zur unterstützenden Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren eingesetzt werden.
- Distelöl: Zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Omega 6 (Linolsäure) Fettsäuren aus (ca. 75%). Für den täglichen Gebrauch sind Olivenöl und Rapsöl empfohlen, Distelöl sollte nur selten als geschmackliche Alternative verwendet werden.
- Leinöl: Hat eine günstige Fettsäurezusammensetzung und liefert Omega-3-Fettsäuren, welche Entzündungsprozesse positiv beeinflussen können. Aufgrund der Fettsäurezusammensetzung (hohem Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren) macht es Sinn ein Leinöl dunkel und kühl zu lagern.
Tabelle: Vergleich verschiedener Speiseöle
| Öl | Hitzebeständigkeit | Fettsäurezusammensetzung | Empfohlene Verwendung |
|---|---|---|---|
| Raffiniertes Rapsöl | Hoch | Hoher Anteil an Omega-3 | Braten, Frittieren |
| Kaltgepresstes Rapsöl | Mittel | Hoher Anteil an Omega-3 | Kalte Küche, Dünsten |
| Raffiniertes Olivenöl | Mittel-Hoch | Einfach ungesättigte Fettsäuren | Dämpfen, Dünsten, Schmoren |
| Kaltgepresstes Olivenöl | Niedrig | Einfach ungesättigte Fettsäuren | Kalte Küche |
| Kokosöl | Hoch | Gesättigte Fettsäuren | Nicht empfohlen (ungünstige Fettsäurezusammensetzung) |
| Hanföl | Niedrig | Hoher Anteil an Alpha-Linolensäure (Omega-3) | Kalte Küche |
| Distelöl | Mittel | Hoher Anteil an Omega-6 | Selten als geschmackliche Alternative |
| Leinöl | Niedrig | Hoher Anteil an Omega-3 | Kalte Küche |
Die Wahl des richtigen Öls hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die gewünschte Temperatur, die Art der Zubereitung und die individuellen gesundheitlichen Bedürfnisse. Es ist ratsam, verschiedene Öle abzuwechseln, um eine ausgewogene Zufuhr an unterschiedlichen Fettsäuren zu gewährleisten.